Hervorgehobener Beitrag

Was die Wochenendrebellen machen & Termine Lesereise

Wir sind Vater & Sohn, Blogger, Autoren, Podcaster und Unterstützer der Neven-Subotic-Stiftung. Seit Jasons siebtem Lebensjahr bloggen wir in unregelmäßigen Abständen über die Suche nach einem Lieblingsfußballverein für meinen Sohn. In alten Blogbeiträgen findet man noch die Namen Martin und Jay-Jay, da wir die ersten fünf Jahre anonym bleiben wollten. Jason sollte einmal selbst entscheiden ob er die teils doch sehr persönlichen Einblicke, Weiterlesen

Podcast mit Oma

Podcast mit Oma- War früher alles besser?

In der letzten Folge habe ich mit meinem Opa über ein brisantes Thema gesprochen, einige Menschen behaupten immer wieder: „Früher war alles besser.“. Doch ich kann mir darüber natürlich nur schwer ein Urteil bilden, schließlich habe ich das „früher“ nie erlebt und selbst Papsi hat dort nur eine relativ beschränkte Sicht.

Nachdem ich diese Frage zuletzt mit meinem Opa erörtert habe, kam nun meine Oma, geboren im Jahr 1953, zu Wort – natürlich ebenfalls coronabedingt mit gegebenem Sicherheitsabstand. Als sie geboren ist, war Josef Stalin noch an der Macht und Elisabeth II. war noch nicht gekrönt worden, wenn es um das Thema „Früher war alles besser“ geht, ist sie also die ideale Ansprechpartnerin. Im Gegensatz zu den meisten Menschen die sagen „Früher war alles besser.“ weiß sie also auch, wovon sie spricht, wenn sie „früher“ sagt.

Sie konnte natürlich die ein oder andere Geschichte meines Opas nochmal aus ihrer Perspektive erläutern und teils etwas zurechtrücken. Tatsächlich unterscheideten sich die Geschichten und Erlebnisse beider vor allem in der Kindheit überraschend stark, obwohl sie in ähnlichen Epochen unter ähnlichen Bedingungen stattfanden.

So habe ich natürlich auch mit meiner Oma über die politischen Ereignisse der jeweiligen Zeit gesprochen, von den Anfängen des Kalten Krieges über die Mondlandung, den Mauerfall, die Anschläge des 11.Septembers bis zu den technologischen Entwicklungen der letzten Jahre – und noch vieles mehr. Sie erzählt, wie sie diese Veränderungen erlebt hat und auch wie sie sich auf ihr persönliches Lebens ausgewirkt haben.

Der größte Teil des Podcasts besteht aber aus persönlichen Erzählungen über ihre Erlebnisse unter den damaligen Umständen. Das beginnt mit ihrem Alltag als sie so alt war wie ich – obwohl er sich natürlich grundlegend von meinem unterscheidet, gibt es auch Gemeinsamkeiten: Sie hat ebenfalls gearbeitet und sich auch nicht dem Willen ihrer Eltern unterworfen. Spätestens bei ihren Besuchen in der Disko und dem Rückweg nachts zu Fuß durch den Wald enden die Gemeinsamkeiten aber auch.

Sicherlich wichtig ist aber ihre Geschichte davon, wie sie meinen Opa kennengelernt hat, denn interessanterweise unterscheidet sich sich etwas von seiner Version aus der letzten Folge. Überhaupt liegen einige Angaben manchmal ein wenig auseinander – aber davon könnt ihr euch ja dann selbst ein Bild machen.

Doch so nostalgisch und lustig diese Geschichten aus früheren Zeiten auch sind, letztlich kamen auch wir zu dem Schluss, dass das Leben heute leichter und unbeschwerter ist, doch uns ein wenig der damaligen Einstellung momentan auch nicht schaden würde. Doch ob es so bleibt, dass unser Leben auch in Zukunft automatisch einfacher, leichter und schöner wird, darin waren wir uns nicht einig.

Denn natürlich hat der Blick in die Vergangenheit vor allem einen Zweck: Lernen für die Zukunft. Hier hat meine Oma einen etwas optimistischeren Blick als ich, sie meint, wir könnten die Kurve noch kriegen. Ich hoffe sie hat Recht und ich kann in einem Podcast mit den Enkeln meiner Schwester mit Recht sagen: „Früher war alles besser? Nein.“

00:02:00 1953

00:06:00 1959

00:09:00 Angst: Früher vs heute.

00:12:00 1972

Volljährigkeit und der Umgang damit.

00:15:00 Kennenlernen Opa.

00:20:00 Abschied von daheim und wie meine Oma Weihnachten kennenlernte.

00:22:00 Germknödelgate

00:24:00 1974 Hochzeit

1977 Geburt des ersten Kindes

1980 Geburt des 2.Kindes

00:45:00 Interesse für Politik

00:55:00 1980

00:58:00 1989 Mauerfall

01:05:00 1992 Gründung EU

01:06:00 2001 Anschläge in den USA.

01:14:00 2002 Euroeinführung

01:18:00 2004 Smartphones

01:28:00 2005 Das Jahrhundertereignis

01:29:00 2010

01:31:00 2020

01:35:00 Wie wird die Zukunft?

War frueher alles besser?-Ein Bild voin meinem Opa als er grob in meinem Alter war.

Früher war alles besser?

Früher war alles besser: Weniger Kriminalität, mehr Wertschätzung und ein gemütlicheres Leben, so sehen es laut einer Umfrage aus dem Jahr 2018 gut zwei Drittel der Europäer. Doch wie war es früher eigentlich? Darauf haben die wenigsten, die das behaupten, eine Antwort und auch ich kann mir darüber schwer ein Urteil bilden – das einzig Nostalgische, das ich über die Vergangenheit sagen kann ist meistens: „Als ich in deinem Alter war, war der Pluto noch ein Planet.“, und selbst das nur zu Babys.

Daher habe ich diese Frage mit jemandem erörtert, der das früher und das heute kennt, der 1950 geboren ist – zu einer Zeit noch vor dem ersten Satelliten und vor der Entschlüsselung der DNA: Mein Opa. Coronabedingt mit dem gegebenen Sicherheitsabstand sprachen wir über die letzten 70 Jahre Menschheitsgeschichte. Kaum jemand kann wohl besser beurteilen, ob es früher wirklich besser war – und wenn ja, dann wann denn genau?

Wir haben von den 50ern bis zu den 2020ern die Ereignisse jedes Jahrzehnts besprochen und natürlich auch mal diskutiert: Dabei sprachen wir über Reaktionen auf die Mondlandung, den Mauerfall, den Euro und Gründung der Europäischen Union. Über politisches Engagement, die Notstandsgesetze, die Umweltbewegungen und die Grünen zu Opas Zeit, über Survival-Pakete zur Jahrtausendwende und Zugfahren in den 50ern. Über die Zeit bei der Bundeswehr (oder besser gesagt die Zeit, wo er eigentlich bei der Bundeswehr hätte sein müssen), den damaligen Umgang mit dem zweiten Weltkrieg und warum es schon damals Verschwörungstheorien gab.

Aber wir sprechen auch über persönlichere Ereignisse, etwa wie er meine Oma kennengelernt hat – naja, zumindest wie er es in Erinnerung hat oder wie er das erste Mal Vater wurde. Natürlich sprechen wir auch darüber, wie er das erste Mal Opa wurde und was er so gemacht hat, als er in meinem Alter war – die Antwort hat mich ehrlich überrascht. Aber wir sind auch auf Ähnlichkeiten und Parallelen gestoßen. Und eines gab es wohl schon immer: Diejenigen, die gesagt haben: „Früher war alles besser.“

Aber auch damals dachte man schon über die Zukunft nach und wir sprechen auch darüber, wie man sich damals die Zukunft vorgestellt hat und wie es letztlich geworden ist. Das beginnt bei den Science Fiction-Romanen der 50er, die mein Opa und sein Vater gelesen haben. Dort wurde über tragbare Computer und große bemannte Raumstationen geschrieben, so wie man heute über Unsterblichkeit und Marsflüge schreibt – doch häufig wurde einiges als Unsinn bezeichnet, gar nicht vorhergesagt oder falsch vorhergesagt: Staubsauger mit Atomkraft betrieben oder riesige bewohnte Zylinder im All gibt es auch heute noch nicht.

Doch letztlich zeigen Sätze wie diese hier, wie schnell sich unsere Welt dramatisch verändern kann und es sicher auch wieder tun wird.

„640 Kilobytes ist alles, was eine Applikation jemals benötigen sollte.“

„Es wird noch Generationen dauern, bis der Mensch auf dem Mond landet.“

„Die Kernenergie ist sicher.“

Schließlich sind wir dabei zu einem Schluss gekommen: Die letzten Jahrzehnte sind von einer beispiellosen Zunahme unserer Lebensqualität geprägt. Unser Leben ist so einfach wie noch nie, so schnell wie noch nie und so sicher wie noch nie. Die wenigsten, die behaupten, früher sei alles besser gewesen, haben das „früher“ wohl wirklich selbst erlebt.

Die Tatsache, dass wir diesen Podcast digital aufnehmen, über unsere Website mit der ganzen Welt teilen und dabei unsere Ansichten und Meinungen ohne jegliche Restriktion äußern können und jeder ihn mit einem Computer aufrufen kann, der in seine Tasche passt und dabei zehntausende Male leistungsstärker ist als der Bordcomputer des Apollo-Raumschiffs, spricht im wesentlichen für sich.

„Früher war alles besser“ verkörpert natürlich vor allem einen besorgten Blick in die Zukunft. Unsere Welt ist so schnelllebig und verändert sich in so einem rasenden Tempo, dass viele Menschen sich nicht mehr zurecht finden. Dabei sind wir auch zu dem Schluss gekommen, dass es in Zukunft immer schneller dramatische Veränderungen unserer Welt geben wird. Doch der weitere Anstieg der weltweiten Lebensqualität wird aufgrund der Klimakatastrophe und wachsender Ungleichheit in Zukunft kein Selbstläufer mehr sein – dafür werden wir wieder kämpfen müssen. Sonst müssen wir vielleicht unseren Enkeln eines Tages tatsächlich erklären: Früher war alles besser.

Beitragsbild für Fragen und Antworten. Abgebildet sind die Fragen Wann, Warum, Wo, Wie und Wer?

Fragen und Antworten-Wir stellen uns Fragen

Fragen und Antworten. Diesen geistreichen Titel wird wohl unser neues Podcastformat tragen. Zumindest bis sich die Begründerin des Formats etwas anderes hat einfallen lassen. Seit einigen Wochen überlegen wir in welchem Rahmen vielleicht die gesamte Familie zum Podcasten zusammenkommen könnte. Der Wochenrückblick mit Besprechung auch von politischen Ereignissen ist für die Teilnahme der Tochter eher ungeeignet und bei den Themenfolgen ist dies eben sehr themenabhängig. „Ich stelle euch Fragen und ihr antwortet.“ Die erste Idee von Jasons Schwester klang simpel, aber für Jason ist es schwer zu akzeptieren, dass es nur einen Fragensteller gibt und er zweifelte auch die grundsätzliche Qualität der Fragen an. Also gab es nun schon zwei Personen, die kluge, nicht so kluge oder ausgefallene Fragen stellen durften und es gab zwei Teilnehmer, die mit den Antworten beauftragt wurden. So richtig glücklich machte das aber auch die Formatentwicklerin noch nicht, denn sie selbst will natürlich nicht nur die wissenschaftlichen Fragen ihres Bruders beantworten. Es sollten am besten alle Fragen stellen und alle Fragen beantworten, aber es darf auch nicht so lange gehen. Das klang nach einem Plan. Wir warfen jeder zwei Fragen in eine Zufallsgenerator-App und schon ging es los.

Fragen und Antworten

Die Fragen

Willst du lieber wissen wann du stirbst oder wie du stirbst?

Wärt ihr gerne bei einem Generationenraumschiff dabei?

Wärst du lieber megareich und dafür hässlich oder intelligent und arm?

Wärst du lieber schneller als der Merkur oder möchtest du lieber fliegen können?

Die Frage nach den aktuellen Sorgen rund um Corona führte dann zunächst zu einer intensiven Diskussion und im Anschluss zu einem Streit zwischen Jason und Papsi, so dass wir die Folge abbrechen mussten, bevor wir die letzten Fragen stellen und die dazugehörigen Antworten einholen konnten. Holen wir nach.

Es zeichnet sich ab, dass der Radiorebell-Podcast nicht sehr erfolgreich aber reich an Konzepten seine Entwicklung durchmacht. Mal schauen ob und wie wir das zukünftig mal übersichtlich dargestellt bekommen und ob mit „Fragen und Antworten“ das letzte Konzept und somit nun auch mal Stabilität einzieht. Eine Frage, die ich mir stelle und auf die ich auch in „Fragen und Antworten“ wohl keine Antwort erhalte. Wer die Frage stellt, warum die Folge mitten im Intro beginnt, dem kann ich nur meine Unfähigkeit als Antwort geben.

Wissenschaftliche Betrachtungen der Corona-Pandemie

Unsere Welt verändert sich derzeit in rasendem Tempo und die Krise lässt sowohl das beste, als auch das niederste in uns Menschen zum Vorschein kommen. Ich bin kein Virologe und zur Gefährlichkeit oder zum weiteren Verlauf der Corona-Pandemie weiß ich vermutlich nicht viel mehr als ihr. Dennoch kam natürlich auch ich nicht drumherum, mich mit dieser Pandemie zu beschäftigen, spätestens in Anbetracht der geplanten Wochenendrebellen-Lesungen in der Schweiz und meiner Projektpräsentation in Peking. Zuerst möchte ich sagen, dass ich es sehr beachtenswert finde, wie viel Aufmerksamkeit Wissenschaftlern in den letzten Wochen gezollt wird und wie konsequent sich nach der Wahrheit gerichtet wird, ich hoffe wir nehmen einiges daraus mit.

Als ich etwas Recherche betrieb, fielen mir jedoch immer wieder auch Parallelen zur Physik auf. Die Verbreitung von Viren folgt etwa recht ähnlichen Gesetzmäßigkeiten wie die Verbreitung von Schadstoffen in Flüssigkeiten und lässt sich physikalisch als Diffusionsprozess beschreiben. Die Dynamik von Pandemien unterliegt den gleichen Prinzipien, die Sonnensysteme ins Chaos stürzen und die Zahl der Infizierten wächst auf ähnliche Weise wie viele andere grundlegende Systeme in der Natur. Daher möchte ich die Corona-Pandemie hier aus wissenschaftliche Sicht darlegen.

Levy-Flüge und Random Walks

Viren bewegen sich zum einen an ihren Wirt gebunden und können zum anderen auf andere Wirte überspringen. Dieses Verhalten gleicht in etwa dem eines Geldscheins und tatsächlich unterliegen sowohl die Ausbreitungen von Geldscheinen, als auch die von Viren dem sogenannten Levy-Flug. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass die Richtung zwar komplett zufällig ist, die Länge der Sprünge, anders als beim gewöhnlichen „Random walk“, nicht immer gleich lang sind, sondern lediglich einer Wahrscheinlichkeitsverteilung unterliegen, nämlich sind lange Schritte unwahrscheinlicher und kürzere häufiger.

In den meisten Fällen bleiben die Geldscheine lange Zeit an einem Ort, sie legen nur wenige Kilometer pro Tag zurück, doch in sehr seltenen Fällen gibt es plötzlich ganze Sprünge über viele tausend Kilometer. Ähnliches ist bei Viren und ihren Wirten der Fall. Frühe Epidemien glichen eher dem klassischen „Random walk“ mit sehr kurzen zufälligen Schritten, so war es etwa im Falle der Pestepidemie im 14.Jahrhundert. Doch gerade diese seltenen, aber möglichen langen Schritte, etwa durch Fernreisen, machen eine Epidemie zur Pandemie, das System ist so instabil, dass dieser minimale Prozentsatz drastische Folgen haben kann.

Das gleicht einem Brückenpfeiler. Er kann mit vielen Tonnen Masse belastet werden, ohne dass irgendwas passiert. Doch ist ein kritischer Punkt erreicht, genügt auch das Gewicht einer Mücke, um den Pfeiler zum Einsturz zu bringen. Eine Pandemie verhält sich ähnlich: Ein einzelner langer Levy-Flug genügt, um eine Epidemie an einen ganz anderen Ort zu bringen. Und ist sie erstmal dort, verbreitet sie sich rasend.

Exponentielles Wachstum und das SI-Modell

Grund dafür ist die besondere Dynamik, mit der sich Viren vermehren. Da mehr Träger des Virus auch noch mehr Menschen anstecken können, was zu noch mehr Trägern führt, die noch mehr Menschen anstecken können, und so weiter, liegt hier eine positive Rückkopplung (häufig Teufelskreis genannt) vor, die sich selbst verstärkt, ähnlich wie das Kreischen, das entsteht, wenn ein Mikrofon zu nahe am Verstärker liegt, der den Ton verstärkt und den verstärkten Ton wieder als neuen Input ins Mikrofon gibt. Das führt zum sogenannten exponentiellen Wachstum.

Wir Menschen sind vor allem mit linearem Wachstum vertraut, also mit Wachstum, bei dem die Änderungsrate stets konstant bleibt, da die meisten Dinge in der Natur sich auf diese Weise verändern. Ein Beispiel ist eine Badewanne, in die pro Minute zehn Liter Wasser laufen. Jeder kann nun sehr einfach berechnen, wie sich die Badewanne in Zukunft entwickeln wird, denn die Gleichung lautet ganz einfach y = t * 10 l. Setzt man für t die Zeit in Minuten ein, lässt sich die Wassermenge (y) für jeden Zeitpunkt exakt und eindeutig berechnen.

y = 1 * 10 l = 10 l

y = 2 * 10 l = 20 l

y = 3 * 10 l = 30 l

y = 1,635 * 1030 * 10 l = 1,635 * 1031 l  (falls es eine große Badewanne ist und du viel Zeit hast)

Das ist die einfachste Art von Wachstum. Doch viel schwerer greifbar ist das exponentielle Wachstum, mit dem sich der Virus ausbreitet hat. Eine alte indische Legende dazu besagt, dass der grausame Herrscher Shihram einst sein Volk tyrannisierte und der weise Sissa durch die Erfindung des Schachspiels, in dem der König zwar die wichtigste Person, jedoch ohne die Hilfe der Bauern machtlos ist, versteckte Kritik an ihm übte. Doch diesem gefiel das Spiel und der gewährte Sissa daher einen Wunsch und schwor, er könne ihm jeden Wunsch erfüllen, den er sich ausdenken könne.

Also wünschte sich Sissa nichts als Weizenkörner. Jedoch wollte er diese auf einem Schachbrett angeordnet haben, und zwar in einem bestimmten Muster. Auf jedem Feld sollten doppelt so viele Körner liegen, wie auf dem vorhergehenden, also ein Korn auf dem ersten Feld, zwei auf dem zweiten, vier auf dem dritten, acht auf dem vierten und so weiter und das auf allen 64 Feldern. Das klingt nach einem sehr bescheidenen Wunsch, doch das liegt nur daran, dass wir diese Art von Wachstum nicht fassen können. Insgesamt müssten ganze 18.446.744.073.709.551.615 Weizenkörner auf dem Schachbrett liegen, also etwa 18,45 Trillionen, was einem Gewicht von 730 Milliarden Tonnen entspräche.

Ein weiteres gutes Beispiel ist das Falten von Papier. Die Gleichung für die Dicke eines Platts Papier nach x Faltungen lautet y = 0,099 mm *2^x. 0,099 Millimeter ist hierbei die Dicke eines Blatts. Das sieht ganz harmlos aus, geht jedoch schnell in schwindelerregende Höhen. Faltet man das Blatt zehnmal ist es fast zehn Zentimeter hoch. Faltet man es 30 Mal, ist es hundert Kilometer hoch und reicht bis ins Weltall. Bei 42 Mal falten reicht es bis zum Mond und bei 103 Mal falten würde das beobachtbare Universum zu klein für die Höhe des Blatts, es wäre ganze 106 Milliarden Lichtjahre dick.

Solche Zahlen entziehen sich jeglicher menschlicher Vorstellungskraft. Rein mathematisch müssten sich Viren in etwa nach diesem Muster vermehren und so früher oder später die ganze Weltbevölkerung angesteckt haben. Das ist das sogenannte SI-Modell der Ausbreitung ansteckender Krankheiten, hier ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit nur davon abhängig, wie viele Infizierte und wie viele nicht infizierte Menschen es gibt. Dabei wird unterliegt die Ausbreitung des Virus einer Differenzialgleichung. Erinnern wir uns an die Badewanne, jedem Zeitpunkt wird eine Menge an Wasser zugeordnet. Eine Differentialgleichung ordnet nun einer Funktion ihre eigene Ableitung, also sozusagen ihre Veränderung, zu. Das macht Sinn: Die Änderung der Anzahl der Infizierten ist hier nur von der Anzahl der Infizierten abhängig.

Herdeneffekt und Basisreproduktionszahl

Doch dies ist nur eine stark vereinfachte Form, wir haben es in der Realität nicht mit exponentiellem Wachstum, sondern mit logistischem Wachstum zu tun, das entspricht einer Art exponentiellem Wachstum mit einer Limitierung. Und selbst das ist nur eine Vereinfachung. Ab einem gewissen Punkt wird das exponentielle Wachstum also flacher und kommt schließlich zum Stillstand, denn in der Realität genesen Menschen auch wieder und können sogar immun werden (womit die Änderung der Infektionsrate nicht nur von der Anzahl der Infizierten abhängig ist), sodass nicht die gesamte Weltbevölkerung infiziert wird, sondern ein Grenzwert gegeben ist, ab dem sich der Trend umkehren muss. Der Punkt, ab dem das passiert, ist durch den sogenannten Herdeneffekt gegeben.

Da Gedächtniszellen im menschlichen Körper die Bildung von Antikörpern bei erneuter Infektion vereinfachen, bleibt eine zweite Infektion häufig aus oder fällt wesentlich milder aus. Und wenn ein gewisser Anteil der Bevölkerung immun ist, geht die Zahl Infizierter Menschen wieder zurück, das sagt der Herdeneffekt. Die Zahl der Menschen, die immun sein müssen, um den Herdeneffekt zu erreichen, lässt sich recht einfach berechnen:

HImin = 1 – 1/R0

R0 ist hierbei ein Wert, der sich Basisreproduktionszahl nennt. Sie gibt an, wie viele gesunde Menschen ein infizierter Mensch im Laufe seiner Erkrankung ansteckt. Genau von dieser Zahl ist abhängig, wann der Herdeneffekt eintritt. Liegt die Basisreproduktionszahl bei 1, ergibt sich eine minimale Herdenimmunität von null, die Krankheit breitet sich also gar nicht aus und liegt sie im Durchschnitt sogar unter 1, erhält man einen negativen Wert und die Krankheit wird bekämpft und geht zurück. Und genau hier liegt das Problem: Aufgrund der hohen Inkubationszeit lag die Basisreproduktionszahl bei SARS-CoV-2 lange bei einem sehr hohen Wert, ein Mensch steckte drei, vier oder fünf Menschen an, für das Erreichen der Herdenimmunität müssten hier etwa zwei Drittel der Menschen immun werden. Bevor das Virus zurückgeht, würden sich also zwangsläufig zwei Drittel der Bevölkerung anstecken.

Wie wir aber zudem sehen, ist R0 hier die einzige Zahl, die wir beeinflussen können. Durch Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen, Kontaktsperren, Maskenpflicht, etc. können wir also dafür sorgen, dass die Basisrepoduktionszahl unter 1 sinkt und das Virus bekämpft werden kann, sodass sich weniger Menschen gleichzeitig infizieren und somit die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht überschritten werden. Natürlich zögert sich das Erreichen des Herdeneffekts dadurch hinaus, vermutlich wird ein Impfstoff dem zuvorkommen, sodass der Herdeneffekt gar nicht erst erreicht wird.

Kein einziger Mensch darf mehr sterben als es unvermeidbar ist und das mathematische Verhältnis gibt recht offensichtlich an, wieso die Verminderung sozialer Kontakte und weitere Schutzmaßnahmen der einzige Weg dafür sind.

Herdenimmunität eine sozialdarwinistische Strategie

Trifft man keinerlei Schutzmaßnahmen, schießt R0 in die Höhe, und bereits, wenn sie 1,1 erreicht, sieht die Dynamik der Pandemie grundsätzlich anders aus – exponentielles Wachstum reagiert sehr sensibel auf Störungen.

Das bedeutet, das Erreichen der Herdenimmunität bezahlt man damit, dass man große Teile der Gesellschaft „wegsterben“ lässt, in der Regel sind es dann natürlich ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen – man entledigt sich also den Teilen der Bevölkerung, die eine Gefahr für die Allgemeinheit sind. Und häufig sind die Menschen, die das befürworten, dieselben Menschen, die China vorwerfen, der einzelne sei dort nichts wert. Wir Menschen sind die einzige Spezies, die dem einzelnen Individuum einen Wert zukommen lässt und das macht uns zu etwas sehr Besonderem. Wir sollten auch in dieser Krise dem treu bleiben, wir sollten nicht nur die Menschheit bewahren, sondern auch die Menschlichkeit, das, was uns auszeichnet, was uns von Tieren unterscheidet.

Die Wissenschaft sagt uns folgendes:

  • Schutzmaßnahmen können die Basisreproduktionszahl senken.
  • Durch die Senkung der Basisreproduktionszahl kann die Krankheit bekämpft werden.
  • Ohne Schutzmaßnahmen breitet sich das Virus zu schnell bis zum Grenzwert aus.
  • Das schnelle Erreichen des Herdeneffekts beim Grenzwert würde mit Millionen Toten einhergehen.

Was wir daraus machen, kann sie uns jedoch nicht sagen, das müssen wir selbst wissen. Meiner Meinung nach, und ich möchte hier betonen, dass wir den Bereich der Wissenschaft verlassen und ich hier meine persönliche Meinung darlege, ist die Sache recht klar: Die Wirtschaft dient dem Menschen, daher kann man sie natürlich nicht gegen Menschenleben abwägen. Wenn es direkt um das Überleben von Menschen gibt, dann hat sie Sendepause! Die Welt wird nie wieder die sein, die sie war. Wir werden unsere Werte und Normen neu definieren müssen, die Welt wird sich neu anordnen und das ist unsere Chance, für eine lebenswertere Gesellschaft einzustehen. Die regelrechte „Säuberung“ von Gesellschaften darf nicht normalisiert werden, sie darf nicht ihn die öffentliche Debatte gelangen, sie muss da bleiben, wo sie hingehört: In die Liste der Dinge, die man nicht sagen darf, ohne als Nazi bezeichnet zu werden. Das Überleben ist die elementarste Freiheit, alle anderen sind unterzurordnen.

Corona-Pandemie in der Wissenschaft

Wie ich bereits gesagt habe, beeindruckt es mich wirklich zutiefst, welchen Stellenwert Aussagen von Wissenschaftlern momentan haben. Aber Wissenschaft spielt sich halt doch nicht mit punktförmigen Objekten im Vakuum ab, sie ist genauso ein Bestandteil von Gesellschaft und Kultur wie alles andere auch und ist genauso betroffen von der Corona-Pandemie. Das weiß ich natürlich aus erster Hand, da ich in den letzten Wochen vor allem damit beschäftigt war, Videokonferenzen zur Fortführung meines Forschungsprojektes zu organisieren, aber auch aus Berichten.

Vor allem in der Raumfahrt und der Astronomie gibt es nun große Verzögerungen. Eigentlich wollte man die Sensation von 2019 wiederholen und weitere Fotos von Schwarzen Löchern mit dem Event Horizon Telescope anfertigen. Das ist jedoch kein normales Teleskop, es ist ein Netzwerk von Teleskopen auf dem gesamten Globus und es muss simultan an allen Teleskopen beobachtet werden, um so etwas wie ein Foto eines Schwarzen Lochs anfertigen zu können. Das geht natürlich momentan nicht, doch 2021 wird es wieder den Betrieb aufnehmen und das sogar modifiziert. Wir müssen also noch warten auf weitere Bilder von Schwarzen Löchern, aber wenn es dann soweit ist, werden sie noch viel großartiger.

Auch zahlreiche Missionen ins All sind verschoben. Die ISS ist trotz Corona-Pandemie vollständig mit sechs Astronauten besetzt – sicherlich einer der angenehmsten Orte momentan. Die Arbeitspferde der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA, die Ariane 5-Raketen werden jedoch vorerst am Boden bleiben.

Auch die geplante europäisch-russische Mission zum Mars liegt auf Eis, dem ExoMars Trace Gas Orbiter, der bereits den Mars umkreist (derzeit coronabedingt aber im Stand-by-Modus) sollte eigentlich noch 2020 der Rover Rosalind Franklin folgen. Entsprechend seiner Benennung nach der berühmten Wissenschaftlerin, die einen großen Beitrag zur Enthüllung der DNA-Struktur leistete, soll er nach organischen Molekülen als Rest ehemaligen Lebens auf dem Mars suchen. In letzter Zeit machte der Fallschirm für die Landung auf dem Roten Planeten Probleme, der Start für 2020 rückte in die Ferne, nun steht es fest: Rosalind Franklin wird frühestens 2022 starten, die Corona-Pandemie machte weitere Tests extrem schwierig.

Obwohl auf der ISS alles noch recht normal ist, ist auch die bemannte Raumfahrt betroffen, so laufen die Vorbereitungen für die bemannte Landung von Menschen nahe des Südpols des Mondes für 2024 auf Hochtouren, das Raumschiff Orion, die Rakete Space Launch System und die verschiedenen Entwürfe privater Unternehmen für eine Landefähre müssen etwa noch getestet werden, diese Tests werden nun verschoben und auch der Bau der Module für die Mondstation LOP-G könnte sich verschieben. Bisher hält die NASA dennoch weiter am Ziel einer Landung 2024 fest, wir wollen alle hoffen, dass sie es schaffen, aber einfach wird es nicht.

Nichts neues sind Verzögerungen bei der Zukunft der Astronomie, dem James Webb Space Telescope, es soll das Licht aus der Frühzeit des Universums kurz nach dem Urknall empfangen und mehr über die Entstehung von Sternen und Galaxien herausfinden, aber es soll auch erstmals in der Lage sein, die Atmosphären erdähnlicher Planeten nach möglichen Spuren von Leben zu analysieren. Eigentlich sollte das James Webb Space Telescope 2014 nach Entwicklungskosten von 3,3 Milliarden Euro im All sein, doch mittlerweile wird es einen Start frühestens 2021 geben und auch das ist aufgrund der Corona-Pandemie zweifelhaft, die Kosten werden sich voraussichtlich auf mindestens 8,7 Milliarden Euro belaufen.

Dringlicher sieht es mit der europäisch-japanischen Mission BepiColombo aus, sie ist zwar seit 2018 auf dem Weg zum Merkur, um ihn zu erreichen, muss sie jedoch die Planeten als Gravitationsschleuder nutzen und so beschleunigen – auch die Erde. Erst vor kurzem flog BepiColombo an der Erde vorbei, die war sogar mit kleinen Teleskopen sichtbar. Dabei mussten Instrumente getestet werden und man musste aufpassen, dass das Manöver korrekt ausgeführt wird. Das kann man natürlich auch nicht verschieben, eine Raumsonde kann im All nicht einfach anhalten, daher war das Satellitenkontrollzentrum unter Einhaltung von Abstandsregeln besetzt und das Manöver konnte erfolgreich umgesetzt werden.

Auch am LIGO werden momentan keine Gravitationswellen gejagt und am LHC liegt die Aufrüstung auf Eis. Die Teleskope der Europäischen Südsternwarte machen ebenfalls Pause und durch den eingeschränkten Flugverkehr werden auch weniger meteorologische Daten gesammelt, was die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen verschlechtert.

Entspannter sieht es die Wissenschaft in China, der Rover Yutu-2 rollt seit 14 Monaten über die Rückseite des Mondes – noch nie hielt ein Rover so lange auf unserem Trabanten durch. Für dieses Jahr sind dort noch knapp 40 Raketenstarts geplant, etwa Chang´e 5, eine Sonde, die zwei Kilogramm Mondgestein zur Erde bringen soll. Auch eine chinesische Mission zum Mars mit Lander und Rover ist noch für dieses Jahr geplant, trotz der Corona-Pandemie versucht man mit aller Kraft, einen Starttermin im Juli oder August einzuhalten, denn dann liegt eine besonders günstige Konstellation von Erde und Mars vor, die einen Flug in acht Monaten ermöglicht und nur alle 26 Monate auftritt.

Primär laufen in China aber derzeit die Vorbereitungen zum Start des Kernmoduls der großen Chinesischen Raumstation, in der ab 2022 dauerhaft sechs Menschen leben sollen. Unter höchsten Schutzvorkehrungen scheut man dort keine großen Investitionen in Wissenschaft und Raumfahrt, weshalb die Hürden vor allem technisch sind. Die Rakete Langer Marsch 5 hat in letzter Zeit nämlich eine Art Pechsträhne, es gab mehrere Fehlstarts. Doch man lässt sich nicht unterkriegen, noch dieses Jahr soll das Raumschiff, welches die Station versorgen wird, seinen Jungfernflug absolvieren.

So wird sich auch die Wissenschaft wieder erholen. Doch wir sollten uns wirklich Fragen, ob wir der Wissenschaft in Zukunft nicht immer diese Bedeutung zumessen wollen – es wäre sehr zu wünschen.

Weder „China-Virus“, noch „Asien-Virus“

Wir müssen uns diese Fragen zudem schnell stellen, denn unsere Welt wird in Zukunft nicht ungefährlicher werden. SARS-CoV-2 ist vermutlich durch eine sogenannte Zoonose auf einem Wet Market auf den Menschen übergesprungen.

Solche Wet Markets sind in vielen asiatischen Ländern vorzufinden. Dennoch sind Bezeichnungen wie „Asien-Virus“ oder „China-Virus“ vollkommen unangemessen und auch wissenschaftlich nicht sinnvoll. Das Virus ist zwar in China ausgebrochen und das hat zum Teil sicherlich auch etwa mit den Wet Markets zutun, die man daher hinterfragen sollte, doch wie bereits oben erklärt, treten Viren durch Zoonose fast dauernd auf der Welt über, aber nur wenige werden durch einen zufälligen langen Levy-Flug (also vielleicht einen Touristen, der sich infiziert) zu einer globalen Pandemie wie jetzt die Corona-Pandemie. Die ganze Welt mit ihrem derzeitigen Lebensstil trägt also eine Mitschuld, die Virus-Drehscheibe in Europa war beispielsweise Ischgl in Österreich.

Zudem sind Wet Markets nicht der einzige Ort, an dem sich eine Zoonose ereignen kann. Fledermäuse sind beispielsweise häufig Träger von Coronaviren, ihr Immunsystem ist jedoch gut gegen sie gerüstet. Eine zufällige Mutation kann es dem Virus jedoch ermöglichen, auf andere Arten überzuspringen, die nicht so gut gewappnet sind – in diesem Fall der Mensch. Man vermutet, dass im Fall von SARS-CoV-2 das Virus von einer Fledermaus ein ein weiteres Tier übertragen wurde, das es dann auf den Menschen übertrug.

Das bedeutet, Zoonose kann sich an jedem Ort ereignen, an dem Menschen und Tiere eng zusammenleben. Und wenn die Zerstörung der Biotope vieler Lebewesen weiter so voranschreitet, wird dies in Zukunft viel häufiger der Fall sein, auch mitten in Städten. Hinzu kommt, dass sich durch das Aussterben vieler Tierarten sogenannte Generalisten durchsetzen, also extrem anpassungsfähige Tiere. Somit sinkt die Vielfalt des Ökosystems und das macht es noch anfälliger für Viren. Des weiteren können harte Winter eine Pandemie verhindern, die nun auch wegfallen. Und Krankheiten übertragende Mücken fühlen sich durch die Klimakatastrophe und das Ausdehnen von warmgemäßigten Klimazonen in ganz neuen Regionen zuhause. All das legt es nah, dass Pandemien in Zukunft deutlich häufiger werden.

Das macht es umso wichtiger, dass wir nun daraus lernen. Wir haben in unseren Breitengraden einen sehr weit ausgelegten Freiheitsbegriff: Autofahren, Fleischessen, das sind für uns Freiheiten. Und natürlich sind das grundsätzlich angenehme Sachen. Doch nun gilt es, unseren Freiheitsbegriff enger zu fassen, uns also einzuschränken, damit dieser enger gefasste Freiheitsbegriff auf der ganzen Welt gelten kann. Das bedeutet, wir müssen zum Beispiel auf das Rausgehen verzichten, um anderen Menschen das Überleben zu sichern. Und genau das gilt für sehr viele andere Dinge: Wir müssen auf Fleisch verzichten, um anderen Menschen Trinkwasser und Nahrung zu sichern. Wir müssen aufs Autofahren verzichten, um anderen Menschen ein bewohnbares Land zu sichern.

Wir werden nicht an Auflagen und Einschränkungen ersticken. Wenn wir ersticken, dann an unserer Gier, unserem Egoismus, unserer Arroganz und unserer Selbstsucht. Wir haben in den letzten Monaten einen ganz neuen Staat kennengelernt, der anhand wissenschaftlicher Tatsachen handelt und diese auch gegenüber der Wirtschaft vertritt und zumindest an diese Aspekte könnte ich mich gut gewöhnen. Ich hoffe, dass wir möglichst viel von dieser Bereitschaft zum Verzicht mitnehmen. Und ich glaube, die Chancen stehen gut.

In Teilen Osteuropas ist beispielsweise die Schweinepest ausgebrochen, das wird zu einem höheren Fleischpreis führen und besonders die größeren Lebensmittelkonzerne treffen, die auf Exporte und Importe angewiesen sind. Es ist also durchaus im Rahmen des möglichen, dass Fleisch und andere Luxusprodukte endlich den Preis bekommen, den sie für viele andere Menschen verursachen. Wenn wir das schaffen, können wir jeder noch kommenden Krise mit der beruhigenden Gewissheit entgegensehen, dass wir zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.

Glaube ich das? Nein, ich denke, die nächsten Jahre werden ein totales Desaster, ich denke, es werden noch viele Menschen sterben, da wir die Beschränkungen lockern, Maßnahmen gegen die Klimakrise werden aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, in ein paar Jahren kommt dann die nächste Wirtschaftskrise bedingt durch Hitzewellen und Hungersnöte – hunderttausende Klimaflüchtlinge werden aus ihrer Heimat vertrieben. Trump wird wiedergewählt und reitet sich aus Ablenkung vor der katastrophalen innenpolitischen Organisation tief in einen außenpolitischen Konflikt rein.

Was auch immer in den kommenden Jahren passieren wird und auch wenn es nur ein kleiner Trost ist, ihr könnt euch sicher sein, dass wir uns bewusst sind, dass es keine Welt wird, in der es engagierte und anständige Menschen weniger braucht – ganz im Gegenteil. Wir werden weitermachen, wir werden kämpfen bis zur letzten Sekunde!

Ein Richterhammer als Symbol für unsere Folge über das Thema Familienregeln

Familienregeln

„Das Problem unserer Zeit ist, dass alle Menschen, die die Macht haben, diese Welt zu verändern, diese Macht dem jetzigen Zustand der Welt verdanken und sie gar nicht ändern wollen.“, das ist ein Auszug einer Rede, die ich im Februar 2020 hielt, und zwar bei der Wahl unseres Familienvorsitzes. Das mag seltsam klingen und es war tatsächlich ein sehr langer Weg dorthin, der Weg zur ersten demokratischen Wahl den Wochenendrebellen.

Die ersten Familienregeln bei uns gab es sehr früh, aber sie waren hierarchisch geprägt, eine Phase, auf die heute niemand mehr stolz ist:

Es gab eine Art Bewertungssystem, finanzielle Leistungen wurden an Bedingungen geknüpft. Für Verhalten, das der Meinung der Eltern nach richtig ist, gab es grüne Punkte, für „falsches“ Verhalten rote Punkte – der Endpunktestand entschied dann über verschiedenste Leistungen, etwa Weihnachtsgeschenke, so wurde es zumindest kommuniziert – eine festgelegte Ungerechtigkeit. Mittlerweile ist diese Phase aber sauber aufgearbeitet worden.

Jedenfalls ist klar, dass solche Familienregeln nicht lange Bestand haben können. Sie erheben die Vorstellungen zweier Menschen, die zufällig schon ein bisschen länger leben zum non-plus-ultra. Gerechtigkeit hingegen bedeutet, jeden an seinen Fähigkeiten zu messen, aber nach seinen Wünschen zu behandeln. So boykottierte ich das Punktesystem, protestierte lautstark dagegen und nach etwa einem Jahr voller Chaos war es so weit, dass die Wochenendrebellen an einem Tisch saßen und über die zukünftige Ordnung verhandelten – über die Familienregeln, die in Zukunft gelten sollten, und zwar für alle gleicher Maßen.

Am Anfang sollte die Gleichheit aller Menschen stehen, niemand sollte sich über jemand anders erheben und ihm aus einer puren Laune heraus Vorschriften machen können. Dennoch natürlich braucht es Vorschriften, denn nur durch vorsichtige Einschränkungen der Freiheit lässt sich die Freiheit anderer Menschen schützen und wahren, häufig auch die der Menschen der Zukunft.

Zum Glück haben wir in unserer Familie einen recht engen Freiheitsbegriff. Fünf Mal in der Woche Fleisch essen, mit dem Auto in die Stadt fahren, anderen ins Gesicht husten dürfen, das gilt bei uns nicht als Freiheit – und das verdanken wir dem Familiären Parlament. Es ist das grundlegende Organ unserer Familienregeln und besteht aus allen Mitgliedern der Familie, jeder hat eine Stimme, die genau das gleiche Gewicht haben.

Um neue Familienregeln zu beschließen, benötigt es eine absolute Mehrheit, um Familienregeln zu beschließen, die andere einschränken, benötigt es sogar eine einstimmige Mehrheit. Wann ein Gesetz eine einstimmige Mehrheit benötigt entscheidet auf Anfrage der Familiäre Gerichtshof, der vom Familienvorsitzenden nominiert und vom Parlament bestätigt wird.

Es ist ein ausgeklügeltes System und hat sich fest etabliert, es bildet die Grundsätze des familiären Zusammenlebens und noch mehr: Nur durch diese Basis ist es uns möglich, die Werte von Gleichheit und Gerechtigkeit als Wochenendrebellen auch nach außen zu tragen und mit aller Kraft gegen die Klimakatastrophe, gegen Nazis und für die Befreiung aller Menschen auf der Welt zu kämpfen.

Doch natürlich gab es auch schlechtere Zeiten: Es gab einen Austritt in Folge der mittlerweile sehr radikalen Umweltgesetze, sie schreiben jedem genau vor, was er essen darf und was nicht, wie viel Auto er fahren darf, wo er nicht hinfahren darf und vieles mehr. Es gibt keine getrennten Finanzhaushalte mehr, die gesamte Wirtschaftsleistung der Familie fließt in einen gemeinsamen Topf, auf den alle das gleiche Anrecht haben. Nur das Parlament ist in der Lage, große Investitionen daraus zu tätigen.

Ende 2019 haben wir uns an die Entwicklung eines Wahlrechts gemacht, auch hier sollte eine freie und gleiche Wahl stattfinden, zum ersten Mal überhaupt gab es eine geheime Wahl, ansonsten sind Geheimnisse in unserer Familie streng verboten. Jeder hat sogar eine Tracking-App auf seinem Handy, mit der jeder jeden anderen orten kann. Briefgeheimnis und Privatsphäre sind bei uns aufgehoben.

Nun ja, nach meiner Rede gewann ich die Wahl mit einem Ergebnis, wie man es sonst nur vom Pekinger Volkskongress kennt, 100% bei 75% Wahlbeteiligung, weil meine Schwester es vorzog, eine ungültige Stimme abzugeben, als mich zu wählen. Ich habe Finanz-, Jusitz-, Kultus- und Umweltministerium nominiert und die Regierung hat inzwischen die Arbeit aufgenommen.

Natürlich befindet sich die Familienvereinbarung aufgrund der COVID-19-Pandemie in einer besonderen Situation, erstmals in der Geschichte wurde der Notstand ausgerufen, der Familienvorsitz darf nun per Dekret regieren, das Parlament ist entmachtet und aufgelöst. Ausgangssperre, strenge Maskenpflicht und familieninterne Hygieneauflagen gelten und natürlich regte sich auch hier Widerstand. Doch das muss eine Demokratie verkraften können, Abstimmungsergebnisse werden mittlerweile von jedem hingenommen.

In Zukunft ist einiges geplant. Etwa soll ein Social Credit Score eingeführt werden, Engagement, umweltfreundliches Verhalten, Hilfe für andere Menschen und Arbeit im Haus geben Pluspunkte, ein luxuriöser Lebensstil, ein hoher Energieverbrauch oder ein Verstoß gegen ein sonstiges Gesetz geben Minuspunkte. Sobald das Konto unter 0 steht, kann Zwangsarbeit angeordnet werden. Alles wird aber stets durch das Parlament beschlossen, der Social Credit Score wird kein Machtinstrument oder an die Vorstellungen einzelner Personen gebunden sein.

Zudem wird es ein Klimakonto geben, jedem Familienmitglied wird ab 2025 nur noch ein Ausstoß von 2,3 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr zustehen. Das entspricht einer Nettonull, da dies die Menge ist, die durch Wälder, Böden und Meere pro Jahr gebunden werden kann. Wir alle müssten also auf diesen Wert kommen, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. Derzeit sind wir in Deutschland bei etwa neun Tonnen, unsere Familie bei etwa fünf Tonnen. Es ist also noch ein langer Weg, aber wir werden es schaffen. Wir haben ja keine andere Wahl.

Das ist jedoch nicht unser einziger Anspruch, denn der Glaube daran, dass alle Familien es uns gleich tun werden ist tot und begraben. Selbst Hitzewellen, Pandemien, sinkende Städte und brennende Kontinente haben es nicht geschafft, uns von alleine zum Umdenken zu zwingen und wenn die Auswirkungen wesentlich stärker werden, wird es bereits zu spät sein.

Zudem haben wir gelernt, wie unglaublich schwierig es ist, seine CO2-Emissionen zu reduzieren und das größte Stück liegt sogar noch vor uns. Es ist völlig ausgeschlossen, dass das alle Familien auf sich nehmen werden. Das bedeutet, dass wir auch hier aktiv sein müssen, die katastrophalen Ereignisse der letzten Monate haben zu einem Umdenken bei uns geführt. Der Kampf für Klimagerechtigkeit im großen Stil steht im Mittelpunkt – mit allen Medien, die uns zu Verfügung stehen, von unserem Blog bis zum Podcast, Büchern, Interviews, Zeitungen, Radio, TV und den sozialen Medien.

Alles in einem denke ich, dass wir ohne Familienregeln gar keine Chance hätten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und mit Familienregeln vielleicht eine winzig kleine. Ob die Familienregeln die Zukunft besser machen, das weiß ich nicht, ich werde alles dafür geben und klar ist, dass wir der ganzen Scheiße so zumindest irgendwas entgegenzusetzen haben. Klar ist aber für mich jetzt schon, dass sie die Gegenwart angenehmer machen.

Symbol der Coronoa-Krise: Klopapier in einem Einkaufswagen

105 Corona | Schule | Autismus

Bildungsdefizit durch die Corona-Krise? Wie empfinden Leona (9) und Jason (14) die schulfreie Zeit und wie gehen Sie mit dem neuen Maß an Verantwortung um. Wir sprechen über die ersten vier Wochen ohne Schule und wie sich Leona, Jason und ich unter den neuen Alltagsbedingungen fühlen. Außerdem sprechen wir über Jasons Autismus und wie Leona dies wahrnimmt und über Nähmaschinen. Jason beleuchtet zudem unsere erste Onlinelesung und Malzbier trinken wir dieses Mal auf Thea, die das Malzbiersponsoring von ihrem Onkel Thomas geschenkt bekam.

Dies ist eine Radiorebell-Episode mit dem Wochenendrebellen-Wochenrückblick eines von aktuell zwei Formaten innerhalb des Radiorebell-Podcasts. Jede Woche blicken wir auf unsere ganz persönliche Woche zurück und suchen uns aus verschiedenen Themenblöcken ein Thema aus. In der „Klage der Nation“ könnte es um Themen gehen, die viel zu viel Aufmerksamkeit erhalten, vielleicht besprechen wir einen Film oder Jason erklärt mir ein wissenschaftliches Phänomen. Vielleicht küren wir auch den Horst der Woche oder analysieren die Herkunft eines schönen Wortes. Manchmal bequatschen wir aber auch ein Thema mit der gesamten Familie.

In unserem zweiten Format ziehen wir die Themen aus einer Losbox und besprechen diese. Auch schön.

In jeder Folge gibt es eine sogenannte Malzbiertaufe, denn unser Malzbier trägt immer den Namen unseres aktuellsten Steady-Unterstützers.

00:00:56 Beginne hier wenn du das Intro überspringen möchtest.

Links zur Folge:

Zum Youtube-Kanal von Jasons Schwester „Dauerfeuer“

Hier geht es zur Folge, wo wir über die Holocaustwitze in der Schule sprechen.

Wenn wir mal groß sind werden wir ein eigenes Festival organisieren. Das Lineup steht bereits.

Mit einem Klick auf das Steady-Logo, landest du auf unserer Seite und erfährst mehr über Steady. Du kannst uns via Steady unterstützen. Mit Steady kannst du Medienmacher und Projekte mit kleinen monatlichen Beiträgen unterstützen. Mit dem Support der bisherigen Unterstützer konnten wir nicht nur das Hosting bezahlen, sondern können auch auf einen nachhaltig und ökologisch agierenden Webserverdienst umswitchen. Zudem wurde uns über die Unterstützer ermöglicht weitere Headsets zu kaufen um auch Mami und Lani mit in die Podcastfolgen einbinden zu können und es ermöglicht uns zukünftig auch Interviewfolgen mit spannenden Partnern aufzunehmen. Bei Buchungen eines der Steady Pakete gibt es als Dankeschön kleine Aufmerksamkeiten. Danke für euren Support!

Wochenendrebellen Live

Netflix drosselt die Geschwindigkeit, Youtube separiert Bandbreitekapazitäten, die großen Netzprovider sperren die Mediathekenzugänge: Die Wochenendrebellen sind live auf Youtube und via Zoom mit der vermutlich längsten Lesung, die jemals ein Mensch ertragen musste (Das ist ein Witz, die längste dauerte 55 Tage, solange wird das Dolmetschen wohl nicht möglich sein.).

Nach einer Lesung im Stadion nach dem Spiel, im Pfarramt, auf einer Autismus-Konferenz, einem Sofa in einem Fanprojekt, auf dem Wasted in Jarmen-Festival von Feine Sahne Fischfilet und in einer Bahnhofshalle wird das auch für uns noch etwas Neues, kommt nun aber sicherlich zum richtigen Zeitpunkt.

Im Ernst, es wird bestimmt schön. Kommt rum, wir stellen sicher, dass die Pandemie und ihre Konsequenzen für ein paar Stunden in den Hintergrund treten und ihr einen kleinen Blick über den Tellerrand werft. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe KickOn von InklusionFußball.de statt und wird barrierearm angeboten.

Wir lesen aus unserem Buch „Wir Wochenendrebellen“ jeweils eine Geschichte vor, die wir gemeinsam auf einem Ausflug erlebt haben, dabei lassen wir das Publikum zwischen drei Geschichten auswählen, gelesen wird dann das Kapitel mit den meisten Stimmen.

Zudem werde ich wie immer auch den frühen Höhepunkt unseres Buches vortragen, nämlich mein Einleitungskapitel und in einem Text erläutern, warum wir die Lesereise überhaupt machen. Doch der Großteil der Lesung besteht nicht aus dem Vorlesen von Kapiteln, sondern aus Diskussionen, der Beantwortung von Fragen, dem Erzählen von Anekdoten oder Intervenieren meinerseits. Daher kommt auch die übliche Länge von drei Stunden zustande.

Die Wege zur Teilnahme sind einfach:

Ihr könnt euch über diesen Link für die Teilnahme via Zoom einloggen. Für den stabileren Empfang ist der Download der Desktop oder Mobil-App empfohlen. Ihr benötigt allerdings keinen Benutzeraccount!

Die Lesung wird parallel live auf Youtube gestreamt. Unseren Kanal findet ihr hier, bei der Gelegenheit würden wir uns natürlich sehr freuen, wenn ihr ihn abonniert.

Der Direktlink zum Livestream ist hier.

Infos zum gesamten Programm von Inklusion-fussball.de findet ihr hier.

Hinweise zur Barrierefreiheit

Es wird eine Schriftverdolmetschung angeboten.

Für ein möglichst barrierearmes Veranstaltungserlebnis mittels einer Schriftverdolmetschung empfehlen wir den Download der Zoom-App und die Nutzung eines Laptops. Eine DGS-Verdolmetschung der Veranstaltung über einen geteilten Bildschirm ist auf dem  Smartphone oder Tablet leider technisch nicht in adäquater Form möglich. Wir versuchen unser Bestes, die Veranstaltungen so barrierearm wie möglich anzubieten. Falls ihr Unterstützung von uns benötigt, meldet euren Bedarf per E-Mail über das KickOn@Home- Kontaktformular mindestens 48 Stunden vor Veranstaltungsbeginn an.

Wochenendrebellen Livelesung Informationen

Wie immer werden wir auch an diesem Abend wieder um Spenden bitten. Das wird online sicherlich nicht so einfach wie vor Ort, aber es würde uns auch freuen, wenn ihr vielleicht den Ankündigungslink oder auch diesen Post verbreitet. Sollte eine Spende derzeit finanziell nicht möglich sein, seid ihr natürlich dennoch herzlich eingeladen und könnt ja vielleicht an eurem nächsten Geburtstag, zu Weihnachten, einem anderen Anlass oder einfach so eine eigene Spendenaktion starten.

Wir werden uns eingestehen müssen, dass auch die COVID-19-Pandemie die dringend notwendige Verhaltenswende in unserer Gesellschaft nicht bringen wird. So wie uns heute die Freiheit des Besuchs einer Après-Ski-Party in Österreich wichtiger ist als das Überleben anderer Menschen, so waren uns in Vergangenheit auch unsere westlichen Luxusgüter wichtiger als die grundlegende Trinkwasserversorgung anderer Menschen und der Frage, wann wir wieder Kaffee trinken gehen dürfen kommt mehr Aufmerksamkeit zuteil wie der Frage, wie lange in Moria noch Menschen in Dreck und Morast eingepfercht sind.

Und so wird es aller Voraussicht nach auch weiterhin sein. Es passiert nichts Neues, es spielt sich nur immer wieder in unterschiedlicher Perversität ab.

Wir sind davon überzeugt, dass alle Menschen gleich sind und die elementaren Menschenrechte bedingungslos für alle sichergestellt sein müssen. Doch wie man derzeit unschwer erkennen kann, ist dies kein Selbstläufer. Es gibt keinen Gott, der dafür sorgt, dass alles schon wieder gut wird, es ist ganz alleine unsere Aufgabe, unseren Planeten zu einem Ort zu machen, den die anständigen Menschen dieser Welt mit Stolz ihre Heimat nennen können, weil alle Menschen auf der Welt gleich und wirklich frei sind.

Das kommt übrigens aus der kommunistische Kampfschrift „Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, zu der sich am 10.Dezember 1948 die Staaten der Welt bekannten. Bis heute leider nur ein Ideal.

Der finale Umdenkmoment für mich war das Abschmelzen des arktischen Permafrosts im Jahr 2019. Milliarden Tonnen eines hochgefährlichen Treibhausgases, welche die Erde über Jahrzehntausende grundlegend verändern und große Teile unbewohnbar machen werden werden, strömten in der Arktis aus dem Boden in die Atmosphäre – und niemanden hat es interessiert. Einige Monate später standen in Europa Städte unter Wasser, mit Australien brannte ein ganzer Kontinent und niemanden hat es interessiert. Ich begrub meine Hoffnung darauf, dass unser Versagen nur offensichtlich genug werden muss, um die Wende zu bringen.

Dennoch war ich voller Motivation. Ich erneuerte meine Position, die ich bereits 2016 gegenüber Papsi vertreten habe und die den Beginn unserer Lesereise darstellte:

„Wenn nicht wir die Welt zu einem besseren Ort machen können, wer denn dann?“

Das „wir“ meint natürlich in erster Linie die Wochenendrebellen selbst, ist aber eher im übertragenden Sinne zu verstehen, denn natürlich können wir die Welt nicht alleine besser machen, wir unterstützen mit unseren Spenden die Neven Subotic Stiftung beim nachhaltigen Brunnenbau in Nordäthiopien. Denn das ist einer der Orte auf der Welt, an dem echte Freiheiten nicht nur eingeschränkt, sondern quasi nicht vorhanden sind, nämlich das Recht auf sauberes Trinkwasser.

Eure Spenden gehen zu 100% an die Neven Subotic Stiftung und diese nutzt sie zu 100% in einem Brunnenbauprojekt, alle Verwaltungs- und Reisekosten, die für einen möglichst effizienten Einsatz der Spendengelder nötig sind, werden von Neven Subotic selbst getragen. Das ist ein Versprechen.

Den aktuellen Spendenstand unserer Aktion findet ihr hier, unser Ziel haben wir nach wie vor klar vor Augen: 50.000 Euro. Auch das habe ich versprochen. Helft uns dabei, es zu erreichen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen und habt euren momentan dringend nötigen Spaß mit unseren Geschichten. Wir freuen schon uns auf euch.

Du magst helfen? Mathematisch betrachtet dürfte die Spendensumme steigen umso mehr Zuschauer unsere Veranstaltung sehen. Teile die Info in Facebook-Gruppen, Groundhopping-Foren und nagele es ans schwarze Brett im Autismus-Therapieinstitut. Informiere Menschen bei denen du das Gefühl hast sie könnten entweder diese Form der Ablenkung gebrauchen oder die einfach Spaß an einem Abend mit uns haben könnten.

Ein Schuh auf dem diverse Kindheitshelden abgebildet sind

104 Kindheitshelden

Bei Papsi und Mami könnten die Helden der Kindheit aus dem Bereich Zeichentrick vermutlich Darkwing Duck, die Ninja Turtles, Gummibärenbande, Wickie, Bibi Blocksberg, Captain Future oder auch die Schlümpfe heißen, wobei Mila Superstar massiv unterschätzt und Saber Rider überschätzt wurde. Bei Papsi kommen noch Hörspielcassetten als Quelle hinzu, wo es ihm Jan Tenner und TKKG besonders angetan hatten. Jason ist mit dem Geburtsjahr 2005 eher im Segment der Kinderserien der Neunziger zu verorten, wobei er mehrstündige Führerstandsaufnahmen der Strecke Leipzig-Dresden im Alter von drei Jahren gegenüber Jimmy Neutron, Kim Possible und Cosmo und Wanda stets bevorzugte. Lediglich Yakari und spägter dann Dora, the Explorer und Diego konnten seine Aufmerksamkeit gewinnen.

Wenn eine Ehepaar sich über Kindheitshelden austauscht sind da nicht zwingend viele identische Helden der Kindheit zu erwarten. Wenn diese beiden dann noch den Sohn und die Tochter hinzunehmen sind Unterschiede nicht nur erwartbar, sondern logisch. Die gesamte Wochenendrebellen-Familie podcastet gemeinsam und jeder stellt seine drei persönlichen Kindheitshelden vor und begründet warum man sich Mama und Papa ausgerechnet für diesen Kindheitsheld der Achtziger oder Neunziger entschieden haben, während die Kids den Kindheitshelden des neuen Jahrtausends Platz in dieser Folge einräumen.

Dies ist eine Radiorebell-Episode mit dem Wochenendrebellen-Wochenrückblick eines von aktuell zwei Formaten innerhalb des Radiorebell-Podcasts. Jede Woche blicken wir auf unsere ganz persönliche Woche zurück und suchen uns aus verschiedenen Themenblöcken ein Thema aus. In der „Klage der Nation“ könnte es um Themen gehen, die viel zu viel Aufmerksamkeit erhalten, vielleicht besprechen wir einen Film oder Jason erklärt mir ein wissenschaftliches Phänomen. Vielleicht küren wir auch den Horst der Woche oder analysieren die Herkunft eines schönen Wortes. Manchmal bequatschen wir aber auch ein Thema mit der gesamten Familie.

In unserem zweiten Format ziehen wir die Themen aus einer Losbox und besprechen diese. Auch schön.

In jeder Folge gibt es eine sogenannte Malzbiertaufe, denn unser Malzbier trägt immer den Namen unseres aktuellsten Steady-Unterstützers.

00:00:56 Beginne hier wenn du das Intro überspringen möchtest.

00:04:40 Colt Seavers

Jodie Banks Erscheinen durch die Pendeltür im Intro von „Ein Colt für alle Fälle.“ scheint Mirco nachhaltig in Erinnerung geblieben zu sein. Der Kopfgeldjäger und sein Team um den etwas tollpatschigen Howie Munson und Jodie, die von Heather Thomas gespielt wurde hat sich zumindest tief in seine Erinnerungen eingeprägt. Das Heather Thomas später mit dem Verschwörungstheoretiker Christian Anders zusammen war schmälert Papsi

00:10:05 Das A-Team

Fast 100 Folgen recht monotone Action, der Ende der Achtziger erstmals ausgestrahlten Serie mit Hannibal, Face, Murdoch und B.A. gibt es insgesamt. Chef „Hannibal“ (George Peppard) koordiniert die Aufträge, entwickelt den Plan und liebt es wenn dieser funktioniert. Der Schönling und Verwandlungskünstler Faceman oder Face, gespielt von Dirk Benedict, organisiert durch seinen Charme das nötige Equipment und überzeugt mindestens eine weibliche Nebenriolle von seinen Vorzuügen, während der zuvor vermutlich aus der Psychiatrie ausgebrochene Pilot Murdock (Dwight Schultz) den gutmütigen, mit Goldschmuck behangenen und Flugangst ausgestatteten B.A. Baracus auf den Senkel geht. B.A., gespielt von Mr.T, der auch später in Rocky III gegen Sylvester Stallone antrat ist Papsis Held der Kindheit Nummer drei.

00:13:30 Albert Einstein

Nicht untypisch, aber Albert Einstein ist Jasons Kindheitsheld. In einem 8-minütigem Monolog erklärt er sehr ausführlich und auf beeindruckende Art und Weise warum dies so ist. Dabei räumt er Albert Einsteins Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus nicht nur einen kleinen Platz ein, sondern setzt diese als Schwerpunkt.

00:21:00 Sam aus Sam & Cat

Sam aus Sam & Cat isst gerne und ist häufiger ein wenig gewalttätig. Das scheinen die Attribute zu sein , die Lani besonders gut gefallen und dafür sorgten Sam zu einer ihrer Kindheitshelden zu wählen.

00:27:40 Lanis Veganer-Witz

00:28:30 Matthias Sammer

Das ein Spieler von Borussia Dortmund einer von Fatimes Kindheitshelden ist, ist für Mirco keine große Überraschung.

00:32:00 He-Man

Papsi hatte in der Kindheit einige Figuren aus der Reihe Masters of the Universe. Papsi erklärt die diversen Masters of the Universe Charaktere wie Battlecat, Skeletor, Beast Man, Moos-Man, Kobra Khan, Fisto, Clawful, Orko den Zauberer und Tri-Clops. Papsi schwelgt in Erinnerungen was seine Hörspielcassetten angeht und Jason und Leona haben nicht wirklich einen Plan, worum es sich da handelt.

00:41:30 Diego

Go, Diego, go! Die sprechende Kamera Click, das Rescue Pack und die sehr feste sich immer wiederholende Struktur der Zeichentrickserie. In der Serie lernen die Kinder die Natur deren Wert und ökologische Zusammenhänge kennen sowie den Nutzen von Zusammenarbeit. Gleichzeitig lernen die Zuschauer, bezeichnete Gegenstände im Standbild zu suchen und zu finden. Am Schluss wird das Erlebte von Diego und seinen Zuschauern rekapituliert. Es wird ein im Beitrag mit der Kamera Click geschossenes Foto in ein Album geklebt.

00:51:00 Sascha Grammel

Der Puppenspieler und Bauchredner Sascha Grammel mit seiner Figuren Josi, die Schildkröte, Frederik Freiherr von Furchsumpf und Professor Dr.Hacke ist Leona zweiter Kindheitsheld. Sie hat die DVDs aller Programme mehrere Male gesehen und war bereits zwei Mal bei seiner Show Nicht Lachen und auch das Programm von Fast fertig! hat sie live in Köln gesehen, wo es ihr insbesondere die Ursula-Momente angetan haben.

00:59:00 Beverly Hills 90210

Dylan und Brandon. Wer ist heißer? Mami hat ihre zweiten Kindheitshelden nach Papsi-Jodie-Banks-Kriterien ausgewählt. die amerikanische Serie, die 1990 bis 2000 in den USA lief und ab 2001 von RTL ausgestrahlt wurde ist für Papsi nur das GZSZ für Kinder, für Mami aber eine wöchentliche Zusammenkunft ihrer Kindheitshelden.

01:06:00 Dr.Snuggles

Doctor Snuggles, Freund von allem, was lebt.
Doctor Snuggles träumt von dem besseren Morgen.
Doctor Snuggles, die Arbeit wartet, fang an!
Doctor Snuggles fliegt zu den Sternen mit ihm.
Doctor Snuggles, er weiß den Weg auch zum Regenbogen.
Doctor Snuggles, bau ’ne Maschine für uns!

Papsi mochte Dr.Snuggles, weil es eine durchweg optimistische Sendung war. Dr.Snuggles und alle Protagonisten der Serie waren durchweg positive Charaktere und die wenigen bösen Charaktere Karlchen Rattenkopf, Professor Smaragd und Willi der Fuchs brachten DFr.Snuggles selten in Bedrängnis. Dr.Snuggles, der mit seinem Schirm, seinem blauen Frack, seiner Fliege und seiner lebenden Taschenuhr Ticker findet für jedes noch so große Problem eine Lösung, zumeist eine Erfindung, deren Sinn von seiner Haushälterin Fräulein Hilde Reinlich angezweifelt wird. In seinem Labor Krick-Krack entwickelt er gemeinsam mit dem technisch sehr versiertem Dachs Dennis Erfindungen, die konkrete Probleme lösen. Eine seiner Erfindungen, der größtenteils aus Müll bestehende Haushaltsroboter Mathilde Dosenfänger ist ebenso fester Bestandteil der Serie, wie die Kosmokatze, die bei Oma Kuschel wohnt.

01:09:00 Guybrush Threepwood

Pass auf, hinter dir. Ein dreiköpfiger Kindheitsheld. Hach, Monkey Island. Was sind Stunden in die Abenteuer auf der Affeninsel geflossen und bis auf den Anstoss Fußballmanager hat es wohl nie wieder ein Fußballspiel geschafft Papsi so zu fesseln.Die Abenteuer des Möchtergernpiraten Guybrush Threepwood, seine Liebe zu Elaine und sein Kampf gegen Le Chuck haben Spuren bei Papsi hinterlassen, die bis in den heutigen Tag reichen, denn die Liebe zum Malzbier hatte beim Spielen der diversen Monkey Island Teile ihren Ursprung.

01:13:00 Jason von Juterczenka

Von wem Jason von Juterczenka der Kindheitsheld ist lässt sich leicht erahnen.

01:14:20 ICarly & Victorious

01:31:00 Mamis große Schwester

01:33:00 Hausmitteilungen

Die große Eröffnung des Dauerfeuer-Merchandise Shops, sowie Ankündigung der Wochenendrebellen Online-Lesung.

Links zur Folge: Kindheitshelden

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Hier geht es zur Folge, wo wir über die Holocaustwitze in der Schule sprechen.

Wenn wir mal groß sind werden wir ein eigenes Festival organisieren. Das Lineup steht bereits.

Wir trinken in dieser Folge auf Thomas unseren neusten Steady-Supporter. Vielen Dank, Thomas. Auf dich!

Steady Logo zur EInbindung in die Folge über Kindheit

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Hand von einem Kind, die in der Hand eines Vaters liegt.

103 Kindheit

Kindheit. Die Zeitspanne zwischen Geburt und Eintreten der Geschlechtsreife eines Menschen ist unser Thema. Mami und Papsi blicken zurück in ihre Kindheit, Jason erklärt, dass seine Kindheit im Alter von zwei Jahren endete, spricht aber gerne über den Äquivalenzzeitraum und Lani ist nicht nur mittendrin in der Kindheit, sondern auch voll dabei in der Folge zum Thema Kindheit. Wir sprechen über schöne Kindheitserinnerungen, Papsi erzählt von seiner besonderen Beziehung zu einem Kindheitshelden und Mami berichtet von ihrer Kindheit in Mazedonien und warum sie in die nullte Klasse gegangen ist, bzw. hätte gehen sollen. Zum Abschluss erklärt Papsi warum sein Verhältnis zu Apfelkuchen in der Kindheit besonders geprägt wurde.

Dies ist eine Radiorebell-Episode mit dem Wochenendrebellen-Wochenrückblick eines von aktuell zwei Formaten innerhalb des Radiorebell-Podcasts. Jede Woche blicken wir auf unsere ganz persönliche Woche zurück und suchen uns aus verschiedenen Themenblöcken ein Thema aus. In der „Klage der Nation“ könnte es um Themen gehen, die viel zu viel Aufmerksamkeit erhalten, vielleicht besprechen wir einen Film oder Jason erklärt mir ein wissenschaftliches Phänomen. Vielleicht küren wir auch den Horst der Woche oder analysieren die Herkunft eines schönen Wortes. Manchmal bequatschen wir aber auch ein Thema mit der gesamten Familie.

In unserem zweiten Format ziehen wir die Themen aus einer Losbox und besprechen diese. Auch schön.

In jeder Folge gibt es eine sogenannte Malzbiertaufe, denn unser Malzbier trägt immer den Namen unseres aktuellsten Steady-Unterstützers.

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Links zur Folge: Kindheit

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Wenn wir mal groß sind werden wir ein eigenes Festival organisieren. Das Lineup steht bereits.

Zitate aus der Folge: Kindheit

Mami: „Alkohol kam erst mit deinem Papa in mein Leben.“

Lani: „Los, sag ich bin die geilste Tochter.“

Jason: „Meine Kindheit endete im Alter von zwei Jahren.“

Steady Logo zur EInbindung in die Folge über Kindheit

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Foto, dass eine mutige Frau zeigt, die in einer Hängematte über Wolkenkratzern in einer Großstadt hängt.

102 Was ist Mut?

Was ist Mut? Wann war Jason zuletzt mutig? Was macht uns Mut und ist da wo Mut ist auch immer Angst und wie nah ist dann auch oft eine dumme Aktion? Wir sprechen gemeinsam über Mut, versuchen zu beschreiben was wir als mutig erachten und was wir beim anderen als mutig empfunden haben. Wir klären ob und wie man Mut trainieren kann und wühlen in unserer Geschichte nach Momenten, die vom Mut geprägt wurden.

Was ist Mut?

Dies ist eine Radiorebell-Episode mit dem Wochenendrebellen-Wochenrückblick eines von aktuell zwei Formaten innerhalb des Radiorebell-Podcasts. Jede Woche blicken wir auf unsere ganz persönliche Woche zurück und suchen uns aus verschiedenen Themenblöcken ein Thema aus. In der „Klage der Nation“ könnte es um Themen gehen, die viel zu viel Aufmerksamkeit erhalten, vielleicht besprechen wir einen Film oder Jason erklärt mir ein wissenschaftliches Phänomen. Vielleicht küren wir auch den Horst der Woche oder analysieren die Herkunft eines schönen Wortes.

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