Creeping Death und Pommesgabeln

Die Idee auf unseren Touren gezielt auch die Themen „Empathie und Emotionen“  zu behandeln ergab sich im Sommer 2011. Sohnemann hegte erstes Interesse für Musik und Musikstile. Das logische Geschenk eines verantwortungsvollen Vaters?

Richtig: Tickets für ein Rockfestival.

Mama war „begeistert“. Sie kannte mein Erscheinungsbild nach Rückkehr von Festivals, was ihre Sorge sichtlich beeinflusste.

Ich sah darin jedoch eine gute Möglichkeit die festgefahrenen Routinen meines Sohnes sanft zu brechen. Im heimischen Umfeld lauerte ständig die Gefahr von Veränderung, irgendetwas was anders abläuft als den Tag zuvor. Eine klitzekleine Veränderung im Frühstücksritual oder in Körperhygieneabläufen, die ausreichend Munition für einen gepflegten Ausraster boten. Auf einer Camping Tour sieht das ein wenig anders aus. Da unterscheiden sich die Abläufe ganz sicher von den bekannten Routinen. Die Aufregung etwas Neues zu erleben, übertüncht dies aber gut und das übernachten auswärts fand er auch schon vor unseren Touren reizvoll.

Oma und Opa nehmen ihn seit der Asperger Diagnose mindestens zweimal im Jahr mit in den Urlaub. Hurghada, Sharm el Sheik, Gran Canaria, Malediven, Sizilien, Österreich, Mallorca und Türkei. Der Junge hatte mit sechs mehr gesehen als ich heute mit  …

Fuck.Die Zeit rast.

Nun also Stukenbrock. Serengeti-Festival 2011 .Es war einen Versuch wert.

Sohnemann erhielt die obligatrorische Vorbereitung. Wohin? Was passiert? Was könnte schlimmstenfalls passieren? Wie läuft das normalerweise? Im Idealfall sind alle Eventualitäten vorab besprochen. Das schafft Sicherheit. Wir haben 3 Tage das volle Programm eines Rock-Festivals in Stukenbrock genossen.

Gut, nicht das volle Programm im Sinne von Sex, Drugs, Rock n`Roll , aber 10.000 Menschen vor der Bühne, Lautstärke, Essen aus Dosen, Grillen, Schlafsack, Zelten, irrsinige Saufspiele, (Zugeschaut und mit Fanta nachgespielt) ,mangelhafte Körperhygiene, viel frische Luft, durchgeknallte Menschen, Fleischkonsumpegel auf zu hohem Niveau….

Lediglich bezüglich des Zeltplatzes getraute ich es mich beim ersten Festivalbesuch nicht, uns einen Platz inmitten der Menge der teils unberechenbaren volltrunkenen Festival-Teilnehmer zu sichern.

Unmittelbar neben dem Festivalgelände gab es einen familiären Campingplatz, dem ich meinen Sohn als den Action-Zeltplatz unterjubeln konnte, den er zwar anders erwartete, aber der ihn auch zufrieden stellte.

Er musste hier mit festen Ritualen brechen. Keine Weltalllampe, die neben seinem Bettchen leuchtet, keine Mahlzeit in gepflegter Umgebung am heimischen Tisch.

Er entschied sich freiwillig für ein Abenteuer mit Rahmenbedingungen, die sonst schmerzähnliche Reaktionen bei ihm hervorrufen. Für unsereins vielleicht so nicht immer vorstellbar. Kürzlich umschrieb es jemand der sagte:

„Es ist wie Flugangst, an die du Dich plötzlich erinnerst wenn du im Flieger sitzt. Und in diesem Flieger merkst du dann, dass Dich die Farbe der Sitze wütend macht und Dich das Parfüm des Nachbars zur Weissglut bringt, während Dich der Anschnallgurt selbst locker angelegt nach Luft japsen lässt und die Nähe zu den ganzen Menschen dann zur innerlichen Explosion führt, kurz bevor dir wieder einfällt. Du hast eigentlich eine höllische Flugangst.“

Das Maß an Reizüberflutung ließ sich bei meinem Sohn immer schwer einschätzen.

Auf seinem 5.Geburtstag waren 5 Kinder eingeladen. Alle 5 spielten wunderbar in seinem Zimmer. Er spielte im Wohnzimmer. Trotzdem sorgte es mich nicht groß ihn mit 10.000 anderen Menschen zusammen zu bringen.

Die Unberechenbarkeit ist gleich oft  frustrierend sowie auch beglückend zugleich. Du spürst seine riesige Freude, die ihm eine kleine Post-It Nachricht  am Spiegel machen kann und bekommst gleichzeitig für den ganztägigen Zooausflug voll auf die Fresse, weil der Löwe krank ist.

Das ganze drumherum interessierte ihn hier seltsamwerweise nicht.Entgeht ihm sonst kaum ein Detail seines Umfelds, so hatte er hier nur eine Frage.

„Wann spielen die Bands?“ , fragte er schon bevor das Zelt stand, mittags um 13:00 Uhr.  Dieses Festival hatte ich ausgewählt , weil sich auf dem Nachbargelände mit dem Safaripark eine Alternative bot , sollte das Experiment scheitern. Aber daran war nicht zu denken.

Wir fuhren die 2 Kilometer zum Festivalgelände.

Er war sofort hin und weg und vollkommen überwältigt.

Wie das auf Festivals mittlerweile leider üblich ist, kostümierten sich die anderen Kinder, äh, Besucher in Hasenfellen, pinken Leggings und mit allerlei mehr oder weniger lustigen Kopfbedeckungen.

Bei den Klängen der ersten Band zog er sich die Stöpsel aus den Ohren und hörte gebannt dem Treiben zu. Dasselbe bei Band Nummer zwei und drei.Ich würde es als andächtiges Lauschen betrachten, gemischt mit der Herangehensweise eines jeden Festivalbesuchers, der natürlich intensiv die einzelnen Instrumente beobachtet. Jedes dargebrachte Stück wurde in die einzelnen instrumentellen Parts zerlegt und hinterfragt. Was ist das für ein Instrument? Woher weiss der welchen Knopf er drücken muss? Woher weiß man wie fest man da reinpusten muss? Warum hat der so viele Trommeln? Warum hat der Sänger kein T-Shirt an? Wie viel Geld verdient so ein Mann mit Gitarre? Warum sind dort zwei Männer mit Gitarren? Wieso hüpfen die rum? Warum schreit der eine Mann so? Warum sind die Trommeln rot und die anderen schwarz und mein Favorit:

Warum hängt da so ein großes Namenschild. Vergißt die Band immer wie sie heißt?

Die Band Wizo schaffte es dann erstmals Regungen bei ihm zu erzeugen. Das leichte Wippen auf meinen Schultern war ausserordentlich unangenehm nachdem er dort oben schon fast zwei Stunden auf meinen Schultern verweilte.Sohn wurde warm.

Sänger Axel Kurth, der übrigens als glühender VfB Stuttgart Fan auch einen Titel für die letzte Stuttgarter Meisterschaft umschrieb, (Reinhören?  Puh  ) forderte die Menge auf das T-Shirt auszuziehen und es über den Köpfen kreisen zu lassen. Gleichzeitig versuchte er Hubschraubergeräusche zu imitieren. Punktlandung.

Die Veranstaltung hatte genau zum richtigen Zeitpunkt das Niveau erreicht welches 6-jährige Jungs nachhaltig motiviert Festivals intensiv und mit 100%iger Aufmerksamkeit zu verfolgen.

Zeitgleich war dies natürlich so etwas wie mein Aufruf.

Sehr verehrte Papas, natürlich müssen sie jetzt bei diesem Unsinn mitmachen wenn es 1000 besoffene Teenager ebenfalls tun.

Sohn, brauchte gar nicht fragen. Ich sah es ihm an. Es war einer dieser Momente, wo du genau weißt was er fragen will, aber sich nicht traut. Ich fragte einfach ihn und nach einem glückseligen, kurzen Nicken ging es los.

Papa schleuderte sein T-Shirt  hubschrauberlike, wir hätten abheben können. Direkt und ohne Zwischenlandung.Ich stellte fest, dass bei allem was ich schon angeheitert, betrunken oder auch völlig hackedichte auf Konzerten und Festivals getan habe, mir dies doch mit Abstand am albernsten vorkam. Vom shirtschleudern schwitzend redete ich mir erfolgreich ein, dies wäre meinen damaligen Zuständen oder eben jetzt meinem stocknüchternem Zustand geschuldet. Sohn war nun in Fahrt geraten. Er genoss es sichtlich, wie erste Festivalisten, ob meines Eifers belustigt ihre Handykameras zückten.

Niemand

NIEMAND

N-I-E-M-A-N-D  schleudert sein T-Shirt so Sikorsky X2 -mäßig wie ich. Ich war der Eurocopter unter den T-Shirt-Propelleraktivisten.

Wenn ich nichts kann, aber …. Lassen wir das.

Ich mochte diese Momente zu Beginn nicht sonderlich.Du wirst angeschaut mit diesen

„Der arme alte Mann lebt seine verpasste Jugend aus“ – Augen.

Es erdet, lehrt Demut und man beginnt feiner seine Alltagshandlungen zu refelektieren.Wenn du spürst und siehst, wie Menschen jetzt gerade über Dich denken, sie die üblichen Schubladen öffnen und sich daran erfreuen, dass ich ob meiner Verhaltensweisen perfekt dort hinein passe. Zu Beginn habe ich all Ihre Reaktionen und Äusserungen mitbekommen.

Die Hubschrauberaktion war da für mich persönlich auch ein Wendepunkt. Ich vergaß nach einer Weile erstmals die Menschen um mich herum und war zu 100 % bei meinem Sohn.Ich genoß die Freude, die er hatte und das völlig gelöste freie Lachen. Alle anderen waren egal völlig.So wie mich sein Lachen in Ekstase versetzte so holte er mich dann auch schnell von meinem Hubschraubertrip runter.

„Papsi, du kannst aufhören.Hör auf! Bitte!“, lachte er lauthals auf.

„Das Lied ist doch schon lange zu Ende“

So wie ich damals in Trance nicht mitbekam, dass die Jungs auf der Bühne längst beim nächsten Song waren, so merke ich heute gar nichts mehr. Wenn ich mit meinem Sohn unterwegs bin ist mir in der Umgebung von fremden Menschen nichts mehr peinlich.Weder sein Verhalten noch mein eigenes.Eine gleichsam angenehme wie auch gefährliche Ausgangssituation.

Das Festivalfeuer meines Sohnes war entfacht, und um unsere zu 100% aus reinem Fleisch bestehende Ernährung des ersten halben Tages vielleicht mit etwas nahrhaftem zu ergänzen, ( es gab bis dato nur Gegrilltes) entschlossen wir uns zu einer Pause.

„Wir haben die falschen Anziehsachen.“

Ihm entging nichts. Glücklicherweise sah er ein, dass weder Müllsäcke noch Ganzkörperkondome zur klassischen Festivalausrüstung gehören müssen. Den Merchstand gekapert empfahl uns der nette Aushilfsverkäufer es mit dem Festivalshirt in Girliegröße S zu versuchen. Passt.

Kopftuch mit Totenköpfen dazu. Passt.

Next Act – Bullet for my valentine

Sohnemann fühlte sich jetzt wie ein alter Hase. Quasi der 6-jährige, apfelschorlenvernichtende, seinen Papa zu schlimmen Dingen „zwingende“ Lenny   Kilmister Junior.

Just nachdem ich ihn auf die Schulter gehievt hatte prügelte die Band mit deutlich mehr Lautstärke und Bass auf uns ein. Ich konnte nicht sehen was Sohn auf meiner Schulter trieb , aber die Bewegungen oben deuteten mir ein sehr hohes Maß an positiver Aufregung und eskalierender Freude an.

Seltsamerweise genoss er nun auch selbst  die Aufmerksamkeit, die ein 6 – jähriger , pommesgabelreckend abends um halb elf bei einem „Creeping death“ Cover durch „Bullet for my valentine“ auf einem Rockfestival so erzeugt.

Mehrere Mädels hatten mittlerweile Ihre Handykameras gezückt um Sohnemann in Aktion zu filmen. Ich verfolgte dies aufmerksam aber zwiegespalten.Je mehr aber ihr Handy zückten umso weniger interessierte es Sohnemann. Er war bei der Musik. Zu 100 %.

Er hatte die Musik und die Atmosphäre aufgesogen. Nichts konnte Ihn ablenken. Ich nahm Ihn von der Schulter um eine Pause zu bekommen und um mir Bestätigung für meine zu  99% korrekte Vermutung zu holen.

Papa, warum lassen die sich durch die Menge tragen? Ich will das auch.

Schluck.

Er wollte „Crowdsurfen“  , noch lieber gleich „Stage Diving“

„Ähm , hallo? Ich darf Dich nicht einmal küssen, geschweige denn herzlich umarmen, aber dieser  nach Kotze und Schweiss stinkende Haufen soll Dich begrabbeln und durch die Luft hieven?“

„Ja, Papa!“

Aber o.k. Es war sein Wunsch, also wuchtete ich ihn mit einem Schwung auf die Bühne…….

Genau. Ihr Freaks.Und die Bloodhoundgang hat Ihm auf der Bühne an den Schädel geseicht und am Ende des Tages hat er sich mit den Jungs von Bullet hinter die Bühne eine Line gezogen und Whiskey inhaliert.

Nein. Er akzeptierte zum Glück diese unmissverständlich klar gezogene Grenze:

Ich glaube auch, bis heute dass er bezüglich des Crowdsurfing Wunsches erstmals mit mir scherzte was eigentlich nicht seine Art war. Ironie war ihm bis dato fremd.

Das „Pommesgabel Handy-Video“ baut mich aber noch heute auf, wenn es mal wieder zu unschönen Situationen kommt.

Gegen halb eins , kurz vor Beginn des letzten Acts kam ich langsam in die berechtigte Problematik, dass nicht mehr ausnahmslos jeder es toll fand, dass ich mit meinem Kind mitten inzwischen von Schnapsleichen den Klängen von „In Extremo“  lauschen wollte.

Zeit zu gehen, was nur mit der Notlüge funktionierte, dass ich in der Pause sagte die Veranstaltung wäre beendet.

Er hatte Blut geleckt. Er wollte mehr Männertage. Und die sollten nicht aus Rummelplatz und Eis oder aus Schwimmbad und Pommes bestehen.

Ich hatte mir einen eventgeilen Sohn gezüchtet. Super.

Wir vereinbarten einmal im Jahr ein Festival (2012 waren wir hier)  zu besuchen und uns Jahr für Jahr bezüglich der Besucherzahlen steigern zu wollen. Es dauerte aber nicht länger als 2 Wochen als er mir zu verstehen gab, dass es mal wieder Zeit wäre für einen Männertag der besonderen Art wäre . Wir testeten unterschiedlichste Veranstaltungen und Ziele. Spezielle Aufzüge, wie im Radisson Blu Berlin- Sea life, Ferienparks und Städte. Im Zugwahn rasten wir mit TGV´s , Cantusbahnen, Eurobahnen, Regionalexpressen ,ICE`s, IC`s ;Eurocities plan- und sinnlos durch die Gegend. Wir rammelten Nachtzugstrecken durch Deutschland um nach einem kurzen Frühstück in Hamburg wieder die Heimreise anzutreten. Tolle Touren. Mit einer Menge Spass, aber es fehlte etwas.

Bevor ich aber wieder in den mehrstündigen „ETWAS-Definitions-Monolog“ verfalle, mache ich es lieber kurz. Musik, live dargebracht und mit mehreren Tausend Menschen genossen vereinfachte es meinem Sohn ungemein.

Er kann emotionale Ausbrüche kopieren, antesten und schauen wie er sich damit fühlt.

10.000 recken Ihre Arme in die Luft und wippen mit dem Kopf.

O.K., mal ausprobieren. Oh, fühlt sich o.k. an.

Oh, klatschen. Nett.

Vor einer Festival-Bühne gibt es keine zwei Meinungen. Und wenn dann äussert sie keiner. Alle schwimmen brav in die Richtung, die Mr. Oder Mrs.Entertainer(in) vorgibt.

Das war „ETWAS“ was uns fehlte. Nichts gegen die Therme Erding oder das Eisenbahnmuseum in Nürnberg. Es nährte aber „nur“ das Hirn meines Sohnes welches immer hungrig , aber keinesfalls unterernährt ist.

Wir brauchten eine folgbaren Masse. Eine Masse an die man sich emotional dranhängen kann. Ein Event der zu lautstarken Emotionen anregt. Ich wusste, dass ein Besuch der Montagsdemos wohl nicht den gewünschten Effekt erzielt. Wir brauchen mehr Menschen, mehr Masse, lautstarke Meinungskundgebungen und Gefühlsausbrüche.

Wir mussten ins Stadion. Wir mussten zum Fussball.Und das haben wir dann ja auch getan.

Hier entlang.

 

 

 

 

5 Gedanken zu „Creeping Death und Pommesgabeln

  1. Pingback: Geerbte Dauerkarte | Der Wochenendrebell

  2. Pingback: Nackt durch die Serengeti | Der Wochenendrebell

  3. Pingback: Elternabend und Autisten-Urlaub | Der Wochenendrebell

  4. Emily

    Sehr schön erzählt und packend vor allen Dingen. Es wird dringend Zeit die Pommesgabel mal wieder klar zu machen 😉
    Danke fürs Mitnehmen & liebe Grüße, Emily

    Antworten
  5. Stefan

    Wie jetzt, die Fußballbesuche waren eine Folge, eine quasi logische Fortsetzung des Festivalbesuchs? Das lässt mich jetzt doch etwas staunend zurück, gerade, wenn ich mir das bei „eurem“ Festival aufgenommene WIZO – Video ansehe würde ich jeden Stadionbesuch dagegen als pure Erholung ansehen. Diese schnell blinkenden Lichter, diese Schrammelmusik… :o) Ich hätte es ja erst einmal mit etwas „kinderfreundlicheren“ Musik probiert, etwas, was man auch für gewöhnlich im Radio hört (na gut, ich weiß natürlich nun nicht, was bei euch so im Radio läuft, aber falls es WIZO sein sollte, hätte ich gerne mal den Webstream der entsprechenden Radiostation, grins).

    Das, was du in den Absätzen nach „“Der arme alte Mann lebt seine verpasste Jugend aus” – Augen.“ beschreibst, ist übrigens ziemlich genau das, was ich bei den Fußballspielen erlebe, wenn ich mitten im Ultrablock stehe und abgehe. Ich mein, ich bin mal lockerflockige 10-15 Jahre älter wie der „typische Ultra“ um mich herum, teilweise habe ich das Gefühl, ich könnte deren Vater sein, mit denen ich hier gerade abgehe, und zuerst fand ich es auch ein wenig seltsam, mich einstmals als (nun inzwischen knapp 38-jähriger) einer „Jugendkultur“ angeschlossen zu haben, aber hey, scheißegal, ich will Spaß haben, ich wil abgehen und während der Spiele alles um mich herum vergessen, teilweise selbs das Spiel und die Leute, die da um mich herum mit mir zusammen abgehen. Und es gelingt. Und macht verdampt viel Spaß, sich durch „Tanzbewegungen“ während den Gesängen selbst zum Affen zu machen – vermeintlich. Denn letztlich macht sich derjenige zum Affe, der sich in dieser wogenden Menge nicht dran beteiligt, derjenige, der sich „cool und abgeklärt gibt“ – aber hey man – dann ziehe ich halt meine muffelnden Turnschuhe aus und klatsche mit denen über meinen Kopf in die Hände, äh, in die Schuhe, wenn das alle anderen um mich herum auch so machen.

    Finde es also ziemlich klasse, wie du T-Shirtwedelnd in der Menge unterzutauchen in der Lage warst, genieße auch weiterhin diese Momente, in denen dich dein Sohn aus diesen herausholen muß, diese Momente, in denen du völlig aufgehst und eintauchst – das sind Momente, die Erwachsene normalerweise eher selten erleben, denn „Erwachsene sind cool und abgeklärt“. Aber hey, scheiß drauf!

    Antworten

Kommentar verfassen