C‘ è solo un Capitano

Du, bist ein Phänomen – Du, bist manchmal unbequem
(Helene Fischer, Phänomen)

Seltsame Woche mit einem gigantösen Abschluss. Gigantös? Ja, korrekt. Das Wort gibt es eigentlich nicht, aber was hat mir mein Sohn am Wochenende beigebracht? „Welche Worte es gibt, entscheide immer noch ich, und wieso kann ich es denn aussprechen, wenn es nicht existiert?“ Ein tolltastischer Kerl.

Eigentlich müsste man zur Einleitung einen Text zur „Achterbahn der Gefühle“ finden, aber niemand außer Helene darf zitiert werden. Eine Regel. Meiner besonderen Logik. Ich habe jetzt auch eine. Sagt der Sohn. Nicht so eine coole wie er, aber nun gut. Die Woche war seltsam. Jedem guten Tag folgte ein schlechter. Also müsste man doch eigentlich insgesamt von einer guten Woche sprechen können. Ja, kann man. Trotz Dienstag und Donnerstag.

Am Dienstag ist er angekommen. Sein Pass. Oder besser, sein Ausweis. Nein, nicht sein Spielerpass für den aktiven Einsatz. Sie erinnern sich? Er zögert noch, weil der Trainer sich weigert, auf seine Regeln einzugehen. Keine Spielerkreise vor den Spielen. Kein Abklatschen. Keine Umarmungen nach Toren. Kein Zaunbesteigungen und kein Trikotausziehen.Die Liste der Verbote ist lang. Schlimmer als bei der DFL.

Wir werden ein wenig Geduld aufbringen müssen.

Aber: Er ist heiss wie Frittenfett. Er hat richtig Bock, zu kicken, und seltsamerweise ist dieses „Ich muss gewinnen“-Ding im aktiven Mannschaftssport wohl nicht so extrem ausgeprägt wie beim Gesellschaftsspiel zu Hause oder im Wettkampf mit Klassenkameraden.

Wir vermuten, dass ihm die soziale Interaktion im Team so viel Sorgen bereitet, dass dieses „andere Problem“ einfach verdrängt wird oder er mit der „Wir haben verloren, aber ich war schon ziemlich geil und die anderen sind halt kacke“-Nummer die Niederlagen zu rechtfertigen weiß. Letztendlich aber auch völlig egal. Es tut gut, ihn aktiv zu sehen. Man vergisst. Wie gesagt. Sein Ausweis ist da.

Wir hatten uns lange gegen die Beantragung gesträubt. Ich kann nicht so richtig erklären, warum. Vielleicht, weil mir die Definition „Schwerbehinderung“ in seinem Fall zu drastisch klingt. Vielleicht, weil ich Angst hatte, er müsse sich irgendwelchen Feststellungsuntersuchungen unterziehen, nach denen irgendein unsensibler Bock von Arzt ihm mitteilt, wo und wie er von der Norm abweicht. Vielleicht…

Ich weiß es nicht. Nun ist er da, und ich weiß ehrlich gesagt schon gar nicht mehr, welchen konkreten Anlass es vor einigen Monaten gab, ihn zu beantragen.

Lasst uns versprechen auf Biegen und brechen, wir feiern die Schwächen.
(Helene Fischer, Fehlerfrei)

 In Wahrheit habe ich, glaube ich, Angst, meinem Sohn gegenüber das Wort „behindert“ zu benutzen. Aber machen wir uns nichts vor: Natürlich wird es in zwei, fünf, zehn und zwanzig Jahren noch weiterhin behinderte und unbehinderte Idioten oder auch einfach Unwissende und Unachtsame geben, die dieses Wort als Schimpfwort benutzen. Das ist unschön, aber so lange ich wohl nicht den Mutz aufbringe das Kind beim Namen zu nennen ist dies wohl auch als Abwertung des Zustandes zu betrachten.

Ich habe echt Angst und schon dafür schäme ich mich irgendwie.

Ich kann aktuell sehr gut damit leben, dass Jay-Jay auf seine besondere Logik stolz ist, aber es macht mich schon ein wenig mürbe, dass irgendwann der Moment kommt, wo sich für uns nichts ändert außer dem Namen, den wir dem Problem, sofern es eines ist, geben. Und das wird alles ändern. Nicht für uns, aber vermutlich für ihn.Denn in der Einordnung der Bedeutung des Wortes „behindert“ haben wir als Eltern bisher kläglich versagt.

Ich wollte nie gefangen sein, das geb ich ehrlich zu, und immer wieder frag ich mich, warum gerade du.
(H. Fischer, Gefühle wie Feuer und Eis)

Aber es gab auch tolle Momente in der Woche. Der Sohnemann hat von einem Spieler des FC Ingolstadt ein Trikot und, fast noch wichtiger, eine Kapitänsbinde geschenkt bekommen. Selbst meine Frau, die dem ganzen Fußball-Tamtam ein wenig skeptischer gegenüber steht, war ergriffen, als sie seine strahlenden Augen sah.

Interessanterweise ging es ihm weniger um den Empfang von etwas Materiellem, sondern eher, dass dies von einem echten Profi kam.

Nochmals vielen, vielen Dank an Ralph Gunesch. Das Trikot sah ja nun schon die Serie A, aber wir glauben, Du hast auch einen Champions-League-Auftritt verdient und ständest auch einem Einsatz an der Anfield Road oder im Camp Nou offen gegenüber.

Wir bleiben dran. (Bis dahin ist Jay-Jay dann auch vollkommen reingewachsen.)

Jede Tour beginnt mit Planung.
‚Tschuldigung. Jede Tour sollte mit einer intensiven Planung beginnen. Oft genug habe ich dies in der Vergangenheit schleifen lassen.Zeitmangel, Angst, Sorge, und die Gewissheit, große Teile doch wieder umschmeißen zu müssen.Oftmals fehlte aber auch einfach die Vorlaufzeit, um wirklich eine sinnvolle Planung durchführen zu können. Dies sollte und musste bei der letzten Tour der Saison anders sein. Gezwungenermaßen. Dieses Mal war alles geplant.

Nun ja, fast alles. Dass der Sohnemann am Freitag Abend im kurzfristig hinzugebuchten „Vorspiel“ der FC Bayern Amateure gegen den FC Memmingen am Schluss unter einer Traube Bayern-Spieler, die sich auf dem Zaun platziert hatten, und inmitten von jubelnden Bayern-Fans sichtbar seinen Spaß hatte, missfiel Papsi zwar nicht, aber es war auch kein Grund, in Begeisterungsstürme auszubrechen.Und geplant war es schon gar nicht.

„Auf den Zaun! Auf den Zaun! Auf den Zaun!“, skandierten die zuvor durchaus eindrucksvoll lautstarken Amateure-Fans, deren Team durch die überraschende Niederlage des FV Illertissen gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten vom TSV Rein/Lech., vorzeitig die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern klar machte.

Sie meinten den Trainer, was meinen Sohn aber nicht davon abhielt, sich angesprochen zu fühlen, da er sich genau in der Freifläche zwischen den Spielern und den Fans befand. Kurze Nachfrage beim Papsi. Keine Zaunbesteigung. Glück gehabt. Wo waren wir? Planung. Das Hotel war schnell gefunden und fixiert. Die Zuganreise sowohl für die Hin- als auch für die Rückreise war schnell im Detail ausgearbeitet und im Reisezentrum verbindlich gebucht.

Nur noch die Tickets fehlten, aber auch dies sollte trotz der sprachlichen Hürde kein größeres Problem darstellen. Die Webseite des zu besuchenden Klubs gab es in englisch, und auf Twitter fand sich schnell liebenswerte Unterstützung.

Nur dem Logikverständnis des pöbelnden, verkalkten, italienischen Mafi.. Kleingärtners war es zu verdanken, dass ich schnell verstand, dass es ganz und gar nicht unsinnig ist, dass dieses unser schönstes Land der Welt voll blühender Landschaften im Pop-Up-Fenster des Ticket-Onlineshops des zu besuchenden Auslands-Clubs gleich drei Mal vertreten ist.

Sowohl bei der Angabe im Fenster Geburtsland, als auch bei der Angabe, in welchem Land ich denn wohne, konnte ich wählen zwischen der DDR, der BRD und Deutschland.

Führte dieser Umstand anfangs noch zur Erheiterung, so trieb es mich wenige Minuten später in die Verzweiflung, da egal, in welcher Konstellation ich die Angaben machte, das Ticketsystem entweder bei Geburtsland oder beim Land, in dem sich der Wohnsitz befindet, trotz Auswahl englischer Sprache mit hämischem italienischem Dialekt mitteilen ließ, dass dieses Land nicht zur Auswahl stünde bzw. nicht existiere.

Nun gut, ich gebe zu, Herr Grosso hat viel zerstört an diesem unsäglichem Abend im Sommer 2006, aber diese Form der Hetze war zu viel.

„Rassisten! Komm Du mir noch einmal mit Diskriminierung!“, entsendete ich einen letzten bösen Gruß an den Kleingartenkanzler der Pöbel Republik Kalk. Das Rätsel war dann doch glücklicherweise innerhalb weniger Stunden Minuten gelüftet. Ich bin in der BRD geboren, mein Sohn allerdings in Deutschland, und wohnen tun wir dort natürlich beide.

„Eigentlich logisch“, entsandte mir der Gemüsekrieger mit dem pinken Gartentor noch kurz per DM, und irgendwo hatte er auch wieder recht.

Es war vollbracht.

Inter- Lazio
Klose-Comeback.
Zanetti-Abschied.
San Siro.

Kurvensperre. 🙁

Der Ausgleichsausflug für den zugesagten Trip nach Barcelona, der nach des Sohnes Reglement auch noch in dieser Saison zu erfolgen hatte, war gebucht. Ich hatte es damals versprochen, und war schockiert, wie schnell die Zeit plötzlich verflogen ist. Glücklicherweise bot dieses Spiel eine zeitlich zu bewerkstelligende Zug An- und Abreise-Konstellation, die dem Herrn Chief Enjoying Officer der Wochenendrebellen AG genehm war, und auch das Stadion selbst schien nach ein paar gegoogelten Eindrücken den Ansprüchen des Sohnes genüge zu tun.

Es handelte sich um das Abschiedsspiel von Javier Zanetti, einem Spieler der mir natürlich etwas sagte, der mir aber nichts bedeutete.

Trotzdem beeindruckte er mich, und das mit Szenen, die für die meisten nicht sonderlich von Belang waren.

Es war irgendwann um die 80. Minute, als sich ein Flitzer aufs Feld stürzte. Die Sicherheitskräfte hatten ihn schnell niedergestreckt, in Gewahrsam genommen und wollten ihn vom Feld führen. Zanetti unterband den ruppigen Umgang, nahm den Flitzer in den Arm und geleitete ihn mit vom Platz. Eine großartige Szene.

Ich lieg in Deinen Armen und dann ist alles gut, doch dich zu lieben, dazu braucht man Mut.
(H. Fischer, Gef
ühle wie Feuer und Eis)

Ebenfalls als sehr spannend empfand ich die Abschiedsrede, von der ich kein Wort verstand. Zum einen wurde diese unfassbar oft von Applaus oder Gesängen ( C‘ è solo un Capitano- Es gibt nur einen Kapitän) unterbrochen, zum anderen bestand sie mindestens zur Hälfte aus der Ehrung von Mitspielern und Kollegen, deren Ehrung im Schatten von Zanettis Abschied wohl etwas zu kurz geraten ist. Dass Zanetti ein großer Fußballer war, brauche ich niemandem zu erzählen, aber es scheint mir so, als wenn dort auch ein mittlerweile ziemlich selten auftauchender Charakter die Bühne verlassen hat.

Jay-Jay und ich mögen die Stimmung in den Gästeblöcken. Ganz nah am Geschehen.

Er ist immer im Zwiespalt, weil dies tendenziell ja auch immer mehr Nähe zu fremden Menschen bedeutet, aber er mag es, inmitten der Fans, am liebsten im Herzen der Ultras, zu stehen. In Paderborn, einem fantastisch lohnenswerten Ausflug mit der Düsseldorfer Fortuna, der mich so gepackt hatte, dass ich gar nicht darüber schreiben konnte, tätschelte ihm ein Fortune der etwas älteren Generation immer auf dem Kopf herum und sagte ihm, er müsse sich nicht sorgen, er würde auf ihn aufpassen.

Für ihn war aber alles mehr als in Ordnung. Das Einzige, was ihn sorgte, war das Verhalten dieses Tätschel-Typs. Aber bleiben wir bei Typen. Das Zanetti-Spiel.

Ich war überrascht, wie viele Fans es sich, einen Joint schmauchend, am Rand des Blocks gemütlich gemacht hatten, und begründete damit auch den Versuch des fliegenden Verkäufers, mir für ein Eis und eine abgestandene Cola 20€ abzunehmen. Auf meine Frage hin, ob dies wirklich zwanzig Euro zusammen kostet, sagte er es wären nur zehn Euro, und gab mir dann fünf auf meinen Zwanzigeuroschein heraus. Nun gut, ich wirke manchmal vielleicht auch ein wenig dümmlich. Oder er war auch breit. Wie auch immer.

Da wir direkt vor dem Stadion bereits für die Coop. di Solidarietá Lautari Onlus gespendet haben (Möge es diesen Verein wirklich geben!), einem Verein, der sich der Wiedereingliederung von ehemaligen Drogenabhängigen widmete, wäre es mühselig gewesen, sich darüber jetzt aufzuregen. Die intensive Begrüßung des Inter-Busses ließ uns mit relativ hoher Erwartungshaltung dem Spiel und der Atmosphäre entgegen blicken.

Ich mag leidenschaftlichen und intensiven Support, aber für mich ist es nur schwer damit vereinbar, diesbezüglich von jemandem geführt oder angeleitet zu werden, der dem wichtigsten Aspekt, eigentlich sogar dem eigentlich Zweck, der gesamten Veranstaltung den Rücken zukehrt. Daher betrachtete ich die Stimmung im San Siro mit eher gemischten Gefühlen.

Im Stadion befanden sich keinerlei hörbare Lazio Fans. Die Stimmung wirkte auch nach dem frühen 0-1 lange wie der Beginn eines Bundesligaspiels im Rahmen der 12:12 Kampagne. Kein angeleiteter Support, kein Capo, kaum Fahnen, nichts Strukturiertes, oder auch – wenn man es böse mit der Bundesligaentwicklung meint – nichts Monotones.

Die Stimmung des Spiels litt unter der Sperre der Inter-Kurve und den sich solidarisch zeigenden Lazio-Fans, die ebenfalls nicht angereist waren, bzw. mit ihren Freunden vor dem Stadion feierten. Dies ist bedauerlich, zumal wir uns bewusst um Karten neben dem Inter Block bemüht haben.

Trotzdem war die Atmosphäre beeindruckend.

Das gesamte Spiel über kam es zu vereinzelten Gesangspassagen, meist, um Javier Zanetti zu ehren, und immer unter tatkräftiger Unterstützung des gesamten Stadions. Ansonsten folgte die Geräuschkulisse dem Spielverlauf. Man hätte die Geräuschkulisse als Sounddatei abspielen können und man hätte das klatschende Geräusch vernehmen können, als Klose in den Pressschlag mit dem Keeper geriet und man hätte das unglaublich leise, aber eindringliche Raunen nach dem frühen 0-1 vernehmen können. Man hätte gehört, wie die Interisti ihren Trainer auspfeifen, weil dieser Zanetti zunächst auf der Bank lässt, und man hätte en aufbrausenden Applaus überdeutlich wahrnehmen können, als Zanetti sich warmmachen durfte, und die knisternde Atmosphäre, als er dann an der Linie zur Einwechslung bereit stand, der Ball aber nicht im Aus landen wollte.

Ich glaube, das Spiel wäre auch als Sounddatei ein Genuss gewesen und, viel wichtiger: Man hätte als reiner Zuhörer am Schluss eine ziemlich genaue Vorstellung vom Spielverlauf gehabt.

Natürlich sind ausgeklügelte Choreographien schön anzusehen, und mich beeindruckt ein intensiver Support aus der Kurve.

Aber ich konnte im San Siro auch sehr gut mit dem Support leben, so wie er war. Aber es war tendenziell eher unspektakulär und die Gänsehautstimmung entstand aus diesem ungeführten Kollektivgesang, der in einem völlig beliebigen Bereich des Stadions begann, und sich dann teils rasend schnell verbreitete, oder sich auch langsam, in Wellen, über die kompletten Ränge verteilte.

Wie gesagt, ich mag vermutlich beide Varianten, aber es hätte mich interessiert, ob so ein Typ wie Zanetti sich seinen Abschied nicht spektakulärer vorgestellt hätte, oder wie Miro Klose dies wahrgenommen hat, da er Vergleiche zu Verabschiedungen in der Bundesliga ziehen könnte.Unterm Strich gab es sowohl am Samstag in der 1. Bundesliga sowie auch am Sonntag im Norden der zweiten Liga deutlich imposanter anmutende Verabschiedungen von Spielern, die bezüglich ihres internationalen Bekanntheitsgrads einem Zanetti nicht zwingend das Wasser reichen können.

Alles in allem war es natürlich trotzdem ein gigantischer Ausflug. Der Sohnemann, der seit geschlagenen sechs Stunden neben mir fleißig in die Tasten haut um seinen ersten Blogbeitrag zu verfassen, war riesig beeindruckt, und ich glaube auch ein wenig stolz auf seinen Papa, dass dieser doch wieder sein Versprechen gehalten hat, und den Barcelona-Ersatz-Ausflug doch noch  innerhalb Glück gehabt.

Nun sitzt er hier und plant die u.a die Reihenfolge der zu besuchenden Länder. Er versucht mir das vermutlich als erneute Regeländerung unterzujubeln, denn manchmal, fast schon öfters, mag er es jetzt, auch einfach Regeln festzulegen, für die es überhaupt keine zwingende Begründung gibt, außer, dass ihm das Freude bereitet. Aber was soll ich sagen, würde er Helene Fischer kennen, dann würde er vermutlich singen:

Du lässt mich sein, so wie ich bin. Mich zurechtbiegen hätte keinen Sinn.
(H. Fischer, Du lässt mich sein)

Abschließend bleibt der bemerkenswerte Umstand, dass es sich um die erste Tour mit Übernachtung handelte, wo es zu keinerlei Unstimmigkeiten und Streitereien gekommen ist. Dem Sohn erschien dies allerdings logisch, schließlich hätte ich ja auch gut auf ihn gehört.

Auch bei uns gilt eben:

C‘ è solo un Capitano.

Der Sohn kurz vorm Holz hacken im San Siro.

5 Gedanken zu „C‘ è solo un Capitano

  1. Pingback: Feine Sahne Helene Fischerfilet - Der Wochenendrebell

  2. politgirl

    😉 Ich kann mich erinnern, dass wir uns über die Beantragung des Ausweises und dessen „Folgen“ unterhalten hatten und ich es dir dringend ans Herz legte. Du bist nicht allein, ich kenne keine Mutter/keinen Vater, die nicht „geschockt“ waren als der Ausweis im Briefkasten lag. Das vergeht, dauert zwar, aber es vergeht.

    Hoffentlich sind alle Merkzeichen dabei, wenn nicht, meine Adresse hast du :))

    LG Doreen

    Antworten
    1. Kiezkicker

      Ach, du auch. 😉 Ich hatte mit ihm nämlich auch drüber gesprochen, nach dem St. Pauli – Heimspiel, dass er den unbedingt beantragen soll. 😉
      Schön, dass du das wirklich in Angriff genommen hast und es offenbar wohl auch relativ problemlos bewilligt wurde?

      Der Name von dem Ding ist blöde, ja. Verkauf ihn den halt als eine Art VIP-Ausweis. Die Leute freuen sich so sehr auf seinen Besuch, dass er teilweise preiswerter rein gelassen wird, und sogar noch eine Person seiner Wahl mitbringen darf. Sozusagen als Vertrauensvorschuss, denn weil er so ein klasse Typ ist, muss die Person, die ihn begleiten darf, ja dann auch super sein, sonst würde er sich von der ja nicht begleiten lassen. Ja, kann ggbf. auch nach hinten losgehen, wenn du ihn dann halt mal nicht ehrenvoll begleiten darfst, weil du halt nicht nach seinen Wünschen gehandelt hast, ist aber imho unwahrscheinlich, dass das häufig vorkommen wird. 😉

      Und – er muss ihn ja nicht immer benutzen, ist ja kein Zwang, sondern eine Option – die einem aber mitunter halt auch mal Türen öffnen kann. Und sei es halt auch nur mal die Option der günstigen Bahnfahrt, wenn Papsis kleine Schwarze (ich nehm mal an, die nutzt du?) nicht dabei ist- so es diese Option halt noch gibt, wenn er im entsprechendem Alter ist.
      Oder die Option, in einem proppevollen Bahnabteil nicht im überfüllten Gang stehen zu müssen, sondern einen Sitzplatz zu bekommen – mit ein bisschen mehr Freiraum um einen selbst als auf dem Gang – den man eben auf einem Sitzplatz hat. Dinge, die manchmal den Unterschied zwischen „Overload droht, ich muss hier ganz schnell raus!“ und „Ich sitz hier jetzt entspannt auf einen Sitzplatz und lasse beruhigend die Landschaft aussen am Fenster vorbeiziehen und nehme fortan diesen stressigen, überfüllten Gang mit den ganzen mich sonst anrempelnden Menschenmassen gar nicht mehr wahr“ ausmachen kann.

      Ihr werdet ihn vielleicht nicht jeden Tag brauchen, aber es werden Tage kommen, wo es hilfreich zum weiterhin funktionieren sein wird, ihn zu haben.

      Ochso – isses schon der Kleine im Checkkartenformat oder noch der unförmig große? Ich muss meinen mal in der Sommerpause umtauschen lassen, damit er nur noch so groß wie meine Saisonkarte ist – das Megateil ist doch eher unpraktisch im Format…

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  3. Anita

    Hallo Du großer Rebell,

    Dein Sohn erobert sich Freiheiten, Du musst halt schaun, ob es im „erträglichen“ Rahmen bleibt. Wie bei jedem anderen Kind halt auch.

    Eine tolle Entwicklung, Kinder sind nunmal anstrengend 😆

    Zum SBA, mal ehrlich, Dein Sohn hat sich nicht verändert. Ihr müsst viel tun und viele Kosten auf Euch nehmen, die Ihr sonst nicht hättet. 💡

    Nimm es als Ausgleich von Nachteilen!

    Und Nachteile bringt der Autismus nun mal mit sich! Und Ge-hindert wird Dein Sohn und ist dadurch auch schon mal Be-hindert. Der Ausweis soll einfach nur diesen Nachteil ausgleichen.

    Liebe Grüße
    Anita
    (die ohne SBA die Kosten schon lange nicht mehr tragen könnte!)

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