Bonjour

Bonjour.

Für mehr reicht es leider nicht mehr. Trotz Französisch als erster Fremdsprache. Ein nettes Wochenende liegt hinter uns. Wir sind sechs Stunden mit Regionalbahnen bis ins benachbarte Ausland gefahren, um dann ohne Tickets beim völlig ausverkauften Spitzenspiel der zweiten französischen Liga zu landen. Es wurde mit Fahnenstöcken auf uns eingeprügelt, wir wären fast verhungert, wir erlebten, als einzige gänzlich unvermummt, den Beginn der dritten Halbzeit, wir saßen auf den beschissensten Plätzen des Stadions – kurzum, es war ein gigantisch gutes Wochenende.

Es gab noch einige Pflichtbesuche zu absolvieren. Jay-Jay hatte sich innerhalb eines Punkterankings einen Auslandsground erspielt, weil er einige Herausforderungen gemeistert und gleichzeitig diverse Ausraster und Gefahrensituationen erfolgreich vermieden hatte. Außerdem lag ihm der Saarbrücker Ludwigspark noch am Herzen, da dieser vor dem Umbau steht und man im Anschluss ja nie wieder die Möglichkeit hat, diesen Ground im alten Zustand zu sehen. Bei den Vorabplanungen musste ich Vorsicht walten lassen, weil die Abreise an einem Freitag um 12:30 Uhr beruflich bedingt erst final an besagtem Freitag um 12:00 Uhr entschieden werden konnte. Glücklicherweise funktionierte alles und so düsten wir gegen Mittag ohne Hotel, ohne Tickets gen Süden, um am Abend das Zweitliga-Spitzenspiel AS Nancy gegen den SCO Angers zu sehen. Von dort aus sollte es dann am nächsten Morgen ausgeruht in läppischen zwei Stunden rüber nach Saarbrücken gehen, um das relativ bedeutungslose Spiel des sicher feststehenden Relegationsteilnehmers 1.FC Saarbrücken gegen die SpVgg Neckarelz zu sehen.

Die Anreise verlief entspannt. Der Sohn arbeitete weiter an seinem Blogpost. Er hat mittlerweile Zeilen gelöscht, die für ein Buch gereicht hätten, aber nun gut. Es macht ihm Spaß und gut Ding will nun mal Weile haben.

Ein Hotel war nach Ankunft in Nancy zum Glück schnell gefunden, so dass wir uns sofort nach Ankunft mit dem Studium der öffentlichen Verkehrsmittel beschäftigen konnten. Der Sohn studierte die Pläne und geleitete uns mit ein wenig Unterstützung zielsicher zur Haltestelle, die uns zum Stade Marcel Picot führen sollte. Eine gute Stunde vor Anpfiff erreichten wir schon das innerstädtisch gelegene Stadion und auch die ersten verschlossenen Kassenhäuschen ließen mich noch nicht daran zweifeln, hier noch Tickets erhalten zu können. Längere Schlangen an diversen Schaltern nur wenige Meter weiter beruhigten mich dann sehr.

Zu meiner Überraschung und zur Verärgerung des Wochenendrebellen-Chefs handelte es sich bei den Wartenden an den Schaltern allerdings um Abholer von reservierten Tickets. Ein weiterer Schalter diente für den Verkauf von Tickets für ein Spiel der Frauenfußball-Nationalmannschaft. Nun fielen uns auch die Spielplakate auf, auf denen fett gedruckt „Complet“ für ausverkauft stand. Die Dame am Schalter lachte hämisch und herzlich zugleich, als ich ihr meine Situation schilderte und nach einer Möglichkeit fragte, noch ins Stadion zu gelangen.

Nun gut, dann eben Schwarzmarkt. Das kann ja nicht so schwer sein. Bei fast jedem Spiel wurden wir bisher angequatscht, ob wir Tickets benötigten. Wir drehten unsere Runden und trafen viele Gleichgesinnte. Alle suchten Tickets für dieses Spiel. Allmählich schlug auch beim Sohn die erste leichte Verärgerung in Wut um. Weder in gebrochenem Französisch und auch nicht auf Englisch ließ sich von irgendjemandem mehr als Gelächter oder amüsiertes Kopfschütteln entlocken. Einer hat dann den Ernst unserer Lage erkannt. Er hätte noch ein Ticket zu verkaufen und hier in Frankreich sei es unproblematisch, sein Kind auf den Schoß zu nehmen, schilderte er uns seinen Lösungsansatz. Unser Problem sei also eigentlich gar keines. Ich bezweifelte diese Aussage, entschloss mich aber dazu, erst einmal dieses Ticket zu sichern, um später ggf. noch ein zweites Einzelticket zu ergattern. Alles andere könnte man sicherlich im Stadion lösen.

Einhundert Euro!

Das war der Preis, den der gute Mann aufrief, mir versichernd, dass ich garantiert kein günstigeres Ticket bekommen würde. Die Stehplatzkarte kostet normalerweise 9 €.

Ich glaube tatsächlich, bei zwei Tickets hätte ich das bezahlt. Aber glücklicherweise konnte auch das Geschrei des Sohnes, („NIMM DAS TICKET! DU KANNST DANN HIER AUF MICH WARTEN.“) mich nicht zur Unvernunft bringen.

Nun herrschte Stimmung. Ich sondierte die Umgebung. Vielleicht gibt es einen Turm, einen Berg oder eine verdammte Bushaltestelle, die man erklimmen könnte, um einen Blick ins Rund zu erhaschen. Eine leichte Frustration machte sich nun auch bei mir breit. Ins Ausland zu fahren, ohne sich vorab Tickets zu sichern, darf man an dieser Stelle durchaus auch mal als dämliche Glanzleistung bezeichnen.

Ich versuchte, den Sohn, der den Tränen nah war zu beruhigen, schilderte ihm sachlich die Situation und verdeutlichte ihm, dass wir die Situation wohl kaum ändern könnten und dass, selbst wenn ich hier um Tickets betteln würde, wir keine mehr bekommen würden.

„Dann bettel!“

Er grinste bei seiner Ansage, so dass ihn dies sicherlich belustigen würde, was ihn wiederum den Frust zumindest für die nächsten dreißig Minuten vergessen lassen würde. Alternativ könnte ich die Situation auch für den restlichen Abend eskalieren lassen.

Für ein wenig Ruhe kann man sich auch schon einmal zum Obst machen. Ich bastelte ein „Need Tickets“-Schild und stellte mich mitten in die Menge. Der Sohn beobachtete das Ganze aus sicherer Entfernung, denn er wollte sich ja nicht blamieren.

Ich machte, motiviert durch einen feixenden Sohn, den Hampelmann mit meinem Schildchen. Es sprach sich schnell herum, dass der Depp aus Deutschland kommt und den ganzen Weg ohne Tickets hierher gefahren ist. Man knipste Fotos, schüttelte mitleidig den Kopf und auch die Polizei wurde mittlerweile auf mich aufmerksam.

Dies wäre so nicht erlaubt, aber es sei lustig. Ich solle auf mich aufpassen. Ein Schwarzmarkt rund um dieses Spiel sei quasi nicht existent. Zudem seien Fälschungen im Umlauf.

Es waren nur noch wenige Minuten bis zum Anpfiff, als mich ein Herr um die fünfzig ansprach. Sein Englisch war so gut wie mein Suaheli, aber wenn ich seinen Ausführungen in schnellstem Französisch folgen konnte, bat er mich, mit ihm zu kommen.

Er sah vertrauenswürdig aus und da es noch hell war, folgten wir ihm. Er ging mit uns um das gesamte Stadion. Er war Lehrer einer Schulklasse und organisierte einen Ausflug der Schule zu diesem wichtigen Spiel und schleppte ein ganzes Bündel Tickets durch die Gegend. Ständig wurde er angesprochen, ob er Tickets verkaufen würde, was er trotz durchaus interessanter Angebote von um die 50 € ablehnte.

Er sprach mit einem weiteren Herrn, der ihm einen Umschlag zusteckte und kam dann erneut direkt auf uns zu.

Er drückte uns zwei Tickets in die Hand: „Pour le petit Groundhopper“.

Ich war fassungslos.

Ich fragte ihn was er von uns dafür bekommen würde. Er lächelte nur und sagte, dass dies ein Geschenk sei und er kein Geld von uns nehmen würde. Ich soll dem jungen Mann eine Fanta mehr ausgeben.Dies sind also diese blasierten Franzosen, die die Deutschen so hassen.

Ja, wir saßen später inmitten von mehreren Schulklassen, die mit den gratis ausgegebenen AA5Plastikfähnchen der örtlichen Schlachterei so heftig um sich schlugen, dass ich die ersten Spielminuten ernsthaft Sorge um das Augenlicht meines Sohnes hatte und mit Kopfschmerzen in die Halbzeit ging. Die Plätze waren beschissen, unter dem Dach, hinterste Ecke oben links, umringt von ca sechzig pubertierenden Kids, die das Spiel nur die ersten vier Minuten interessierte. . Aber trotzdem. Ich verpasste die ersten zwanzig Minuten des Spiels, weil ich immer noch ein wenig beeindruckt war, dass wir noch an Tickets gekommen waren und dies dann noch zu diesen Bedingungen.

Großartig. Dies entschädigte auch dafür, dass es bereits ab der zwanzigsten Spielminute im Block nichts mehr zu essen gab, was den meisten auch irgendwie nicht so ungewöhnlich erschien, hatten sie sich doch mit Lunchpaketen, Baguettes, Croissants, Keksen, Chips, Süßigkeiten, etc. bestens eingedeckt.

Das Spiel war grottig, das Stadion hatte neben der schicken Lage auch nicht viel zu bieten und so war das null zu null im Grunde nur logisch. Die Stimmung, die aber auch größtenteils dem akustikfördernden Bau des Stadions geschuldet war, musste jedoch für nichts entschädigen. Wir verließen glücklich diesen Ground und auch der an uns vorbeistürmende vermummte Mob der Heimfans, der sich, gejagt von der Polizei, in Richtung Gästeblock aufmachte, konnte unsere gute Stimmung nicht trüben. Der SCO Angers ist übrigens in der Folewoche nach einer Abstinenz von über zwanzig Jahren in die Ligue 1 aufgestiegen.

Warterei, Fahrtzeit und einem fresskalierenden Besuch nach dem Spiel im Quick-Schnellimbiss, war es geschuldet, dass wir so gegen 0:30 Uhr im Hotel einschliefen.

Seltsamerweise zeigte die Liveauskunft für morgens nur noch eine Zugverbindung von Nancy nach Saarbrücken. Um 07:14 Uhr sollte der einzige Zug fahren, der uns in zwei Stunden mit Umstieg in Metz nach Saarbrücken bringen sollte.

Der Wecker klingelte gegen 06:15 Uhr ebenso laut, wie der Chef der Rebellen erstmals auch recht unentspannt losschimpfte. Normalerweise ist er diesbezüglich recht hartgesotten, aber der gestrige Tag hatte ihm sichtlich zugesetzt.

Gerade noch pünktlich am Gleis eingetroffen, erfuhren wir dann, dass es einen Ersatzzug gäbe, der uns nach Pont-a-Mousson bringen würde, denn ab da gibt es Schienenersatzverkehr bis Metz, was die Onlineabfrage vom Vorabend erklärte.

Mit der Gewissheit des zeitlichen Puffers von Stunden von der planmäßigen Ankunft bis zum Anpfiff in Saarbrücken sahen wir dies recht entspannt und auch nach unserer Ankunft in besagtem Dorf behielten wir gemeinsam mit den weiteren ca. 40 Passagieren die Ruhe, als der Herr vom Schienenverkehr-Empfangskomitee mitteilte, dass der Bus nicht kommen könne, sie sich aber bemühten einen anderen zu besorgen.

Nun ja, Ankunft in Metz war dann zumindest so spät, dass man relativ bündig den nächsten Zug Richtung Saarbrücken bekommen konnte. Jay-Jay amüsierte sich immer noch köstlich über den gestrigen Abend. Zukünftig werden Tickets grundsätzlich erbettelt, forderte er, um mir im Nachgang zu erklären, wie gut er das Problem eigentlich gelöst habe.

Zu zeitig in Saarbrücken angekommen nutzten wir die Zeit zur Erholung bei Kaffee und Kakao und einem ausgiebigem Frühstück. Jay-Jay studierte die Ausgangslage des vor uns liegenden Spieles sowie der ausstehenden Bundesligapaarungen des 33. Spieltages.

Pünktlich in einem der schönsten Stadien Deutschlands angekommen, genossen wir die pixelige Anzeigetafel der Achtziger, die völlig verrosteten Wellenbrecher, die von Gras und Wildblumen zugewucherten Stehtribünen, die köstlich würzigen Merguez-Frikadellen vom Metzger Schröder für lächerliche 2,60 €, die gespenstische Kulisse, die die Zuschauer erzeugten oder eben auch eher nicht. In dem riesigen Steinkessel, der jeglichen Hall und jegliche beeindruckende Support-Akustik zu verhindern wusste, fühlte sich Jay-Jay ebenfalls sichtlich wohl. Es fehlte nur noch ein wenig billiges Schimpfen auf den Schiedsrichter oder wenigstens ein wenig Häme für den Spieler X, der im Training schon eine faule Sau war und den man sofort verkaufen sollte, oder für den Spieler Y, der als Treter bekannt ist und dem man deswegen schon beim ersten völlig fairen Zweikampf als unfaires Schwein betiteln kann. Dann wären wir zwei wirklich stinknormale Fußballzuschauer gewesen.AA7

Insgesamt tut es mir mittlerweile fast leid, dass die letzten Blogposts nicht sonderlich amüsant zu lesen waren. Die Entwicklung des Sohnes ist wahnsinnig gut. Ich kann nicht von Urin-Geschichten und demütigenden Momenten für mich berichten, die viele vielleicht erheiternd fanden. Es passiert kaum noch etwas Schreibenswertes.

Für mich persönlich war dies mit Abstand eine der besten Touren. Es war so normal, fast langweilig. Wenn die Ticketaufregung nicht gewesen wäre, käme es einem herrlich normalen Vater-Sohn-Ausflug gleich. Es fällt mir schwer zu beschreiben, was das für mich bedeutet. Zu Hause ist seit Wochen kaum eine Stunde ohne Eskalation oder intensives Kümmern möglich. Jay-Jay ist weiterhin nicht in der Lage, sich alleine zu beschäftigen. Er braucht mit Eintritt in die Tür, nach Rückkehr aus der Schule, keine fünf Minuten, um in Stimmung zu geraten. Danach sind die Wege klar vorgegeben. Meine Frau beschäftigt sich mit ihm und spielt mit ihm, puzzelt oder malt und sie hat dann einigermaßen Ruhe. Vielleicht hat sie aber noch etwas zu erledigen, vielleicht ist sie noch am Kochen oder kümmert sich im Keller kurz um die Wäsche. Dann eskaliert es schon. Er provoziert dann meistens seine Schwester. Er nimmt ihr etwas weg, was sie gerade hat, oder stört sie bei dem, was sie gerade tut. Innerhalb von Sekunden schreit mindestens einer von beiden. Sie, weil sie sich gestört fühlt, oder er, weil er von ihr mit irgendeinem Spielzeug eins übergebraten bekommen hat.

Wenn wir unterwegs sind, ist er friedlich, freundlich, manchmal sogar zuvorkommend und etwas, was man in unserem Paradigma vielleicht sogar als höflich auslegen könnte. Er provoziert nicht, er lacht viel und herzhaft, er beschäftigt sich selbst, indem er schreibt oder Briefe beantwortet, Statistiken studiert, Tabellenstände analysiert oder mich mit abgefahrenen Fragen löchert.

„Was machen die denn mit der Uhr, falls der HSV absteigt. Die schmeißen die nicht weg, oder?“

„Warum hat nicht einfach ein Bayern-Spieler Messi die Beine gebrochen?“

„Warum nimmt Aalen nicht einfach einen Kredit auf und kauft sich die besten Spieler?“

Wenn man den gleichen Knilch nach der Rückkehr zu Hause in Aktion erleben würde, ginge man davon aus, es handele sich um eine andere Person. Ich genieße dies in vollen Zügen, schäme mich dann aber auch immer ein wenig, wenn ich meiner Frau von seinem Verhalten berichte. So hat sie ihn nur im Urlaub erlebt und das ist schon wieder sechs Wochen her. Sie unterscheidet gute Tage von schlechten Tagen anhand der Anzahl von Eskalationen und Ausrastern.

AA4_verpixeltSie kennt hauptsächlich den völlig rüden Umgang von Jay-Jay und ist desillusioniert, was unsere ursprüngliche Erziehungsstrategie angeht. Wir waren schon früh nach der damaligen Diagnose und auch ohne irgendein Ärzteurteil überzeugt: Wenn du genügend Liebe in das Kind investierst, dann kommt da auch genügend Liebe wieder raus. Kommt es vielleicht ja auch. Aber es tritt oftmals auf eine sehr ruppige, oft respektlose und teils verachtend wirkende Art zu Tage.

Man muss wissen, dass meine Frau vielleicht auch nicht ganz Pegida-konform aufgewachsen und erzogen worden ist. Mit dreizehn durfte sie nicht mehr schwimmen gehen, sie war schließlich auf dem Weg vom Kind zur Frau und dass sie nicht nur gerne, sondern auch außergewöhnlich gut kicken konnte, spielte auch keine sonderlich große Rolle. Papa hatte es verboten, also gehorchte sie. Es ist nicht so, dass ich meine Eltern nicht respektiere, aber bei meiner Frau ist dies vielleicht noch eine Spur konsequenter umgesetzt. Da wurde nicht diskutiert, Für und Wider abgewogen und sich auf einen Kompromiss geeinigt. Das, was die Eltern sagten, war Gesetz. Ob man das dann gut fand oder nicht, stand auf einem anderem Blatt Papier. Für sie ist es am schlimmsten, da sie nicht das Echo bekommt, welches sie als liebevolle und aufopfernde Mama von ihrem Sohn verdient hätte.

Zumindest ist es uns noch nicht gelungen, das Echo in unsere Wahrnehmungssprache zu übersetzen. Vielleicht ist dies zusammengefasst das größte Problem. Nicht ihm mangelt es an Empathie, sondern uns.

Daher ist es wirklich großartig, wenn wir unterwegs sind. Ich mache es mir da sehr einfach. Ich genieße es einfach und schöpfe aus seinem Verhalten Kraft. Neulich in Hamburg gab er sogar jemandem die Hand. Einfach so. Immerhin schon das zweite Mal in seinem Leben. Als wäre es das Normalste der Welt. Es hat nicht zur dauerhaften Einführung einer Begrüßung gelangt, aber es ist ein Schritt. Und selbst wenn er keiner Menschenseele mehr in seinem Leben die Hand geben würde: Sein Verhalten „on tour“, nur ein klein wenig in den Alltag hinüberretten, das wäre wunderbar und würde uns alle zu noch glücklichererererereren Menschen machen.

Links:

Zu den geplanten Umbaumaßnahmen des Ludwigsparks hat Blauschwarzblogging geschrieben. Wir hätten uns mit dem Besuch wohl doch mehr Zeit lassen können. Der neue Ludwigspark.

Die Julia sbruecken hat das sehr ernste Anliegen der Wochenendrebellen zum Anlass genommen und eine Petition zum Erhalt der Anzeigetafel gestartet. Der gigantische Zulauf hat dann nicht nur Julia überrascht. Zur Petition.

Das FCSBlog 2.0 schwört Saarbrücken auf die bevorstehenden Relegationsspiele ein.

5 Gedanken zu „Bonjour

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  3. Anita

    Hallo Rebell,

    ich lese ehrlicherweise viel lieber, wenn Ihr beiden Spaß habt und wie sich JayJay so entwickelt.

    Und die Entwicklung war weder vorhersehbar noch habe ich damit gerechnet, dass es in der Masse so schnell kommt.

    sooooo.. zu den Ausrastern nach der Schule zu Hause…………..

    mit meinen vieren ist es so, dass sie alle Kraft „außer Haus“ aufbrauchen. Und trotz Rückszugsort viel lieber um mich rumknallen, „damit ich auch was davon hab“ *Ironie off*.

    Zu Hause ist der Ort, wo die Kinder sich „fallen“ lassen. Wo alle Emotionen raus dürfen, weil es eben der Heimatort mit den vertrauten Personen ist (die das abkönnen).

    Und weil Deine Frau immer da ist, bekommt sie es mit voller „Breitseite“ ab.

    Wichtig ist, dass JayJay lernt, dass er sich eine Ruhezeit nach der Schule nimmt. Und das er erklären lernt, was in der Schule so blöd war. Schule an sich ist ja gewissermaßen schon blöde. Man kann sich ja die sozialen Kontakte dort nicht aussuchen. 💡

    Und es ist eben nicht ein Stadion, wo er niemandem „gefallen“ muss, sondern eben die Schule.

    Die entspannten Zeiten haben wir zumindest nur dann, wenn die Sozialkontakte selber gesucht werden. 😉

    Für Deine Frau etwas Geduldskaffee, für Dich weitere Erfolgserlebnisse und für JayJay einfach nur Spaß nach seinem Tempo!!

    LG Anita

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  4. KiezkickerDe

    Riecht irgendwie reichlich nach einer häuslichen Überforderung. Bei den Stadionbesuchen ist er inzwischen so routiniert, dass er sich da sicher fühlt, zuhause passieren dann halt auch mal ungeplante Dinge. Hattest du in einem der letzten Blogposts ja auch schon erwähnt. Ich fand die übrigens gar nicht so langweilig, wie du das beschreibst. Klar sind so Dinge wie ein in der Pipi knieender Papsi amüsant zu lesen, aber ich lese mir ebenso gerne durch, was ansonsten noch so passiert. Dinge wie diese komplett mit Fahne schwenkenden überforderten Schüler. Oder das die da tatsächlich Crossaints und Baguettes essen. Oder ich grübele nach, was der Mann mit der Karte mit „Zum Frühstück für den Groundhopper“ aussagen wollte (ist zumindest das, was google translate mir auswirft). Oder ich frage mich, wieso du Französisch als erste Fremdsprache hattest. Und was die mit der Bundesligauhr machen, hatte ich mich auch schon gefragt (na gut, und kam dann relativ schnell drauf, dass die nen Museum haben).

    Hat JayJay zuhause eigentlich einen Rückzugsort, wo NIEMAND sonst rein kommt? Oder draußen? Baumhaus oder was weiss ich? Wo er hingehen kann, wenn er merkt, dass er mit der Situation gerade in eine Überforderung reinsteuert (und ich hoffe, das merkt er bereits)? Das man in solchen Momenten arg streitlustig wird, ist nicht ganz ungewöhnlich, das kenne ich von mir selbst auch – da kommt dann schon gerne mal der ein oder andere flappsige, angriffslustige Satz aus meinem Mund, von dem ich in dem Moment nicht mal ahne, wie verletzend der sein wird. Oder ich stresse meinen Bruder oder so.
    Irgend eine Ecke, die nur ihm gehört. Nicht sein Zimmer, denn da kommen sicher auch Eltern mal rein, oder die Schwester – etwas, wo wirklich nur er sein kann. Ich merk das, wie wichtig mir mein Rückzugsort meiner Wohnung ist, da lade ich nie jemanden hin ein, weil das quasi mein Rückzugsort ist, den man mir gefühlt dauerhaft nehmen würde, wenn da jemand zu Besuch käme. Weil ich ihn dann hätte teilen müssen, wenn auch nur zeitweilig. Aber das wäre dann auch in der Zukunft nicht mehr mein Rückzugsort, weil ich mir nie sicher sein könnte, ihn wirklich für mich alleine zu haben (was Quatsch ist, weil Besuch eh nicht unangekündigt käme, aber das Gefühl wäre da).

    Mal überlegen? Und wie gesagt, schreib ruhig so weiter. Auch wenn du es als langweilig empfindest, – das ist es nicht. Finde ich jedenfalls.

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