Haarig

Der Saisonabschluss der Wochenendrebellen ist kaum absolviert, da zerbombt mir der Sohn meinen Hinweis auf die Sommerpause mit einem dezenten Fingerzeig gen Südamerika – und dass Nationalmannschaften ja auch ganz nett sein könnten. Quasi projektgeeignet.

Mit dem Relegationsspiel des SC Fortuna Köln gegen die U23 des FC Bayern war glücklicherweise schnell ein suchtstillendes Spiel gefunden. Dank des darauf folgenden Feiertags kamen wir also in den Genuss eines Abendspiels, das sich entspannt und ohne größere Reisehektik absolvieren lassen sollte.Es ist schon erstaunlich, welche obskure Entwicklung unsere Abenteuer manchmal nehmen. Während ich Anbetracht des maroden Südstadions schnell Sorge um den Halbzeit-Toilettengang des Sohnes hatte, dieser mich aber mit einer lässigen, selbständigen Erledigung seines Geschäfts an einer dieser Pinkelrinnen überraschte – sorgte mich über den Tag verteilt mein Haarausfall.

Es begann kurz nach der Abfahrt in der Regionalbahn, später im ICE und auch bei Ankunft im Hotel. Immer wieder fand ich kleine Büschel oder eine ungewöhnliche hohe Zahl an Einzelhaaren an meiner Jacke, an meiner Hose und auch im Bistro auf der Bank. Trotz intensiver Begutachtung im Spiegel des ICE-WCs und dem Zupftest an unterschiedlichsten behaarten Stellen (Kopf!), war nichts ungewöhnliches festzustellen. Aber wenigstens pinkelte er plötzlich. Alleine. Ohne Hilfe. Ohne Probleme. An einer Rinne. Ich fragte ihn auf der Rückfahrt, wie es dazu kam, ob er sich freue, und dass ich sehr stolz auf ihn sei.

Er blickte mich an, als wäre ich soeben Holz hackend aus einer dieser Rinnen entstiegen:
„Papsi, ich habe gepinkelt. Mehr nicht.“

Wo er Recht hat, hat er Recht. Bis zum Tippen dieser Zeilen ließ sich der Unterschied, den er  zwischen den Rinnen auf St.Pauli und hier bei der Fortuna aus Köln sah, nicht erklären. Zumindest nicht so, dass ich es verstand.

Aber diese Haare sorgten mich. Sie klebten überall. Nie viele, aber farblich und bezüglich der Länge einwandfrei mir zuzuordnen.

Die Geschichte des Spiels ist objektiv schnell erzählt. In der ersten Halbzeit war der Gastgeber relativ klar Herr im Haus. Zumindest, was das Geschehen auf dem Rasen anging. Die Amateure aus München hatten sichtlich Schwierigkeiten mit der robusten Spielweise der Kölner und fanden sich diverse Male liegend auf dem Grün wieder.

Lange, hohe Bälle, meist auf Aydogmus geschlagen, eröffnete den Kölnern die ein oder andere Chance. In Halbzeit zwei wurde der bullige Stürmer zunehmend müder, während die Bayern nun mehr Stabilität und Ballsicherheit in ihr Spiel bekamen. Zur einzig wirklich gefährlichen Torchance für die Amateure kam es allerdings erst nach einem Fauxpas der Kölner Abwehr gegen Ende der zweiten Halbzeit. Das Tor kurz vor Ende des Spiels fiel dann auch eher glücklich, aber meines Erachtens nicht unverdient. Eine teils dargestellte drückende Überlegenheit der Bayern-Amateure habe ich genau so wenig gesehen, wie die ständig schauspielernden Bayern-Amateure, und auch wenn ich Fortuna Köln deutlich stärker erwartet hätte, geht der knappe Sieg durchaus in Ordnung.

Zwei sehr objektive Spielberichte zum Hinspiel können Sie auch hier lesen:
Der kölsch-objektive Bericht.
Der bayrisch-objektive Bericht.

Für mich erstaunlich war die Präsenz und Lautstärke des bajuwarischen Anhangs. Ja, sicherlich stammten fünfundsiebzig Prozent des Bayernblocks aus dem Umland, und ja, sicherlich boten sie einen nicht zu unterschätzenden Anteil der aktiven Bayern-Szene auf, und ja, freilich durfte ich mich bereits davon überzeugen, dass der Support der Amateure nicht von schlechten Eltern ist, aber in Anbetracht dessen, dass wir uns bemühten, Karten im und am Mob der Fortunen aus Köln zu bekommen, war der Sohn dann doch ein wenig enttäuscht ob der „Leistung“, die dort von den Kölner Rängen geboten wurde. Eine Verbindung vom Versagen zum EFFZEH ließ sich leider trotz intensiver Bemühingen meinerseits nicht schaffen.

Ich hatte dieses Thema ja neulich bereits erwähnt, aber trotz des teils monotonen Singsangs beeindruckte mich der Suppor,t und auch jetzt, einige Tage später, weiß ich nicht, ob es am schwachen Fortuna-Support lag, dass die FCB-Kurve so prägnant laut wa,r oder ob ich genau so wie viele um uns herum stehende Fortuna-Anhänger einfach von einer sehr intensiven Unterstützung betört (verzeiht das bescheuerte Wort, mir fällt kein brauchbareres ein) wurde. Vielleicht kam auch beides ein wenig zusammen.

Ausserdem sorgten mich meine Haare.

Und nun habe ich also einen vom FC Bayern Anhang beeindruckten Sohn. Da behält man den kinderfangenden großen FC Bayern im Auge, damit der Sohn nicht in die falschen Klauen gerät, und die schicken einem die teils recht sympathischen Amateure samt Anhang heimlich durch die Hintertür.

Ausgleichenderweise wurden die Rahmenbedingungen des Hinspiels kölsch geprägt. Das Treffen am Vereinsheim des SC Fortuna Köln offenbarte eine kleine, heile Welt des Fußballs. Unprofessionell organisierter Getreänkeverkauf gepaart mit einem panischem Wurstverkäufer, dem viel zu früh die Ware ausging. Aber im Ernst: Andreas Fettig stand hier ganz entspannt inmitten von Bierganituren und einem optischen Potpourri aus Garagenverkauf, Kuttenträgern und Kölns versammelter Elite. Dies meine ich gar nicht despektierlich , sondern ausnahmsweise im Zusammenhang mit der Stadt ohne Bier einmal aufrichtig ehrlich. Mir fällt wirklich spontan keine weitere Stadt ein, in der man so viele Trikots des Stadtrivalen in vorfreudiger und angenehmer Atmosphäre sehen kann. Effzehler, die gemeinsam mit Fortuna-Fans sich für ihre Stadt freuen. Mal weg von dem „59+1 Kindergarten-Gedisse“, sondern eine Stadt, die sich über die Farben hinweg gemeinsam freuen kann. Das hatte wirklich Flair.

So. Genug Bauchpinselei. Tod und Hass meinem Haarausfall.

Es war Donnerstag, als ich die Planung dann entsprechend anpassen durfte. Termine vorverlegen, da ich am Spiel-Sonntag eigentlich bezüglich diverser Monatsabschlüsse unterwegs sein sollte, und Tickets organisieren, was dank tatkräftiger Unterstützung klappte.

Der Sohn war heiß auf das Rückspiel, und dies gänzlich ohne Sympathien für eine der Mannschaften erkennen zu lassen. Er mochte, glaube ich, den Gedanken, dass es rein theoretisch auch Elfmeterschießen geben könnte, er mochte das Grünwalder Stadion, und es reizte ihn, dort nun auch vor ausverkauftem Haus zwei Teams um den Einzug in die Dritte Liga fighten zu sehen.

Am Samstag gegen 15:00 Uhr war dann soweit angerichtet. Wir hatten Tickets, Papsi hatte Zeit, und Mami konnte damit leben, am Sonntag auf unsere Anwesenheit zu verzichten.

Und doch kam es wieder anders.

Am Sonntag fand zu wiederholtem Male eines der Spiele „seiner“ Mannschaft statt. Die Spielvereinigung – einen Beitritt zieht er in deren Beitritt er in Erwägung, hat ihn aber noch nicht vollzogen – hatte ein Freundschaftsspiel gegen die eigenen Bambinis, und obwohl er bei den letzten Serienspielen jeweils die Anreise ablehnte, entschied er sich dieses Mal, vermutlich in Anbetracht des schlagbaren Gegners, dafür, mitzukicken.

Trotz des niederen Wertes des Spiels war dies einer der wenig zu akzeptierenden Gründe, nun doch nicht mehr nach München zu fahren und wieder alles umzuschmeißen. So wohnten wir am Sonntag dann dem stets ungefährdeten 6:0 gegen die Bambinis der JSG bei.

Ein schöner Moment, ihn nun auch draussen im Trikot gemeinsam mit anderen spielen zu sehen – auch wenn er spielerisch sich nur dreckig und ellenbogenausfahrend gegen ein Meter kleinere Wuselzwerge durchzusetzen wusste. Im Abschlussspiel mit dann durchgemischten Teams schoss er dann noch das „entscheidende“ Tor zum 2:2-Unentschieden. Alles erreicht. Riecht nach Karriereende.

Wir werden sehen, wie es weitergeht. Der Trainer ließ die Jungs vorm Spiel wieder einen Kreis bilden, was dem Sohnemann missfiel, aber diesmal ließ er es zu. Er nahm zwar niemanden in den Arm, schubste aber auch keinen seinen Mannschaftskollegen beiseite, weil die ihren Arm um seine Schulter legten.

Der Einmarsch wiederum – stilecht zur Championsleague-Hymne – gefiel ihm, und dass die komplette Mannschaftsaufstellung durchgegeben wurde, fand ebenfalls positiven Anklang. Der Sohnemann, erfahren und bescheiden wie er ist, ließ es sich nicht nehmen, sich bei Aufruf seines Namens in beide Richtungen zu drehen – auch wenn sich auf der einen Seite des „Stadions“ niemand befand.Wie das die Profis nunmal auch im Stadion machen. Allerdings winkte er nicht.

Ihm gefielen das Spiel, das Drumherum und natürlich auch das Ergebnis sehr, er ließ sich sogar erstmals beraten, was er besser machen könnte, nachdem er ausführlich geschildert bekommen hatte, was er sehr gut gemacht hatet. Ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals Kritik so offen angenommen hat. Ein Monsterfortschritt. Er will nur eben trotzdem nicht wieder hin. Es sei denn, der Trainer gibt ihm das hundertprozentige Versprechen, dass dieser Kreis nicht mehr gemacht wird.„Die Entscheidung dürfte ihm ja nun leicht fallen. Nach diesem Tor. Oder, Papsi?“

Haarige Sache.

Das Rückspiel der FC Bayern Amateure genossen wir dann am Ticker und verpassten einen Höhepunkt an Emotionswechselbädern, wie es heftiger wohl kaum kommen kann.

Der Sohnemann wirkte er ein wenig traurig ob des Resultats. Er hatte sich schon fest auf Bayern gegen Dortmund in der kommenden Saison eingerichtet, ich hingegen war mit dem Ausgang durchaus zufrieden, auch wenn die Art und Weise keinem echten Anhänger der FC Bayern Amateure zu wünschen ist. Dass nun der ein oder andere leidenswillige Trittbrettfahrer plötzlich seine Liebe für die Amateure entdeckt, ist durchaus normal und wird sich wohl (leider) in der kommenden Saison wieder relativieren. Ich wünsche den Jungs ein wenig nachhaltigere Aufmerksamkeit, und dass vielleicht der ein oder andere Spaß an den Amateuren gefunden hat. Dass sich Fortuna Köln durchgesetzt hat, fühlt sich dennoch richtig an. Versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Reserveteams und ich schaue sie gerne, wenn die Qualität stimmt, aber ich traue dem FC Bayern auch in den nächsten Jahren zu, in der Bundesliga im oberen Drittel mitzuspielen, ohne eine Nachwuchsmannschaft in Liga Drei haben zu müssen. Dieses „Katastrophe für die Jugendarbeit…..FC Bayern“ ist für mich Folklore, und in Anbetracht des vermutlich bevorstehenden Wechsels von Sinan Kurt, also eines Spieler, der wohl das Angebot eines Erstligavereins ausschlägt, um zu den Bayernamateuren zu wechseln, auch ein wenig unsinnig.

Nennt mich altmodisch oder verbohrt, aber die Dritte Liga sollte Tummelplatz von Mannschaften sein, die auch eine interessante Rolle im Kampf um den Aufstieg in Liga zwei spielen können und dürfen. Mannschaften wie Darmstadt 98, die nach Jahren in der Versenkung dann den Durchbruch in Liga zwei schaffen, oder auch Preussen Münster. Mir geht es da weniger um Traditionsheimelei, sondern eher um das Gesicht, das Herz und den Charakter eines Vereins. Eine Reserve oder Jugendmannschaft ist und bleibt ein mitfanziertes Anhängsel, eine Mannschaft, die mit dem klaren Ziel der Jugendförderung geführt wird, und als Nachwuchsspielerlieferant für einen Profiverein geführt wird. Das ist wichtig und gut, muss aber meines Erachtens nach nicht innerhalb des Spielbetriebs parallel zu den Mannschaften verlaufen, dessen Existenz an einem Verbleib, einem Erreichen oder einer Platzierung innerhalb der Dritten Liga hängt und die ohne Tropf des Proficlubs ihren Etat bestreiten müssen.

Aber genug abgeschweift. Was zur Hölle ist mit meinen Haaren? Ich raufte sie gelegentlich in der jüngeren Vergangenheit. Zum einen waren da die vom Sohnemann mittlerweile auch preisgegebenen Veränderungen des Projektes.

Er will Gutes tun. Plötzlich. Oder ich soll es tun. Für ihn. Wie auch immer.

Bei der Typisierungsaktion in Nürnberg beim Spiel gegen den BVB fing es an. Seitdem halten wir Ausschau im Rahmen des Spiels, ob es etwas Gutes gibt, was wir tun können.

Eine Kleinigkeit, die wir zurückgeben können, als Dankeschön für die Unterstützung und die positive Aufnahme, die unser Projekt in den Kurven und bei den Anhängern diverser Vereine erhält. Irgendwo sind wir ja auch ein wenig Fremde, die sich dort in teils heilige Gemeinschaften schleichen. Zudem erhoff(t)e ich mir ein paar Learnings für den Sohnemann, das Thema Dankbarkeit betreffend.

In Paderborn hat der Sohnemann sich auf ein Laufband zu Gunsten der www.sonja-reischmann-stiftung.de geschwungen, ist ein paar Kilometer gerannt und war stolz wie Oscar, dass er nun auch einen Beitrag leisten konnte, nachdem mir das Blut abgezapft wurde und wir sonst „leider nur“ finanziell unterstützen können.

Seien es die Startnext-Projekte bezüglich des Franz Jacobi Films der Dortmunder Borussen oder der San Siro Film der Schalke Anhänger. Sehr vielfältige Möglichkeiten bieten St. Paulis Kiezhelden, wo wir ein Turnier supporten durften, und ganz aktuell, wenn auch sehr eigennützig, ein Projekt unterstützt haben, wo es um den Modellnachbau des Millerntor geht. Jay-Jay wird dort als Modellfigur mit eigener Dauerkarte seinen „gewohnten Stammplatz“ einnehmen dürfen.

In Mailand spendeten wir für ein Projekt für die Integration ehemaliger Drogenabhängiger, und in Köln ging eine kleine Spende an die Jugendabteilung des SC Fortuna Köln, die sehr aktiv veraltete Jugendtrikots unters Volk brachte.

Vielleicht hat ja auch hier ein Leser einen heißen Tipp parat, welches Projekt seines Vereins unterstützungswürdig ist. Unser Budget ist immer etwas limitiert, aber man verzichtet auch schon einmal auf die ein oder andere Stadionwurst, wenn man dann weiß , dass es an der richtigen Stelle landet, und wir nicht im Nachhinein das Gefühl haben, rechtsdrehende Eitergeschwüre zu unterstützen, wie uns das vermutlich in Aalen passiert ist. Kommen wir zurück zu meinem Haarverlust. Ja, ich war genervt.

Also, nicht von der Unterstützer-Idee, sondern vom Kölner Anhang.

Ich selbst hätte es kaum für möglich gehalten, aber nach einhundertsechsundziebzig ins Ohr gebölkten Hoeneß-Witzen, die vereinzelte Kleingeister den Spielern und dem Trainerstab zuriefen, einhergehend mit armseligsten Gesangsversuchen, die wenigen Haare des Amateuretrainers betreffend, war ich echt tatsächlich genervt vom niederen Niveau, welches mir teils geboten wurde. (Ja, ja, ausgerechnet ich. Lacht nur.)

Vielleicht ist es mir auch nur so deutlich aufgefallen, weil wir über den Tag verteilt viele sehr nette Menschen endlich auch im realen Leben treffen durften. Oftmals zu kurz. Aber immerhin ein Anfang. Ist es nicht erstaunlich, dass man bei ein und der gleichen Sportart, bei ein und dem gleichen Verein, so extrem unterschiedliche Menschen bei der gleichen Sache antrifft?

Ich will damit nicht sagen, dass man auf Justin-Bieber-Konzerten nur pubertierende Girlies, auf Andrea-Berg-Konzerten ausschließlich notgeile Endvierziger und auf Helene-Fischer-Konzerten ausschließlich mit herausragender Musikkompetenz ausgestattete Mitmenschen trifft , aber die Versammlung ist doch tendenziöser ausgerichtet als ein durchschnittliches Fußballstadion. Dieses Sammelsurium an Menschen mit hohem Intellekt und dem gleichen Maß an Leidenschaft, wie der sich homophob artikulierende Vollidiot und der kopfvakuumgeschädigte Nazi mit intensivster arisch ausgerichteter Fortpflanzung seit Mitte der Vierziger Jahre und nur einem Ast am Stammbaum. Eigentlich schlimm. Also im genanntem Extrem. Ein bisschen innovativen Schmachgesang finde ich noch ganz witzig.

Aber es geht auch anders. Ganz ohne Zensur und ohne IQ-basierte Einlasskontrollen, deren auch ich zum Opfer fallen könnte. Mit ein wenig Courage. Beim Spiel der Bayern-Amateure gab es so eine Szene.

Man kann zu Pyrotechnik stehen wie der Sohn („Geil! Geil! Geil!“) oder wie sein Papsi ( „Ja, schon geil, aber…“) oder eben auch wie Lätta essende Ex-Sportmoderatoren („Ich will keine Kinder brennen sehen“), aber dass während des Spiels im Block der Bayern ein angezündeter Bengalo auf die Laufbahn geschmissen wurde, auf der Balljungen mit dem Rücken zu ihnen standen, war in höchstem Maße asozial. Den Aussagen des Club Nr. 12 glaubend wurde der Täter aber unmittelbar nach Wurf des Bengalos vom eigenen Anhang aus der Kurve verwiesen. Selbstreinigung kann also funktionieren. Ich würde mir diesbezüglich mehr Nachahmer wünschen, insbesondere, wenn es um die Bekämpfung rassistischer Aussagen, der Herren mit meist spärlichem Haupthaar geht. Überall.

Apropos Haupthaar.

Es war auf der Rückfahrt.
„Papsi, guck mal was ich retten konnte.“
Er wühlte in der Tasche seiner Jeans, und präsentierte stolz grinsend ein Büschel Haare.
Er war den Tag zuvor beim Friseur Schnippinator, und hat wohl mittlerweile auch mitbekommen, dass dieses Haarrecycling, von dem ich ihm immer erzählte, nicht so ganz der Wahrheit entspricht, und hatte somit während der Schneiderei immer wieder einzelne Büschel in die Hosentasche gestopft, um diese vor der Entsorgung zu retten.

So ganz sorgenfrei touren wir wohl eher selten.

Next Stop: Metallica.

Fettes Dankeschön an Jan, der hier einen sehr lesenswerten Bericht zur gesamten Relegation verfasste, und an @wolke1900, die uns kurzfristig mit Karten für das Rückspiel versorgte und auch den „Rückverkauf“ organisierte. Außerdem ein fettes Dankeschön an all die netten Twitterer, die wir treffen durften.

Den Rest schreibt der Sohn.

3 Gedanken zu „Haarig

  1. Kiezkicker

    Was für ein unfassbares Kacktor, da wird der Zeigler seine helle Freude dran haben. Befreiungsschlag, der quasi ins Tor rein kullert… *kopfschüttel*

    Wegen dem Kreis und dem sich in beide Richtungen drehen: Naja, als Aspie ist man quasi immer in der Beobachterrolle und will sich dann eben extrem genau so verhalten wie andere sich verhalten, um nicht aufzufallen – und wenn JayJay dann halt im Profifussball jenes immer wieder sah, dann macht man das als professioneller Spieler eben so. Tick ihn mal an und sag ihm, dass er der einzige ist und das er sich vielleicht so verhalten soll, wie seine Manschaftskameraden, auch wenn ihm als Kapitän dann natürlich trotzdem nicht einleuchten wird, wieso er sich nicht schon mal vorsorglich bei möglicherweise ja bald noch kommende Zuschauer auf der anderen Stadionseite für ihre Unterstützung bedanken soll. :o)

    Das mit dem Modellbau – Millerntor finde ich auch ganz grandios, mich gibt es da ebenfalls, allerdings wohl gegenüber von JayJay – http://www.ipernity.com/doc/kiezkicker/album/530237?view=0 – wie die das hinkriegen, ich schwärme, obwohl ich mit Modellbau ansonsten eher nicht so viel anzufangen weiss… Danke, dass du noch mal schriebst, was denn bei St. Pauli nun eure gute Tat war, da hatte ich ja neulich nachgefragt. :o)

    Und nette Haarstory. :p

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  2. xxlhonk

    So viele gute Taten? Ich rieche da einen Steuerskandal epischen Ausmasses… Aber ansonsten lese ich das hier. Immer. Mit ganz viel Freude. Und ich freue mich wirklich auf das Buch. Das wird. Kommen. Bestimmt.

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