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#2 Der Führer

Der Sohn hat es wieder getan. Er benötigte ein wenig mehr Zeit, aber es brachte ihm Freude. Bezüglich Zeichensetzung habe ich ein paar Kleinigkeiten verändert. Ansonsten behoben sich einige Fehler in innigen Dirty Talk geprägten Zweikämpfen zwischen dem Sohn und den Word-Korrekturvorschlägen. Viel Spass.

27.05.2014

Jetzt muss Papsi endlich glauben das ich der Führer von den Wochenendrebellen bin. Papsi will nicht glauben das ich der Chef bin. Jetzt haben Leute geschrieben ich muss immer schreiben oder mindestens mehr als Papsi. Das finde ich natürlich gut. Papsi findet das aber nicht. Das haben wir oft das wir mit meinen Regeln Probleme haben. Eigentlich sind die aber ganz logisch. Eine davon ist das ich nicht aus Bechern oder Flaschen trinke aus denen andere schon getrunken haben. Auch nicht wenn es meine Mami war. Papsi findet das komisch weil ich auch mal an Eisklumpen lecke an die Hunde vielleicht drangepinkelt haben.

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Die Geister, die ich rief.

Vor einigen Tagen leckte ich Multivitaminsaft vom Tisch um das Familenfrühstück zu retten und auch sonst habe ich mein Leben fest im Griff. Weiterlesen

Es wäre so wichtig….

Es wäre so wichtig für die Region.

Wie ich diesen Satz liebe. In diesem Fall betraf er: Kassel oder eben die Region Nordhessen.

Über Jahrzehnte ist es hier nicht gelungen aus der guten geografischen Lage ausreichend Kapital zu schlagen.Nun sollten es die Fußballer regeln, die sich aber im Hinspiel schon eher wehrlos der Kieler SV geschlagen gegeben haben.

Was sollten diese eigentlich für die Region tun? Was versucht man eigentlich mit dieser bescheuerten Aussage zu erreichen? Erhoffte man sich z.B. in Kaiserslautern, dass die TSG Hoffenheim sich in Anbetracht der Wichtigkeit für die Region frühzeitig ergeben würde? Oder war es für deren Region gar wichtiger? Ein Kampf der Regionen?

Mmh, wo waren wir stehen geblieben ?

Region-alliga. Relegation zur 3.Liga. Rückspiel und wir reisten an. Aus der Region.

Sohn und ich genossen eine kurze Anreise mit der Regiotram (Nein, da fehlt kein „n“). Es sind ca. 45 Minuten vom Nachbarort direkt bis vor die Eingangstore des Stadions. Wir diskutierten erneut über eine der Mannschaften, die im Rahmen des Projektes auf der Strecke geblieben sind. Gleich zwei Mannschaften wurden im Rahmen des Berlin Wochenendes aussortiert (Bericht folgt). Neben der TSG Hoffenheim verabschiedete sich somit nun schon das zweite Team aus unserem Projekt.

Papsi muss sehr stark sein.

Fortuna Düsseldorf.

Begründung:

„Ich bin kein Fan von einer Mannschaft, die nur verliert und absteigt. Das macht mir keinen Spaß.“

Klingt nach einer vielversprechenden, treuen und loyalen Fankarriere, die Sohnemann da anstrebt. Seltsamerweise führt er die Begründung bei Fürth nicht an, was der Einstieg zu einer interessanten Diskussion war, die wir auf der Rückfahrt dann weiter führten. Es würde ausufern, dies in allen Details zu schildern, aber auch im Umgang mit seiner Schwester, die er über alles liebt findet er ja häufig so liebevolle Worte wie:

„Ich schubse Dich die Treppe runter und du stirbst“

Diese Äußerungen, die in unterschiedlich drastischen Stufen immer mal wieder vorkommen sorgen uns mittlerweile nicht mehr. Sie sind nicht mehr als ein Versuch, das anscheinend nicht immer angenehme Gefühl sich zu jemandem hingezogen zu fühlen, zu kaschieren. NIEMALS würde er seiner Schwester bewusst etwas zu Leide tun und auch mir und seiner Mama gegenüber pflegt er ja durchaus desöfteren eine derbe Wortwahl.

Eine ähnliche Konstellation könnte sich hier zwischen ihm und der Fortuna anbahnen, wobei dies durchaus auch nur der Liebe zu seinem Dad geschuldet sein könnte, da er mittlerweile mitbekommen hat, dass ich der Fortuna aus Düsseldorf doch recht zugetan bin.

Ich stelle gerade fest wie außerordentlich gut es mir gelingt mir schön zu reden, dass mein Sohn die Fortuna aus Düsseldorf wohl ziemlich kacke findet.

Aber vielleicht hängt es auch mit seinem Widerborst in Verbindung mit Niederlagen zusammen. Wie auch immer. Die Fortuna ist raus. Und das habe ich jetzt erst einmal zu akzeptieren. Auch wenn Sohnemann tröstend auf mich einwirkte und mir mitteilte, dass wir die Fortuna ja im nächsten Jahr noch bei vielen Auswärtsspielen sehen können, wenn wir die fehlenden Zweitligastadien besuchen.

Ich verstehe ihn nicht.

Die Stimmung war schon bei Ankunft ansprechend. Knappe 18000 Zuschauer haben sich wohl ins Auestadion verlaufen um für die Region ihren Fan-Support zu leisten. Das Rahmenprogramm, welches kaum vorhanden war empfand ich als sehr angenehm. Eine kurze Rede des Vorstands, der Hinweis auf die faire Begrüßung, die die KSV Hessen Kassel Fans in Kiel erfahren durften, sowie die Begrüßung von Dieter Hecking, der sich mit Frau Gemahlin im Stadion befand. Ein Bundesligatrainer im Kasseler Auestadion. Das war so wichtig für die Region.

Der Stadionsprecher begrüßte noch schnell die Kieler und wünschte Ihnen viel Erfolg in der kommenden Saison, in der Regionalliga Nord und schon ging es los. Die Kieler hatten zu Beginn nicht viel mit der Mannschaft gemein, die die Hessen am vergangenem Mittwoch förmlich überrannten. Kassel war in allen Belangen überlegen, wenn auch zu keinem Zeitpunkt wirklich zwingend. Mayer und Schmeer gefielen auf Seiten der Hessen, während auf Seiten der Holsteiner sich abermals Herrmann in mein Herz spielte. Diese stürmerfressende Fußschelle legte schon im Hinspiel eine Partie hin, die sicherlich auch oberhalb der dritten Liga Anklang gefunden hätte. Diesmal beeindruckte der Ex-Osnabrücker mit Ruhe und Übersicht, während es so nach und nach hektischer wurde und das Kasseler Publikum eine Stimmung ins Rund Oval zauberte, die vermutlich auch den ein oder anderen Bundesligisten hätte erblassen lassen. Es kam wie es kommen musste. Die Holsteiner sind das erste Mal vorm Tor und was auch immer der KSV Hessen dort, in der Region vorm Tor, vor hatte.(Abseitefalle?)  Es ging schief. 0-1.

Da half dann auch das 1-1, welches dem KSV Hessen quasi mit dem Halbzeitpfiff gelang, wenig.

In der Halbzeit versuchten einige ( 3 oder 4 ) hirnrissige Vollidioten ein Borussenfront -Banner aufzuhängen. Der Inhalt war nicht komplett lesbar, da der Rest der Tribüne ihnen wohl recht deutlich machte was sie davon halten. Während win weiteres Dutzend  „Nazis raus“ skandierte wurden die Jungs von den Ordnern mit Ihrem Siffbanner aus dem Stadion geleitet. Ein fabelhaftes Beispiel wie man mit so einer Situation umgehen kann ohne diesem Dreckspack eine Plattform bieten zu müssen, gleichzeitig aber auch ein Zeichen, dass man es sich nicht so einfach machen kann und dies als ein Problem in Dortmund abtun kann.

Das Ende.

Das 1-2 für Kiel.

Auf Haupt, Ost und Nordtribüne war es schlagartig ruhig und die ca. 1000 mitgereisten Kieler Fans nahmen das Stimmungszepter in die Hand und gaben es auch bis zum Schlusspfiff nicht mehr her. Urplötzlich war auch die Stimmung alles andere als außergewöhnlich. Ein kleiner Kern  im Kassler Nordtribünenblock feierte den Verbleib in Liga 4 während man sich um mich herum darüber aufregte, wie wichtig dies für die Region gewesen wäre und das man mehr erwartet hätte von der Mannschaft.Ob der Trainer überhaupt der richtige ist? Hat die Mannschaft genügend gekämpft?  Wollte Mannschaft überhaupt aufsteigen? Für die Region. Fragen um deren beantwortung ich mich glücklicherweise nicht beantworten musste.

Was bleibt?

Ein Aufsteiger, der insgesamt eine Halbzeit absolut grandios Fußball gespielt hat.

Hannibal „Hermann“ Lecter, den ich mir sicherlich im nächsten Jahr noch einmal anschauen werde und ein grottiger, selbstgefälliger Kieler Torwart, der versuchte kahnesk zu provozieren aber jegliche Leistung dahinter vermissen ließ.

Kasseler Fans, die mich dank Ihres tiefgründigen Chants: “ Arschloch, Wichser, Hurensohn-Deine Mutter hatt´ ich schon“, in die Bredouille gebracht haben.

Berichte von Auseinandersetzungen und Keilereien nach dem Spiel ? Wir sahen feiernde Kieler und feiernde Kasseler. Kein Gerangel. Keine Schlägereien.

Ein Tabellenerster der Regionalliga, der nicht aufsteigt und ein Absteiger der dritten Liga , der nicht absteigt. Vielleicht hat bei Gelegenheit ein Verantwortlicher der DFB eine idee, wie man dem Aufstieg/Absteigs/Lizenz-Chaos entgegen wirken kann. Eigentlich recht einfach.

Zu guter Letzt ein Spieler aus dem Norden mit dem Vornamen Fiete.

Vermutlich wichtig für die Region.

Herzlichen Glückwunsch nach Kiel. Alles in allem ein absolut verdienter Aufstieg.

P.S. Lasst die Klatschpappen weg. Mit diesen Fans braucht ihr die gar nicht.