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Habemus Mannschaft!

Fortuna

 

Ich war selten so siegessicher.

05. April, 20:41 Uhr. Der Aufschlag war dumpf und hart. Dies musste der Höhe des Überheblichkeitsfluges geschuldet sein. Man hörte aber keine Knochen splittern. Das ist auch gut so. Das Skelett schützt ja auch irgendwo das Herz. 

Und das ist rot und nicht blau. Weiterlesen

Bye bye Bayern!

Ich hatte es befürchtet, aber der Doktor , den ich dazu befragte, obwohl ich ihn eigentlich nur wegen meiner Erkrankung aufsuchte, bestätigte mich.

„Es schlagen keine zwei Herzen in Ihrer Brust“

Welch Schock.

Ich konnte somit nicht gleichzeitig Fan des FC Bayern München und  von der Fortuna aus Düsseldorf sein. Ich ahnte es schon länger , hatte aber nun die finale ärztliche Bestätigung.

Ich denke man konnte  diesem Doc trauen.

Es gelang ihm schließlich auch meinen tödlichen Ebola-Virus in einen einen „kleinen viralen Infekt“ zu verwandeln.

Ich wies ihn sicherheitshalber auf die außerordentliche Größe meines Herzens hin und den vielen Platz , den ich dort bereits Menschen einräumte. Doch Monsieur Docteur riet mir dringend davon ab mein Herz einer chirurgischen Teilung zu unterziehen.

Ein Herz. Ein Verein.

Wie schon gesagt ich war mir sowieso nicht mehr sicher ob der FC Bayern meine Ansprüche als Fan erfüllt.

Ein echter Fan muss ja in emotionaler Beziehung zu seinem Verein stehen. Eine emotionale Beziehung wiederum ist kein eindimensionales Konstrukt, sondern ein innig verwobenes Gefühlslabyrinth, mit Bergen, Tälern  und  schmerzhaften Hindernissen und vielfältigsten Achterbahnähnlichen Taumeleien von Frust über Verzweiflung zu bedingungsloser Liebe und wieder zurück. Man weiss nie so genau was einen hinter der nächsten Ecke des Labyrinths erwartet.

Wie viele Emotionsschichten verbirgen sich eigentlich zwischen dem völlig überraschenden Gewinn der Championsleague und dem unerwarteten Absturz in die 3.Liga.

Millionen hauchdünn geraspelte unterschiedliche Schichten ?

Egal, denn diese Frage ist fast schon unseriös. Jedes Team hat eigentlich seine Range, eine Bandbreite an Tabellenplätzen in der man sich in aller Regel aufzuhalten hat.

Traurig , ist aber so.

Bewegt sich der Verein innerhalb dieser Range so ist die Anhängerschaft zufrieden, gibt es Ausreisser nach unten oder bewegt man sich dauerhaft im unteren Segment dieser Bandbreite so ist die Stimmung im Fanlager dementsprechend schlecht.

Wagt es ein Verein gar die untere Grenze seiner Range dauerhaft zu verlassen so drohen Revolten, Aufruhr und Boykott.  Bricht aber ein Verein nach oben aus seinem ihm vorgegebenem Rahmen aus gerät der Fan zeitweise in völlige Ekstase.

Gut, es gibt auch Städte wie Köln und Berlin , wo jeder kurzzeitigste Ausbruch nach oben ausreicht um den gerade mühsam erklommenen Platz sofort als neue Untergrenze zu definieren und die Bandbreite nach oben in galaktische Sphären zu hieven, aber um diese Vereine soll es ja nicht gehen.

Es geht um MEINEN FC Bayern.

Es war tatsächlich Uschi, die mich hinterfragen ließ ob da noch so alles intakt läuft in meiner Beziehung mit dem FC Bayern. Es waren nicht Ihre königsblauen Reize, sondern es war Ihr Umgang mit Ihrer Beziehung. Ein ganz normales Bundesligaspiel. Es gab nur 3 Punkte. Der Gegner war spielerisch unterlegen. Es war nur eine Frage der Zeit bis man ihn bezwungen hatte. Der Gegner hatte bisher auswärts nichts geholt. Und trotzdem litt Uschi nach dem 1-1 als würde in diesem Spiel entschieden werden welcher Verein ab morgen aus der Bundesliga direkt in die Kreisklasse D absteigen müsste.

Hatte ich jemals so intensives Miterleben bei MEINEM FC Bayern?

Ich habe einige Tage gebraucht um das Erlebte zu verstehen und meine bisherigen Fanerlebnisse , meinen Umgang mit Erfolg und Misserfolg des FC Bayern zu reflektieren.

Das Ergebnis machte mich traurig.

Fast jeder Verein der 1 und 2. Bundesliga hat eine Bandbreite zur Verfügung , die eine Vielzahl an Emotionen erlaubt. Man nehme den HSV, Schalke 04 oder auch den SC Freiburg. Eine Bandbreite umfasst im Normalfall  minimum 4-6 Tabellenplätze, ggf. auch Liga übergreifend.

Zusätzlich spielt dann aber die Attraktivität des gezeigten Fussballs eine entscheidende Rolle.

So weiss man in Hannover (zufällig gewähltes Beispiel)  die Attraktivität des durchs eigene Team gespielten Balles zu schätzen und toleriert vielleicht auch eine Saison ausserhalb des internationalen Geschäfts, also am unteren Rand der Bandbreite.

Oder beim VFB Stuttgart, wo sich vielleicht eine der grottigsten Rückrunden vergangener Jahre sich hinter Pokalerfolgen auf nationaler oder internationaler Ebene verstecken darf.

Das was ich in Schalke erstmals so intensiv erleben durfte war quasi die erhöhte Sensibilität des Fans beim gratwandern auf Bandbreitengrenzen.

Aber wie ist das bei meinem FC Bayern?

Größte Fanbase Deutschlands?

Rekordmeister der Rekorde.

Explodierende Mitgliederzahlen.

Alles noch imposanter.

Alles dadurch noch gefühlsintensiver?

Nö.

Die Siege langweilen mich, da sie Folge großartiger Investitionen sind. Man kann doch nicht feiern, wenn man einen deutlich Schwächeren besiegt hat. Man hat doch dann nur seine sportliche Pflicht erfüllt.

Leidenschaft.

Eine Währung, die anscheinend auf keinem Festgeldkonto liegt.

Die Bandbreite des FC Bayern ist gleich Null. Normalität ist die deutsche Meisterschaft.

Normalität mit Stern wäre das Double. Es sei denn der BVB holt die Champions League in diesem Jahr. Dann ist pöltzlich selbst ein Double wertlos.

Ausgelassene Freude herrscht dann eventuell beim Triple.

Dauerhafter Ausbruch nach oben ?  Unmöglich oder dann einfach entsetzlich langweilig.

Ausbruch nach unten? Gefühlt alles was nicht Platz 1 ist.

Dies ist bei näherer Betrachtung eine mittlere Katastrophe.

FC Bayern Fans genießen vielleicht. Eventuell ärgert man sich auch über schlechte Spiele , ist wütend, regt sich auf, ist traurig.

Aber leiden? FC Bayern Fans leiden nicht.

Diese Problematik nimmt aktuell Auswüchse, die mir gelinde gesagt fürchterlich auf die Eier gehen.

Der FC Bayern hatte am vergangenen Wochenende ein unerwartet aufregendes Spiel abzuliefern.Während die bajuwarische Presse Tipps veröffentlichte was man alles während des Spiel erledigen könnte, ging es auch in den sozialen Medien lediglich um die Höhe des Sieges, den errechneten Meistertermin, die fehlenden Punkte zur Punkt-Tor-Sieg-Wenigste Gegentor-Keine Ahnung -Rekord-Meisterschaft, sowie der Vergleich der Follower-Anzahl zwischen dem FCB und dem BVB bei Twitter.

Und weil das nicht schon traurig genug ist , ist das Hauptthema der Bayernfans nach Spielende die  Niederlage der Dortmunder Borussen und die Tatsache, dass kein Spieler und kein Verantwortlicher dazu Stellung beziehen wollte.

Ich sag´s ja nur ungern. Aber selbst ohne Gegentore und mit 34 Siegen kann niemand die letzten zwei Jahre ungeschehen machen. Die lassen sich auch nicht wegkaufen. Das waren Effizienzmeisterschaften der Dortmunder Borussen. Meisterschaften, die nicht auf dem mit Abstand höchsten Lizenzspieleretat basierten.

Unholbar für den FC Bayern.

Mit Spieleretats weit oberhalb aller nationalen Mitbewerber holt man logische Meisterschaften.

Bayern Fans leiden nicht.

Und lasst uns bei Leiden bitte nicht von 3 oder 4 Spielen ( Madjer, Sloskjaer, Drogba)  in zwanzig Jahren FC Bayern sprechen.

Vielleicht wurde „gelitten“, beim DFB Pokalfinale, als man laut Fipsi Lahm eigentlich die bessere MAnnschaft war und trotzdem…..

 

Bitte.

Man kann die Eingangsfrage natürlich weiter spinnen.

Wenn „Fan sein“ eine emotionale Bindung voraussetzt, man mit dem FC Bayern aber gar nicht die volle Bandbreite an Emotionen erleben kann, dann ist der Begriff „Bayern-Fan“.

Spinnt dazu Eure eigene Story weiter. Mir ist es ehrlich gesagt auch egal.

Wäre  es unfair die Fortuna mit dem FC Bayern zu vergleichen ?

Titel. Erfolge. Siege ohne Ende. Tore. Geile Transfers.

Und auf der anderen Seite :

Konzeptfu.. , äh,… Fortuna Düsseldorf.

Aber hey!

Deutscher Meister 1933.

Ich kann auch gar nicht so richtig sagen warum es so ist wie es ist, aber die Katemann Einwürfe haben mich tatsächlich schon immer mehr beeindruckt als die Basler Freistöße und das linke Bein von Baffoe habe ich wenn auch über Umwege schließlich mitfinanziert.

Fortuna hat Style. Einen Style , den ich mag.

Für mich war und ist die Fortuna Mischung aus erfolgsorientiertem enorm effizienten Kampffussball und einer kreativ-loyal-demütig-lautstärksten  Fanbase perfekt.

Und ja, es ist richtig. Wie eingangs erwähnt spielt auch das Spielen von attraktivem Fussball eine Rolle.

Aber ich bin ja auch nicht Hoffenheim Fan in Jahr 1 nach Aufstieg in die Bundesliga geworden und so etwas unterliegt nunmal auch der Verhältnismäßigkeit des vorhandenen Materials. Und es spricht ja nichts dagegen sich auch Spiele vom BVB, vom SC Freiburg oder auch vom FC Bayern München anzuschauen, wenn man einfach nur Bock hat ein geiles Game zu sehen.

Aus dem Levels wird sicherlich kein Coentrao werden.  Und wer Menschenfresser Latka,  Stehaufmänchen Lambertz und Wirbelwind Kruse nicht mag, der kann sich ja an einer vier Ligen umfassenden Bandbreite des Vereins erfreuen, was in der jüngeren Vergangenheit ausser der TSG 1899 Hoffenheim auch niemand zu bieten hat.

Ich möchte endlich mit Überzeugung von „WIR“ sprechen, schreiben, denken und das kann ich mit eurem FC Bayern nicht, wenn immer wieder Personen aus dem handelnden Umfeld sich so verhalten wie sie es tun. Nicht einmal. Ständig. Auch das geht mir auf den Senkel und da werden fünfzig Retterspiele nichts dran ändern.

Von daher . Einzig logisch. Einzig sinnvoll.

Nach über 20 Jahren Rumgeknutsche und Gefummel.

Bye, bye, Bayern!

Wir können Freunde bleiben.

Denn nur wo Leid ist kann auch Liebe sein.

Ich glaube ich bin verliebt. Ob es ernst ist? Ich weiss es nicht.

Es ist jedenfalls mehr als Rumgeficke. Vielleicht bin ich ein Misserfolgsfan, aber gibt es einen besseren zeitpunkt dem FC BAyern vollends den Rücken zuzukehren?

fümmenneunzicholé!

Übrigens, als Information, gerne auch für Nicht-Fussballfans. Der Herr Doktor wies mich auch darauf hin , dass gelegentliche Schwindelanfälle nicht begründet sind in der Gewissheit die ganze Welt drehe sich nur um einen selbst.

Auch den Zusammenhang den einige BAyernfans vielleicht zwischen ihren Bauschmerzen und

„Ich = Nabel der Welt…..“ suchen…

VERGESST ES! Demut steht jedem.

 

 

 

 

 

Schalke-Dschohnsi, Sohni, Uschi und ich

Pott! Viel gehört und jetzt auch endlich gesehen. Die „Mannschaft-für-Sohn-Findungskommission“ brach zeitig am Samstamorgen auf, um eventuell noch in den Genuss der Sky-Konferenz zu gelangen.

Ankunft: 14:00 Uhr.

Ich bin mir nicht sicher, aber vermutlich gibt es keinen Ort in Europa,in dem der Verein und die Stadt so eng miteinander verbunden sind wie in Gelsenkirchen. Schalke-Flaggen stehen Spalier beim Gang durch die Innenstadt. Der Bäcker, die Hotels und der Fleischer bieten diverse Fanartikel an oder stehen zumindest damit hinter ihrem Verkaufstresen Die Farbe gelb würde nicht existieren, wenn McDonald’s nur den Hauch einer Ahnung hätte, was ein blaues “M“ dieser Stadt bedeuten würde und wie viel Mehrumsatz dies bringen könnte.

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