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Bonjour

Bonjour.

Für mehr reicht es leider nicht mehr. Trotz Französisch als erster Fremdsprache. Ein nettes Wochenende liegt hinter uns. Wir sind sechs Stunden mit Regionalbahnen bis ins benachbarte Ausland gefahren, um dann ohne Tickets beim völlig ausverkauften Spitzenspiel der zweiten französischen Liga zu landen. Es wurde mit Fahnenstöcken auf uns eingeprügelt, wir wären fast verhungert, wir erlebten, als einzige gänzlich unvermummt, den Beginn der dritten Halbzeit, wir saßen auf den beschissensten Plätzen des Stadions – kurzum, es war ein gigantisch gutes Wochenende. Weiterlesen

Berlin,Berlin!

„Ooooorrrrrrr, Mama, nie darf ich neben Dir sitzen“

„Krieg ich was Süßes?“

“Ich muss Pipi“

(Manchmal) hat es auch was Gutes stolzer Papa eines aussergewöhnliches Kindes sein zu dürfen.

Während es einigen Kindern gelang, sowohl ihren Eltern als auch vielen anderen Mitreisenden des ICE 595 von Berlin nach München den letzten Nerv zu rauben, saß mein Sohn buddhagleich auf Platz 12 des Wagen 5 und zog sich genüsslich das „50 Jahre Bundesliga Hörbuch“ des 11 Freunde Magazins  rein, um sich direkt im Anschluss dem Beginn von Folge 42 von Collinas Erben einzuverleiben. Zeitgleich studierte er alte Taktikanalysen der Sport Bild und verglich, in diesem Fall Spielsysteme der acht! verbliebenen Championsleague – Teilnehmer.

Es ist dann schon ein wenig beängstigend/beschämend/peinlich/erniedrigend wie mich mein 7-jähriger Sohn mit ein oder zwei Fragen zu den Vorteilen des 4-2-3-1 gegenüber des 4-3-3 im ICE Großraumabteil da stehen lässt, wie Lothar Matthäus vorm Sendechef von Al Jazeera.

Planlos vor Mannheim. Weiterlesen

Wolfgang Stark seine Ohren

Ich denke die Bwin Quote für:

Hoeneß-Haftbefehl

+FC Bayern München – FC Barcelona 4-0

+Borussia Dortmund – Real Madrid 4-1

+Götze, Rode und Lewandowski zum FC Bayern

+Korruptionsvorwürfe FCB

hätte zum Zeitpunkt des erlebten Spiels so ca. bei 10 Sexdezilliarden zu 1 gelegen.

Egal, es ist complianciert. Weiterlesen

Big Crunch

„DU BIST EIN GUTER JUNGE“  bölkte die Alte meinem Sohn ins Gesicht während sie ihm auf den Kopf tätschelte.

Schnell wurde klar, dass ein zu offener Umgang mit den Problemen unseres Sohnes mehr Schaden anrichtet als das es hilft. Die Menschen meinen es vielleicht gut, können aber bei Behinderungen nicht differenzieren.  Die oben beschriebene Reaktion unserer damaligen Nachbarin war einer der Gründe es schlichtweg zu unterlassen  meinem erweiterten Umfeld die Situation meines Sohnes zu erklären.

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Geerbte Dauerkarte

Mein Ur-Opa, mein Opa und mein Vater standen jeweils mit ihren Söhnen in der Kurve und somit war klar, dass ich meinen Sohn auch auf die einzig echten Farben polen möchte muss. Es war der letzte Wunsch meines Opas am Sterbebett und deswegen stand ich nun am vergangenem Wochenende erstmals im Block des …..

Bullshit! Meinen Opa hat Fussball kaum interessiert und mein Dad war mit mir Anfang der Achtziger ein einziges Mal im Rheinstadion woran ich nur eine blasse Erinnerung habe. Und überhaupt. Ich stehe nicht Woche für Woche in DER Kurve, sondern Woche für Woche in einer Kurve, oder zumindest in der Nähe einer solchen.

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