Eine Bitte.

Was selbst höflich verpackt ist, wirkt oft deplatziert. Die Bitte um Verbreitung bei nichtkommerziellen Inhalten, in denen viel Liebe und Arbeit steckt, wird mittlerweile schon als Bettelei aufgefasst. Es ist schwer geworden für Texte, Podcasts, etc. mit einer größeren Leser oder Hörerschaft zu gewinnen. Ich wage trotzdem gerne einmal den Ansatz , auf das ein oder andere Medium hinzuweisen, bzw. zur Verbreitung des teils überdurchschnittlich guten Inhalt, der zudem nicht einmal was kostet, anzuregen. Aus unterschiedlichsten Gründen.

Da sitzt täglich einer von mittlerweile sechs Fußball-Experten und bereitet dir den ganzen Fußball-Vortag in einer übersichtlichen Linkübersicht auf. Den unterschiedlichen Charakteren und vielleicht auch Geschmäckern geschuldet bekommt man jeden Tag ein buntes Potpourri aus amüsanten, gut recherchierten, aussagekräftigeren Artikeln aus der Blog- und Pressewelt auf dem Silbertablett serviert. Wirklich großartige Jungs! Sie sollten denen folgen, wenn sie es nicht schon tun. Sie sollten Sie auf Facebook liken, und im StudiVZ anstupsen, und auf Tinder… Machen Sie was sie wollen, aber so ein Retweet tut nicht weh. Ich würde ja sagen, ich bürge für die Herren, aber das wird ihnen dann wohl noch zum Nachteil gereichen. ( À propos, Herren. Eine weibliche Note könnte dem Autoren-Team nicht schaden und nein, das meine ich keineswegs despektierlich. ) Hier geht es direkt zum Abonnement des Newsletters, alternativ ließe sich natürlich auch hier direkt mal der ein oder andere Euro direkt per Paypal spenden.

Analog können sie , bezüglich der intensiveren Unterstützung durch Verbreitung, als Fan des FC Bayern, am besten mit die Arbeit von „Miasanrot“ supporten. Was soll ich nach der Auswahl dieses Vereins als Herzverein nun schon groß Positives über das Ehrgefühl der Betreiber sagen? Die Jungs und auch die werte Dame machen auf Vereinsebene, wenn auch irgendwie Falschvereinsebene, einen unfassbar guten Job. Sehr aktuelle, gut recherchierte Artikel, starke Spielanalysen, tolle Serien, wie die Round-Ups ehemaliger Spieler und eine Abdeckung des FC Bayern II aka FC Bayern Amateure und der FC Bayern Fußballfrauen. Ich muss gestehen, ich blicke ein wenig neidisch gen Süden. Viel besser kann man einen Verein auf dieser Ebene nicht abdecken. Man stelle sich vor der FC Bayern würde den Jungs und der Dame Zugang zu Spielern verschaffen für eigene Interviews und Co. Dieser Artikel über potentielle Nachfolger für McRib und die Robbe ist ein Beispiel, was mit ein wenig Recherche möglich ist. Für diesen einen Verein findet man bei „Miasanrot“ ein wahnsinnig hohes Maß an Qualität, Ideenreichtum, und einer Tonalität und Wortwahl, der ich trotz Mängelkenntnissen rund um den optisch linksdrehenden und vertikal abdriftenden Sechser innerhalb der Raute, noch folgen kann. Seit dem ich Fokus Fußball und „Miasanrot“ in der Leseroutine habe, brauche ich keinen Bild-Sport Teil mehr. Danke, weiter so!

Neulich erhielt ich eine DM von Maik Ü. aus H., der seinen Namen nicht nennen wollte. Er betreibt u.a. ein Pauli-Fanblatt. Eigentlich nichts besonderes, aber das von einem Saucenhersteller aus Hamburg finanzierte Blog wird nicht müde, unterschwellig den Hamburger SV erfolgreich in die erste Liga zu schreiben und seine Leser und Zuhörer im „Millerntor-powered bei Miller-Bier (Slogan: A beer and a tone, a Millernton.), subtil mit dem HSV sympathisieren zu lassen. Er ist digga als meine Mudda und referiert mit seinem Team, in dem alle im Schwerpunkt Jogginghosen-Journalismus betreiben, im Podcast über spannende Pauli-Themen auch außerhalb des Spielfeldes. Von diesem Typen bekam ich also eine DM. „Ey, verbreite mal meinen Blog“

Er war meine erste Blogverbreitung damals. Es war wie ein Rausch. Es fing ganz klein mit einem Fav auf Twitter an und wir kamen uns Artikel für Artikel näher und dann… Bumm! Retweet. Und seitdem dachte ich, ich könnte nicht mehr aufhören, zu retweeten. Oftmals bin ich morgens wach geworden und gehofft es gäbe neuen Stoff auf der Seite. Preisübersichten für Dauerkarten oder irre Spielberichte oder von der Fifa manipulierte Gewinnspiele. Im letzten Monat retweetete ich ihn tatsächlich nur ein Mal und wenn dies für Sie schmutzig klingen mag: Das ist durchaus beabsichtigt. Wenn Sie HSV Fan sind, sollten sie den „Millernton“ hören und das „Online-Zeckenblatt“ lesen und es natürlich dementsprechend verbreiten.

Puh, wie schaffe ich denn jetzt den Übergang zu Herrn Kamke. Ich bin sehr stolz, mit ihm etwas gemein zu haben. Wir schweifen gerne einmal ein wenig ab in unserem Geschreibe. Gut, bei ihm ist es Bestandteil seiner Wortkunst und nicht das verzweifelte Scheitern, sich kurz zu fassen, aber blenden wir das einfach mir zu Liebe einmal aus.Ich kenne glaube ich keinen vergleichbaren Blogger, der seine Vereinsfarben so würdig, respektvoll aber dennoch kritisch vertritt. Man kann dann vielleicht sogar trotz mangelnder Sympathie gegenüber diesem Typen, äh, diesem VfB, das niedergeschriebene sehr schnell mögen, denn der Inhalt fließt beim Lesen. Das erlebe ich beim Lesen von Blogs eher selten. Ich weiß gar nicht, wie ich das Beschreiben soll. Man spürt beim Lesen, dass man jetzt nicht einfach aufhören darf, kann, soll, muss. Wie Kamkes erstes Mal war sieht man übrigens hier.

Kommen wir zum professionellstem Auftritt der Podcastschiene. Da wird nicht später angefangen, weil der Martin noch im Späti schnell noch n paar Buddeln Mate kauft. Da wird sich nicht nur auf die volle stimmliche Erotik von Frau Rudelbildung, Herrn Saumselig und dem eisernen Anhang verlassen. Ick mag das Textilvergehen. Aber wir waren bei den Profis. Hier herrscht Disziplin. Und Ordnung. Es liegt gar nicht an den beiden mir äußerst unsympathischen Moderatoren (Küsschen), sondern an der durchweg fantastischen Gästeauswahl und der meistens einigermaßen ausgewogenen Berichterstattung, dass ich dieses Format sehr mag.

Der Rasenfunk ist so etwas wie das Tutti Frutti unter den Podcasts. Wenig Inhalt aber geil. Nein, ernsthaft. Die Jungs haben eine eigentlich recht offensichtliche Lücke perfekt geschlossen. Einen neutralen Bundesliga-Podcast ohne ,dass ich mir das kölsche Geseiere vom Nippi im Outkast anhören muss, wie er mit dem Betrunkenen Italiener im Garten nach der Jägermeisterinjektion Nummer vierzehn über Fußball pilosophagaloppiert. Danke für verlässliche Qualität zum Bundesligageschehen und die großartige Fußball-Podcast Übersicht an das Team vom „Rasenfunk“ rund um Helmi und Günther „Wie fühlt sich das an?“- Netzer? Fantastisches Format mit wirklich abwechslungsreicher Gästeauswahl, welches ich gerne konsumiere und bisher nicht viel Gegenleistung bieten konnte. Vielleicht mal auf ein Bier.

Über Itunes kann man übrigens kurz und schmerzlos eine Rezension abgeben und entgegen aller Behauptungen müsst ihr in den Rezensionen noch nicht einmal einen Roman schreiben. „Ein kurzes Danke sehr und weiter so“ mit der richtigen Bewertung dauert ca. 10 Sekunden, tut nicht weh, könnte aber dem Format ein kleines bisschen weiterhelfen.

Nochmal zu diesem Typen vom Outkast: Ein seltsamer Vogel. Ich hab ihn kurz kennen gelernt beim Relegationsspiel Fortuna Köln gegen Bayern Amateure. Ich war ja völlig lost in Nippes, als ich erfuhr, dass der Typ in Wirklichkeit leidenschaftlicher Bayern-Fan ist, der das nur für die Öffentlichkeit zu vertuschen versucht. Warum sein Podcast „Outkast“ heißt ist eine längere und traurige Geschichte. Es geht um ihn, seine Einsamkeit und was dann mit der Ziege geschah“. Für die psychologische Betreuung der Ziege gibt es einen Spendenpink auf der Seite. Alternativ können Sie dem Herren auch etwas gutes tun, wenn sie beim nächsten Amazon-Kauf diesen Link verwenden.

Schreiben wir übers Schreiben, schreiben wir über Trainer Baade. Ich hoffe, es klingt nicht wie eine anmaßende Bewertung, aber ich mag die Entwicklung des Trainers. Ich hoffe es wird zukünftig noch mehr Artikel geben in denen er sichtlich die Distanz verliert und sich voller echter Liebe seinem MiasanderMSV-Gefühl hingibt. Ich lese Ihn noch gar nicht so ewig und ich halte mich mit Interaktion oder Kommentaren auch meistens zurück. Zu Beginn, weil ich das geschriebene Werk in Verbindung mit einem Kommentar von mir nicht entwürdigen wollte. Blöd eigentlich, denn Kommentare sind was Gutes. Sie sind nachhaltiger als ein Tweet. Es war abermals Herr Kamke, der mich zu Recht darauf aufmerksam machte. Daher mein Appell/Aufruf/meine Bitte: Kommentiert mehr! Und wo wir schon bei Appellen sind: Dieses wunderbare Buch über 111 Fußballorte, die man im Ruhrgebiet gesehen haben muss, ist ebenfalls sehr lohnenswert.

Wenn ich Urteile über „Kommentare“ lese hat es sich leider weit verbreitet, dass von 2015-07-29 21.57.24problematischen Antworten auf Facebook oder in Fan-Foren die Rede ist. Warum eigentlich? Warum gibt es selbst unter den strittigsten Blogposts keine Kommentarkultur? Warum sehe ich so häufig Screenshots von hirnfreien Nazi-Kommentaren- huch! hirnfrei und Nazi ist doppelt-gemoppelt-, aber so selten positiv kommentierte Texte, Podcasts, ja meinetwegen auch Facebook-Screenshots. Was würde sich dadurch ändern? Das Negative würde gefühlt weniger Raum erhalten. Es würde vielleicht Menschen wie Arne bestätigen, der nur selten, dann aber immer außergewöhnlich klug schreibt. Dies ist ihm neulich hier sehr gut gelungen. Einer dieser Menschen, deren Texte man liest und dann weiß: „Yo, der mag den falschen Verein, aber ist trotzdem ein feiner Kerl“.Leider kann man seinen Blog noch nicht abonnieren. Blogabos sind übrigens sehr praktisch. Sie zeigen dem Schreiber ein gewisses Maß an Vertrauen in ihn und seine Arbeit. Ein gutes Gefühl, zu wissen, dass eine Handvoll Menschen es vermutlich immer lesen wird. Ähnliches gilt für den nicht minder klugen Christian, der sich auch, unter anderem auf Facebook neulich sehr klar positionierte. Das sollten mehr Menschen tun. Und öfter. Und lauter. Und energischer. Und mit Nachdruck.

Betrachtet man die Blogosphäre auf Vereinsebene, so möchte ich die beiden Hard-Leider Sven und Rebiger hervorheben. Ich glaube jeder, der seinen Verein liebt, weiß wie unschön die vergangenen zwei Jahre für einen HSV-Fan waren. In beiden Blogs gelingt es den Herren, das jeweils problematische Detail oder auch die undurchsichtig wirkende Gesamtsituation auf den Punkt zu beschreiben und persönlich zu bewerten. Das ist für mich sehr hilfreich um mir ein Bild der Lage beim HSV machen zu können. Ich will schließlich meine einstudierte Feixtanz-Choreographie aufführen , wenn endlich diese Uhr…

Abbauanleitungen finden Sie bei den Herren Rebiger und Schultze.

Was will ich eigentlich? Kommen wir zum Punkt. Ein sehr guter Freund und ich, wir haben eine kleine Lottokasse, und wollten das Geld eigentlich versaufen. Das gestaltete sich schwierig, da wir irgendwie wenig Zeit miteinander haben. Logischerweise wollten wir das Geld dann spenden, aber es sollte auch möglichst effizient eingesetzt sein. Nach einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin vom DRK, hier im örtlichen Flüchtlingsheim, empfahl sie mir, zu warten, da das Geld im Winter viel sinnvoller eingesetzt werden könne. Der Spenden-Zenit ist Ihrer Meinung nach vielleicht schon bald erreicht und in einigen Wochen wird das Maß an Sach und Geldspenden, sowie auch die Anzahl an freiwilligen Helfern nachlassen. Es wird dann durchaus ein wenig enger, da in der kalten Jahreszeit ein höherer Bedarf herrscht und auch andere Spendenorganisationen für unterschiedlichste Zwecke Geld sammeln.

Helfen durch lesen und verbreiten von Blogposts?

Was finde ich wohl an Schätzchen, wenn ich bei Schwatzgelb nach Götze-Artikeln von vor vier Jahren suche oder im Blog vom Sven nach meinem Lieblingsspieler suche oder schaue, was der Blogger XYZ vor zwei Jahren über einen Spieler geschrieben hat, der jetzt den Verein verlässt.

Ihr könnt Eure schönsten Fundstücke auch in die Kommentare packen, dann nehme ich sie dort auf und verbreite sie über Twitter

Beim werten Herrn Übersteiger findet Ihr so ziemlich die imposanteste Zusammenstellung an Fußballblogs, wo man vielleicht einfach einmal auf gut Glück in ein wildfremdes Blog reinschaut.

Was habe ich davon?

Du tust ein bisschen Gutes und spürst hoffentlich wie gut es tut, Gutes zu tun, denn das ist das eigentliche Ziel. Vielleicht landet dieser Text bei Menschen, die merken, wie gut dieses Gefühl ist, dann fällt denen vielleicht auch noch eine schönere Aktion ein, mit der wir #Refugeeswelcome zu mehr als einer Online-Geste machen können. Ein Hashtag macht nicht satt und ein Hashtag wärmt nicht sonderlich gut, ein Hashtag schützt dich auch nicht vor fliegenden Steinen und Menschen, deren Kopf nur als hypothetisch hirnbefüllt zu betrachten ist.

Wieso tue ich mit der Verbreitung eines alten Blogposts gutes?

Für jeden Tweet bis zum 30.10.2015, der #Refugeeswelcome und #blogthrowback beinhaltet und der auf einen Blogpost eurer Wahl verweist, kommen 10 Cent aus der Lottokasse in die Spendenkasse. Bezüglich Facebook kenne ich mich nicht aus. Wenn dies dort messbar ist und ich vertrauenswürdige Zahlen von jemandem erhalte, gilt die 10cent-Regel auch dort. Nur zu unserem eigenem Schutz deckeln wir die gesamte Aktion bei maximal 500 €.

Für diese Kasse hat auch bereits der Sohnemann seine Unterstützung zugesagt. Er wird sich von ein paar Spielsachen trennen (!) und wir verkaufen diese zu Gunsten der Spendenkasse bei Ebay oder auf dem Flohmarkt. Spätestens Ende November nehme ich erneut zu der Dame vom DRK Kontakt auf und werde sie fragen, wie man das Geld am besten einsetzen kann. Zur Sicherheit verweise ich darauf, dass wir keinerlei Spenden entgegen nehmen oder verwahren können. Ihr könnt aber euren Hintern darauf verwetten, dass wenn jemand z.B. eine Tischtennisplatte oder einen Kickertisch loswerden will, wir jemanden finden, der diese/n abholt und zum Flüchtlingsheim bringt, wo ich neulich war . Dort saßen bei fast 40 Grad hunderte Menschen auf der Wiese und sorgten sich. Die Dame von der Caritas versicherte mir, dass es wichtig wäre, wenn die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit hätten, das Erlebte mal vergessen zu können und das geht am besten durch spielerische Ablenkung. Durch Spaß.

„Was glauben Sie wann ein Flüchtling, der vielleicht seit Jahren unterwegs ist und dann in Deutschland, teils widerwärtig empfangen wird und unter abenteuerlichen Bedingungen hier leben muss, das letzte Mal so etwas wie Spaß empfunden hat?“ Mir erschien die Aussage nachvollziehbar aber unser Budget ist begrenzt und so versuchen wir, über diesen Blogpost vielleicht ein wenig Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit der Hilfe zu lenken.

Diese Hilfe muss übrigens nicht zwingend in Form von aktiver Unterstützung vor Ort geschehen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich damit unbeliebt mache, kann ich es ja teilweise verstehen, wenn sich der Einwohner der 800 Seelen Gemeinde mehr Sorgen macht, wie das nun alles beim nächsten Heimatfest im 1000 Mann Zelt funktionieren soll, wenn jetzt noch 500 Flüchtlinge hier in unmittelbarer Nähe untergebracht werden. Das wird auf Grund des Zahlenverhältnisses mancherorts sicherlich anders beurteilt. Es muss sich wegen mir ja auch nicht zwingend um aktive Hilfe handeln. Einfach mal hingehen in das Flüchtlingsheim oder die Notunterkunft in der Nähe. Mal „hallo“ sagen. Ein paar gut erhaltene Kleidungsstücke mitnehmen oder nicht mehr benötigte Spielsachen. Aktiv zeigen, dass man mit dem braunen Idioten nichts gemein hat. Es ist nicht sonderlich schwer, ein wenig zu helfen, ein wenig Mensch zu sein.

Wenn man nicht hingehen möchte, heisst das aber, dass ich verdammt nochmal den Mund aufmache, wenn schwachsinnige Geschichtchen von den mit mehreren neuen iPhones ausgestatteten Wirtschaftsflüchtlingen, die Runde machen. Wenn an Tankstellen, unreflektiert von unhygienischen Zuständen oder ähnlichen abwertenden Beurteilungen gesprochen, die man vom Nachbarn, dessen Arbeitskollegen seinem Kumpel gehört hat, der mal jemanden kannte, der in der Bild gelesen hat, wie es in so einem Flüchtlingsheim zugeht.

Da ist ein Moment erreicht wo man durch stillschweigende Duldung menschenverachtendste Handlungen, forciert, akzeptiert oder unterstützt. Wer sich sein Umfeld genauer anschaut wird vielleicht feststellen, dass die braunen Einschläge näher rücken. Stehe ich jetzt zehn Minuten an der Fleischtheke des örtlichen Edekas höre und sehe ich eine Menge besorgter Bürger. Das besorgt wiederum mich, denn das war bei den gleichen Menschen vor zwei Jahren noch nicht der Fall oder sie zeigten es nicht so offensiv nach außen. Selbst Unternehmen reagieren  nur halbherzig, wie die Beispiele rund um Spreadsheet und den Sicherheitsdienst Condor zeigen. Condor lässt sich auf Facebook feiern, weil sie einem Mitarbeiter gegenüber die „entsprechenden Konsequenzen“ eingeleitet haben. Der Mitarbeiter des Unternehmens empfahl auf Facebook die 2000 Immigranten im Eurotunnel mit einem Zug oder einem Pflug zu schreddern.  Welche Konsequenzen der Sicherheitsdienst eingeleitet hat erfährt man auch auf Nachfrage nicht, aber der Mitarbeiter hat den Arbeitgeberlink von deiner Facebookseite genommen.

Spreadshirt hingegen ließ sich für die Individualentscheidung einer Mitarbeiterin feiern, bietet aber gleichzeitig weiter fremdenfeindliche Motive an, die nur auf Hinweis und Prüfung entfernt werden. Vice hat dies einmal ganz nett zusammengefasst. Auf keinem der offiziellen Spreadshirt-Kanäle fand ich ein klarstellendes Statement des Unternehmens. Die Aussagen in diesem Radio-Interview unmittelbar danach, sprechen jedoch eine deutlich Sprache, wie wichtig braunes Geld ist. Wir kommen nicht wirklich weiter, wenn wir so tun als fänden wir alles ganz doll schlimm.

Der kleinste gemeinsame Nenner muss sein, dass jegliche Form von rechter Gewalt und das verbreiten fremdenfeindlicher Inhalte vermieden wird und Flüchtlinge einen menschenwürdigen Empfang erhalten und ein Maß an Unterstützung genießen können, wie auch wir es uns in umgekehrter Situation wünschen würden.

Auch das ist ein Grund warum wir zum Verbreiten positiver Beispiele und schöner Erlebnisse aufrufen. Wir vergessen zu schnell die guten Zeiten. Was haben wir uns „alle“ gefreut, als man 2006 fahnenschwenkend durch die Straßen ziehen konnte ohne den gefühlten NPD Mitgliedsantrag unter die Nase gehalten zu bekommen. Ich gehörte nicht zu den geschminkten und mit schwarz-rot-goldenen Utensilien eingedeckte Fußballfans, aber ich war doch kurzzeitig ein wenig erleichtert, die Farben in einem positiveren Kontext so geballt zu sehen. Klingt krank. Ich weiß. War aber so.

Wir blicken zu viel auf die Kehrseite der Medaille und schätzen zu wenig die Vorderseite. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit einem Hauch von Engagement und Kreativität eine Menge dazu beitragen können, damit die rechte Gewalt nicht vollends eskaliert.

Hashtag #Refugeeswelcome plus #blogthrowback plus Verlinkung eines/r konkreten Artikels/Podcast-Folge = 10 cent.

Ich habe leider nur einen Teil der Blogger aufführen können, die ich schätzen und lieben gelernt habe, aber bis Natürlich dürfen das auch Blogposts außerhalb der Fußballwelt sein. Vielleicht sind es sogar Geschichten und gute Beispiele für lokale Unterstützung, die man Flüchtlingsheimen vor Ort geben kann. Das wäre großartig. Packt die Beispiele ins Kommentarfeld. Wir bauen die größte Nächstenliebe-Anleitung der Welt.

Dummes umständliches Rumgelaber? Richtig.

Hier kannst du viel einfacher helfen:

Helfen in Berlin

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Helfen in Bonn

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Helfen in Bielefeld

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Helfen in Wesel

Helfen in Witten

 

Deine Stadt ist nicht dabei. Dann ab in die Kommentare damit.

Ansonsten.

Hier wirst auch du fündig.

 

 

9 Gedanken zu „Eine Bitte.

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  4. heinzkamke

    Mein Lieber, Du ahntest es möglicherweise schon aufgrund meiner Reaktionen auf anderen Kanälen, aber lass es Dir hier auch noch einmal in einem nachhaltigen Kommentar gesagt sein: ganz, ganz wunderbar! Vielen herzlichen Dank (Der sich nur ganz am Rande auf die lieben Worte für mich und auf die Verlinkung bezieht.)

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  5. Alibamboo

    Du hast bei des Trainers Buch 100 Fußballorte (oder einfach nur ’ne ‚1‘) unterschlagen.

    Ansonsten Danke die Aufstellung. Mit den Bayern werde ich mich aber trotzdem nicht beschäftigen… ^^

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