Angst ist nur ein Gefühl

Angst ist nur ein Gefühl.

Das habe ich Jay-Jay immer versucht zu erklären, als ich bezüglich des Asperger-Syndroms noch recht unbedarft war. Man hatte sich in den ersten Wochen nach Jay-Jays Diagnose ein wenig Wissen angelesen, und trotzdem überwogen der Eindruck und die Meinung, der Menschen, die mich umgaben.

„Ui, Asperger-Autist. Hart. Der fühlt nix, ne?“

Heute muss ich mittlerweile hart lachen, wenn unsinnige Autismus-Klischees um mich herum die Runde machen. Aber damals war ich noch nicht so gefestigt.Düstere Prognosen, die Entwicklung meines Sohnes betreffend, unter der Berücksichtigung, dass er ja behindert ist, warfen mich schnell aus der Bahn.

„Der wird nie Freunde haben.“

„Der wird nie Gefühle erkennen können.“

„Der wird niemals alleine leben können.“

„Der wird niemals dies und der wird niemals das…“

Einen Scheiß verbietet jemand. Jay-Jay kann gut alleine entscheiden, was er kann, und was  nicht. Wir müssen ihn da vielleicht manchmal zügeln, wenn er sich im Urlaub von semiprofessionellen Animateuren zum Parasailing überreden lässt, oder wenn er vom Drei-Meter-Brett springt, nicht, weil er das gerne möchte, sondern weil er eben der Meinung ist, er müsse das tun. Sein jüngerer Cousin hat es ja auch getan. Er springt dann einfach. Und das, obwohl er eine verdammte Scheißangst hat.

Angst ist für ihn in dem Moment nur ein Gefühl.

Dieses Herbeireden von der Gefühllosigkeit oder auch dem Pauschalurteil, er könne nicht erkennen, was andere fühlte , oder es nicht in Menschenmengen aushalten, Lautstärke und Lautstärkewechsel nicht verkraften, Nähe nicht genießen können, bla, bla bla. Es nervte irgendwann, und vielleicht war dies mit einer der Auslöser für unser Projekt.

In dieser verrückten, noch nicht gefestigten Zeit bestand der Erklärungsversuch meinem Sohn gegenüber, Angst als Gefühl an sich zu definieren, also darin, ihm zu sagen:

„Angst ist nur ein Gefühl.“

Die völlige Hirnrissigkeit dieser Aussage war mir damals noch nicht bewusst.

Ich musste nur eben gerade an die Aussage denken, da Papsi in letzter Zeit auch ein wenig Angst hat um das, was um ihn herum so passiert. Und es mag sarkastisch, vielleicht zynisch, klingen, aber meine Angst ist nicht begründetet in den Vorfällen in Paris oder in Nigeria. Auch die beunruhigende Situation, dass sich immer mehr geistiger und moralischer Mittelstand in Deutschland in braune Ecken verkrümelt und dieses doch angeblich ach so schönste Land der Welt in einen widerwärtigen, ausländerfeindlichen Saustall verwandelt. Nein, auch diese Tatsache macht mir keine Angst. Ich bin politisch aber auch nicht sonderlich gebildet. Ich weiß nicht, wen ich aktuell wählen müsste, um irgendwann die entscheidende Frage zu klären, ob wir Zeit und Geld in die Normisierung Europas stecken müssen, um zu definieren, wann sich eine Gurke in Europa unter dem Begriff Gurke verkaufen darf. Ich bin politisch also unbedarft.

Ich würde aber glauben, ich wäre jemand, der etwas Radikales wählen würde. Also, so Extremisten quasi.

Ich würde Menschen wählen, die radikal und extremst jedem einzelnen Nazidrecksack auf die Fresse hauen, wenn sie wüssten, dass es die Probleme im Kern lösen könnte. Und wenn ich dementsprechend bemuskelt wäre, würde ich sogar für den Vorsitz kandidieren. Ich befürchte nämlich, es wäre mehr Arbeit als man glaubt, diesem gottverdammten rechten Gedankengut in Deutschland die Frustration aus der minderbemittelten Fresse herauszudiskutieren. Es ist eher selten sinnvoll, denen mit einer gewählten Argumentation beizukommen. Aber nun gut. Behirnte Menschen scheinen aber noch in der Überzahl. Anders sind die Zahlen der Gegendemonstrationen in vielen deutschen Städten wohl kaum zu erklären. Also hatte ich auch keine Angst deswegen.

Papsi hat aus einem anderem Grund Angst.

Ich habe das erste Mal das Gefühl, dass ich an etwas scheitern könnte. Ein übles Gefühl, sage ich euch. Ich hatte das bisher nie. Es ist nicht so, dass ich nicht schon oft an irgendetwas gescheitert bin. Ganz im Gegenteil. Vermutlich bin ich sogar öfter gescheitert, als ich erfolgreich gewesen bin.

Der Unterschied ist: Es hat mich nie gejuckt. Es war nicht so dermaßen erstrebenswert, dass es mich stören könnte, zu scheitern.

Nun habe ich aber erstmals Angst, denn dieses Mal, vermutlich nur dieses einzige Mal, wäre ein Scheitern wirklich fatal. Alles weitere im Leben könnte und dürfte misslingen, aber es gibt doch immer im Leben auch mindestens eine Situation, eine Herausforderung, eine Lebenssituation, in der du weißt:

Das darfst du jetzt nicht verkacken.

In den letzten Wochen hatte ich erstmals Angst, weil mich nicht wusste, ob ich meinen Job und meine Familie miteinander unter einen Hut bekomme.

Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, dass ich meinen Job so sehr liebe, dass ich ihn mit der Wichtigkeit meiner Familie auf eine Stufe stellen würde. Um Gottes Willen. Nein, mir, beziehungsweise uns, war in der Vergangenheit immer klar, dass ich in dem Job, den ich mache, mich irgendwann mehr oder weniger verkaufe, in eine Art der Abhängigkeit bringe, aus der man nicht ohne Schaden herauskommt, weil er vielleicht relativ hochdotiert ist. Wir haben uns damals aber bewusst für diesen Schritt entschieden, weil eben genau dieser Job, der Job ist, der es uns aktuell ermöglicht, dass meine Frau nicht arbeiten gehen muss und für die Kids da sein kann. Jay-Jay braucht rund um die Uhr Unterstützung und auch unsere Tochter fordert natürlich ihr Recht auf Zeit und Liebe ein. Wir leben auch nicht in Saus und Braus, und hier ist der Blick aufs Konto zu Beginn des Monats, kurz nach Gehaltseingang, auch immer dieser innige Trübsalsmoment, in dem man denkt:

Hui, nach allen monatlich zu leistenden Zahlungen sind da aber zum Glück ganz schön wenig Zahlen vorm Komma. Bei dieser roten Zahl…

Trotzdem ist diese Situation Luxus. Egal, ob ich 100 Stunden die Woche kloppen muss, egal, wie wenig man privat fix etwas planen kann, egal, wie viele Freunde und Bekannte man bei Einladungen versetzen muss, weil man einfach zu viel Arbeit hat, egal, wie schwer es morgens fällt, den Körper aus dem Bett zu hieven, um seine Arbeit zu verrichten. Es ist Luxus.

In den letzten Wochen und Monaten wurde mir ein wenig der Preis für diesen Luxus bewusst, und deshalb hatte ich Angst. Angst, meinem eigentlichen Job als Vater und Ehemann nicht mehr ausreichend nachkommen zu können. Ich möchte schon mehr sein als der, der das Geld nach Hause schafft. Das klingt nach einem nicht sonderlichen hohen Anspruch, aber ich werde diesem Anspruch trotzdem nicht einmal gerecht. Zu wenig Zeit für die Tochter und zu wenig Zeit für den Sohn. Das zu wenig Zeit für die Frau spielte diesbezüglich kaum eine Rolle. Nicht, weil es nicht wichtig ist, sondern weil es sowohl mir als auch meiner Frau sehr früh bewusst war, dass wir innerhalb unsere Ehe sicherlich die Herausforderung haben werden, von wenig gemeinsamer Zeit trotzdem genug Nahrung für unsere Liebe zu finden. Und das ist uns herausragend gelungen. Wir sind weiter fett gefressen vor Liebe. Das ist also nicht das Problem. Das Problem war, dass ich meiner Frau nicht einmal mehr die Rückendeckung geben konntr, dass sie ihren „Job“ als liebevolle Mami und Familenmanagerin verrichten konnte. Sie musste sämtliche Arzt- und Therapietermine wahrnehmen. Den Behördenkram, die Einkäufe, die Schulbesuche, Elternsprechtage, Elternabende, Schulveranstaltungen, Familienfeiern, komplett alles musste sie alleine stemmen. Nun ja, nicht ganz alleine. Mit einem Kleinkind und einem manchmal ein wenig anstrengendem Kind, welches täglich, vom Zeitpunkt der Rückkehr aus der Schule bis mindestens 21:30 Uhr, volle Unterstützung benötigt. Aber eben ohne Rückendeckung.

Als mir bewusst wurde, dass ich beruflich Gefahr laufe, in eine Situation zu geraten, in der ich meinem Anspruch als Vater und Ehemann nicht mehr gerecht werden kann, bekam ich es also erstmals mit der Angst zu tun. Mieses Gefühl, wenn du denkst, als Vater nicht genug zu tun, und aber auch keinen logischen Ausweg siehst, die Situation zu verbessern. Du hoffst einfach, dass sich die Situation verändert. Dass dein Job sich vor deinem 67. Lebensjahr innerhalb einer 50-Stunden-Woche regeln lässt. Das würde mir langen. Das würde ich unterschreiben. Mehr verlange ich nicht.

Ich habe echt ein wenig Angst gehabt.

Und so passte es umso besser, dass mich die Recklinghäuser Zeitung Anfang Dezember bat, etwas zum Thema „gute Vorsätze“ zu schreiben. Da könnte ich bestimmt eine Menge zu beitragen. Ich könnte mir tausende Dinge vornehmen. ich könnte echt unheimlich viel ändern. An mir, an meinem Job, an meinem Sohn. Da muss sich einiges ändern.

Es gab ein Vorgabe bezüglich der Anzahl an Worten, was mich erheiterte. Für den Nido-Artikel damals hatte ich schon das grandiose Geschick bewiesen, einen Text mit 7.000 Zeichen vorlegen zu müssen und einen Text mit 7.000 Wörtern abzugeben. Daher belustigte mich die Überlegung, wie viel Text die nette Dame von der Zeitung nun konkret eigentlich benötigt.

800 bis 1.200 Wörter. Aha.

Ich gab mein bestes, auf Kommando eine gewisse Menge zu schreiben. Das war ungewohnt. Aber so etwas gelingt mir außerordentlich gut. Da scheitere ich eigentlich nie. Wenn ich zum Beispiel ganz spontan einen kleinen Text schreiben möchte, um kurz ein paar Leuten zu danken , dann eskaliert es höchstens in neun von zehn Fällen.

Ich schweife ab. Nun ja, was soll ich sagen. Ich bin vielleicht etwas undiszipliniert. Anders kann ich es mir nicht erklären. Ich sollte bis zu 1.200 Worte für die Zeitung liefern, und schrieb natürlich, wie es sich für einen Wochenendrebell gehört, (der Text ist samstags entstanden) ein wenig mehr.

Hier ein Link zum Artikel, den ich für die Recklinghäuser Zeitung schrieb, als ich davon überzeugt war, dass ich auch eine Million Worte dafür finden würde, was ich alles gerne ändern möchte im nächsten Jahr.

Warum ich Euch das alles erzähle?

Nun ja. Zum einen wegen der besagten Angst, dass ich vergessen würde, danke zu sagen. Zum anderen hat natürlich auch Jay-Jay bemerkt, wie wenig Zeit ich in den letzen Wochen für ihn hatte. Es war Anfang Januar. Gegen Mitternacht. Jay-Jay hatte mitbekommen, dass ich erstmals nicht über die Weihnachtsfeiertage wenigstens einen vollen Tag frei gemacht habe.  Im Anschluss folgte die Silvester-Party, die ich um fünf nach zwölf verließ, obwohl sie in meinem eigenen Haus stattfand.

Nein, es brauchte keinen autistisch geprägten Scharfsinn oder Blick fürs Detail, um festzustellen, dass es nicht so ganz ideal lief in der jüngeren Vergangenheit.

Jay-Jay kam ohne Umschweife zum Punkt. Um Mitternacht. Kurz, nachdem ich nach Hause kam und mich relativ erschöpft ins Bett fallen ließ, in dem er, meine Frau und meine Tochter lagen (und gefühlt die restlichen Einwohner des 1.300-Seelen-Dorfes, in dem wir leben.)

Er hat das oft. Dass er plötzlich nachts wach wird und irgendetwas sinnloses faselt. Selten war eher, dass er wach wurde, und innerhalb kürzester Zeit klar und verständlich, sachlich und überlegt, mit mir sprach, wie an diesem Abend.

„Warum arbeitet du so viel, Papsi?“

„Das ist schwer zu erklären, Jay-Jay.“

„Was ist daran schwer zu erkären?“

„Ich habe Angst, du könntest es falsch verstehen.“

„Papsi, Angst ist nur ein Gefühl.“ Sprach’s, drehte sich um – und knackte weiter.

Simsalabim. Da sag noch mal einer, schreiben befreit nicht. Es wird die nächsten Wochen ein wenig ruhiger werden hier. Glücklicherweise habe ich ja noch ausreichend Material. Briefe, die Jay-Jay erreicht haben, mit tollen Geschichten und Hintergründen, wieso X Fan von Y geworden ist. Ich bin mittlerweile fast vierzig und habe keine Ahnung von Versicherungen, Miete und Steuern, und ich kann noch nicht einmal ein Gedicht in meiner Muttersprache analysieren. Ich werde mich also die nächsten Wochen ein wenig mehr anstrengen müssen, um meine Rolle zur erfüllen. Nazis essen, ein guter Papsi sein, Job erledigen. Es gibt viel zu tun. Bis demnächst.

Über Berufe und viele andere Dinge sprachen wir auch in unserer Podcast Folge #3.

13 Gedanken zu „Angst ist nur ein Gefühl

  1. Pingback: Neunnachneun | Ansichten aus dem Millionendorf

  2. omenanto

    Es ist genau diese Angst, die dir die Kraft geben wird, es zu schaffen !

    Vielen Dank für’s „Achillesferse zeigen“, es macht dich noch „Papsiger“.

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  3. KiezkickerDe

    „Danke sagen müsste ich auch dem wunderbaren Kiezkicker.de, der mir immer wieder Informationen zum Thema Asperger aus höchst seriöser, zuverlässiger Quelle liefert.“

    Huch. Bitte. Wusste ich noch gar nicht. Diese „höchst seriöse, zuverlässige Quelle“ ist mein eigenes Empfinden, nicht mehr.
    Entweder ich rall mal wieder die triefende Ironie nicht, oder… Das liest sich ja, als würde ich mich vorab erst bei anderen schlau machen, möglicherweise sogar bei „Experten“, die sich von anderen Experten haben erzählen lassen, wie das denn so ist, wie man denn so fühlt… als Asperger, ohne es aber selbst zu fühlen. Und das, wo ich noch nicht mal eine „offizielle Diagnose“ habe, zumindest auf dem Feststellungsbescheid hat man die verschiedenen Dinge, die ich beim Antrag auf einen SBA angab, zu etwas zusammen gefasst, was ich bei der Beantragung nicht nannte. ASS oder so ist es also jedenfalls nicht. ;o)
    Nein, von mir erhälst du allenfalls Aussagen darüber, wie _ich_ mit etwas umgehe. Und vielleicht darüber, was ich bei anderen ASS gelesen habe, wie die das tun. Man liest in letzter Zeit ja endlich etwas mehr darüber, das war vor fünf, sechs, sieben Jahren noch nicht so. So gesehen habt ihr vier einfach das Glück das Ganze zu erleben, nachdem andere darüber schrieben, wie sie diese Phase erlebt haben.
    Wenn diese „Überlebensstrategien in einer mehr oder weniger (zuletzt wohl eher weniger) neurotypischen Umwelt“ bei euch auch funktionieren – wunderschön. Wenn nicht, frag besser noch andere. 😉 Und da nimmst du dir bitte dann Zeit für.

    Überhaupt glaube ich nicht, dass es wirklich so wenig Zeit ist, auch wenn sich das mit dem fünf nach zwölf jetzt ein wenig komisch liest. Andererseits scheinst du JayJay ja die Möglichkeit zu geben, mehr Zeit mit dir zu verbringen – wenn er dann erst Pro – und Contralisten anlegen muss, scheint es nicht gaaaanz so wichtig zu sein? Wobei – doch, natürlich ist das wichtig. Aber nimm ihn halt abends einfach mal in den Arm. Paar Minuten, die reichen. Intensive Minuten. Aber das sagt dir jeder Erziehungsratgeber, und ich schüttel hier echt mit dem Kopf – die brauchst du nicht. Nicht, nach dem, was ich sonst so von dir lese. Du bist ein guter Papsi. Wenn ich einen DeLorean hätte, würde ich es irgendwie zu arrangieren wissen, dass ich bei euch einziehen hätte können. Irgend wie hätte ich es dann auch noch geschafft, dass du trotzdem deine Frau kennenlernen würdest. Nach meiner Geburt wäre dafür ja noch Zeit gewesen? Wobei – wenn ich nun dein Sohn wäre – du bist doch in einem ähnlichen Alter wie ich…. du müsstest also auch kurz mit mir in die Zukunft reisen. Kriegen wir hin. Ich wäre dann nun halt der große Bruder der beiden. Und du hättest zwei von der Sorte. Lustige Vorstellung.
    Ähm.

    Äh. Lassen wir das. Du kriegst das schon hin. 😉

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  4. Clio

    Respekt vor deiner Offenheit. Ich verschiebe sowas ja lieber im dunklen Kellerraum. Solange, bis es zu Stinken beginnt und ich die ganze gewachsene Sauerei aufräumen muss.

    Ich würde dir gern was Hilfreiches schreiben, aber alles, was ich anfange zu schreiben, endet darin, dass ich merke, was in mir für Sorgen stecken. Daher ein Danke an dich!
    Und, ach verdammt, ich will aber was tun können, damit es dir und euch besser geht. Irgendeinen kleines Kieselsteinchen aus dem stockenden Getriebe rausholen, damit es ein klein wenig besser läuft, um Sorgen fallen lassen zu können, loslassen zu können. Wobei es ja auch nicht dein Problem ist, etwas loszulassen im Sinne von alten Zöpfen, die man abschneiden muss damit etwas neues wachsen kann, wie man den Winter braucht, damit Frühling werden kann.

    Du bist sicher nicht allein mit der Problematik… ich hoffe, dass du andere Elternteile triffst, die eine ähnliche Problematik schon gut meistern gelernt haben und die dir praktische Hilfe geben können. Denn selten kann man Sorgen auflösen. Es geht vielmehr darum, den Umgang mit ihnen zu lernen und sie als Teil des Lebens verstehen. Ich weiß nicht, ob es ein ähnliches Lernen ist wie der „Umgang“ mit Autismus (dämliche Formulierung, sorry!).

    Auf jeden Fall: Alles Gute dafür und sonst.

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  5. Stadtneurotiker

    Angst mag nur ein Gefühl sein. Aber ein Gefühl, das sensibilisiert. Und das scheint Dir neben der Herkulesaufgabe, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, sehr gut zu gelingen.

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  6. der_tim

    Fühl Dich gedrückt. Du machst wahrscheinlich mehr richtig als falsch und vor allem als Du selber glaubst richtig zu machen.

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  7. Stefan (@Surfin_Bird)

    Ich bin kein großer Kommentierer. Ich bin dafür zu oft beschämt ob der Leistung des Bloggenden und hier ob der für mich kaum erträglichen Ungerechtigkeit, Zuhause sein zu können. Fast jeden Abend. Kinder zu haben, die genauso Liebe, Zuwendung, logistische Konzepte benötigen, die aber vielleicht eben nicht dieses kleine Mehr an Sonderlichkeiten abrufen.

    Nicht, daß meine Probleme mit Job/Familie/Kinder im Vergleich schrumpfen, sie bleiben turmhoch. Und es hat auch mit dem oft beobachteten Reflex, „Gottseidank, es geht anderen noch schlechter und es gelingt ihnen auch nüscht!“ nichts zu tun.

    Ich kann Dir die Angst nicht nehmen, möchte aber eben doch sagen dürfen, daß ich absolutes Vertrauen in dich als Vater und Mann habe. Diesmal wirklich: „Die Besten der Besten der Besten, Sir!“

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  8. Jens

    Die Angst als Vater zu versagen, kennen wohl viele. Aber so gut auf den Punkt gebracht, habe ich es noch nicht gesehen.
    Ich sehe es als Privileg (fast) jeden Tag um 17:00 Uhr zu hause sein zu können, um noch Zeit mit den Kindern zu haben. Auch, wenn das heißt, dass ich abends, wenn Ruhe einkehrt, den Rechner einschalte und weiter arbeite, weil doch noch was liegen geblieben war.

    Chapeau!

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  9. Sascha

    Ich habe jetzt mehrfach versucht, einen vernünftigen Kommentar zu schreiben. Und die jeweiligen Anfänge immer wieder gelöscht. Vielleicht einfach nur das: Du bist ein guter Mensch. (Und fuck: Das mit den Schreibfehlern dachte ich auch – hätte ich mal etwas gesagt, dann hätte ich eventuell das exklusive Vergnügen gehabt, Deine Texte vor allen anderen zu lesen.)

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