Aber ohne Anfassen.

2008er Soave Classico gab es eben, kurz vor dem Tippen der Zeilen, mit der Frau. Eine Flasche. Fünfundvierzig Minuten und trotzdem mehr Nähe, als wir in den vergangenen Monaten insgesamt hatten.

Es ist schon verrückt, aber viele, die Jay-Jay kennen, vermögen es meist nicht einzuschätzen, welchen Aufwand er zu Hause benötigt, welche Herausforderungen er an meine Frau stellt und welche Kompromisse diesbezüglich notwendig sind, und mit ein wenig Verlust an ganz privater Zeit einhergehen. Das Maß an Belastung, welches sie trifft, in der Zeit wenn ich arbeiten bin, geht über das hinaus, was man mit den Rahmenbedingungen einer normalen Ehe vereinbaren kann. Es ist nicht so, dass meine Frau und ich uns ich nicht häufig sehen, aber Zeit für Gespräche, in ruhiger Atmosphäre, wie sie am heutigen Abend stattfanden, fiel in den vergangenen vier bis fünf Jahren nicht so oft ab.

Im Regelfall läuft es so ab, dass ich, sobald ich daheim bin, versuche, beide Kinder zu beschäftigen, damit sich meine Frau den Aufgaben des Alltags widmen kann. Wenn sie soweit durch ist, bringt sie die Kids ins Bett,schlummert mit ein, und ich kümmere mich um den ein oder anderen administrativen Part, den man innerhalb einer Familie so zu erledigen hat. So funktioniert das eigentlich seit Jahren.

Warum ich euch das erzähle? Nun ja, eigentlich wollte ich doch diesen recht intimen Einblick verschweigen und euch eine coole Story erzählen, dass ich mir Wein aus Plastikbechern reingeschüttet habe, weil das bei Henry Miller, wenn er Lust zu schreiben hatte, ja auch oft geklappt hat. Das wäre aber nicht sonderlich glaubwürdig gewesen, hätte zudem recht hochtrabend und gleichzeitig verzweifelt geklungen, und ehrlich gesagt waren es gar nicht die zwei Glas Wein, die mich inspirierten zu schreiben, sondern meine Frau. Darum sitze ich hier mitten in der Nacht kurz vor unserem Trip nach Karlsruhe und schreibe.

Ein hartes Jahr ist rum, und Jay-Jay hat viele Fortschritte gemacht. Einer der Meilensteine war vermutlich das diesjährige Zeltlager, welches vom Förderverein der Schule mitorganisiert wird. Wie es so ist, in einem Dorf, ist die Teilnahme an so einer Veranstaltung eigentlich Pflicht. Du oder dein Kind fällt eben auf. Eine Nicht-Teilnahme wird kritisch beäugt und hinterfragt.

2014-09-21 13.51.25-1Dementsprechend angespannt waren wir. Jay-Jay war, abgesehen von den Reisen mit Oma und Opa, nie über Nacht weg von zu Hause. Auch über den Alltag hinweg würde er auf dem Zeltlager mit einer Vielzahl seiner Alltagsroutinen brechen müssen. Und zu guter Letzt seine Angst im Dunkeln, die sich durchaus schwierig in einem Zeltlager entwickeln kann. Dazu waren da noch die anderen Jungs aus dem Dorf. Die Rollen waren klar verteilt. M. war der größte, P. war im Fußball der Megaheld. E. war der stärkste und L. hatte wenigstens noch den coolsten Garten. Und Jay-Jay? Jay-Jay war seltsam.

Machen wir uns nichts vor. Teile der Kinder kommen nicht mehr auf seinen Kindergeburtstag, er wird nur noch von den direkten Nachbarskindern zum Geburtstag eingeladen, die Integration über den Fußballverein verlief auch eher suboptimal, so dass wir dies abbrechen mussten. Auf der Beliebtheitsskala innerhalb der Klasse wird er wohl nicht im oberen Drittel zu finden sein. Muss er aber auch nicht. Das ist auch nicht das Problem. Das Problem waren die Jungs, die sich vielleicht daran erfreuen könnten, wenn ihm im Zeltlager ein Missgeschick passieren würde. Es gibt da noch ein kleineres Problem, welches Jay-Jay uns, am Morgen danach, meistens damit begründet, dass es wohl reingeregnet haben muss. Wenn mir die Ehre zu Teil wurde, bei ihm zu schlafen, muss auch ich morgens schon einmal als Ausrede herhalten.

„Der Papsi hat ins Bett gepinkelt.“

Fatal, ihm würde das im Zeltlager passieren.

Und das war, wenn auch die größte, nur eine von vielen Ängsten im Wissen um seine Schwächen und Schwierigkeiten.

Jay-Jay ist nicht nur putzmunter und recht begeistert aus dem Zeltlager zurückgekehrt, sondern er berichtete geradezu triumphierend, wie P. und M. von ihrer Mama abgeholt wurden, weil sie Angst hatten, und L. die ganzen Tage nur geweint hat. Er hat es durchgezogen. Das mag vielleicht für viele nicht sonderlich verwunderlich klingen, und ja, am liebsten wäre es mir auch gewesen, wenn alle Jungs zusammen bis zum Schluss Spass gehabt hätten, aber spätestens, wenn man von seinen Strategien erfährt, wird einem vielleicht in Ansätzen klar, wie Jay-Jay manchmal denkt und handelt. Er weiß um sein nächtliches Problem mit dem Toilettengang und er wusste, im Zeltlager müsste er nachts im Dunkeln auf Toilette gehen. Er löste das Problem, indem er nur bis zum Mittagessen getrunken hat. Er erklärte mir, dass ihm klar war, was bis mittags reingeht, muss auch noch raus, so lange es hell ist. Problem Toilettengang im Dunkeln und die Problematik des Bettnässens waren somit auf einen Schlag gelöst. Man darf ihm nicht zusehen beim Umziehen, was er geschickt löste, indem er abends nur den Pullover im Schlafsack auszog und morgens ein neues Oberteil anzog. Man hätte ihn nach der Rückkehr aus der Unterhose und den Strümpfen meisseln können, aber nun gut. Auch dieses Problem war gelöst.

Abends muss es warmes Essen geben. Regel 3.421 oder so. Gab es da aber nicht. Also stellte er die feste Nahrungsaufnahme ebenfalls ein. Ich könnte das fortführen, aber man erkennt vielleicht, dass seine Lösungswege, die er mittlerweile fast immer findet, was super ist, nicht immer optimal sind. Aber er schmunzelt darüber. Seitdem wir auf dem Open-Flair-Festival das Kind beim Namen genannt haben, kann er mehr über manche seiner Eigenarten lachen.

Er hat zwar eine besondere Logik und so erklärt er es auch, wenn er versucht sich zu erklären, aber er weiß jetzt auch, woher es kommt. Das scheint ihm zu helfen, das lässt sich mit dem Abstand dieser paar Wochen schon sagen, auch wenn es harte Rückschläge für uns gab.

Es war gleich am dritten oder vierten Tag nach unserer Rückkehr vom Festival, als er in einem Streit mit seiner Mama, der in der Regel in dieser Heftigkeit durchaus fast täglich geschieht, sagte, sie würde ihn nur weniger lieben, weil er das Asperger-Syndrom hat. Ich hätte in der Kürze der Zeit nicht beurteilen können, ob er diesen Vergleich aus Cleverness heraus gewählt hat mit der Gewissheit, er könne so vielleicht aus der „Täter-Rolle“ rauskommen, oder ob dies tatsächlich ein Gedanke war, der ihm durch den Kopf ging.

Die ersten Tage nach unserem Gespräch verliefen so frei von Komplikationen und er wirkte zu keinem Zeitpunkt traurig oder nachdenklich. Mich verwunderte sein Angriff mit dem Vorschieben des Asperger-Syndroms diesbezüglich sehr. Seine Mami hat es ihm dann mit den Worten erklärt, die sie auch sprach, als er auf die Welt kam. Ein Moment, den ich, wie vermutlich viele Väter, noch gut in Erinnerung habe.

Sie hatte den Wurm halb im Arm, halb auf dem Oberkörper und sagte ihm, dass sie ihm verspreche, zu versuchen, die beste Mami der Welt zu sein, und dass sie nun nur noch das Ziel hat, dass alle glücklich sind, wenn er so ist wie er ist. Die Bedeutung ihrer Worte dürften ihr in vollem Umfang nicht klar gewesen sein. An dem Abend, als Jay-Jay sie mit seinem schweren Vorwurf konfrontierte, ergänzte sie ihre Worte mit dem Hinweis, dass er es ihr nicht immer leicht mache, ihr Versprechen zu halten. Jay-Jay antwortete immens schnell, beruhigt und gefasst, dass er das verstehen könne. Er meinte dies ganz ernst und sachlich.

Wir haben heute am Soave-Abend lange über diese ersten Worte gesprochen, weil sie im Nachgang etwas Belustigendes haben. Gar nicht der Moment, als sie es ihm erklärte. Das war eher bewegend, aber die Aussage an sich, dass sie versucht, die beste Mami der Welt zu sein. Wir waren uns einig, dass meine Frau in all den Jahren alles gegeben hat, was man als Mutter geben kann. Und mehr. Wir haben über die Selbstzweifel gelacht, die noch bis vor einiger Zeit an ihr genagt haben. Zur Verzweiflung hat Jay-Jay sie gebracht, weil sie die Intensität ihres Kümmerns mit dem Treiben von Müttern verglichen hat, deren Kind sich im Kindergarten oder in der Schule fantastisch oder wenigstens normal verhalten hat, was scheinbar nicht immer mit einem besonders liebevollem Umgang einherging. Ihr verging das Lächeln oft, wenn sie lieblosen Umgang von Eltern mit ihren Kindern sah, oder wenn sie bemerkte, dass sich manche Mütter teilweise gar nicht um die Belange ihrer Kinder kümmerten. Das mag vielleicht hochnäsig klingen, aber ich verstehe sie, dass es sie frustrierte, weil man auch spürte, wie die Leute gleichzeitig über Jay-Jay sprachen, wenn es zu kuriosen oder unangenehmen Situationen kam, und dass das oft auf uns und unsere fehlenden Fähigkeiten als Eltern zurückgeführt wurde.

Wie unfähig muss man als Mutter sein, wenn man so viel Kraft und Liebe in sein Kind investiert, und ein oftmals so hasserfüllter Tyrann dabei rauskommt? Eine Frage, die meine Frau bis zur Diagnose und selbst danach lange beschäftigt hat.

Heute lachen wir darüber, weil wir vermutlich noch weniger auf indirektes Feedback aus dem Umfeld reagieren, und weil meine Frau jetzt sicher ist, dass Entscheidungen, die man aus dem Herzen trifft, niemals gänzlich falsch sein können.

Für mich ist es irgendwie meistens einfacher. Ich bekomme weniger mit, was im heimischen Umfeld passiert, und versuche zudem, meine Erwartungshaltung an meinen Sohn auch anhand meines Handelns in der Vergangenheit zu kalibrieren. Jay-Jay löst Situationen teils deutlich klüger in Anbetracht der Berücksichtigung möglicher Folgen.

Ich war mit 14 schon eine ziemliche Nervensäge. Ich würde nicht behaupten, ich war der Klassenclown, aber man könnte wohl mit Fug und Recht sagen, dass ich früher eine ziemlich große Fresse hatte. Sascha war der erste, der sie mir stopfte, nachdem ich den ca. fünf Jahre älteren Kerl immer und immer wieder, heute würde man wohl sagen, getrollt habe. Sascha war ein netter Kerl und ich weiß nicht mehr, womit ich ihn nervte, aber ich erinnere mich noch sehr gut, dass mir sein eigentlich liebenswertes Wesen nicht wirklich half, als er mich nahm und mich einfach mal soeben mit dem Hintern in eine üppige Pfütze setzte. Im Nachgang betrachtet würde ich gar behaupten, es gehörte nicht zu meinen besten Ideen, damals im Anschluss heulend zu meiner Mami zu rennen, die sich dann am nächsten Tag den mindestens einen Kopf größeren Jungen zur Brust nahm. Dank meiner großen Schnauze und meinem souveränen Verhalten im Anschluss an mein Hosenbad zehrte ich noch viele Jahre von der Freude, die ich den Anwesenden machte, wenn mein glorreiches Verhalten zur Belustigung aller in kleinen und in großen Runde zur Sprache kam.

Dies soll kein Selbsttherapie-Blogpost werden, und der ein oder andere hat vielleicht schon eine Ahnung, ob sich das Problem mit der großen Klappe bei mir nachhaltig gebessert hat oder nicht, aber rückblickend fasziniert es mich immer wieder, wenn ich weiß, was ich für dämliche Entscheidungen mit vierzehn Jahren und auch noch deutlich später getroffen habe, ohne mir der logischen Konsequenzen bewusst zu sein. Wenn ich dann gleichzeitig vom Sohnemann erklärt bekomme, welche Entscheidungsprozesse bei ihm unter der Berücksichtigung aller möglichen Folgen, teils sogar unter Berücksichtigung von Unwägbarkeiten, ablaufen, wenn er sich Problemen stellt, wird mir ein wenig schwindelig, aber bei aller Belastung, die das für ihn darstellt, wird er in der ein oder anderen Situation vielleicht auch von seiner Art profitieren.

Eigentlich kaum verwunderlich, fast schon logisch, aber den besten Einblick gewährt der Sohn während des Stuhlgangs. Keine Ahnung, ob es ihn besonders entspannt, oder ihm einfach dann so langweilig ist, dass er dann plötzlich und unvermittelt tiefe Einblicke in sein Seelenleben gewährt. So sehr ich mich freuen würde, wenn ich diesen Akt irgendwann einmal nicht mehr aus nächster Nähe begleiten müsste, so sehr würden meiner Frau und mir die Erkenntnisse aus diesen Sitzungen fehlen. Neulich schilderte er von seinen detaillierten Planungen, was sein zukünftiges Leben angeht. Er will ja keine Frau, deswegen würde er wohl ein Kind ohne Frau bekommen wollen. Also die Frau würde ihn nicht stören, wenn sie mit ihm im Haus leben würde, so lange sie sich ruhig verhält, ihn nicht stört und er halt nicht ihr Mann ist. Aber Umarmung, anfassen und so ein Zinnober ist nicht.

Als wäre dies nicht schon Herausforderung genug, möchte er eigentlich nur ein guter Opa werden, am besten aber eben ohne Bienchen, Blümchen und das ganze Drumherum. Er liebt seine Großeltern über alles. Seinen Opa sieht er vermutlich sogar als großes Vorbild. Opa macht immer Unsinn. Opa lebt nach den Regeln seiner eigenen besonderen Logik und Opa spricht mit ihm, wie er es braucht. Ihm berichtet er freimütig, dass er sich nach dem Gymnasium, welches er schaffen will, erst einmal im Erfolg sonnen möchte für ein paar Jahr, bevor er anfängt zu arbeiten, und ihm und seiner Oma hat er es zu verdanken, dass er seine Angst im Wasser ablegen konnte.

Fortschritte. Er hat einige gemacht und er wird weitere machen. Rückschläge. Es wird sie weiterhin geben und wir werden weiterhin damit klar kommen. Wir blicken optimistisch in die Zukunft. Es erscheint, als wäre eine Regelbeschulung möglich. Die Stunden der Schulassistenz wurden zu diesem Schuljahr leicht gekürzt. Im nächsten Jahr folgt der große Schulwechsel, den er bezüglich des Unterrichtsstoffs leicht bewältigen kann. Schwierigkeiten machen ihm eher Kleinigkeiten. Nicht selten geht er im Winter ohne Jacke, Mütze, Schal und Handschuhe in die Pause. Gelegentlich träumt er während des Diktats. Er gibt auch schon mal eine Klassenarbeit ab, ohne die Rückseite zu bearbeiten, und er verweigert auch schon einmal den Toilettengang, um dann fast platzend zu Hause einzutreffen. Er braucht auch deutlich länger, um bei einem Fachwechsel seine Utensilien zurechtzulegen, und die mündliche Beteiligung lässt zu wünschen übrig, weil er es nicht einsieht, dass er, wenn er sich meldet, vielleicht mal nicht drangenommen wird. Dass er während der Pause mit sich selbst spricht und das Spiel der anderen Kinder im Selbstgespräch diskutiert, ist mittlerweile toleriert, prägt aber das Bild des seltsamen Kerls weiter. Unterm Strich geht es den Umständen entsprechend in eine gute Richtung. Wenn Papsi jetzt noch aufhört, in sein Bett zu pinkeln, ist alles gut.

12 Gedanken zu „Aber ohne Anfassen.

  1. Pingback: Allet wird jut | Der Wochenendrebell

  2. Pingback: Ich wollte euch etwas zu lesen geben. Was dann geschah, holte mich aus dem Urlaub zurück! « Chaos² – Familienwahnsinn im Doppelpack

  3. lisimoosmann

    Die Sache ist die: egal, in welcher Form du schreibst, ist jeder deiner Blogposts ein Ansporn für Leute wie mich, ihre eigenen lächerlichen Aufgaben nur ansatzweise so selbstmitleidfrei und engagiert in Angriff zu nehmen, wie ihr das Tag für Tag macht. Bessere Werbung dafür, wie erstrebenswert es ist, eine Familie zu gründen, ist schwer vorstellbar.

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  4. xxlhonk

    Ein Buch.
    Ich sage es seit vielen Monaten.
    Ich wünsche mir endlich ein Buch.
    Nicht nur für mich, denn das meiste habe ich hier ja schon zu lesen bekommen, sondern für alle Eltern. Ja. ALLE Eltern und alle, die Eltern werden wollen. Und eigentlich für alle Menschen.
    Was deine Frau und Du, im oft leider grausamen Alltag mit unseren Mitmenschen da draußen miterlebt und wie ihr damit umgeht, das ist der Wahnsinn.
    Und was ihr an Zeit, Liebe und Geduld opfert ist der Megawahnsinn!
    Ich frage mich auch deshalb sehr oft, wie deine Frau das alles verarbeitet. Wo lässt sie Luft ab?
    Wie bekommt sie den Kopf immer wieder frei?
    Mütterliche Liebe macht unbesiegbar, aber dennoch muss man das alles auch mental erst einmal sacken lassen.
    Bei dir ist es ja der Blog und die Wochenendrebellen als solche, die dir da ein wunderbares Tool für sind. Aber was macht diese Wahnsinns Frau, die Du geheiratet hast?

    Und ich wünsche mir, dass dieses Buch viele Menschen lesen.
    Ach was.
    Nicht viele: Alle!
    Auch und gerade, damit sie verstehen. Und lernen. Von JayJay, deiner Familie, deiner Frau und Dir.
    Ihr! Seid! Großartig!

    PS Hatte ich es schon erwähnt? ich fände ein Buch super…

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  5. dierudola

    Ich danke Dir, dass Du uns Einblick in Euer Leben gewährst. Ich verschlinge Eure Geschichten und möchte sie nicht missen. Bei dem Teil über Deine Frau und Dich dachte ich, was ist das bloß für eine schöne Liebeserklärung. (Da musste ich mir schon das ein oder andere Tränchen verdrücken. #hach)

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  6. Klaas

    Schreiben, egal ob in Tagebüchern oder in Blogs, dient oft der Reflexion von Erlebtem. Ich finde es weiterhin ganz stark, dass es hier nicht nur um die Highlights im Stadion oder auf der Festivalwiese geht. Die lese ich zwar auch nur zu und zu gern, aber zusammen mit Zweifeln, Ängsten und den kleinen Katastrophen wird dieser Blog erst beSONders.

    Und ich bilde mir ein, dass ich auch was lerne. Zum Beispiel, dass ich nicht nur auf den ersten Eindruck blicke und Leute in Schubladen stecke, sondern meine Meinungsbildung öfter erst später abzuschließe. Oder auch diese besondere Art des Humors im Umgang mit zum Teil hanebüchenen Aktionen und Reaktionen finde ich bewundernswert.

    Es fällt mir natürlich schwer hier jetzt irgendwelche Tipps dazulassen – auch weil ich ich das Gefühl habe, dass das anmaßend wäre. Ich wünsche deiner Frau und dir einfach mehr Zeit. Vielleicht sollte da ein wöchentlicher Elternabend (nicht der in der Schule!) eingeführt werden. Für Kino, Essen gehen oder Malefiz.

    PS: In welcher Form du schreibst, ist mir wurscht. Kannst gern auch mitten im Blogpost wechseln. Das wird schon verständlich.

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  7. Haihappen

    Selbsttherapie?

    Ich glaube, für viele deiner Leser/innen dürfte das hier neben den wunderbaren Geschichten und Gedanken vor allem ein Blog der Fremd-Therapie sein.

    In (nur unter anderem) den Punkten „sich in andere hineinversetzen, auch wenn es schwer fällt“, „sich für andere zurücknehmen“, „eigene Erwartungen an andere überdenken“ tust du genau das, was auch du dir von deinen Lesern erhoffst: Zusätzliche Blickwinkel eröffnen. Und, wenn ich das sagen darf: Sehr erhellende und ermutigende.

    Wie immer: Ganz, ganz große Klasse!

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  8. SvenGZ

    Wie schon so oft gucke ich auf das leere Kommentarfeld Deines/Eures Blogs, weil es mir nicht gelingen will angemessen auf das Gelesene zu reagieren, ich es aber auch nicht seinlassen will.

    Etwas belustigt nahm ich zur Kenntnis, dass Ihr direkt nach der Geburt des Sohnes in der Lage wart ein so großes Versprechen unfallfrei zu geben. Ich selbst war nach den 48 Stunden der Geburt meines Sohnes so platt, dass ich ihm kaum die erste Windel anlegen konnte….

    Dass ich mit jedweder Anrede leben könnte erklärt sich von selbst, wenn ich Dir einmal mehr meine Bewunderung ob Eures Umgangs mit dem Sohn ausspreche, ohne die Problematik auch nur im entfentesten nachvollziehen zu können.
    Als einzige Kritik wirst Du von mir zu hören bekommen, dass wir uns immer noch nicht persönlich getroffen haben und der HSV auf Eurer Reise noch ein weißer Fleck ist.

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    1. KiezkickerDe

      Ihr habt halt ein herumhüpfendes Maskottchen, das will sich JayJay nun echt nicht geben, ganz zu schweigen von dem Vorsänger auf dem Kran, der dann aber während des Spieles dann doch nichts mehr von sich gibt. :o)

      Öhm. Ob nun in der ich, der Du, oder was auch immer für eine Form geschrieben wird, ist irgendwie ziemlich egal? Da achte ich weder drauf, noch solltest du deine Leser fragen, wie die das gerne hätten – ich kann mir nicht vorstellen, dass du in der einen Form entweder Leser hinzugewinnen oder aber welche verlieren würdest, das ist wirklich so nebensächlich… Mach es so, wie du dich am wohlsten fühlst.

      ——-

      Hach jo, Zeltlager. Ja, war ich auch mal, da war ich wohl so sieben, acht oder so – und es fand an einem Fluss statt. Bin ich rein gefallen, und das war mir dann so peinlich, dass ich schnell rein gelaufen bin, mich umgezogen habe, und die nassen Klamotten in meinem Kleidersäckchen versteckt habe – natürlich ungetrocknet, denn wären die erst mal auf der Heizung gelegen, hätte das ja jeder mitbekommen. Nunja, nach einigen Tagen muffelten meine (ehemals frischen) Klamotten dann alle etwas seltsam, und meine Eltern durften mich dann abholen, weil ich ja gar keine sauberen Klamotten mehr hatte… Ja, so Zeltlager haben ganz eigene Herausforderungen. :>
      Ein anderer, der halt auch ins Bett machte, erwies sich als sehr ungeschickt, was das morgendliche Trinken im Bett anging, der verschüttete immer gerade dann, wenn alle zu ihm sahen, versehentlich ein Getränk bei sich im Bett…. öhöm.
      Das mit dem abendlichen Essen – naja, so ein Zeltlager geht nicht ewig, wird ihn nicht umgebracht haben. :>

      Das in der Pause mit sich selbst sprechen und quasi den Livereporter abzugeben, und zu kommentieren, was andere da gerade treiben (und warum es blöde, seltsam, lustig oder was auch immer ist natürlich auch zu kommentieren) ist hingegen komplett normal. Ist mal wieder dieses „andere beobachten und dann sich selbst hinsichtlich des Verhaltens der anderen abchecken“, von dem ich schon mal schrieb. Mache ich auch heute noch (inzwischen aber schweigend), aber man entdeckt dabei klasse Marotten seiner Mitmenschen – die sie selbst aber komplett als normal ansehen – die ich in den Momenten aber als mitunter zutuiefst situations-skurril empfinde und ich mich reingrinsen könnte. Dinge wie Gruppenzwang oder so sind dabei ein steter Belustigungspunkt, einfach, weil man sich selbst diesem Gruppenzwang so schön entziehen kann, weil man ihn deswegen dann halt auch entsprechend einfach hinterfragen kann.

      Jo. Familie wäre „später“ super, ich habe für mich aber entschieden, dass ich einfach nicht familientauglich bin. Kenne aber andererseits auch genug andere Aspies, die „ganz normale Familien“ gründeten, scheint also zu funktionieren. Und hinsichtlich der Frau – naja, auch da gibt es heutzutage ja Möglichkeiten, wie man an ein Kind kommen kann, ohne den dafür erforderlichen geschlechtlichen Gegenpart auf Dauer um sich ertragen zu müssen. ;o)
      Vielleicht nicht in nem kleinen Dorf, vielleicht als Mann nicht ganz so einfach wie als Frau (dummerweise sind es halt die Frauen, die nach einem OneNightStand das Endprodukt „besitzen“)… Aber nun ja, bis JayJay dann so weit ist, hat sich das ja vielleicht dann auch noch geändert – und ich hätte dann endlich eine anerkannte Erklärung für meinen Bauchumfang. Ich finde ja immer noch, dass es mein Recht als Mann ist, im Sinne der Gleichberechtigung, schwanger werden zu dürfen. Nur die Forschung, die ist halt noch nicht so weit… :o) Nö, ich hätte nichts gegen Familie, Kinder, was weiß ich… aber eine Partnerin muss ich trotzdem nicht auf Dauer um mich herum haben. Der man dann alle paar Stunden erzählen muss, dass man sie liebt… obwohl das doch eigentlich klar sein sollte, denn sonst wäre man doch kaum mit der zusammen…
      Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema… >:)

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  9. Dieter W (@dieterjosef)

    Das mit dem USB-Stick lass mal bitte bleiben, denn ich würde es sehr schade finden, wenn dieser Blog leer wäre und ich keinen Einblick in Euer Leben bekommen würde. Zum einen ist es einfach unterhaltsam, weil seltsame Dinge passieren oder Du lustig formulierst, und zum anderen kriegt man immer wieder einen Anstoß, sein eigenes Familienleben neu zu betrachten.

    Zu der direkten Ansprache oder nicht: Das ist Dein Blog, Du darfst das machen, wie Du willst. Ob es Kommentare gibt oder nicht, das hängt davon ab, ob das Geschriebene lesenswert ist oder nicht. Und das war es bisher fast immer.

    Ich wünsche Dir und Deiner Frau häufiger Gelegenheit für einen ruhigen Austausch, egal ob mit oder ohne Wein.

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