Hervorgehobener Beitrag

Was die Wochenendrebellen machen & Termine Lesereise

Wir sind Vater & Sohn, Blogger, Autoren, Podcaster und Unterstützer der Neven-Subotic-Stiftung. Seit Jasons siebtem Lebensjahr bloggen wir in unregelmäßigen Abständen über die Suche nach einem Lieblingsfußballverein für meinen Sohn. In alten Blogbeiträgen findet man noch die Namen Martin und Jay-Jay, da wir die ersten fünf Jahre anonym bleiben wollten. Jason sollte einmal selbst entscheiden ob er die teils doch sehr persönlichen Einblicke, die wir im Blog und auch im Podcast geben mit seinem Klarnamen verbunden wissen möchte.

Ein Buch, das Brunnen baut- Alle Infos rund um Jasons Crowdfunding.

Jason hat sein erstes eigenes Buch geschrieben mit dem er unsere Spendensumme für die Neven Subotic Stiftung auf 50.000 € erhöhen möchte. Alle Infos rund um sein Crowdfunding, wo man sich nur für kurze Zeit eine streng limitierte Version als Hardcover sichern konnte findet man in diesem Beitrag.

 

Die Suche nach einem Lieblingsverein.

Die Anfänge unserer Geschichte liegen in diesem Blogbeitrag und die vermutlich schönste Umschreibung unseres niemals endenden Projektes hat mit vier Jahren Anlauf und kontinuierlicher Begleitung Fabian Scheler für ZeitOnline niedergeschrieben. Bei diesem Auftritt in der HR Sendung Heimspiel erklärt Jason im Interview, wie unser Projekt entstanden ist.

 

Der Podcast Radiorebell

Fernab des Fußballsports plaudern wir über unterschiedlichste Themen in unserem Podcast „Radiorebell“. Die Themen für die einzelnen Folge suchen wir uns aus und werfen Sie in eine Radiorebell Autismus Podcastgroße Losbox. Am Schluss von jeder Sendung ziehen wir das Thema für die nächste Episode. Wir haben nicht selten technische Schwierigkeiten und zu wenig Zeit für z.B. Kapitelmarken oder saubere Inhaltsangaben für die einzelnen Ausgaben. Aber wir haben eine Menge Spaß dabei. Jasons Themen sind eher wissenschaftlich geprägt. Wir sprachen schon über Planeten und Sterne, den menschlichen Körper oder auch über die Wahlen in den USA. Von mir kamen Themen wie „Freundschaft“, „Liebe“, „Eltern sein“ oder „Schule“, die wir dann ohne Skript und meinerseits mit lausiger Vorbereitung bequatschen. Ohne groß spoilern zu wollen. Ich lerne dort sehr viel. Für Neueinsteiger empfehle ich gerne unsere Folge über Autismus oder auch die Episode, wo wir über Dinge sprechen, die wir nicht mögen. Eine Übersicht über alle Themen, die wir besprachen findet man hier.

Zur Themenübersicht

Du willst nur mal kurz reinhören? Hier gehts zu einigen kurzen Podcastausschnitten

Podcast kostenlos abonnieren:

Das Buch „Wir Wochenendrebellen“.

2017 haben wir dann unser gemeinsames Buch „Wir Wochenendrebellen“ veröffentlicht. Die 18 Kapitel behandeln jeweils im Wechsel Geschichten, die wir auf unseren Reisen und in Fußballstadien erlebt haben und von Beschreibungen, wie wir als Familie mit der Behinderung unseres Sohnes umgehen, welche Lösungen wir für Probleme entwickeln und warum ich sehr stolz auf meine Frau, meine Tochter und meinen Sohn bin. Jason ist Autist und in Anbetracht der teils katastrophalen Berichterstattung über Autismus und den daraus resultierenden Konsequenzen entschieden wir uns für einen sehr offensiven Umgang innerhalb unseres Umfelds.

Ludger Schulte, Süddeutsche Zeitung und Laudator für das Fußballbuch des Jahres 2018 über „Wir Wochenendrebellen:

 

Was wir tun und warum wir es tun.

Vorweg vielleicht für alle Angehörigen von Autisten, die hier auch nach Hilfe suchen. Hier im Blog gilt analog zum Buch:

Autismus Buch

Auszug aus „Wir Wochenendrebellen“

In vielen Medien wird verantwortungslos Autismus als dauerhafte Negativ-Metapher genutzt und so sehen wir uns in Anbetracht des vorhandenen gesellschaftlichen Bildes mittlerweile auch als Botschafter zu zeigen, dass diese monothematische Hervorhebung von nicht einmal allgemein gültigen Schwächen oder Einschränkungen genauso ein Unsinn ist, wie dieses Bild des autistischen Genies oder der Engelskinder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Autismus ist keine Gabe und nicht heilbar und auf der Suche nach Fakten zum Thema Autismus sollte man Seiten und Organisationen, die Heilung versprechen oder Drill-Methoden anbieten weiträumig vermeiden. Wir möchten Autist sein nicht allgemeingültig erklären, was auf Grund der Vielfalt auch gar nicht einfach wäre, wir möchten aber zeigen was Autismus eben auch nicht zwingend sein muss. Ein Leiden.

Ob jemand unter Autismus leidet entscheiden weder wir für Autisten allgemein, noch ich für Jason. Das vermag nur jeder Autist selbst zu beurteilen und Jason hat dort seine Sicht der Dinge in unserem Buch ebenfalls recht unmissverständlich für sich ganz persönlich geschildert.

„Gäbe es ein Medikament, mit dem man das Asperger-
Syndrom »heilen« könnte, müsste ich nicht lange
überlegen, um zum Schluss zu kommen, es nicht zu
nehmen. Das liegt daran, dass das Asperger-Syndrom
Behinderungen, aber auch Vorteile beinhaltet. Das Behindernde
an den Behinderungen ist nicht die Behinderung
selbst, denn ein Problem entsteht erst, wenn
andere Menschen meine Regeln verletzen, sei es aus
Unwissenheit, aus Desinteresse oder aus purer Gemeinheit.
Leider kann ich nicht unterscheiden, ob jemand gemein zu mir sein will
oder vielleicht einfach
vergessen hat, dass ich beispielsweise nicht berührt
werden möchte. Im Gegenzug zu den Behinderungen
gibt es natürlich auch viele Vorteile, ich nenne sie
»Behilflichkeiten«, wie die, dass ich mir Dinge nur für eine
halbe Minute ansehen muss und sie dann nie wieder
vergesse (das kommt mir allerdings nicht immer zugute)
oder dass ich Algorithmen, solange sie geordnet
sind, sehr schnell erfasse und verstehe. Schwierig wird
es natürlich, wenn etwas anders läuft als geplant“   

Auszug aus Jasons Einleitung zu „Wir Wochenendrebellen“

 

Wenn wir im Blog, im Buch oder im Podcast über Autismus sprechen, dann sprechen wir über Jasons Autismus, nie allgemeingültig für oder über Autisten. Jasons Autismus bestimmt sein Handeln, sein Denken sein Tun, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Jason lebt mit seinem Autismus als elementaren Bestandteil seiner Persönlichkeit, den er wertschätzt und er ist sehr glücklich so wie es ist.

Das Netz ist voll von Artikeln über Autismus, doch ein Großteil der Beiträge ist sehr defizitorientiert, was in unserer Wahrnehmung als Eltern diese nicht sichtbare Behinderung mit einem falschen Bild in der Gesellschaft prägt.

Jason zum Beispiel nimmt alles wortwörtlich. Er liest nicht zwischen den Zeilen, er interpretiert nicht meine Aussagen, sondern er nimmt mich beim Wort. Als ich ihn während eines großen Streites anschrie, ich glaube ich stünde im Wald, antwortete er recht sachlich, fast gelassen, dass dem nicht so sei, dies wäre schließlich sein Zimmer und hier gäbe es ja nicht einmal Bäume. Auch seine Kommunikation ist sehr direkt und es entfällt die teils mühselige Interpretation. Ich kann mich auf seine Aussagen zu 100% verlassen. Das ist insbesondere in der Phase, wo bei uns das Pflegen unserer Beziehung, das Aufrechterhalten einer Erziehung ersetzte, von unschätzbarem Wert gewesen. 

Er ist über dies hinaus unglaublich konsequent. Er versorgt sich mit Fakten, macht sich ein Bild und trifft Entscheidungen, die er leidenschaftlich vertritt und er bewahrt Haltung auch wenn er spürt, dass seine Sicht der Dinge eher unpopulären Anklang in seinem Umfeld findet. Das kann als Elternteil, als Schwester, als Lehrer oder als zufälliger gesellschaftlicher Kontakt sehr schmerzhaft, unangenehm und überfordernd sein, sei es auf Grund seiner brutalen Direktheit oder auch wegen seines Mangels an Interesse andere Meinungen betreffend.

Jason lügt nicht, fast würde ich sagen wollen, er kann es nicht, was gepaart mit seiner schonungslosen Offenheit zu skurrilen Situationen führt.  Wenn ich ihm sage, er soll sich mal bei seinen Großeltern melden und ihm erkläre, dass Sie sich bestimmt freuen, was von ihm zu hören, dann ruft er sie sofort an. Wenn Oma sich dann erwartungsgemäß über den Anruf glücklich fragt, was es Neues gibt oder warum er angerufen hat, dann antwortet er, dass Papsi gesagt hat er soll sich mal bei Oma und Opa melden. Aber selbst in intensiven, ausgeprägten Momenten kann ich in seiner Konsequenz, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, seinem moralischen Empfinden und seiner sehr strikten Haltung kein Defizit erkennen. Ganz im Gegenteil. Das soll alles nicht über Schwierigkeiten und Defizite hinwegtäuschen, aber man gesteht uns glücklicherweise zu, dass wir gemeinsam selbst entscheiden welchen Einblick wir gewähren, weil wir dies vielleicht für hilfreich halten, sei es für uns selbst oder für andere.

Er liebt seine Großeltern über alles und wenn er Ihnen etwas Gutes tun könnte, was für einen jungen Mann in seinem Alter vielleicht gar nicht zu bewerkstelligen ist, würde er morgen trotzdem beginnen, beharrlich dranbleiben um mir wieder einmal mehr nach Erreichen des Ziels vorhalten zu können, dass er doch gleich gesagt hat, er schaffe alles was er wolle. Oma und Opa haben ihn über Jahre hinweg unterstützt, ihm zugehört, ihn verstehen gelernt, ihn sein lassen und Rücksicht genommen. Ich wünsche mir sehr, dass es meiner Frau und mir später gelingt so eine tolle Oma und so ein toller Opa zu sein. Bis dahin ist aber noch viel Zeit und wir haben noch viel vor.

Mit großen Teilen der Einnahmen unseres Buches finanzieren wir unsere Benefiz-Lesereise #einblogeinbucheinbrunnen. Wir lesen bei ausgewählten Veranstaltern aus unserem Buch, erzählen von unseren Reisen, Jason packt unerwartete Anekdoten aus und beantwortet Fragen aus dem Publikum. Ca. 3-3,5 Stunden dauert im Regelfall unsere Lesung und am Schluss der Veranstaltung bitten wir die Besucher um Spenden für ein Wash-Projekt der Neven-Subotic Stiftung. Unseren aktuellen Spendengesamtstand, sowie eine Übersicht der bisherigen Lesungsorte mit transparenter Einzelspendenübersicht findet man hier auf der Stiftungs-Homepage in einer separat geführten Projektkonto-Seite.

Sind wir ausgezeichnet?

Wir belegten 2016 den 4.Platz beim Fußballblog des Jahres, der durch die Deutsche Fußballkultur Akademie vergeben wurde. Im Januar 2017 wurde uns der Goldene Blogger in der Kategorie Elternblog verliehen und im Juli 2017 erhielten wir für unser Gesamtprojekt aus Blog & Podcast den Grimme-Online-Award in der Kategorie Kultur & Unterhaltung, was beim Sohnemann ein wenig Unmut auslöste, da er lieber in der Kategorie Information & Bildung einen Preis erhalten würde. 2018 steht unser Buch auf der Shortlist für das Fußballbuch des Jahres, wo wir als Debütautoren Platz sieben erreichten, ebenfalls eine Ehrung, die durch die Deutsche Fußballkultur Akademie verliehen wird.

Sind wir Antifaschisten?

Das wir uns hier zum Antifaschismus bekennen, erfüllt mich mit Scham. Ich bin bis vor einiger Zeit davon ausgegangen, dass dies doch zu mindestens 90% gesellschaftlicher Konsens ist und die Anzahl an nützlichen Idioten nicht so schnell groß genug sein wird, um einer rechtsextremistischen Ausrichtung einen parteipolitischen Arm samt Finanzierung zu verschaffen. Antifaschismus ist für uns zu allererst nichts weiteres als elementares Grundprinzip einer jeden anständigen Lebensweise und ich bin jedem aktiven Antifaschisten sehr dankbar für seinen Beitrag zu einer Gesellschaft in der wir uns auch zukünftig noch wohl fühlen. Wir wollen ausgezeichnete Antifaschisten sein.

Das Buch „Wir Wochenendrebellen“.

„Wir Wochenendrebellen“ ist im Benevento Verlag erschienen, die Taschenbuchausgabe erscheint im September 2019 im Goldmann-Verlag und Richard Kropf hat sich die Optionen auf die Filmrechte gesichert und arbeitet an einem Drehbuch. Wer „Wir Wochenendrebellen“ online kaufen möchte sollte dies hier tun.

Wer das Buch gerne signiert haben möchte oder es mit einer Widmung verschenken möchte wendet sich am besten per Mail, Instagram oder Facebook an uns oder besucht eine unserer Lesungen.

Wochenendrebellische Linktipps

Die schnellste Zusammenfassung unseres Treibens. Das 90-Sekunden-Video zum Gewinn des Grimme Online Awards 2017: https://www.youtube.com/watch?v=RFHv2C805iE

Der beste hörbare Beitrag über und mit uns, ist eine Podcastfolge des Rasenfunk-Formats „Tribünengespräch“. Wir waren zu Gast in Deutschlands bestem Fußballpodcast und haben mit Max und Frank gemütliche vier Stunden über all unsere Projekte geschnackt. 

Video von der Verleihung des Grimme Online Awards am 30.06.2017: https://www.youtube.com/watch?v=Bq7mV02Mc8c

Link zu einem ausführlicherem Interview in der Sendung Buchgeflüster: https://www.youtube.com/watch?v=6yi_ijdt7dw

TV Beitrag bei RTL: https://www.rtl-hessen.de/beitrag/7-jahre-durch-ganz-europa-12-jaehriger-autist-sucht-lieblingsfussballclub

Die Wochenendrebellen im Netz:

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Termine Lesereise Wochenendrebellen

Rostock, 30.11.2019, 18:00 Uhr, Peter-Weiss Haus, Doberaner Straße 21

Hannover, 19.11.2019, 18:00 Freizeitzentrum Vahrenwald

Schweiz, April 2020

Eintritt ist wie immer frei. Wir freuen uns auf euch.

Du möchtest die Wochenendrebellen persönlich unterstützen?

Steady ist eine Plattform auf der man die unterschiedlichsten Projekte mit kleinen Beiträgen unterstützen kann. Wir haben mit Unterstützung unserer Steady-Unterstützer neulich zum Beispiel neue Kopfhörer zum Podcasten gekauft um unsere Radiorebell-Tonqualität zu verbessern. Vielen, lieben Dank allen aktuellen Unterstützern.

Hier kann man sich unsere Steady-Seite anschauen.

Eine noch einfachere Form der Unterstützung wäre das Verbreiten dieses Beitrags. 

Vielen Dank für jede Form von Support.

Wird Betelgeuse zur Supernova?

Historische Bedeutung von Betelgeuse

In den letzten Tagen hat es endlich mal wieder ein astronomisches Thema in die Schlagzeilen und die Öffentlichkeit geschafft, und zwar die Geschehnisse rund um den Stern Betelgeuse. Erstmal: Ja, er heißt Betelgeuse, alle anderen Namen (Beteigeuze, Betelgeuze, Beteigeuse,…) sind Ergebnisse der fehlerhaften Übernahme des arabischen Namen in das lateinische Alphabet. Und daran sieht man bereits, dass der Stern wirklich schon seit sehr langer Zeit bekannt ist, nämlich bereits in Werken des arabischen Astronomen Azophi auftaucht, der im zehnten Jahrhundert gelebt hat. Als zweithellster Stern des markanten Sternbilds Orion hat er auch eine große mythologische Bedeutung und hat ganze antike Kulturen maßgeblich beeinflusst. Aufgrund seiner tiefroten Färbung galt er lange als Zeichen für Krieg und da er als erster Stern des Orions über dem Horizont aufgeht auch als Ankündiger und Bote.

Betelgeuse aus astronomischer Sicht

Die tiefrote Färbung des Sterns und seine große Helligkeit sind charakteristisch für die Sternklasse der Roten Überriesen. Diese Sterne sind massereiche Sterne kurz vor ihrem Tod. Ein Stern wird durch zwei Kräfte stabil gehalten. Zum einen die eigene Gravitation, die den Stern in sich zusammenstürzen lassen will, zum anderen der Energiefluss, der durch das Verschmelzen von Atomkernen zu neuen Atomkernen in seinem Innern nach außen strömt. Da sich diese Kräfte ausgleichen, kann ein Stern bestehen. Doch wenn der Wasserstoff im Innern des Sterns vollständig zu Helium verschmolzen ist, fällt der Strahlungsdruck plötzlich weg und die Gravitation presst den Stern zusammen. Normalerweise, würde man sagen, müsste der Stern nun kleiner werden, da keine Energie mehr erzeugt wird, doch das Gegenteil passiert.

Die Gravitation presst den Stern zusammen, sodass die Temperatur in seinem Innern aufgrund des Gasgesetzes steigt und nun ausreicht, um auch Helium zu verschmelzen und die Temperaturen in seinen äußeren Schalen zumindest für die Verschmelzung von Wasserstoffatomen ausreicht. Dadurch wird nun also mehr Energie als vorher erzeugt und der Stern wird größer. Wenn das Helium vollständig zu Kohlenstoff verschmolzen ist, wird der Stern wieder zusammengepresst, wodurch der Druck so weit steigt, dass im Kern der Kohlenstoff zu Neon und in den Schalen das Helium zu Kohlenstoff verschmolzen werden kann. Dadurch wird noch mehr Energie freigesetzt. Dies geht dann immer so weiter, wodurch der Stern den Aufbau einer Zwiebel bekommt, mit immer schwereren Elementen bis zum Kern hin. Irgendwann wird im Kern Silizium zu Eisen verschmolzen, doch Eisen kann nicht weiter verschmolzen werden. Wenn sich im Kern also Eisen ablagert, lässt der Strahlungsdruck wieder nach, aber diesmal für immer. Die Gravitation gewinnt und lässt den Stern in einer gewaltigen Explosion kollabieren, einer Supernova. Übrig bleibt der extrem verdichtete Kern als Neutronenstern oder Schwarzes Loch. Betelgeuse ist gerade in diesem letzten Stadium der Fusion von Silizium und steht somit kurz vor der Beendigung seines Lebens.

Dadurch, dass in einem so großen Stern fast keine Konvektionsströme gibt, die Wasserstoff von der Oberfläche ins Innere befördern, leben Sterne je länger, desto kleiner sie sind. Während kleine Rote Zwerge viel länger leben, als das Universum bisher existiert und sonnenähnliche Sterne mehrere Milliarden Jahre, brennen Sterne wie Betelgeuse nur wenige Millionen Jahre.

Kurz vor der Explosion

Dass Betelgeuse kurz vor seiner Explosion steht, ist nichts neues. Doch „kurz“ ist in der Astronomie immer relativ und bedeutet in diesem Fall irgendwann in den nächsten paar 100.000 Jahren. Nun jedoch deutet sich an, dass die Supernova von Betelgeuse womöglich unmittelbar bevorsteht oder sogar schon vorbei, aber wegen der Entfernung von 640 Lichtjahren noch nicht bei der Erde angekommen. Dies deutet man daraus, dass sich Sterne kurz, und damit ist nach menschlichen Maßstäben kurz gemeint, vor ihrer Explosion noch einmal abdunkeln. Dies ist bei Betelgeuse derzeit extrem auffällig und sogar mit bloßen Auge zu beobachten. Normalerweise ist er in den Top Ten der hellsten Sterne am Nachthimmel, doch aktuell gehört er nicht mehr mal zu den 20 hellsten Sternen. Das kann bedeuten, dass die Explosion kurz bevorsteht, muss es aber nicht.

Wegen der relativen Nähe und Größe des Sterns, ist er einer der wenigen Sterne, die wir nicht nur als Punkt, sondern mit Teleskopen als Scheibe sehen können.

Denn Betelgeuse ist sowieso ein veränderlicher Stern, seine Helligkeit variiert also in zwei parallel verlaufenden Zyklen. Wenn die Minima beider Zyklen also zusammenfallen, kann es auch zu einer starken Verdunklung kommen und es muss nichts mit dem baldigen Ableben des Sterns zutun haben. Es ist also gut möglich, dass der Stern sich in wenigen Wochen wieder aufhellt. Doch, obwohl es nicht wahrscheinlich ist, könnte es dennoch sein, dass wir die Supernova und Betelgeuse erleben. Was würde das für uns bedeuten?

Heller als der Mond

Die Explosion wäre von der Erde aus nicht zu übersehen. Für wenige Wochen würde Betelgeuse so stark leuchten wie eine ganze Galaxie. Am Nachthimmel wäre er so hell wie der Vollmond und die Explosion mit bloßem Auge zu sehen. Er wäre so leuchtstark, dass man ihn selbst tagsüber am Himmel sehen würde. Zweifellos wäre es ein spektakulärer Anblick, der einmalig in der gesamten Menschheitsgeschichte wäre. Die letzte Supernova innerhalb unserer Galaxis fand 1604 unter dem Namen „Keplers Supernova“ statt und war nicht annähernd so hell, wie es Betelgeuses sein wird. Zudem hatte man damals keine Ahnung, was eine Supernova eigentlich ist und war sich der Besonderheit dieses Ereignisses nicht wirklich bewusst, was bereits im Namen „Supernova“ steckt, der auf ein neu auftauchendes Objekt hinweist. In Wahrheit taucht jedoch kein Objekt neu auf, sondern es explodiert eins.

Keine akute Gefahr

Eine Supernova ist die gewaltigste Explosion, die es im Universum gibt, sie setzt große Mengen an Energie und Strahlung frei. Im Umkreis von 10 Lichtjahren würde eine solche Explosion vermutlich das irdische Leben ausrotten, vermutlich gab es im Ordovizium eine Supernova, die eines der großen sechs Massenaussterben der Erdgeschichte verursacht hat. Daher beobachten Wissenschaftler Supernovae in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft häufig mit Sorge. Der Großteil der Strahlung wird jedoch an den Polen des Sterns emittiert und bei Betelgeuse wissen wir, dass keiner der Pole der Erde zugewandt ist. Ein Massenaussterben ist trotz der relativen Nähe zur Erde also ausgeschlossen, dennoch könnte es in kleinem Umfang zu einer Schädigung der Ozonschicht und einem höheren Hautkrebsrisiko kommen, es müssten also entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Viel mehr dürften wir uns darauf freuen, vor allem die Wissenschaftler. Eine Supernova in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft wäre eine großartige Gelegenheit, mehr über diese Endphase großer Sterne zu erfahren.

Kultureller Einschnitt

In erster Linie wäre es jedoch ein kulturelles Großereignis. Betelgeuse war schon immer da und hat die Menschheit seit Anbeginn der Zeit begleitet. Die Menschen der Steinzeit blickten zu ihm empor und fragten sich, was wohl dieses rote Licht sei, im alten Ägypten sah man in dem Stern einen Gott, im antiken Griechenland erzählte man sich mythologische Geschichten, im Mittelalter blickten erste kluge Köpfe in den Himmel und erforschten den Stern – und nun wäre er mit wenigen Wochen weg. Das legendäre Sternbild des Orion wäre zerstört. Der Sternhimmel, der über Tausende Jahre als statisch und unveränderlich galt, würde ich verändern und das vor unseren Augen. Es wäre das erste mal, dass wir mit eigenen Augen sehen, dass das Universum nicht ewig ist, sondern vergänglich wie alles andere, sich das alles nur auf sehr großen Zeitskalen abspielt.

Wenn Betelgeuse dann eines Tages von der Bildfläche verschwindet, womöglich ja in gar nicht so ferner Zukunft, wird es auch irgendwie etwas wehmütig machen. Da, wo wir früher den hellen roten Stern Betelgeuse gesehen haben, werden wir dann nichts mehr sehen. Doch in Wahrheit wird auch dann dort der Überrest des Sterns in Form eines Neutronensterns umgeben von einem bunten Nebel zu sehen sein. Wobei ich persönlich mich erstmal dran gewöhnen werden müssen: Betelgeuse, der Neutronenstern – wir leben in verrückten Zeiten.

Feine Sahne Fischfilet

Feine Sahne in 4 D und Luther gesucht!

Feine Sahne Fischfilet. Wir waren beim Tourabschluss und haben gepodcastet. Sogar gleich zwei Mal und einmal davon sogar in einer Qualität, dass wir es mit euch teilen können. Wir suchen Luther, Jason berichtet von seinen 9D-Erfahrungen, wir sprechen über die heilende Wirkung von Fischfilet, wie Jason besoffen eine Tankstelle kapert und auch noch einmal über Einhorn Crowdfunding.

Wenn du unseren Podcast abonnieren möchtest findest du hier alle kostenlosen Abo-Möglichkeiten via Podcatcher oder du hörst uns einfach via Spotify obwohl letzteres sicherlich die unkomfortabelste Lösung ist um Podcast zu hören.

Feine Sahne Fischfilet

Dies ist eine Radiorebell-Episode mit dem Wochenendrebellen-Wochenrückblick eines von aktuell zwei Formaten innerhalb des Radiorebell-Podcasts. Jede Woche blicken wir auf unsere ganz persönliche Woche zurück und suchen uns aus verschiedenen Themenblöcken ein Thema aus. In der „Klage der Nation“ könnte es um Themen gehen, die viel zu viel Aufmerksamkeit erhalten, vielleicht besprechen wir einen Film oder Jason erklärt mir ein wissenschaftliches Phänomen. Vielleicht küren wir auch den Horst der Woche oder analysieren die Herkunft eines schönen Wortes.

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Buschfeuer: In Australien verbrennt die Hoffnung auf Besserung

„Ich, Scott John Morrison, schwöre, dass ich dem australischen Volk im Amt des Premierministers gut und wahrhaftig dienen werde und dass ich Ihrer Majestät, Königin Elisabeth der Zweiten, Königin von Australien, treu und gewissenhaft ergeben sein werde. So wahr mir Gott helfe!“, diese Worte sprach der Australische Premierminister Scott Morrison bei seiner Vereidigung. Das war am 24. August 2018, etwa eineinhalb Jahre bevor er den Eid brach, seine Bevölkerung verriet und sein Land an die Kohleindustrie verkaufte. Aber fangen wir erstmal ganz von vorne an.

Regierung von Australien im Griff der Kohleindustrie

Die Australische Kohleindustrie ist die mächtigste der Welt, etwa 77% des Strommixes besteht dort aus Kohle, zudem ist Australien der weltgrößte Kohleexporteur. Die politische Macht dieser Lobby steht außer Frage, Premierminister Malcom Turnbull musste in Folge seines Vorhabens, die CO2-Emissionen seines Landes bis zum Jahr 2030 um 26% zu senken (Referenzjahr 2005, also eigentlich vollkommen lächerlich) zurücktreten. Sein Nachfolger Morrison hat sich eindeutig für die Seite der fossilen Kapitalisten entschieden. In Anbetracht der aktuellen Geschehnisse sprach er fast schon heuchlerisch: „Wir werden uns nicht auf unbesonnene Klimaziele einlassen und heimische Industrien aufgeben, wodurch australische Arbeitsplätze gefährdet würden.“ Nun ja, zumindest Inkonsequenz kann man Herrn Morrison nicht vorwerfen. Derzeit plant Australien die größte Kohlemine aller Zeiten – unter Beteiligung des deutschen Unternehmens Siemens.

Die Energiepolitik Australiens hat Folgen: Das Land hat die größten Pro-Kopf-CO2-Emissionen der Welt, etwa 57 Tonnen pro Person und Jahr. In Deutschland sind es etwa 11 Tonnen, in Indien 1,6 Tonnen. Durch Wälder, Böden und Ozeane können pro Jahr etwa 2,3 Tonnen pro Person gebunden werden, in etwa so viel dürfte also jeder Mensch ausstoßen, um die Klimakrise zu stoppen. Doch wenn es nach Morrison geht, würde man die gesamte Kohle abbauen und verbrennen, bis nichts mehr übrig ist. Zur Einordnung: Diese Menge beträgt etwa 5 Billionen Tonnen Kohlenstoff, deren Verbrennung zu einer Erderwärmung von etwa 9°C führen würde – ganz Australien wäre vollkommen unbewohnbar. Und nun lasst euch folgenden Teil seines Amtseides nochmal auf der Zunge zergehen:

„Ich, Scott John Morrison, schwöre, dass ich dem australischen Volk im Amt des Premierministers Australiens gut und wahrhaftig dienen werde.“

Wenn das kein Amtsmissbrauch ist, dann hat das Wort „Amtsmissbrauch“ keinen Sinn.

Verbrechen an sich selbst

Doch Australien ist nicht nur einer der Haupttäter der Klimakrise – es leidet gleichzeitig auch wie kaum ein anderes Land unter ihr. Schon bei wenigen Grad Celsius Erderwärmung würde ein Großteil des australischen Inlands unbewohnbar. Die 40°C, die wir in Deutschland letzten Sommer als neue Rekordtemperatur registrierten, sind im aktuellen Sommer in Australien bereits mancherorts die Durchschnittstemperatur, Spitzenwerte von 50°C wurden erreicht. Das Great Barrier Reef, das Wahrzeichen Australiens und die einzige lebendige Struktur, die mit bloßen Auge aus dem Weltall gesehen werden kann, liegt akut im Sterben. Zwischen 1985 und 2012 verlor das Riff 50% seiner Korallen. Die Erderwärmung führt auch zu wärmeren Ozeanen, wodurch viele Lebewesen nicht überleben können und somit die Artenvielfalt im Riff sinkt. Gleichzeitig nehmen die Meere Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre auf und versauern dadurch, was die Wachstumsrate von Korallen senkt. Zudem machen die höheren Temperaturen zerstörerische Zyklone häufiger und die Korallen verbleichen.

Das Great Barrier Reef gilt als womöglich bereits nicht mehr zu retten.

2013 genehmigte die Regierung von Australien den Bau des größten Kohlehafens der Welt direkt am Great Barrier Reef, wofür drei Millionen Kubikmeter Schlamm direkt im Riff entsorgt werden sollen. Selbst die Deutsche Bank (!) ließ die Finanzierung für das Projekt fallen. Der australische Umweltminister bezweifelte jedoch, dass das Verbrennen von Kohle einen merkbaren Einfluss auf das Ökosystem hat. Kleine Randnotiz: Wenn Banken aus Deutschland eine strengere Klimapolitik verfolgen als das nationale Umweltministerium, läuft in diesem Land irgendetwas verdammt schief.

Und obwohl völlig klar ist, dass die australische Umweltpolitik konträr zu den Interessen der Bevölkerung ausgerichtet ist, verkauft Morrison seine Politik erfolgreich als Sicherung von Arbeitsplätzen und somit als bürgerfreundliche Maßnahme. Bei einer Rede im Australischen Parlament brachte Morrison als damaliger Finanzminister sogar ein Stück Kohle mit und erklärte sarkastisch, man müsse keine Angst davor haben. Die Abgeordneten lachten. Diesen Lachen sollte ihnen noch im Halse steckenbleiben.

Brände in Australien sind eine Folge Klimakrise

Nun, im Jahr 2020, wüten in Australien Brände von bisher unbekanntem Ausmaß. Schon mindestens 24 Menschen sind ihnen zum Opfer gefallen, etwa eine halbe Milliarde Tiere. Doch selbst die Mehrheit der überlebenden Tiere wird in den nächsten Wochen und Monaten sterben, da sie keine Nahrung finden werden. Dieses Foto eines verkohlten Babykängurus, das sich auf der Flucht offenbar in einem Zaun verhedderte dann verbrannte ging um die Welt und erhöhte den Druck auf die Politik vorübergehend.

Doch in einer Partei, in der selbst die komplette Leugnung des menschengemachten Klimawandels üblich ist (der amtierende Vizepremierminister nannte die Klimakrise etwa eine Erfindung „fabulierender innenstädtischer Verrückter“) , will man über den Zusammenhang dieser zu den Buschbränden natürlich überhaupt nicht sprechen. Man versucht derzeit, Debatten über die tiefere Ursache der Brände als Instrumentalisierung der Todesopfer darzustellen. Gleichzeitig scherzten Mitglieder seiner Regierung bei der Bekanntgabe der ersten beiden Todesopfer, die beiden hätten „wahrscheinlich eh die Grünen gewählt“.

Der IPCC sagte schon vor langem voraus, dass mit häufigeren Bränden bereits bei 1°C Erderwärmung zu rechnen ist und genau das ist jetzt in Australien eingetreten. Da wir derzeit etwa bei diesem 1°C sind, spricht das eindeutig für die Gültigkeit von IPCC-Prognosen (was, wenn man sich diese mal anschaut aber auch weniger positiv ist, als es sich anhört). Wenn man länger darüber nachdenkt, ist dieser Schluss aber eigentlich auch trivial. Die Klimakrise führt zum einen zu höheren Temperaturen und zum anderen zu weniger Niederschlag. Beides führt dazu, dass Pflanzen und Böden austrocknen und fördert somit Brände. Ähnlich wie bei den Bränden in der Arktis oder im Amazonas unterliegen diese einem sehr labilen Gleichgewicht. So schafft der Amazonas etwa die Grundlage für seine eigene Existenz. Eigentlich dürfte an dieser Stelle kein Wald existieren, weil es zu trocken ist. Aber weil dort bereits Bäume sind, ist genug Feuchtigkeit vorhanden, um den Wald weiter existieren zu lassen. Bricht der Bestand an Bäumen ein, ist der Wald somit für immer verloren.

Jeder Brand verschlechtert die Aufnahmekapazität des Bodens für CO2 und treibt die Klimakrise – und somit seine eigene Ursache – noch weiter voran. Es handelt sich um eine Rückkopplung. Einmal in Gang gesetzt, setzt sie sich auch ohne menschlichen Einfluss fort. Der kritische Punkt (Kipppunkt) zum Ingangsetzen dieser Rückkopplung muss noch nicht überschritten sein – könnte er aber und wird er definitiv bald sein.

Die Brände trafen bereits eine Fläche, die größer ist als die der Niederlande.

Technik wäre bereits vorhanden

Für alle, die meinen, Technik und Innovation würden uns daraus retten, gibt es leider eine Enttäuschung. Es gibt bereits eine Satellitentechnologie, die durch die Analyse des Grundwasserpegels Brände mit recht großer Sicherheit vorhersagen kann und in Brasilien im Rahmen der Amazonas-Brände bereits eingesetzt wurde und zudem chemische Löschmittel, die viel effizienter als einfaches Wasser sind. Doch wenn schlicht und einfach der politische Wille fehlt, hilft die fortschrittlichste Technologie nicht. Das zeigen die Brände von Australien nur ein weiteres mal.

Dennoch weitere Kohlekraftwerke geplant

Und so müssen die Menschen nun am eigenen Leibe erfahren, warum sie eben doch Angst vor Kohle haben müssen. Und diese Angst müssen sie verbreiten, denn wir alle müssen sie haben. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass kein Australier seelenruhig vor der aufziehenden Feuerwand stehenbleibt und murmelt „Keine Panik, das regelt der Markt.“. Doch das wirklich verheerende an den Bränden ist nicht, dass sie zu einem irreversiblen Kollaps des Ökosystems führen und somit Australien langfristig unbewohnbar machen könnten, sondern dass sie zeigen, dass selbst diese Katastrophe nicht ausreicht, um politischen Druck zu erzeugen, wie es etwa bei Fukushima der Fall war. Denn immer noch sind im Jahr 2020 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 579 Gigawatt geplant oder in Bau, was zu einer Steigung des durch Kohle erzeugten Stroms um 29% führen würde, obwohl der Weltklimarat ohne Zweifel sagt, dass bis 2030 fast alle Kohlekraftwerke stillgelegt sein müssen, um unterhalb der ersten Kipppunkte zu bleiben. Und wenn das, was derzeit passiert nicht ausreicht, halte ich unsere Welt mit ziemlich großer Sicherheit für verloren. Unsere Erde brennt an allen Ecken und Enden – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch wir können Lehren aus dem Debakel von Australien ziehen. Die Strategie, einfach zu warten, bis die Folgen des Klimawandels so offensichtlich werden, dass gehandelt werden muss und auch wird, funktioniert schlicht und einfach nicht. Schon letztes Jahr verbrannte vor den Augen der Welt der größte Sauerstoffproduzent unseres Planeten und niemanden hat es interessiert. Venedig stand für Wochen unter Wasser und niemanden hat es interessiert. Mitten in Europa gab es Hitzetote und niemanden hat es interessiert. Es gibt keinen Fukushima-Effekt mehr. Wir müssen den Druck aktiv erzeugen. Und damit meine ich uns alle. Boykottiert brasilianisches Rindfleisch, wechselt zu Ökostrom, wählt die Regierungen ab, die Geschäfte mit diesen Verbrechern machen und geht auf die Straße! Wir sind die ersten die es spüren und die letzten, die noch etwas tun können.

Falsche Prognosen der Vergangenheit

Ein neues Jahrzehnt bricht an, das Jahrzehnt, in dem sich entscheiden wird, welchen weiteren Weg die Menschheit einschlägt. Doch dafür ist es hin und wieder auch nötig zu bilanzieren und sich vor Augen zu führen, wie sehr Prognosen doch daneben liegen können.

„Eine Rakete wird niemals in der Lage sein, die Erdatmosphäre zu verlassen!“

New York Times

Das schrieb die New York Times im Jahr 1936. Zu diesem Zeitpunkt war dies selbst unter Wissenschaftlern eigentlich noch Konsens, schließlich führten die mathematischen Berechnungen den Forschern vor Augen, wie kompliziert ein Flug ins All ist und daher waren solche Prognosen aus der Zeit betrachtet durchaus sinnvoll. Man war sich zudem recht sicher, dass es nicht möglich ist, Geschosse in Höhen zu transportieren, ab denen sie nicht mehr zur Erde zurückfallen. Man muss zudem berücksichtigen, dass man unter Wissenschaftlern damals weniger an Raketen dachte, wenn es um potentielle Reisen ins All ging, sondern eher an die Weltraumkanone, die mit der die Astronauten in Jules Vernes Roman „Von der Erde zum Mond“ die Reise antreten. Die Geschwindigkeit, die nötig ist, damit ein Objekt nicht mehr zur Erde zurückfällt, liegt bei fast 8 Kilometern pro Sekunde – völlig utopisch für diese Zeit.

Noch in den 30ern hielt man es für unmöglich, Geschosse in den Orbit zu transportieren.

Und doch sollte sich die Prophezeiung als eine gigantische Fehleinschätzung erweisen. 1944, nur acht Jahre später, verließ die erste Rakete der Erdatmosphäre. Leider handelte es sich dabei um eine Aggregat 4-Rakete der Nationalsozialisten, somit werden wir für immer damit leben müssen, dass dieser erste Schritt der Menschheit ins All hinaus im Namen einer menschenverachtenden Ideologie erfolgte. Die Rakete, die eigentlich für Kriegszwecke konstruiert wurde stieg auf eine Höhe von 175 Kilometern. Erst nach dem Krieg wurde die Grenze zum All auf 100 Kilometer definiert, weshalb den Nazis der technologische Erfolg zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst war. Die 8 Kilometer pro Stunde erreichte die Rakete jedoch nicht, daher stürzte sie zur Erde zurück. Das erste Objekt, dass dann tatsächlich schnell genug war, um nicht mehr zur Erde zurückzufallen war Sputnik 1 im Jahr 1957 – 21 Jahre, nachdem die New York Times dies für unmöglich proklamierte. Obwohl sich die Weltraumkanone aufgrund der enormen Beschleunigungskräfte nie als Transportmittel durchsetzte, erwies auch sie sich als möglich, 1966 schoss eine Weltraumkanone ein 180 Kilogramm schweres Projektil auf eine Höhe von 180 Kilometern und somit in den erdnahen Weltraum.

„640 Kilobytes ist alles, was eine Applikation jemals benötigen sollte.“

Bill Gates

Ich schreibe diese Sätze von einem Laptop mit einem Speicherplatz von 121 Gigabyte, was 126.877.696 Kilobyte, was etwa dem 20.000-fachen der Schätzung von Bill Gates entspricht, die er 1981 formulierte. Wenig später begann die digitale Revolution und damit die exponentielle Vervielfachung der Transistorenanzahl auf einem Mikrochip. Bis heute verdoppelt sich diese etwa alle 18 Monate, was wir das Mooresche Gesetz nennen. Die Menge der verarbeiteten Daten folgt sogar einem 12-Monats-Takt, was bedeutet, dass alleine im Jahr 2019 so viele Daten verarbeitet wurden wie in der gesamten Menschheitsgeschichte davor.

Diese Entwicklung führt dafür, dass stetig neue Einheiten für Informationseinheiten erfunden werden müssen. Derzeit befindet sich die Menge der pro Jahr verarbeiteten Daten in der Größenordnungen von Zettabytes, also 1000000000000000000000 (10^21) Bytes. Zum Vergleich: Mit einem Zettabyte lassen sich etwa 2 Milliarden Jahre Musik spielen – also von der Entstehung erster komplexer Lebewesen bis heute. Die gesamte Kapazität des Internets liegt bei Yottabytes, also 1000000000000000000000000 (10^24) Bytes. Derzeit gibt es noch keine Rechner, die diese Menge speichern können, der Download würde selbst mit hochmoderner Internetverbindung viel länger dauern, als das Universum existiert. Bis 2025 wird sich die pro Jahr (!) verarbeitete Datenmenge in den Yottabyte-Bereich erstrecken. Und schon wenige Jahre später werden wir wieder neue Namen benötigen – dann werden wir Xona-, Nena-, und Wekabytes nutzen.

Moderne Supercomputer können ganze alternative Universen simulieren.

Und praktische Anwendungen gibt es für solche Kapazitäten natürlich. So lassen sich auch nichtlineare Systeme wie etwa das Klima so simulieren, was lange selbst theoretisch für unmöglich galt. Ganze Universen können bereits simuliert werden, wodurch man die Umstände kurz nach dem Urknall simulieren und betrachten kann, aus welchen sich ein Universum entwickelt, das wie unseres aussieht und aus welchen nicht. So lassen sich unzählig viele Parallelwelten im Computer erschaffen, von denen sich einige ganz anders entwickeln als unser Kosmos. Und auch die Daten des menschlichen Genoms werden sich schon bald auf einem einfachen USB-Stick tragen lassen. Die Einheit Kilobyte wird dann wohl schon lange aus dem Wörterbuch gestrichen sein.

„Es wird noch Generationen dauern, bis der Mensch auf dem Mond landet.“

Sir Harold Spencer

Diese Prognose von 1957 ist schon etwas optimistischer, was Raumfahrt angeht und sollte dennoch deutlich daneben liegen. Es kommt von Präsidenten der Internationalen Astronomischen Union, wobei man sagen muss, dass Kennedy sein Ziel zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgerufen hat. Erst vier Jahre später kam die Ankündigung, man wolle innerhalb von 10 Jahren einen Menschen auf dem Mond landen – und nicht in 200 so wie es Menschen wie Spencer prophezeiten. Ebenfalls muss gesagt werden, dass er nicht der einzige war, so gab es selbst in den 50ern noch Menschen die gesagt haben, eine Reise zum Mond sei gänzlich unmöglich. Tatsächlich war man sich zu diesem Zeitpunkt einiger Probleme noch gar nicht bewusst, sodass etwas längere Forschung vermutlich wirklich für mehr Sicherheit gesorgt hätte, so wusste man weder vom Sonnenwind, noch von dem Einfluss kosmischer Strahlung auf den Menschen etwas. Dieses Wissen kam erst mit den Langzeitaufenthalten auf den Raumstationen der neueren Zeit, daher ist heutigen Prognosen in der Hinsicht etwas mehr zu vertrauen.

Schon wenige Jahre nach dieser Prognose wateten Menschen im Mondstaub.

Schwerer als Luft? – Solche Flugmaschinen sind unmöglich.

William Thomson

Das war bei weitem nicht der einzige geistige Erguss des Physikers William Thomson, den man als Erfinder der thermodynamischen Temperaturskala kennt. So behauptete er auch, die Röntgenstrahlen seien nicht möglich und es handle sich somit um einen Betrug und das Radio habe keinerlei Zukunft. Zwar war Luftfahrt in dieser Zeit tatsächlich nur mit Flugkörpern, die leichter als Luft sind, etwa Heißluftballons, möglich. Dennoch hat Thomson (als Physiker) dabei wohl übersehen, dass auch Vögel schwerer sind als Luft und dennoch fliegen können. Außerdem war die nötige mathematische Grundlage für Fluggeräte, die schwerer sind als Luft auch in seiner Zeit schon vorhanden. Dennoch galt Fliegen als etwas extrem Unheimliches, fast Übersinnliches. Wenn Heißluftballons am Himmel waren oder wenig später dann auch die ersten Fluggeräte mit Tragflächen, bekamen die Menschen meist große Panik und davon waren auch damalige Prognosen geprägt.

Es galt als nicht gesichert, ob menschengemachte Objekte schwerer als Luft jemals fliegen könnten.

„Die Kernenergie ist sicher.“

Ernst Bloch

„Das müsste halten.“, „Was ist das für ein Draht.“, „Jaja, die Sicherung ist draußen.“, das sind wohl typische letzte Worte eines Menschen. Prognosen wie „Die Kernenergie ist sicher.“ erinnern schon etwas daran. Das „Prinzip Hoffnung“ war ein Kind der Atom-Euphorie der Nachkriegszeit. Man ging jedoch nicht nur so weit zu sagen, dass Kernenergie keinerlei Risiko darstelle. Selbst wenn ein Atomkraftwerk explodiere, sei bereits in 100 Metern Entfernung keine nennenswerte Radioaktivität mehr vorhanden, so die Prognose. Man dachte, mit Atomkraft könnte man jedes Problem lösen. Ein paar Kilo Uran sollten ausreichen, um ganze Wüsten verschwinden zu lassen und die Arktis in einer Riviera zu verwandeln. Unternehmen wollten Autos, Züge und Staubsauger mit Atomkraft auf den Markt bringen.

Der Zerstörungsradius einer Atomexplosion wurde mit etwa 100 Metern veranschlagt.

Vermutlich kommen euch diese Prognosen über Atomkraft lächerlich vor, doch so sehr unterscheiden sie sich gar nicht, von dem quasireligiösen Fanatismus, mit dem etwa das Automobil in Europa bis heute behandelt wird. Und letztlich muss man ebenfalls betrachten, dass der rasende technische Fortschritt, den uns diese Prognosen vor Augen führen, eben nicht immer alles löst. Der Klimawandel und die soziale Gerechtigkeit blieben von all diesen Fortschritten unbeeinflusst und das wird auch in Zukunft so bleiben. Der technologische Fortschritt wird uns nicht retten. Aber er wird uns in eine Zukunft führen, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Feine Sahne Fischfilet

Jahresrückblick mit der geilen Mami.

Wir haben wieder ein wenig zu dritt aufs Jahr zurückgeblickt.

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Dies ist eine Radiorebell-Episode mit dem Wochenendrebellen-Wochenrückblick eines von aktuell zwei Formaten innerhalb des Radiorebell-Podcasts. Jede Woche blicken wir auf unsere ganz persönliche Woche zurück, rezensieren und bepunkten einen Film und besprechen in der Klage der Nation ein Thema über das die Nation zu viel oder zu wenig klagt oder welches gar keinen Grund zur Klage bietet, wir aber gerne darüber sprechen wollen. Zum Abschluss gibt es vom Sohn die wissenschaftlich geprägte „spektrografische Minute“.

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demokratiefestival

Demokratiefestival, Einhorn, Silvesterböllerei und Holocaustwitze.

Vielleicht tut uns morgens podcasten ganz gut. Ich hatte jedenfalls Spaß, wie lange nicht mehr und das obwohl wir überhaupt nicht über lustige Themen sprachen. Wir blicken ein wenig zurück auf die letztren Weihnachtsfeste und klären noch einmal warum ich erdoganesk gehandelt habe nachdem Jason mich im Kreise der Großfamilie als Arschloch bezeichnete, nur weil ich nicht zugelassen habe, dass er seinen Finishing Move vom Esstisch an seiner Schwester anwendet. Zudem war es Jason ein Bedürfnis über einen Vorfall in der Schule zu sprechen, der ihn sehr mitgenommen hat. Kurz sprechen wir über die Crowdfunding-Kampagne des Unternehmens EInhorn, was mich ein wenig geärgert hat, da es von Startnext massiv hohen Support erhält und sich wenig an die Regeln der Plattform halten muss. Den Machern ist es gelungen ihrem gewinnorientiertem Unternehmen den Touch einer sozialen Bewegung zu verpassen und gleichzeitig über 2 Millionen Euro einzusammeln, die zumindest in Teilen auch nicht transparent nachvollziehbar bezüglich ihrer Verwendung eingesetzt werden müssen Demokratie, aber als gehypter Event. So sehr ich mich freue wenn neue Wege des Protests und der politischen Teilhabe gesucht werden, so sehr erschweren es mir die Kotzbröckchen im Hals, wenn ich eine der prominenten Unterstützerin im Video höre: „29,95* €, so billig war die Weltrettung noch nie.“ Da hat sich FFF instrumentralisieren lassen und man darf durchaus Sorge haben wie viel Kratzer eine Bewegung verkraften kann und wie schnell sie sich von ihren Grundwerten entfernt. Den Machern kann man nur sagen: Hut ab.

*Ticketpreis Demokratiefestival.-

Frohes Fest und euch und all euren Lieben ein paar besinnliche Tage uns einen guten Rutsch ins Jahr 2020.

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Wir sprechen im Wochenrückblick über die Zeit seit Anfang Dezember 2019.

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#wirböllernnicht

Wir sprechen zu wenig über Feuerwerk an Silvester. Schade, denn diese Diskussion ist eine wunderbare Gelegenheit (eigentlich auch für politische Parteien), sich zu profilieren und zu zeigen, ob sie konservative Ideologen sind, die irrationale Entscheidungen treffen und gegen „Verbotsideologien“ oder „Kulturkämpfe“ sind oder ob sie unaufgeregt und sachlich mit aller Konsequenz das tun, wozu sie eigentlich gewählt sind – einen klaren Rahmen vorgeben, der eigentlich keiner Diskussion mehr bedürfen sollte. Genau diesen möchte ich mit diesem Artikel zum Thema Böllern schaffen. Zunächst die Fakten.

Feuerwerk in Köln

1.Feinstaub

Was ist Feinstaub?

Als Feinstaub werden Partikel mit einem Durchmesser von unter 10 Mikrometern bezeichnet. Durchmesser ist dabei nicht als der klassische Durchmesser von Planeten, Sternen oder Galaxien zu verstehen, denn bei diesen Staubpartikeln handelt es sich nicht ansatzweise um kugelförmige Objekte. Daher beschreibt der Durchmesser hier vielmehr den Durchmesser eines hypothetischen kugelförmigen Partikels, das dieselbe Fallgeschwindigkeit hat wie das eigentliche Partikel. Hat ein Partikel also einen Aerodynamischen Durchmesser von 10 Mikrometern, dann bedeutet das lediglich, dass es so schnell fällt wie ein hypothetisches kugelförmiges Partikel mit einem tatsächlichen Durchmesser von 10 Mikrometern. Die Fallgeschwindigkeit ist auch bei der ökologischen Debatte wichtig, da davon und von der Wetterlage abhängig ist, wie lange Feinstaub in der Atmosphäre verbleibt.

Um zu verdeutlichen, um welche Größenordnungen es sich handelt: Ein Mikrometer entspricht einem Millionstel Meter, also einem tausendstel Millimeter. Ein Blatt Papier hat eine Dicke von etwa 80 Mikrometern, ein menschliches Haar eine Dicke von 100 Mikrometern und die kleinsten Käferarten beginnen bei etwa 250 Mikrometern.

Probleme des Feinstaubs

Feinstaub ist also klein genug, um in in den menschlichen Körper einzudringen, in sein Bronchialsystem, sehr kleine Partikel sogar in die Lungenbläschen und ins Blut, wo sie Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen, Lungenschwäche und Kreislaufprobleme verursachen können, da sie im Nasen-Rachen-Raum nicht mehr gefiltert werden. Da die Partikel nicht löslich sind, werden sie so gut wie gar nicht abgebaut und reichern sich in der Lunge an. Selbst Konzentrationen unterhalb des EU-Grenzwerts stehen im Verdacht, Lungenkrebs zu fördern. Somit geht die Europäische Kommission von 310.000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr durch Feinstaub innerhalb der EU aus, wodurch sich die Lebenszeit eines EU-Bürgers durchschnittlich um 8,6 Monate durch Feinstaub verringert.

Überdimensionierte Feinstaubemissionen an Silvester

Etwa 2% der deutschen Feinstaubemissionen sind auf Feuerwerkskörper zurückzuführen, ein absoluter Großteil davon in der Silvesternacht, was etwa 4200 – 5000 Tonnen entspricht. Wem das nicht dramatisch genug klingt: Es sind etwa 17% der Feinstaubemissionen des Verkehrssektors. Der EU-Grenzwert für Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, doch er ist leider nicht ganz wasserdicht, da er an eine bestimmten Anzahl an Tagen im Jahr auch beliebig weit überschritten werden darf. In der Silvesternacht wurden in einigen deutschen Innenstädten teils Konzentrationen von bis zu 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Da der Feinstaub oft über lange Zeit in der Atmosphäre bleibt und selbst im Boden oder in Gewässer noch immer schädlich sein kann, verurteilt die Politik mit der Duldung von privatem Silvesterfeuerwerk tausende wehrlose Menschen zum Tode.

2.Giftige Bestandteile von Feuerwerkskörpern

Es folgt eine Auflistung und Erläuterung nur einiger der giftigsten Bestandteile von Feuerwerk und die Einflüsse, die sie auf den menschlichen Körper haben können.

Blei

Das man Blei vielleicht nicht im Abguss entsorgen sollte, ist den meisten Menschen wohl klar. Schließlich ist es ein hochgiftiges Schwermetall, dessen Ionen, also geladene Bleiatome sich im Körper ablagern und dort Stoffwechselreaktionen verlangsamen oder sogar komplett blockieren. So hemmen sie etwa Enzyme und Eiweiße, die die Bestandteile unserer Nahrung für uns teilen und so erst Überleben und Handlungen möglich machen. Zellen werden somit beschädigt und sterben letztlich ab. Bei einer hohen Dosis kann das zum Tod führen. Bei langfristiger Aufnahme von Blei wird es nicht mehr abtransportiert und lagert sich in den Knochen und Zähnen ab, wo es Calcium ersetzt, was zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, heftigen Bauchschmerzen und Muskelschwäche führt.

Aluminium

Aluminium war früher eines der wertvollsten Elemente überhaupt. So gibt es die Legende, dass Napoleon Bonaparte seinen wertvollsten Gästen Aluminium- statt Goldgeschirr gegeben hat. Mit der Industrialisierung wurde es schließlich zum Massenprodukt und heute ist es aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. Doch auch über die gesundheitliche Diskussion wird heiß diskutiert und auch noch geforscht. Aber man geht zumindest davon aus, dass Aluminium eine Rolle bei Fehlgeburten, Knochenbrüchigkeit, Alzheimer, Krebs, Nierenschäden, Hirnschäden und Blutarmut haben kann. Obwohl viele Folgen wohl noch unbekannt sind, wird Aluminium in Feuerwerk eingesetzt.

Nitrat

Nitrat ist kein chemisches Element, sondern eine Verbindung von Sauerstoff und Stickstoff und an sich ungefährlich, sogar ein beliebtes Düngemittel. Doch wenn eine bestimmte Kapazität für Nitrat im Körper erreicht ist, können gewisse Bakterien das Nitrat in das hochgiftige Nitrit umwandeln, welches dann krebserregend wirkt, Gefäße verstopft, Rote Blutkörperchen schädigt, die für den Sauerstofftransport im Körper nötig sind, und auch zu Fehlgeburten führen kann.

Nitrat gelangt häufig durchs Grundwasser in den menschlichen Körper. So wird etwa viel zu viel Nitrat als Düngemittel auf die Felder geworfen. Da die Pflanzen häufig nur die Hälfte davon aufnehmen können, sickert der Rest ins Grundwasser. Aber auch in Silvesterböllern ist Nitrat erhalten.

Arsen

Arsen gehört zu den giftigsten Stoffen überhaupt und kann dem entsprechend sehr viele teils tödliche Beschwerden verursachen. So reizt es die Eingeweide, etwa den Magen, kann zu einer geringeren Produktion von Roten Blutkörperchen, Fehlgeburten, Immunschwäche, Unfruchtbarkeit, Herzstillstand, Hautkrankheiten, Hirnschäden und Mutationen führen, außerdem wirkt es ebenfalls krebserregend. Und doch kommt er in Feuerwerk vor.

Barium

Barium klingt irgendwie schon gefährlich, wenn ihr mich fragt und genau so ist es auch. Barium und alle seine Verbindungen, die sich in Wasser lösen lassen sind giftig für den Menschen. Der Stoff lagert sich vor allem in Lungen, Knochen und Muskeln ab. Dort kann es zu Muskelkrämpfen, Muskellähmungen (teilweise bis zum Tod durch Ersticken), Herzstillstand, Bluthochdruck, Atemproblemen, Durchfall und einem Kreislaufkollaps führen. Die tödliche Dosis für einen erwachsenen Menschen liegt dabei bereits bei einem Gramm.

Schwefel

Schwefel geht sehr häufig anorganische Verbindungen mit anderen Elementen ein, etwa Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid und Schwefelkohlenstoff ein, von denen sehr viele hochgiftig sind. Die Folgen sind teils noch unerforscht, doch sie reichen von Übelkeit, Hustenanfällen, Erbrechen, Krämpfen und Atemlähmungen über Verätzungen, Reizungen der Schleimhäute und Kopfschmerzen, bis zu Gesichtslähmungen, Schlaf-, Hör- und Sehstörungen und psychischer Instabilität.

Einige Schwefelverbindungen sind hochgiftig für den menschlichen Körper und auch in Feuerwerkskörpern enthalten.

3.Müll, Geräuschbelastung und Verbrennungen

Ich könnte noch ewig so weiter machen. Feuerwerk führt zu ungesunden Lärmbelastungen, vor allem für Tiere mit viel empfindlicherem gehör als Menschen, durch die abgebrannten Raketen liegt überall Müll herum, der nicht immer abbaubar ist, jedes Jahr gibt es Verletzungen, weil einige Menschen nicht damit umgehen können, die Arbeitsbedingungen in einigen Ländern bei der Herstellung der Feuerwerkskörper sind katastrophal und gefährlich, die Kosten und Umweltbelastungen für all die Feuerwehreinsätze in dieser Zeit sind unermesslich.

Müll von Feuerwerksraketen

Was müsste passieren?

Eigentlich müssten wir gar nicht so lange darüber diskutieren. Privates Feuerwerk ist Körperverletzung, Umweltverschmutzung, Nötigung und gehört verboten. Privates Feuerwerk muss in Deutschland verboten sein und die Stadt kann ein kontrolliertes, sauberes und verantwortungsvolles zentrales Feuerwerk organisieren. Es ist die Aufgabe der Politik, den Menschen einen Rahmen zu setzen, der unverrückbar festgegeben ist. Dazu gehört etwa, dass man nicht aus Spaß Arsen in Babybrei mischt. Dazu gehört, dass man nicht mit Schwefelwasserstoff duscht und dazu gehört, dass man kein flüssiges Blei in den Abguss kippt. Über manche Dinge bedarf es einfach keiner Diskussion, weil die Faktenlage eindeutig ist. Und doch gibt es keine Feuerwerksverbote auf Bundes- oder Landesebene. Aber was soll´s, wir sind es doch mittlerweile gewöhnt, dass wir die Aufgaben der Politik übernehmen. Also, an die Arbeit.

#wirböllernnicht – Das Gewinnspiel

Natürlich haben wir uns ebenfalls gefragt, was wir tun können, um gegen Feuerwerk vorzugehen, außer natürlich selbst darauf zu verzichten und das private Umfeld dementsprechend aufzuklären. Zum einen habe ich dafür diesen Beitrag geschrieben, um die Menschen aufzuklären, zum anderen hatten wir aber auch noch eine etwas verbindlichere Idee.

Wer sich in irgendeiner Form (Twitter, Facebook, Blog-Kommentar) einfach mit der Nachricht „Wir böllern nicht.“ oder dem Hashtag #wirböllernnicht meldet und sich damit verbindlich (auf Vertrauensbasis) dazu verpflichtet, an Silvester aus das Böllern zu verzichten, hat die Chance, ein Exemplar meines Buches (T)raumschiff Erde geschenkt zu bekommen, in dem ich die Metapher des Planeten Erde, der als Raumschiff durchs All fliegt vertiefe, einen perspektivreichen kritischen Blick auf die derzeitige Besatzung des Raumschiffs werfe und dann in einem radikalen Appell mit konkreten Forderungen zu einer 180°-Wende im Umgang mit unserem Planeten ausrufe. Die einfachste Form der Teilnahme ist das Teilen dieses Beitrags, da es vielleicht dem ein oder anderen auch ermöglicht mehr über die Gefahren zu erfahren. Unter allen Teilnehmern verlosen wir drei Exemplare.

Ich wünsche euch einen böllerfreien Rutsch ins neue Jahr.

Teilnahmebedingungen

  1. Das Gewinnspiel dauert bis 31.12.2019, 23:59 Uhr. 
  2. Es werden drei signierte Ausgaben des limitierten Hardcovers (T)raumchiff Erde verlost.
  3. Die Teilnahme erfolgt über einen Kommentar, der den Hashtag #wirböllernnicht enthält und der unter diesem Blogpost oder unter dem dazugehörigen Facebookpost platziert wurde. Eine Teilnahme via Twitter ist mit einfacher Nutzung des Hashtags #wirböllernnicht möglich. Der Einsatz des Hashtags kann hier in einem eigenständigen Tweet erfolgen. Ein Retweet oder die Teilung dieses Artikels verhilft auch zur Teilnahme am Gewinnspiel.
  4. Kommentare die gegen die Facebook bzw. Twitter Richtlinien, deutsches Recht und oder das Copyright verstoßen werden nach Kenntnisnahme ohne Ankündigung entfernt. Der Teilnehmer ist damit vom Gewinn ausgeschlossen.
  5. Teilnahmeberechtigt sind Personen aus Deutschland und Österreich.
  6. Über den Gewinner entscheidet das Zufallsprinzip.
  7. Die Gewinner werden über die Reaktion auf den jeweiligen Kommentar oder Tweet informiert. Der Gewinner muss sich innerhalb von 5 Werktagen per E-Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de mit den Adressdaten melden, wo das Buch hingesendet werden soll. Meldet sich ein Gewinner nicht innerhalb dieser Frist, wird das Buch unter allen Teilnehmern erneut verlost. 
  8. Alle Daten werden spätestens 30 Tage nach Ende des Gewinnspiels gelöscht, die Kommentare auf Facebook oder Twitter Teilnehmer bleiben allerdings bestehen und sind weiterhin öffentlich einsehbar. Adressdaten werden nur von den Gewinnern erfasst und nur zum Versand des Gewinnes genutzt. Diese Daten werden weder mit niemandem geteilt.  Den Teilnehmern stehen gesetzliche Auskunfts-, Änderungs- und Widerrufsrechte zu.
  9. Das Gewinnspiel wird nicht von Facebook oder Instagram gesponsert oder unterstützt.
  10. Du verpflichtest du dich auf Vertrauensbasis dazu, an Silvester keine Feuerwerkskörper anzuwenden.

CHEOPS: Start des weltweit ersten Weltraumteleskops zur Exoplanetenkunde verschoben

Die Entdeckung des ersten Exoplaneten ist nun schon fast 30 Jahre her, in diesem Jahr wurde dafür sogar der Nobelpreis für Physik verliehen. Doch bis heute sind diese Planeten meist nicht viel mehr als Kurven aus Diagrammen in den Büros von Wissenschaftler. In einigen Fällen lassen sich die Oberflächenbedingungen grob simulieren, doch das Erfassen von Details oder sogar direkte Beobachtungen sind bis heute nicht möglich. Dies soll die CHEOPS-Mission der ESA ändern. Das Weltraumteleskop soll erstmals Details von bereits bekannten Exoplaneten erfassen. Doch der Start im Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana schlug gestern fehl und soll am heutigen Tag um 09:45 MESZ wiederholt werden.

Detaillierte Untersuchung von Exoplaneten

CHEOPS steht für „Characterising Exoplanet Satellite“, die primäre Aufgabe des Weltraumteleskops ist es also nicht, neue Planeten zu entdecken, sondern bereits bekannte einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, gerade erdähnliche Planeten um nahe Sterne, also etwa Himmelskörper zwischen der Größe von Erde und Neptun. Dies sind sogenannte Supererden, also Gesteinsplaneten, von denen einige auch lebensfreundliche Bedingungen aufweisen können, allerdings auch Wüsten- oder Wasserplaneten sein können. Etwa 500 Sterne sollen beobachtet werden, um all diese Sterne wurden bereits Planeten entdeckt.

Die Planeten sollen bei Transits um ihren Stern beobachtet werden, so kann zunächst die Größe und somit geklärt werden, ob es sich um Gesteins- oder Gasplaneten hält. Gasplaneten sind für Lebenssuche recht uninteressant, handelt es sich jedoch um Gesteinsplaneten, kann aus Masse und Durchmesser die Dichte berechnet werden, was Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung zulässt. Im nächsten Schritt sollen eventuelle Atmosphären und deren Zusammensetzung untersucht werden. Sollte man Elemente wie Sauerstoff oder Methan finden, wäre das ein starker Hinweis auf einen bewohnbaren oder sogar bewohnten Planeten.

CHEOPS soll unter anderem herausfinden, ob es sich bei Planeten um Gasriesen oder Gesteinsplaneten handelt.

Aufbau der Sonde

CHEOPS soll die Erde in 700 Kilometern Höhe umkreisen, also noch im niedrigen Erdorbit leicht über der ISS und Hubble, aber deutlich unter den Bahnen der TV-Satelliten. Es ist 2,6 Meter hoch und wiegt 290 Kilogramm. Das Teleskop selbst hat eine Öffnung von 32 Zentimetern und eine Länge von 1,2 Metern. Die Mission wird von der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA in Kooperation mit der Schweiz und andere internationalen Partnern betrieben. Durch Solarpaneele zur Energieversorgung und einen Hitzeschild, ähnlich wie ihn Parker Solar Probe hat, nur deutlich kleiner, wird die empfindliche Technik vor der Sonnenstrahlung geschützt. So soll eine Lebensdauer von 3,5 Jahren erreicht werden, evtl. sogar mehr, sodass die Mission auch spontan verlängert werden kann.

Start kurzfristig abgebrochen

Der Start von CHEOPS markiert die Entstehung eines neuen Astronomischen Forschungsgebiets, der Exoplanetenkunde, in der Exoplaneten studiert und nicht nur entdeckt werden. Jedenfalls wird er den markieren, denn obwohl der Start für gestern Morgen geplant war, ist CHEOPS noch am Boden, heute 09:54 Uhr MESZ soll ein erneuter Startversuch erfolgen. Derzeit ist noch nicht sicher, wieso der Start 90 Minuten vor Ablauf des Countdowns automatisiert abgebrochen wurde. Da die Sojus-Fregat-Rakete von der Russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos produziert wurde, leitet diese derzeit die Untersuchungen.

Nur der Anfang

Läuft alles nach Plan, ist CHEOPS nur der Anfang dieses neuen Forschungszweigs, so ist es auch die erste von sogenannten S-Class-Missionen der ESA, die kostengünstig sind und in recht kurzer Zeit hintereinander gestartet werden sollen. Und auch zur Erforschung von Exoplaneten gibt es noch viele Möglichkeiten. So ist es etwa denkbar, ein Teleskop am Gravitationslinsenpunkt unserer Sonne, weit außerhalb des Kuipergürtels, zu platzieren. Dieses Teleskop könnte quasi die Sonne als Spiegel nutzen und so eine Auflösung erzielen, die mehrere Pixel große Bilder von Exoplaneten ermöglichen würden. Noch ist dies eine Vision, doch mit dem Start von CHEOPS werden wir dieser Version womöglich einen Schritt näher kommen.

NASA-Mission zur Sonne

Erste Daten der Parker Solar Probe bringen Überraschungen

1958 veröffentlichte die National Academy of Sciences eine Studie zur Sonnenforschung. Man publizierte die Idee einer Raumsonde, welche die Sonne aus extremer Nähe untersuchen sollte. Ziel war, sie nicht nur einfach an der Sonne vorbeifliegen, sondern die Sonde direkt durch die Sonnenatmosphäre fliegen zu lassen. Da die extremen Temperaturen mit damaliger Technologie nicht abzuschirmen war, blieb es bei den Studien. Mit der Zeit wurde die Idee realistischer und konkrete Konzeptstudien begannen. Doch erst 2018 startete die Mission tatsächlich unter dem Namen Parker Solar Probe. Eine Raumsonde der Rekorde. Dabei stellte die Mission, die nach dem Solarphysiker Eugene Parker und damit als erste Sonde nach einem noch lebenden Wissenschaftler benannt wurde, die Ingenieure von unglaublich große Herausforderungen. Himmelsmechanisch ist die Sonne durch ihre enorme Gravitationskraft sehr schwer zu erreichen. Bei ihrer größten Annäherung an die Sonne erreicht Parker Solar Probe eine Geschwindigkeit von 200 km/s – das sind immerhin 0,067% der Lichtgeschwindigkeit oder in etwa drei Sekunden von Hamburg nach München. Damit stellt sie das schnellste Raumschiff da, welches die Menschheit je gebaut hat. Doch bis zum nächsten Stern würde selbst sie immer noch über 6.300 Jahre Flugzeit benötigen. Einen weiteren Rekord hält die Sonde. Sie kommt sich der Sonne so nahe, wie noch kein menschengemachtes Objekt zuvor, weniger als 9 Sonnenradien über der Oberfläche, also innerhalb der Korona, der Sonnenatmosphäre.

Rätsel der Korona
Die Korona ist eine der geheimnisvollsten Orte im ganzen Sonnensystem. So beträgt die Temperatur etwa eine Millionen Grad Celsius, die der darunter liegenden Sonnenoberfläche aber nur 5500 Grad Celsius, also viele hundert mal kühler. Das ist in etwa so, als wäre die Luft über der Herdplatte viel heißer als die Herdplatte selbst. Warum das so ist, weiß man bis heute nicht genau, eben so wenig wie wir die Vorgänge im Inneren der Sonne kennen. Die Parker Solar Probe streift den äußersten Bereich der Korona, wodurch erstmals direkte Messungen möglich sind. Bereits einige neue Erkenntnisse
Nachdem Parker Solar Probe die Sonne insgesamt schon drei mal in geringem Abstand passiert hat, veröffentlichte die NASA nun erst Ergebnisse – und dabei waren bereits ganz neue Entdeckungen. Diese waren nur durch die enorme Geschwindigkeit der Sonde möglich. Denn so passte Parker Solar Probe ihre Geschwindigkeit an die Rotationsgeschwindigkeit der Sonne an. Dadurch betrag die relative Geschwindigkeit zwischen der Sonde und der Sonnenoberfläche null. So konnte die Oberfläche erstmals ohne den störenden Effekt der Sonnenrotation beobachtet werden. Nun möchte ich einige dieser neuen Entdeckungen vorstellen.
Switchbacks: Zacken im Sonnenwind

Parker Solar Probe entdeckte neue Strukturen im Sonnenwind, sogenannte Switchbacks. Dies sind Ströme, wo sich der Sonnenwind lokal für eine kurze Zeit wendet, fast zur Sonne zurückkehrt. Auch die elektromagnetischen Felder im direkten Umfeld der Sonne kehrten sich kurzfristig um, was die Sonde registrierte. Was Parker Solar Probe jedoch nicht herausfinden konnte, ist wie die Switchbacks entstehen. Eine Möglichkeit ist, dass ausströmende koronale Massenauswürfe Einfluss auf die Magnetfelder haben.
Staubfreie Zone rund um die Sonne


Über das, was innerhalb der Merkurbahn liegt, hat man schon seit Jahrhunderten Vermutungen angestellt. Im 19.Jahrhundert vermutete man noch den legendären Planeten Vulkan, der in extrem geringem Sonnenabstand seine Bahn zieht, noch heute kursiert die Theorie der Vulkanoiden, also einem kleinen Asteroidengürtel innerhalb der Merkurbahn. Und ebenfalls schon länger vermutete man die Abwesenheit kosmischen Staubes in direkter Sonnenumgebung, denn er müsste durch den Sonnenwind weggeblasen werden. Und tatsächlich registrierte Parker Solar Probe eine mit der Entfernung zur Sonne abfallende Menge an Staub. Sonnenwind wird mitgerissen.
Zudem wies die Sonde überraschend starke Scherkräfte im direkten Umfeld der Sonne nach. Der Sonnenwind ist somit nicht gleichmäßig verteilt und strömt von der Sonne weg, sondern wird in einer Zone, die etwa 32 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt beginnt, von der Rotation der Sonne mitgezogen. In kleinem Umfang hatte man diese Scherkräfte schon durch Berechnungen vorhergesagt, doch selbst die ersten Messungen ergeben schon zehn mal höhere Scherkräfte als berechnet. Dafür gibt es derzeit keinerlei Erklärung.
Magnetische Inseln
Und ein weiteres bereits theoretisch postuliertes Konstrukt konnte Parker Solar Probe erstmals direkt nachweisen, sogenannte Magnetinseln. Dabei handelt es sich um in sich geschlossene Ellipsen aus Magnetfeldlinien. Sie entstehen, wenn Magnetfelder auseinandergerissen werden und sich dann anschließend neu formieren. So etwas kann etwa durch Protuberanzen passieren. Bewiesen wurde ihre Existenz erst jetzt durch die Parker Solar Probe.

Doch das war nur der Anfang. Denn Parker Solar Probe wird der Sonne noch viel näher kommen. Bisher näherte sie sich auf etwa 50% des Abstandes des Planeten Merkur zur Sonne. Ihr nächster Bahnpunkt wird nur bei etwa 10% des Merkurabstands liegen. Daher ist zu erwarten, dass es noch viele Entdeckungen geben wird. Offene Rätsel gibt es jetzt genug.

Bleibt alles anders

Wir stehen ein wenig in der Scheisse, geloben aber wieder einmal mehr Besserung. Crowdfunding, beruflicher und schulischer Stress und nebenbei basteln wir am neuen Blog. Parallel dazu können wir aktuell auf unsere Mediathek nur über Umwege zugreifen, was die Veröffentlichung von Podcastfolgen erschwerte. Nun aber. Mit Verspätung. Unser Wochenendrebellen-Wochenrückblick.

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Wir sprechen im Wochenrückblick über die Zeit vorm 22.11.2019.

Dies ist eine Radiorebell-Episode mit dem Wochenendrebellen-Wochenrückblick eines von aktuell zwei Formaten innerhalb des Radiorebell-Podcasts. Jede Woche blicken wir auf unsere ganz persönliche Woche zurück, rezensieren und bepunkten einen Film und besprechen in der Klage der Nation ein Thema über das die Nation zu viel oder zu wenig klagt oder welches gar keinen Grund zur Klage bietet, wir aber gerne darüber sprechen wollen. Zum Abschluss gibt es vom Sohn die wissenschaftlich geprägte „spektrografische Minute“.

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