Hervorgehobener Beitrag

Was die Wochenendrebellen machen & Termine Lesereise

Wir sind Vater & Sohn, Blogger, Autoren, Podcaster und Unterstützer der Neven-Subotic-Stiftung. Seit Jasons siebtem Lebensjahr bloggen wir in unregelmäßigen Abständen über die Suche nach einem Lieblingsfußballverein für meinen Sohn. In alten Blogbeiträgen findet man noch die Namen Martin und Jay-Jay, da wir die ersten fünf Jahre anonym bleiben wollten. Jason sollte einmal selbst entscheiden ob er die teils doch sehr persönlichen Einblicke, Weiterlesen

Key Race Alert

121 Key Race Alert | Donald Trump Fazit | Artemis Accords

+++KEY RACE ALERT+++: In dieser Folge widmen wir uns ausführlich der US-Wahl aus verschiedenen Perspektiven. Eigentlich wollten wir die Folge nutzen, um als erstes Medium in Deutschland Joe Biden zum Sieger auszurufen – dann waren die anderen aber doch irgendwie schneller und wir haben noch einen Tag gewartet um mehr über die Detailzahlen zu erfahren. Folgendes Besprechen wir in dieser Episode:

Fazit zu Donald Trump

Donald Trumps Beliebtheitswerte sind nach wie vor hoch, vergleichbar mit denen Obamas nach seiner ersten Amtszeit. Zudem erhielt er mehr Stimmen als noch 2016 – und das obwohl man meinen müsste, nach einer solch desaströsen Amtszeit, die uns gesellschaftlich so zurückgeworfen hat, verlorene Zeit beim Klimaschutz war und unzähligen Menschen das Leben gekostet hat, eine Wiederwahl gar nicht zur Diskussion stehen dürfte. Auf der anderen Seite muss man jedoch festhalten, dass Trump aus der Perspektive eines Menschen, der überzeugt hinter dieser Ideologie steht, einen großen Teil seiner Versprechungen in die Tat umgesetzt hat.

So ist Trump etwa aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen, hat einen harten Kurs gegenüber China und dem Iran gefahren, die Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt, die Arbeitslosenzahlen sind gesunken und die wirtschaftliche Entwicklung war bis zur Corona-Krise grundsätzlich positiv. Dass diese Vorhaben zum Teil katastrophal und desaströs waren oder auf Kosten andere Menschen oder Dinge stattfanden, steht völlig außer Frage. Bei den Folgen seiner Handlungen hingegen hat Trump viel gelogen: Er versprach den Menschen etwa, das Außenhandelsdefizit würde durch die Strafzölle gegen China sinken – doch bis zur Corona-Krise stieg es sogar.

Und auch die Corona-Krise reiht sich dort letztlich nur ein. Es gibt sicherlich nicht wenige Menschen, die es vollkommen richtig finden, körperlich schwächere Menschen sterben zu lassen, um der Mehrheit Unannehmlichkeiten zu ersparen und die Wirtschaft zu schonen. Das Fazit ist also, dass es falsch ist, Trump als dummen und verrückten Präsidenten zu betrachten – er ist eine ernsthafte Gefahr, der viele Vorhaben umgesetzt hat, die für jeden anständig denkenden Menschen eine Katastrophe sind – und zwar mit voller Absicht.

Wahlsystem der USA

Das Wahlsystem der USA wurde in letzter Zeit nun wirklich viel diskutiert und ich denke, die meisten können sich inzwischen etwas darunter vorstellen. Was dabei meiner Meinung nach aber viel zu kurz kam, ist die Einordnung und Interpretation: Wieso ist dieses Wahlsystem so wie es ist und wie sind Ungerechtigkeiten darin verankert? Damit beschäftigen wir uns etwas genauer.

Grundsätzlich ist der Kongress, das US-amerikanische Parlament, nach britischem Vorbild in zwei Kammern eingeteilt. Eine davon ist der Senat, der beispielsweise für die Ernennung und Enthebung von Ämtern, internationale Verträge und auch die Genehmigung von Gesetzen zuständig ist und in dem jeder Staat zwei Sitze hat. Die andere ist das Repräsentantenhaus, das Initiativrecht besitzt, also Gesetze vorlegen kann. Hier berechnet sich die Zahl der Sitze eines Staates an seiner Bevölkerung. Jeder Staat hat so viele Wahlleute (und Sitze im Kongress) wie es Sitze im Senat und im Repräsentantenhaus hat.

Das bedeutet Folgendes: Große Staaten sind im Senat extrem unterrepräsentiert, schließlich bekommen sie genau so viele Sitze wie viel kleinere Staaten. Tendenziell sind die größeren Staaten aber auch vielschichtiger, also weniger weiß. Minderheiten sind durch das Zweikammersystem also systematisch benachteiligt. Hinzu kommen einige Gebiete, die gar keine Vertretung im Senat haben, etwa Puerto Rico oder Washington D.C. – auch das spiegelt sich in der Politik wieder: Nach dem verheerenden Hurricane in Puerto Rico gab es im Vergleich zu anderen Staaten kaum Hilfen und in Washington D.C. setzte Trump das Militär gegen seine eigenen Bürger*innen ein.

Bei der Wahl des Repräsentantenhauses ist auch Wahlkreisschiebung ein großes Thema – schließlich kann in jedem Wahlkreis nur eine Kandidatin oder ein Kandidat gewinnen und diese Wahlkreise können alle zehn Jahre relativ beliebig von der regierenden Partei gezogen werden. Indem man einfach möglichst viele Wähler*innen der gegnerischen Partei in einen Wahlkreis zwängt, erhöht man natürlich die Anzahl der Wahlkreise, in denen die eigene Partei gewinnt: Aus jedem beliebigen Ergebnis lässt sich dadurch fast jedes andere Ergebnis machen.

Obwohl sich sicherlich beide Parteien der Wahlkreisschiebung bedienen, kommt sie meist den Republikanern zugute. Das liegt nicht unbedingt daran, dass sie diese mehr ausnutzen als die Demokraten, sondern einfach daran, dass die Bevölkerung so verteilt ist wie sie ist: Demokrat*innen leben meist in Städten – und somit in einigen wenigen Wahlkreisen – konzentriert während Republikaner*innen sich viel besser verteilen. Von 250 computergenerierten Möglichkeiten für die Wahlkreiseinteilung von Florida waren etwa alle 250 vorteilhafter für die Republikaner.

Doch es geht noch weiter: Durch das Wahlleutesystem sind selbst bei der Präsidentenwahl die Stimmen nicht annähern gleich viel wert. 2016 zählte eine Stimme in Michigan etwa genauso viel wie 1.000 Stimmen in Wyoming. Und ganz zufälligerweise wurde Michigan auch insgesamt 22 mal von den Kandidat*innen besucht während andere Staaten komplett leer ausgingen.

All diese Mängel führen natürlich dazu, dass viele Menschen das Gefühl haben, ihre Stimme hätte keinen Wert und deshalb ist die Wahlbeteiligung auch häufig so gering – wenn die Politiker*innen nicht vom Volk legitimiert sind, ignorieren sie selbstverständlich auch dessen Wille.

Artemis Accords

Mensch bleibt Mensch, egal wo er hingeht. Und wenn man über die aktuelle Politik in den USA spricht, dann sind die Artemis Accords sicherlich ein unterschätzter Aspekt des Versagens der USA bei der Schaffung einer friedlicheren und gerechteren Welt. Sie sind der vertragliche Rahmen des geplanten Rückkehr von Menschen zum Mond im Jahr 2024. Die soll diesmal nämlich – anders als das Apollo-Programm – in internationaler Kooperation stattfinden. Grundsätzlich lobenswert. Die Bedingungen dafür sind jedoch regelrecht unglaublich:

  • Die USA übernehmen die bedingungslose Führung, wer sich den Regeln nicht unterwirft, darf nicht mitmachen.
  • Es gibt keine unabhängige Organisation, alle Bewerbungen gehen direkt an die USA und werden auf nationaler Ebene bearbeitet.
  • Die unterzeichnenden Staaten erklären den Weltraumvertrag de facto weitgehend für ungültig, indem sie den Abbau von Ressourcen für nationale Zwecke erlauben.
  • Militärisch geschützte Sicherheitszonen dürfen beispielsweise um die Abbauorte von Ressourcen errichtet werden – auch das untergräbt Völkerrecht.

Die USA wollen also sozusagen den Mond privatisieren. Wir verpassen hier nicht nur die große Chance, im Weltraum etwas Neues anzufangen und all das, was auf der Erde über Jahrtausende schief ging, hinter uns zu lassen. Wir riskieren auch, dass der Weltraum zum Schlachtfeld wird, wenn die politischen Entwicklungen besonders bezüglich nuklearer Abrüstung auf der Erde sich auf diese Weise fortsetzen. Wir werden sehen, dass sich Wissenschaft und Technologie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich schneller entwickeln werden als in der Vergangenheit und dass sich uns Fragen stellen werden, die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können. Es ist wichtig, dass die richtigen Menschen die Antworten darauf geben. Viel Spaß mit unserer Wochenrückblicks-Folge: Key Race Alert.

Lockdown light

120 Lockdown light und Corona-Leid | Der Wellenbrecher-Lockdown | Wasser auf dem Mond

Lockdown light? Wellenbrecher-Lockdown? Die aktuelle Corona Entwicklung bzw. die aktuellen Corona Fallzahlen könnten einen erneuten Lockdown sorgen, aber keine Sorge, es handelt sich nur um einen Lockdon light. Wir sprechen an dem Tag an dem unseriöse Medien erstmals den Begriff Lockdown light als mögliche Option für die Verschärfung der Corona Maßnahmen nennen. Ich arbeite in der Gastronomie und sehe die Entscheidung, sollte sie so kommen, etwas kritischer als mein Sohn. Wir teilen unsere Positionen rund um die Begrifflichkeit Lockdown und was dies dann an tatsächlichen Konsequenzen für Menschen haben kann. Wir sprechen über die psychischen Folgen eines Lockdowns, über Konsequenzen wie das Erfahren häuslicher Gewalt oder Verlust des Jobs oder auch der eigenen Existenz und darüber was Armut bedeutet und versuchen unsere eigenen Privilegien zu checken.

Außerdem erklärt Jason sehr beeindruckend in welch spannender Phase er sich aktuell mit seinem Forschungsprojekt befindet und ist bemüht Begrifflichkeiten wie Grenzzyklen und Fraktalen anschaulich zu erklären. Zum Schluss stellen wir noch fest wie friedlich die letzten Episoden doch abliefen und wie sehr wir das aktuell genießen, dass wir uns nur sehr selten anschreien.

Beim Wochenrückblick lassen wir zukünftig das Intro weg. Wir schaffen das mit den skipbaren Kapitelmarken zeitlich nicht mehr und das Intro nervt einige. Die Themenfolgen behalten das Intro.

00:00:48 Jason und seine Vorträge beim MINT Schülerkongress.

00:23:00 Corona-Zahlen aktuell und Status Corona in der Schule.

01:15:00 NASA Entdeckung auf dem Mond

Wie sieht ein Lockdown light aus?

Geplant ist die Schließung aller Restaurants, Bars und Kneipen, was mit einer massiven Einschränkung und hohen Umsatzverlusten der Tourismusbranche einhergehen würde.

was ist hoffnung

119 Was ist Hoffnung ?

Seit einigen Monaten können sich Steady-Unterstützer im Rahmen eines gebuchten Pakets ein Thema für eine Folge aussuchen. Wir durften schon über Europa sprechen und haben über den Umgang mit dem Tod diskutiert und besonders dankbar ist Papsi immer Menschen, die sich Themen wie „Mathematische Grundlagen der Astrophysik.“ wünschen.

Dieses Mal war es aber auch für mich recht knifflig. Ich verstehe mich vor allem sehr gut darin, mich auf Fakten zu fokussieren, sie einzuordnen auf ihnen basierende Handlungsempfehlungen zu geben. Es ist nicht so, dass ich Menschen gerne Hoffnung nehme, aber in den letzten Jahren geben die Fakten nunmal nicht viel anderes her.

Dennoch ist es natürlich nicht zu unterschätzen, auch Hoffnung zu machen, schließlich möchte ich die Menschen durch Fakten und Tatsachen zum Handeln bringen, doch ohne Hoffnung handelt auch niemand. Das heißt natürlich nicht, dass dabei Fakten vernachlässigt oder ausgeblendet werden sollten, es heißt viel mehr, trotz der angespannten Lage Wege zu finden, die Probleme zu lösen – und die Menschen ohne Lügen dazu zu bringen, diese Wege auch zu gehen.

Und wenn die Menschen das dann tun, dann wird sich die Welt ganz sicher wieder verbessern und dann machen auch die Fakten wieder Hoffnung und mehr Menschen machen sich hoffnungsvoll ans Handeln: Eine positive Kettenreaktion, die eine radikale Verhaltenswende in sehr kurzer Zeit in Gang setzen kann. Nur so können wir schneller sein als die Welt sich derzeit verschlechtert. So unwahrscheinlich mein Szenario auch sein mag, es gibt eigentlich nur eine Alternative dazu: Die völlige Selbstaufgabe.

Bild vom Gang in einem Nachtzug als Symbolbild für die Folge über Nachtzuege.

118 Wie geil sind Nachtzüge wirklich?

Nachtzüge: Das dankbarste Thema seit „Mathematische Grundlagen der Astrophysik“. Mit großer Freude besprechen wir sie in dieser Themenfolge, sowohl im Kontext von Politik und Umweltschutz als auch unter Einbeziehung unserer eigenen Nachtzug-Erlebnisse.

Die Vergangenheit

Schon vor 100 Jahren hatte Europa ein gut ausgebautes und komfortables Nachtzugnetz. Von München oder Berlin konnte man mit dem Zug nach Konstantinopel, Lissabon, Stockholm, Moskau, Paris oder Königsberg fahren. Doch leider wurde dieses Netz nach und nach ausgedünnt, immer mehr Strecken wurden eingestellt, die Taktungen wurden immer geringer. Als die Deutsche Bahn 2016 schließlich ihre City Night Lines eingemottet hat, erreichte diese Entwicklung ihren Tiefpunkt. Grund dafür ist vor allem die Luftfahrt und die Tatsache, dass sie im letzten Jahrhundert auch auf kurzen Strecken rentabel und erschwinglich wurde – aber nicht nur aufgrund neuer Technologien, sondern vor allem aufgrund politischer Entscheidungen.

Nach den Regeln des Marktes haben die teureren und langsameren Nachtzüge keine Chance, es bräuchte eigentlich enormen Subventionen für diese umweltfreundliche Art zu reisen. Doch das Gegenteil passierte: Die Luftfahrt wurde großzügig subventioniert und das führte dazu, dass man die Entscheidung der Deutschen Bahn aus rein wirtschaftlicher Sicht leider als richtig betrachten muss. Ein Beispiel von vielen, wieso nach meiner Meinung eine Bahn in staatlichen Händen, deren oberstes Ziel die Bereitstellung einer flächendeckenden Versorgung nach den Bedürfnissen der Zeit statt die Generierung von Gewinn ist, sinnvoller wäre.

Die Gegenwart

Aber zum Glück zeichnet sich langsam eine Trendwende ab und das ist nicht zuletzt all denen zu verdanken, die in den letzten Jahren geholfen haben, das Thema Klimaschutz und Mobilitätswende populärer zu machen. Viele Menschen wollen innerhalb Europas und erst recht innerhalb Deutschlands nicht mehr fliegen, sie schämen sich zurecht dafür. Hinzu kommen natürlich all diejenigen, denen das Fliegen „zu einfach“ geht und die eher nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel.“ Abenteuer suchen. So gibt es inzwischen wieder eine wachsende Zielgruppe für Nachtzüge und das Netz wird wieder von Jahr zu Jahr ausgebaut – in gesamteuropäischer Kooperation, aber mit der österreichischen Bahn ÖBB als treibende Kraft, die auch die auch die Züge mit dem Namen nightjet bereitstellt.

Nachtzüge in Deutschland

In Deutschland gibt es inzwischen wieder ein gut ausgebautes Nachzugnetz. Von München kann man unproblematisch nach Rom, Zagreb, Venedig, Mailand, Rijeka oder Ljubljana fahren, aber auch nach Düsseldorf und Hamburg. Von Berlin gibt es Verbindungen nach Malmö, Moskau und seit neuestem auch Budapest und eine Verbindung von Zürich nach Berlin und Hamburg, die in Hannover geteilt wird, verbindet auch viele Städte innerhalb Deutschlands.

Nachtzüge in Europa

Auch in Großbritannien gibt es Nachtzüge, die aber meist legendäre Namen statt Nummern haben, in Spanien und Italien verkehren ebenfalls Nachtzüge. Bei unseren Nachbarn sind natürlich Österreich und auch die Schweiz am weitesten, aber auch Polen hat ein nationales Nachtzugnetz. Über sonstige Nachtzüge im Osten Europas können wir natürlich viel aus eigener Erfahrung erzählen, etwa von unserer wirklich komfortablen Fahrt im Hellas-Express von Skopje nach Belgrad: Während der Fahrt waren die Türen geöffnet oder präziser ausgedrückt gab es gar keine Türen. Wenn du dann im letzten Abteil des letzten Wagens sitzt und jemanden an dir vorbeilaufen und nicht mehr wiederkommen siehst, kommst du schon ins Grübeln… Und ob ihr´s glaubt oder nicht, es gab tatsächlich auch schon eine Nachzugfahrt bei selbst ich richtig abgekotzt habe – im wahrsten Sinne des Wortes.

Nachtzüge weltweit

Wir schauen natürlich auch mal über den kontinentalen Tellerrand. In China etwa verkehren längst 20 Züge pro Tag – oder besser gesagt pro Nacht – zwischen Metropolen, die tausende Kilometer auseinanderliegen. Das klingt beneidenswert und ist natürlich auch schön, dennoch ist unser europäisches Netz nicht unbedingt schlechter, es ist einfach auf die Geographie und die Bevölkerungsstruktur Europas ausgelegt. Nirgendwo anders auf der Welt ist es etwa besser möglich, auch von relativ kleinen Orten aus mit dem Zug schnell in größere Städte zu fahren. Das wird klar, wenn man den Blick einmal in die andere Richtung lenkt: In den USA etwa gibt es eigentlich gar kein zusammenhängendes Netz, sondern nur einzelne Nachtzugstrecken genauso wie in Brasilien, Australien oder einem Großteil Afrikas.

Die Zukunft

Die Zukunft der Nachtzüge sieht tatsächlich ganz gut aus: Die ÖBB plant ab 2022 eine neue Flotte an Nightjet-Wagen auf die Schiene zu bringen, die deutlich komfortabler sein sollen, außerdem sind weitere europäische Strecken – auch innerhalb Deutschlands – geplant, etwa eine Strecke von Zürich nach Amsterdam über Köln und auch Dresden soll wieder ans Nachtzugnetz angeschlossen werden.

Selbst die Deutsche Bahn wird sich eventuell an einem europaweiten Nachzugnetz beteiligen: Geplant sind Strecken von München nach Stockholm, Berlin nach Barcelona, Warschau nach Amsterdam und noch einige weitere Strecken. Diese Nachtzüge sollen im sogenannten Europa-Takt aufeinander abgestimmt sein, sodass es wieder möglich sein wird, ganz Europa mit dem Nachtzug zu durchqueren. Mit der Ergänzung der geplanten französischen Strecken kann man davon ausgehen, dass im Jahr 2030 jede größere europäische Stadt mit dem Nachtzug erreichbar sein wird.

Außerdem soll die Verbindung von Moskau nach Peking erneuert werden, statt sechs Tage sollen es nur noch knapp zwei sein. In unter drei Tagen käme man dann von Berlin mit dem Zug nach Peking – der Angelpunkt des extrem gut ausgebauten chinesischen Nachtzugnetzes. Trotz dieses optimistischen Blicks bleibt festzuhalten, dass Nachtzüge auch in zehn Jahren noch deutlich teurer und langsamer sein werden als das Flugzeug auf derselben Strecke – es sei denn die Politik greift ein und entscheidet sich klar und eindeutig für die Nachtzüge.

waehlen-mit-16

117 Wahlrecht ab 16 | Europa-Takt | Neues von der Venus

In dieser Episode blicken wir auf die Geschehnisse der letzten fast zwei Wochen zurück und diskutieren ausführlich das Wahlrecht ab 16, geben noch mal ein Update zur in der letzten Folge besprochenen Entdeckung von Phosphan auf der Venus und sprechen natürlich auch wieder über zwei positive Dinge, die passiert sind.

Wahlrecht ab 16

Unser Hauptthema für diese Woche ist das derzeit wieder viel diskutierte Wahlrecht ab 16, das wir aus vielen Perspektiven erleuchten, da mir persönlich die Sichtweise tatsächlich betroffener Personen in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen ist. Wir diskutieren darüber, ob sich Jugendliche hinreichend informieren, gehen aber auch weiter und sprechen darüber, ob dies überhaupt als Bedingung für ein Wahlrecht dienen kann. Wir nehmen dabei auch die Programme der verschiedenen Parteien und die Ergebnisse der U18-Wahl zu Hilfe und setzen dabei natürlich einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Klima. Unsere Position dazu ist klar: Wahlrecht ab 16 muss kommen, besser noch wäre aber ein Wahlrecht ab 0, welches stellvertretend durch die Eltern ausgeführt wird bis die oder der Unterachtzehnjährige Anspruch darauf erhebt.

Update zur Entdeckung auf der Venus

In der letzten Folge haben wir sehr ausführlich über eine Entdeckung auf der Venus gesprochen, die viele mit außerirdischem Leben in Kontakt brachten. Nach Einordnung der Ergebnisse bleibt festzuhalten: Dies ist nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich. Dennoch hat die NASA nun bekannt gegeben, der Venus mehr Priorität einzuräumen und erwägt eine Mission dorthin: DAVINICI+ soll die Atmosphäre durchqueren und dabei final klären, ob es sich um Außerirdische handelt.

Verbot von Reichskriegsflaggen

Papsis positives Thema der Woche: Bremens Innenbehörde hat in der vergangenen Woche beschlossen, das Zeigen von Reichskriegsflaggen zu verbieten. Dies begrüßen wir selbstverständlich.

Neues Europäisches Eisenbahnnetz

Auch ich habe ein positives Thema und ich kann nur schwer glauben, dass Andi Scheuer etwas damit zutun hat: Laut dem Ministerium ist die Errichtung eines neuen europäischen Eisenbahnnetzes geplant. Der sogenannte Trans-Europ-Express soll wiederbelebt werden und auf verschiedenen Strecken zwischen Metropolen wie Berlin, Paris, Barcelona, Rom, Warschau, Stockholm und Amsterdam verkehren. Dabei scheinen auch Nachtzugverbindungen wahrscheinlich. Des Weiteren soll ein Europa-Takt es wieder ermöglichen, Europa gänzlich und in akzeptabler Zeit mit dem Zug zu durchqueren.

Die nächsten Groundhopping-Touren sind schon in Planung – genauso wie die Themenfolge zum Thema „Nachtzüge“, in der wir sicherlich auch darüber einmal etwas genauer sprechen werden.

Die Venus auf der Phosphan nachgewiesen wurde

116 Phosphan, die Venus und der Große Filter

In unserer neuen Podcastfolge besprechen wir natürlich das große Beben, das durch eine astronomische Entdeckung auf der Venus ausgelöst wurde. Da ich mich ausführlich mit diesem Thema beschäftige, konnte ich die Bedeutung dieser Entdeckung einmal etwas einordnen. Außerdem sprechen wir über drei wichtige Auftritte und darüber wie ich in einen „Saw„-Escape Room gekommen bin.

00:00: Festrede zur Verleihung der SFN Awards

Im letzten Jahr haben wir im Podcast schon über die Verleihung der SFN Awards, und zwar an mich, gesprochen. Dieses Jahr ist es wieder so weit, jedoch bin ich diesmal nicht Nominierter oder Preisträger, sondern Festredner: Man hat mich gefragt, ob ich als Preisträger des letzten Jahres nicht spontan einspringen und innerhalb einer Woche eine Festrede zu diesem Anlass vorbereiten könnte. Ich antwortete enthusiastisch bejahend und dementsprechend durfte ich die Rede am letzten Freitag auf der Preisverleihung in Kassel dann tatsächlich halten. Hier könnt ihr sie euch anhören.

11:30: Rede vor der Klasse zum Traktor-Vorfall

Es gibt auch Neues über die Nachbereitung des Vorfalls, bei dem mich vermutlich jemand mit dem Traktor überfahren wollte. Freunde dieser Person haben an meiner Schule gezielt Lügen und Gerüchte gestreut, um meine Position in den laufenden Ermittlungen zu schwächen und mich zu diskreditieren, indem sie unter anderem behaupteten, ich sei verrückt und paranoid geworden und würde bald jeden anzeigen. Wir haben beschlossen, diesen perfiden Handlungen etwas zu entgegnen. Folglich habe ich ähnlich wie in der sechsten Klasse, als ich meinen Mitschüler*innen Autismus erklärt habe, eine Ansprache zur Klasse gehalten, indem ich den Vorfall zunächst einmal bestätigte, sie aber auch klipp und klar darauf hingewiesen habe, dass sie diesen Menschen bei ihrem Plan helfen, wenn sie ihre Lügen weiter verbreiten und somit eine Mitschuld tragen.

Um die langfristigen Folgen dieser Reaktion bewerten zu können, werden wir wohl die Zukunft abwarten müssen, ich bin mir allerdings recht sicher, dass diese Entscheidung richtig war, denn schulintern hat sich die Situation seitdem zumindest etwas beruhigt. Sobald es in dieser Angelegenheit Neuigkeiten gibt, werden wir eventuell darüber informieren.

33:00: Auftritt im Wellenbrecher-Video

Meine Rede bei der Verleihung des SFN-Awards und mein Vortrag vor der Klasse waren nicht die einzigen Auftritte dieser Woche für mich. Wie ihr vermutlich alle wisst, habe ich in den letzten Monaten sehr viel Zeit damit verbracht, mich über die unsolidarischen Arschlöcher aufzuregen, welche die Corona-Schutzmaßnahmen bewusst missachten oder unter Nutzung falscher Tatsachen bekämpfen. Umso mehr freute ich mich, dass ich letzte Woche mal etwas mehr als nur das machen konnte, ich konnte nämlich ein Zeichen für die Einschränkungen wie Abstandhalten, Maskentragen, und Hygieneregeln beachten und auch für den Download der Corona Warn-App setzen, indem ich am Wellenbrecher-Video mitgewirkt und letztlich auch einige Auftritte im Video habe. Die Woche war für mich also reich an wichtigen Auftritten. Auch wenn ich bei der Aufnahme viel geflucht habe, hat sich die Arbeit letztlich definitiv gelohnt. Hier könnt ihr euch das Video ansehen.

37:00: Escape Room

Neben all den ernsthaften und zweifelsohne wichtigen Dingen die ich in dieser Woche gemacht habe, ist natürlich auch wieder Lustiges (zumindest für Außenstehende und mich im Rückblick) passiert. Am Wochenende waren wir in Hannover in einem Escape Room zum Film Armageddon. Im Anschluss an einige wissenschaftlichen Anmerkungen erzähle ich im Podcast, wie ich dabei in einen Raum mit einem Toten gekommen bin und die Toten anschließend immer mehr – und nicht immer ganzzahlig in ihrer Anzahl – wurden, weil ich aus Versehen in den falschen Raum, nämlich in den zum Film Saw, gekommen bin.

44:00: Phosphan auf der Venus

Ein astronomisches Thema hat es mal wieder in die Öffentlichkeit geschafft, auf Platz 1 in den Twitter-Trends und leider auch mal wieder in die Boulevard-Presse. Die Versprechungen sind groß: Einige sprechen von der Entdeckung Außerirdischer, andere fügen zumindest das Wort „wahrscheinlich“ hinzu, wieder andere erwähnen „starke Hinweise“. Im Grunde genommen ist folgendes passiert: Auf der Venus hat man ein Molekül namens Phosphan gefunden, welches nach unserem Wissen unter den auf der Venus herrschenden Bedingungen nur durch biologische Aktivitäten – also Außerirdische – entstehen kann.

Das ist natürlich absolut nicht gleichbedeutend mit der Aussage, dass das Phosphan von Außerirdischen kommen muss. Am wahrscheinlichsten ist, dass Phosphan einfach auf Arten entstehen kann, die wir jetzt noch nicht kennen – auch das ist interessant, aber die Entstehung von Phosphan interessiert die Öffentlichkeit kaum. Ich persönlich freue mich aber dennoch schon sehr auf die künftigen Ergebnisse rund um das Phosphan, die uns vor allem Raumsonden liefern werden.

Obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, ganz auszuschließen ist außerirdisches Leben aktuell noch nicht. Daher haben wir uns einfach mal unabhängig von der Phosphan-Entdeckung allgemein über die Konsequenzen unterhalten, die eine Entdeckung außerirdischen Lebens hätte. Man muss da nämlich grundsätzlich zwischen zwei Möglichkeiten unterscheiden, die Außerirdischen könnten unabhängig von dem Leben auf der Erde entstanden sein oder aber von der Erde kommen (oder umgekehrt).

Und letztlich gibt es noch einen Grund, weshalb es vielleicht gar nicht erfreulich wäre, wenn das Phosphan von Außerirdischen käme, nämlich den sogenannten Großen Filter. Der Gedanke ist folgender: Da sich noch keine Zivilisation über unsere Milchstraße ausgebreitet hat, obwohl diese schon sehr alt ist, muss es irgendwas geben, was Zivilisationen davon abhält, zu entstehen und die Galaxis zu erobern – sonst hätten wir sie ja schon entdeckt. Diese Hürde, die sozusagen als Filter fungiert, nennen wir den Großen Filter.

Dieser Filter kann in verschiedenen Entwicklungsstufen liegen. Es kann sein, dass der Filter schon bei der Entstehung des Lebens überhaupt liegt. Demnach ist die Entstehung von Leben ein einmaliger Zufall und deshalb konnten keine Zivilisationen entstehen, die dann die Galaxis erobern. Vielleicht gibt es Bakterien auch überall, aber die Entwicklung komplexer Lebewesen ist unglaublich selten und deshalb entstehen keine großen Zivilisationen. Die dritte Variante ist, dass die Bildung von Intelligenz evolutionär unvorteilhaft und deshalb extrem selten ist. In all diesen Fällen hätten wir den Großen Filter bereits hinter uns.

Je mehr außerirdisches Leben wir jedoch finden und desto komplexer es ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Große Filter, also die kritische Entwicklungsstufe, die kaum eine Zivilisation überlebt, noch vor uns liegt. Vielleicht liegt sie in der Klimakrise: Jede Spezies, die Industrie entwickelt, löscht sich durch eine Erwärmung ihres Planeten aus. Oder aber jede hinreichend intelligente Zivilisationen entdeckt eine Technologie wie Atomwaffen, Nanotechnologie oder tödliche Viren, welche die Zivilisation dann auslöschen. Das würde erklären, warum sich noch niemand ausgebreitet hat und in Anbetracht unserer derzeitigen Lage ist es nicht auszuschließen, dass unsere aktuelle Entwicklungsstufe der Große Filter ist. Zumindest heute sehen wir uns jedoch wohl noch nicht mit dieser Frage konfrontiert. Eines gar nicht allzu fernen Tages wird es jedoch vermutlich so sein.

Weiterhin arbeiten wir an unserer neuen Website und weiterhin wollen wir das Wochenendrebellen-Team vergrößern. Wir suchen also Menschen, die uns vielleicht auf irgendeine Weise helfen könnten, zukünftig die Welt durch Spenden an die Neven Subotic Stiftung und weitere Projekte zu verbessern. Interesse? Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de

Ein Oberarm auf dem eine Spritze mit der Influenza Impfung gesetzt wird.

115 Veganismus | Grippeimpfung | Rede im SFN

Wir machen Fortschritte dabei, einen wöchentlichen Turnus aufrechtzuerhalten, denn wir haben mal wieder einen Wochenrückblick aufgenommen und in dieser Episode sprechen wir darüber wie schwierig es ist, sich in einer ehrlichen Rede nicht übertrieben oft selbst zu loben, darüber wie das Unterlassen von Geschlechtsverkehr einem Impfungen ersparen kann und auch darüber, wieso vegane Ernährung absolut keinen Spaß macht und wir uns dennoch daran gewöhnen müssen. Viel Spaß!

01:45 Rede zum SFN-Award

Ich bin aufgeregt, aber auch sehr glücklich: Neulich im Schülerforschungszentrum wurde ich gefragt, ob ich – sollten die eingeladenen Gäste absagen – vielleicht bei der Verleihung des SFN-Awards, den ich im letzten Jahr gewonnen habe, einspringen und die Rede halten könne. Ich war darauf so begeistert, dass am Ende des Gesprächs feststand, dass ich die Rede am nächsten Freitag halten werde und nun begebe ich mich in die Planung. Leider habe ich einen Rückschlag erlitten, als mein Opa mir sagte, meine erste Version könne ich so nicht bringen. Sie bestand im Wesentlichen aus einer 20-minütigen Aufzählung meiner bisherigen Erfolge am Schülerforschungszentrum und einer Aufzählung an Preisen, die ich verdientermaßen gewonnen habe und Preisen, die ich unverdientermaßen nicht gewonnen habe. Aber keine Sorge, ich habe auch noch einige andere Ideen…

08:20 Grippeimpfung

Es ist eine wichtige Entscheidung, aber sie ist gut durchdacht: Ich habe entschieden mich chippen zu lassen. Der wichtigste Beweggrund für meine Entscheidung war in jedem Fall die integrierte Google-Maps-Funktion, die wirklich sehr praktisch ist. Nein, mal ohne Spaß: Ich habe schon als ich klein war alle empfohlenen Impfungen absolviert, habe mich nun in Anbetracht dieser Pandemie aber mal mit einer Grippeimpfung beschäftigt, denn natürlich ist es wichtig, dass unser Gesundheitssystem in diesem Jahr nicht zusätzlich durch eine stark ausgeprägte Influenza-Epidemie belastet ist und alle Ressourcen in die Bekämpfung von Covid-19 investiert werden können. Gleichzeitig bin ich durch diverse Allergien im Frühjahr sowieso schon vorbelastet und da die Grippeimpfung bei älteren Menschen weniger zuverlässig ist, spielt natürlich auch der Schutz dieser Menschen eine große Rolle. Alles in einem wurde ich beim Arzt jedenfalls in meinem Gedanken bestätigt, dass eine solche Impfung in diesem Jahr durchaus sinnvoll ist und habe mich deshalb dafür entschieden, sie auch in Anspruch zu nehmen.

Dies nehmen wir als Anlass, um einmal etwas über meine Risikoeinschätzung zu sprechen: Wenn ich mal Bauchschmerzen habe, denke ich unwillkürlich an Cholera, bei Fieber musste meine Mama mich bereits mit der Tatsache beruhigen, dass eine Malaria-Infektion in Mitteleuropa sehr unwahrscheinlich ist und über meinen vorsichtigen Umgang mit dem Coronavirus haben wir ja schon häufig im Podcast gesprochen. Trotz all dem hielt ich eine HPV-Impfung für nicht nötig, schließlich ist diese Erkrankung primär durch Geschlechtsverkehr übertragbar und das wäre nun wirklich seeeeehr weit hergeholt.

20:50 Veganismus

Der eigentliche Grund meines Arztbesuchs war eigentlich eine Blutabnahme, die ich nun zweimal im Jahr absolvieren muss, da ich mich seit meinem 15.Geburtstag vollständig vegan ernähre. Die medizinischen Ergebnisse waren sehr positiv, insgesamt fällt mein Fazit jedoch eher gemischt aus: Spaß macht´s sicherlich nicht, aber es ist allemal besser als die Folgen des Konsums tierischer Produkte. Darüber sprechen wir in dieser Episode etwas genauer genauso wie über den Fortschritt bezüglich veganer Ernährung in Öffentlichkeit der letzten paar Jahre und die Entwicklung innerhalb unserer Familie.

In Anbetracht dessen, was wir so in den letzten Wochenrückblicken besprechen mussten, war es dann doch eine eher positive Episode. Jedenfalls haben wir unser Vorhaben gehalten, in jeder Folge mindestens über zwei positive Dinge zu sprechen: Die Rede im Schülerforschungszentrum und die Tatsache, dass ein kleiner Asteroid die Erde in dieser Woche relativ knapp nicht getroffen hat. Ist ja auch schon mal was

corona-demo-berlin

114 Corona-Demo-Berlin | Neuralink | Trumps Wiederwahl

Wir sprechen über die Corona Demo in Berlin vom 29.08.2020 und Jason erklärt warum er den Begriff Covidioten nicht mag. Außerdem blicken wir kurz rüber zu Trump, wir reden über Jasons aktuelle Situation in der Schule und im Forschungszentrum. In der Schule gibt es Schwierigkeiten auf Grund Jasons rigorosem Umgang mit Corona-Maßnahmen. Er wird absichtlich angehustet. Es fällt mir schwer die Ruhe zu bewahren und so ein Ausmaß an Abscheu erlebe ich selten im persönlichen Umfeld. Jason geht mir der gesamten Situation sehr gut um. Er hat Angst, weiß aber damit gut umzugehen. Ich habe ihn früh als Erwachsenen wahrgenommen, aber wie reflektiert und besonnen er mit so harten Situationen umgeht ringt mir höchsten Respekt ab. Er braucht immer ein wenig Ruhe um ganz sachlich die Situation zu analysieren und trifft dann kluge Entscheidungen, die er konsequent verfolgt. Das beeindruckt mich sehr. Nun ja, wir sprechen ein wenig rund um den Angriff auf ihn und die persönlichen Konsequenzen, die wir so daraus ziehen. Für mich ein ganz besondere Folge im Kontext der Gespräche, die ich außerhalb des Podcasts mit ihm führe. Um unseren Versprechen nachzukommen reden wir noch über etwas Positives. Jason hat einen großen Durchbruch im Rahmen seines Forschungsprojektes erzielt und berichtet davon. Er hat es so erklärt, dass sogar ich verstanden habe was das für ihn bedeutet. Spannend.

Es gab Reklamation, dass zwischen Aufnahme und Veröffentlichung so viel Zeit vergeht. Das tut mir leid aber es ist simpel zu erklären. Corona und die Auswirkungen beschäftigt mich auf beruflicher und persönlicher Ebene. Das verschafft Jason und mir schon sehr wenig Zeit um überhaupt zu podcasten. Ohne sein Drängen wäre hier seit Monaten vermutlich Ruhe. Wir versuchen mittlerweile eine hörbare Tonqualität anzubieten. Es gab Folgen, die wir aus Gründen von Zeitmangel ohne große Nachbearbeitung hochgeladen haben. Jason möchte aber weiterhin die Wochenendrebellen-Zentrale, unseren Blog weiter ausbauen und breiter werden. Es ist wirklich spannend. Ich bin (un)freier Redakteur, denn ich werde zwar nicht bezahlt, bin aber dafür natürlich auch unfrei in der Entscheidung welche Aufträge ich für den Herrn des Hauses erledigen darf. Das ist auch okay so. Jason möchte bei der Aquise von Spenden für die Neven Subotic Stiftung neue Wege gehen. Auf diesem Weg werde ich ihn unterstützen und alles was wir tun, soll und wird über wochenendrebell.de transparent begleitet werden. In Anbetracht der Anzahl an Ideen, die umgesetzt werden wollen, freuen wir uns sehr, dass unserem Aufruf nach Hilfe gleich welcher Art, bereits erste Mails eingegangen sind und Menschen uns auf unterschiedlichste Art und Weise helfen möchten. Das tut gut. Vielen Dank für euer Vertrauen. Jasons Zielsetzungen sind anspruchsvoll und nur unrealistisch in Kombination mit der Anzahl an fehlenden Händen und Köpfe. Gerhard unterstützt uns schon seit vielen Jahren was den technischen Support angeht. Das hilft uns riesig. Wenn jemand Lust und Zeit hat uns zu unterstützen. Meldet euch. Wir suchen Autoren für Gastartikel im wissenschaftlichen Bereich und im Kontext Autismus aus der Innenperspektive aber auch von Eltern und Geschwistern von Autisten. Im Bereich Fußball können wir uns sogar vorstellen feste Seiten für einen Verein einzurichten, wenn jemand mag über diesen Verein regelmäßig zu berichten. Ganz egal ob du Fan vom Flat Earth FC oder vom 1.FC Köln bist, wenn du Lust drauf und Spaß daran hättest aus deinem ganz persönlichen Blickwinkel über Themen rund um deinen Verein zu Berichten, schreib uns gerne an. Es gibt grundsätzlich aber kaum eine Fähigkeit bei der wir uns nicht in der Lage sehen dies irgendwann und irgendwie zu Geld für Stiftung zu machen.

Wie diese gesamte Arbeit in Spenden mündet, welchen Einfluss du als Supporter auf den Spendenzweck hast und wie wir uns Transparenz vorstellen berichten wir dir gerne. Schreib uns eine Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de

Space X und Elon Musk

113 SpaceX und Elon Musk

SpaceX und Elon Musk: Lange hatte ich das Gefühl, dass ich in einer Zeit ziemlichen Stillstands in der Raumfahrt lebe, zumindest im Vergleich zu der rasenden Entwicklung in anderen Bereichen. Klar, ich habe die erste Landung auf einem Kometen erlebt, ein paar Rover, die man zum Mars geschickt hat und Teile des Aufbaus der Internationalen Raumstation. Aber wenn ich überlege wie groß die technologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte waren und trotzdem seit über 50 Jahren kein Mensch mehr den Mond betreten hat, habe ich schon das Gefühl, dass dort etwas mehr geht. Und offenbar bin ich dort nicht der einzige.

Denn einen ähnlichen Gedanken hatte auch der Unternehmer Elon Musk im Jahr 2002. Der einzige Unterschied zu meinem war ziemlich viel Geld und somit die Möglichkeit, Gedanken in die Tat umzusetzen. So gründete Elon Musk sein Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies Corporation, kurz SpaceX. Sein erstes Ziel: Ein Gewächshaus auf den Mars bringen. Dadurch sollte

„…die längste Strecke erzielt werden, die Leben jemals zurücklegte“.

Das Mars Oasis getaufte Projekt hatte natürlich auch einen wissenschaftlichen Nutzen, denn für künftige menschliche Siedler wird der Nahrungsanbau auf anderen Planeten unabdingbar sein, doch sein eigentlicher Zweck war ein anderer: Das Bild des grünen Oase vor dem roten Boden des Mars sollte die Menschen beeindrucken und zum Nachdenken anregen, ganz ähnlich wie es das berühmte Bild Earthrise tat, das von den Mondfahrern während Apollo 8 aufgenommen wurde und die Oase der Erde vor dem schwarzen Nichts des Alls zeigt.

Die Umsetzung von Mars Oasis gestaltete sich jedoch wirklich schwierig, denn Elon Musk konnte keine bezahlbare Rakete finden, mit der die Raumsonde hätte starten können und das war der Grund, weshalb Mars Oasis dann auch immer ein Traum blieb – genauso wie viele andere überwältigende Projekte, die daran scheitern, dass ein Raketenstart zu teuer war. Aus diesem Grund machte sich SpaceX unbeachtet von der Öffentlichkeit an den Bau einer eigenen Rakete, der Falcon 1. Doch auch das erwies sich als nicht so einfach…

Als Elon Musk den Start für 2004 ansetzte, konnte er dies nicht einhalten und die ersten drei echten Starts 2006, 2007 und 2008 gingen allesamt schief, sodass SpaceX kurz vor dem Bankrott stand – als der vierte Startversuch jedoch glückte und SpaceX damit die erste private Flüssigrakete in den Erdorbit schoss, wurde auch die NASA auf das Unternehmen aufmerksam. Diese plante nach zwei tödlichen Katastrophen die Absetzung ihres Space Shuttles und den Bau eines neuen Raumschiffs namens Orion MPCV, das Menschen wieder zum Mond bringen soll – daher benötigte sie einen neuen Zugang zur Internationalen Raumstation ISS ohne dabei übermäßig von Russland abhängig zu sein.

Das junge US-amerikanischen Unternehmen bot sich dort natürlich an und so schloss die NASA einen Vertrag mit SpaceX, dessen Inhalt der Bau eines Raumfrachters und der dazugehörigen Rakete war. Das Raumschiff Dragon und die Rakete Falcon 9 konnten dank Massenproduktion und Wiederverwendung zu einem unschlagbaren Preis produziert und angeboten werden, zudem war Dragon als einziger Raumfrachter in der Lage, auch wieder sicher auf der Erde zu landen und nicht nur in der Atmosphäre zu verglühen, nachdem die Fracht ins All gebracht wurde – mit Dragon war also plötzlich billiger Frachtverkehr ins All und zurück möglich.

Dies machte SpaceX innerhalb weniger Monate zum wichtigsten Versorger der ISS und zum größten Anbieter für Satellitenstarts, die spektakuläre Landung der Boosterstufe auf einer Plattform im Meer und die interplanetaren Visionen von Elon Musk faszinierten auch die Menschen. So lockte er mit scheinbar utopischen Plänen: Als nächstes wolle SpaceX die Dragon weiterentwickeln, dass auch Menschen damit fliegen können, das glänzend weiße Raumschiff mit der futuristischen Einstiegsluke und dem digitalisierten Cockpit schien einem Science-Fiction-Film zu entstammen. Außerdem wurde ein Satellitennetztwerk namens Starlink in Aussicht gestellt, das aus 42.000 Satelliten mit neuartigem Hall-Antrieb bestehen solle, die jedem Menschen weltweit einen Highspeed-Internetzugang ermöglichen.

Da hörte dann auch ich das erste Mal von SpaceX und dachte mir sofort: NIE IM LEBEN! Ich hatte nun schon wirklich viele Ankündigungen gehört, die dann nicht in die Realität umgesetzt wurden, von den Mondplänen der NASA unter US-Präsident Bush über Barack Obamas Pläne zu einem Asteroiden zu fliegen bis zu MarsOne, tatsächliche Fortschritte in der Raumfahrt erlebte ich jedoch wie schon gesagt wenige. Auch wenn SpaceX sich mit der regelmäßigen Versorgung der ISS und der erfolgreichen Landung von Raketen schon einen gewissen Respekt erarbeitet hatte, Menschen ins All bringen und eine Satelliten-Flotte eines solchen Ausmaßes zu errichten, ist nochmal eine ganz andere Dimension.

Nun, vor einigen Wochen, startete die Crew Dragon von SpaceX mit zwei Astronauten an Bord zur ISS, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 500 Starlink-Satelliten im Erdorbit – zwar nur ein Bruchteil der insgesamt geplanten 42.000, aber schon damit ist SpaceX der größte Satellitenhersteller und Satellitenbetreiber der Welt. Elon Musk ist inzwischen aber schon wieder ganz woanders, und zwar beim Starship, dem Nachfolger aller SpaceX-Raumschiffe und -Raketen.

Das Starship soll eine Höhe von 118 Metern haben und 100 Menschen pro Flug in den Erdorbit, zum Mond, zum Mars oder zu anderen Zielen im Sonnensystem bringen können. Das Schiff verfügt über Einzelkabinen, einen Gemeinschaftsraum und einen speziellen Schutzraum, in dem sich Astronauten während Sonnenstürmen einfinden können, es ist eine Art Weltraumkreuzfahrtschiff – etwas Vergleichbares hat die Menschheit noch nicht hervorgebracht.

Das Starship soll 2021 erstmals einen Kommunikationssatelliten in den Erdorbit bringen und 2023 den japanischen Milliardär Yusaku Maezawa mit ein paar Kumpels zum Mond bringen. 2024 könnte es als Mondlandefähre eingesetzt werden wenn die Astronaut*innen des Artemis-Programms am Südpol des Mondes landen. Auch als Zubringer für Menschen zur neuen internationalen Raumstation im Orbit des Mondes, zum Lunar Gateway, könnte es dienen, dort sollen zunächst vier Astronauten mehrere Monate fernab der Erde leben und arbeiten.

Für die Versorgung mit Fracht dieser Raumstation baut SpaceX sogar ein neues Raumschiff, die Dragon XL. Sie soll bis zu fünf Tonnen Fracht pro Flug zum Lunar Gateway bringen, zum Beispiel Nahrung oder wissenschaftliche Experimente. Das Starship hat langfristig jedoch das Ziel Mars. Bis 2100 sollen hunderte Starships insgesamt eine Millionen Menschen zum Mars gebracht werden. Das klingt wirklich unglaublich.

Doch auch wenn diese Pläne sicherlich ernst zu nehmen und nicht als Spinnerei abzutun sind, muss man auch einen kritischen Blick auf sie werfen – vielleicht sogar gerade deswegen. Das beginnt beim Starlink-Satellitennetz, 42.000 Satelliten sind fünf Mal mehr als in der gesamten Menschheitsgeschichte gestartet wurden. Das könnte uns den ganzen Nachthimmel verschandeln, obwohl es dafür mittlerweile Lösungen gibt. Aber auch das Weltraumschrott-Problem wird durch Starlink eskalieren. Anderseits ist ein weltweiter Highspeed-Zugang zum Internet natürlich auch ein Wert für sich…

Doch das ist nur der Anfang. Wenn Menschen einmal dauerhaft fernab der Erde leben, werden sich ganz andere ethische Fragen stellen. Weder der Mond noch der Mars sind angenehme Orte zum Leben, die geringe Schwerkraft verursacht Rückenschmerzen, die Strahlung kann Krebs verursachen und die Einsamkeit und Abgeschiedenheit kann einen leicht depressiv machen. Nun könnte man meinen, es sei okay, denn die Siedler würden sich ja bewusst für dieses Leben entscheiden, doch was ist mit den Menschen, die auf dem Mars geboren werden und vielleicht auf der Erde lebensunfähig sind?

Wenn eine Millionen Menschen aus allen Nationen an einem Ort unabhängig von der Erde leben, dann müssen sie eine Gesellschaft formen. Doch welche Staatsform soll dort herrschen? Welche Gesetze sollen gelten? Und was ist, wenn die Siedlung beschließt, von nun an unabhängig sein zu wollen? Würden die Erdenbewohner das akzeptieren? Das mag nun alles sehr weit entfernt scheinen und wir sind es gewohnt, uns für sowas Zeit zu lassen, doch SpaceX stellt uns nun sehr schnell vor all diese Fragen. Die technologische Entwicklung droht die gesellschaftliche zu überholen.

Es scheint als wäre der Weltraum eine Art wilder Westen, in der jeder tun kann, was er möchte. Zwar wurde 1967 der Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper inkraft, für Deutschland 1971, doch dieser beinhaltet natürlich vor allem zeitgenössische Themen des Kalten Krieges, etwa die Nutzung von Kernwaffen im Weltraum oder die Aneignung von Himmelskörpern, aber niemand hat sich damals darüber Gedanken gemacht, was passiert, wenn eine Privatperson 42.000 Satelliten ins All bringt oder ein Raumschiff für 100 Personen baut.

Wir müssen uns also Gedanken machen, wofür wir nun aufs Neue ins All aufbrechen und wie wir das tun wollen. Lösungen gäbe es genug: Eine orbitale Nutzungsgebühr, die man für die raren Plätze im Erdorbit bezahlen muss, eine internationale UN-Organisation, welche die Nutzung des Alls verwaltet oder eine Erweiterung des Weltraumvertrags auf kommerzielle Raumfahrtunternehmen und das Leben auf anderen Himmelskörpern. Doch in Zeiten, in denen sich die USA bisher nicht mal an den Konsens des Weltraumvertrags der 60er hält, scheint das wohl genauso realistisch wie die kleinen grünen Männchen auf dem Mars.

studie-erderwaermung

112 Studie Erderwärmung | Corona | Autismus-Challenge

Endlich mal wieder eine Wochenrückblick und dann geht es um eine neue katastrophale Studie zur Erderwärmung, die Corona-Pandemie, Arschlöcher auf Tik-Tok und noch größere Arschlöcher im echten Leben. Aber es geht auch um einen Kometen. Immerhin.

00:00: Passage des Kometen C/2020 F3 (NEOWISE)

Es ist keine Ordnung mehr jetzt in den Sternen. Die Kometen müssten sonst verboten werden. Ein Komet reist ohne Unterlass um am Firmament und hat keinen Pass. Und jetzt richtet so ein Vagabund uns die Welt bei Butz und Stingel zugrund. Aber lass mal das wies da oben steht, auch hier unten sieht man, dass es auf den Ruin zugeht.

Könnte von letzter Woche sein, ist aber tatsächlich der Text des Kometenlieds von 1833. Nun konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Kometen mit bloßem Auge beobachten, nämlich den Schweifstern C/2020 F3 (NEOWISE), der in den vergangenen Wochen die Erde passierte und dies nehmen wir zum Anlass, mal ein bisschen über Kometen zu sprechen: Was sind Kometen überhaupt und wieso brachten sie Menschen schon immer mit Furcht und Schrecken in Verbindung? C/2020 F3 (NEOWISE) macht sich jetzt wieder auf den Weg in die Tiefen des Alls. Ich bin schon gespannt, wann wir den nächsten Kometen bestaunen dürfen.

15:30: TV Termin bei RTL zur Autismus-Challenge

Ich durfte vor einigen Wochen auch mal wieder im Fernsehen zu Wort kommen, allerdings weder zum Thema Groundhopping, noch zu Klima, Autismus oder Wissenschaft. Es ging um das Thema Autismus, bzw. um die Autism-Awareness-Challenge, bei der Bewegungen, die klischeehaft als „autistisch“ gelten, nachgeahmt wurden. Ich denke meine Position dazu zu betonen, erübrigt sich hier, schaut euch den Beitrag am besten einfach an. In der Podcastfolge sprechen wir allerdings auch über ein paar Fehler, die im Beitrag unterlaufen sind und darüber, wie wir unsere Verantwortung zur Autismus-Aufklärung zukünftig wahrnehmen wollen.

32:30: Status im Forschungszentrum

Normalerweise ist um diese Zeit der jährliche Kongress in meinem Forschungszentrum, wo Menschen von überall herkommen, wir unsere Projekte präsentieren und es wissenschaftliche Vortragsreihen gibt. Wegen der Corona-Pandemie war das dieses Jahr nicht möglich, dafür aber zumindest die Verleihung der Zertifikate. Für mich war es dieses Mal in doppelter Hinsicht speziell, denn ich wurde nicht nur für meine wissenschaftlichen Forschungen geehrt, sondern auch für meine Arbeit für den internationalen Wettbewerb in China, der ja abgesagt wurde und nun online stattfindet. Daher berichte ich zu diesem Anlass auch über meine Vorbereitung für den Online-Wettbewerb und meine künftigen Forschungen.

48:00: Update zum neuen Blog

Der Hauptgrund aus dem wir derzeit so wenig podcasten ist unsere Arbeit an unserer neuen Homepage. Durch bessere Suchmaschinenoptimierung eine klarere Strukturierung und eine höhere Veröffentlichungsfrequenz soll sie mehr Reichweite schaffen und eine Basis für alle gegenwärtigen und zukünftigen Projekte sein – doch unsere Ansprüche sind hoch und obwohl ich acht Stunden am Tag fast nur daran arbeite, wird es noch ein wenig dauern. Ich erinnere mich noch gut an den ursprünglichen Termin, an dem die Seite online sein sollte: April 2019. Tja, das wird wohl knapp, dafür erfahrt ihr aber den aktuellen Stand und auch einige neue Details über unser aktuell größtes Projekt in dieser Podcast-Episode.

54:30: Besuch bei Dynamo Windrad

Der für mich wichtigste Punkt auch auf unserer neuen Seite wird der Klimaschutz sein und dementsprechend engagieren wir uns neben unserer Aufklärung, unserem privaten Klimaschutz und meiner Forschung auch dort immer mehr öffentlich. Daher arbeiten wir nun mit dem Kassler Fußballverein Dynamo Windrad zusammen, bei dem wir auch schon eine Lesung hatten und der nun seinen Sportplatz umbauen, dabei aber besonders auf ökologische Kriterien Acht geben möchte. Sie haben mich daher darum gebeten, eine Art ökologisches Gutachten zu schreiben und darin Einsparpotentiale zu erläutern. Da dies nach einem vielversprechenden Projekt klingt und das Zeitaufwand-CO2-Einspar-Verhältnis zu stimmen scheint, habe ich dies natürlich gemacht und arbeite gerade daran. Von meinem ersten Besuch dort erzähle ich im Podcast. Wer weiß, wenn ich keinen Lieblingsverein finde, baue ich ihn mir vielleicht einfach selbst…

57:00: Aktuelle Corona-Situation

Über die Corona-Pandemie und ihre wissenschaftlichen und politischen Hintergründe haben wir schon häufiger gesprochen, nun geht es jedoch um unseren aktuellen Umgang damit in einer Zeit, in der die grassierende Seuche scheinbar kaum noch jemanden interessiert. Natürlich sind wir uns beide einig, dass der derzeitige leichtsinnige Umgang völlig unangebracht ist, jedoch haben wir auch Differenzen in unserem Umgang mit dem Virus und der Strenge der selbstauferlegten Maßnahmen. Unter anderem darüber sprechen wir in dieser Episode. Natürlich kann ich an dieser Stelle auch nur noch einmal ausdrücklich für den Download der Corona Warn-App werben.

01:12:00: Studie zur Erderwärmung

Ich hatte neulich einen ziemlich üblen Albtraum: Der totale Kollaps des sibirischen Permafrosts hatte zu einer nicht mehr aufhaltbaren Erderwärmung geführt, große Teile der Erde waren unbewohnbar geworden und nun suchten grassierende Seuchen, furchtbare Hitzewellen und gigantische Stürme den Planeten heim. Interessanterweise war dies nicht nur der Inhalt meines Traums zur Erderwärmung, sondern auch der einer Studie zur Erderwärmung, die ich am Tag zuvor gelesen habe. Sie sagt aus, dass die 1,5°C-Marke bei der Klimakatastrophe, also die Schwelle, ab der irreversible Prozesse in Gang gesetzt werden könnten, deutlich früher überschritten wird als bisher gedacht, nämlich bis 2024. Präziser ausgedrückt: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% wird mindestens ein komplettes Jahr zwischen 2020 und 2024 im Durchschnitt 1,5°C wärmer sein als zu vorindustrieller Zeit, mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% mindestens ein Monat. Genaueres über die Studie und weshalb sie so wenige Wellen schlägt, besprechen wir im Podcast.

01:22:00 Anzeige ist raus.

Zum Schluss mussten wir leider noch über ein nicht nur nicht erfreuliches, sondern absolut beängstigendes Thema sprechen, ein Jugendlicher aus meiner Schule hat nämlich vergangene Woche versucht, mich mit einem Traktor zu überfahren und hätte es beinahe auch geschafft. Ich wurde glücklicherweise nicht verletzt und konnte in letzter Sekunde hinter einen Blechcontainer springen. Nachdem ich antisemitische Witze an meiner Schule auffliegen lassen habe, demonstrativ mit Maske auftrete, die Schulleitung lautstark dafür gefeiert habe, dass ein Schüler für das Zeigen des Hitlergrußes suspendiert wurde und mein Buch nun in der Schulbücherei aussteht, hat sich unser Projekt auch in meiner Schule, an der die Nazi-Partei AfD bei der letzten U18-Wahl stärkste Kraft wurde und der Junge, der den Hitlergruß zeigte, breite Solidarität genoss, herumgesprochen und ich wurde in jüngerer Vergangenheit häufiger angegangen. Jugendliche sind mir aufgelauert, haben mich umzingelt, bepöbelt oder bedroht und unsere Drohungen, die wir per Mail erhalten haben, sind nun auch kein Geheimnis. Aber genug ist genug. Dieser konkrete gewaltsame Angriff, der tödlich hätte enden können ist jedoch eindeutig ein weiterer Schritt, den wir so nicht auf uns sitzen lassen werden. Näheres dazu besprechen wir am Ende dieser Episode.

Katastrophale Erderwärmung, eine Pandemie und ewige Verzögerungen bei unserer Website – so kann man einen Wochenendrebellen-Wochenrückblick natürlich nicht enden lassen. Daher haben wir nun eine Abmachung geschlossen: Pro Wochenrückblick müssen mindestens zwei Themen in einem positiven Kontext stehen. Die ganze Scheiße, die über die Zeit passiert wird von nun an also zumindest hübsch eingerahmt.