Hervorgehobener Beitrag

Was die Wochenendrebellen machen & Termine Lesereise

Wir sind Vater & Sohn, Blogger, Autoren, Podcaster und Unterstützer der Neven-Subotic-Stiftung. Seit Jasons siebtem Lebensjahr bloggen wir in unregelmäßigen Abständen über die Suche nach einem Lieblingsfußballverein für meinen Sohn. In alten Blogbeiträgen findet man noch die Namen Martin und Jay-Jay, da wir die ersten fünf Jahre anonym bleiben wollten. Jason sollte einmal selbst entscheiden ob er die teils doch sehr persönlichen Einblicke, Weiterlesen

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Wahlrecht ab 16 | Europa-Takt | Neues von der Venus

In dieser Episode blicken wir auf die Geschehnisse der letzten fast zwei Wochen zurück und diskutieren ausführlich das Wahlrecht ab 16, geben noch mal ein Update zur in der letzten Folge besprochenen Entdeckung von Phosphan auf der Venus und sprechen natürlich auch wieder über zwei positive Dinge, die passiert sind.

Wahlrecht ab 16

Unser Hauptthema für diese Woche ist das derzeit wieder viel diskutierte Wahlrecht ab 16, das wir aus vielen Perspektiven erleuchten, da mir persönlich die Sichtweise tatsächlich betroffener Personen in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen ist. Wir diskutieren darüber, ob sich Jugendliche hinreichend informieren, gehen aber auch weiter und sprechen darüber, ob dies überhaupt als Bedingung für ein Wahlrecht dienen kann. Wir nehmen dabei auch die Programme der verschiedenen Parteien und die Ergebnisse der U18-Wahl zu Hilfe und setzen dabei natürlich einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Klima. Unsere Position dazu ist klar: Wahlrecht ab 16 muss kommen, besser noch wäre aber ein Wahlrecht ab 0, welches stellvertretend durch die Eltern ausgeführt wird bis die oder der Unterachtzehnjährige Anspruch darauf erhebt.

Update zur Entdeckung auf der Venus

In der letzten Folge haben wir sehr ausführlich über eine Entdeckung auf der Venus gesprochen, die viele mit außerirdischem Leben in Kontakt brachten. Nach Einordnung der Ergebnisse bleibt festzuhalten: Dies ist nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich. Dennoch hat die NASA nun bekannt gegeben, der Venus mehr Priorität einzuräumen und erwägt eine Mission dorthin: DAVINICI+ soll die Atmosphäre durchqueren und dabei final klären, ob es sich um Außerirdische handelt.

Verbot von Reichskriegsflaggen

Papsis positives Thema der Woche: Bremens Innenbehörde hat in der vergangenen Woche beschlossen, das Zeigen von Reichskriegsflaggen zu verbieten. Dies begrüßen wir selbstverständlich.

Neues Europäisches Eisenbahnnetz

Auch ich habe ein positives Thema und ich kann nur schwer glauben, dass Andi Scheuer etwas damit zutun hat: Laut dem Ministerium ist die Errichtung eines neuen europäischen Eisenbahnnetzes geplant. Der sogenannte Trans-Europ-Express soll wiederbelebt werden und auf verschiedenen Strecken zwischen Metropolen wie Berlin, Paris, Barcelona, Rom, Warschau, Stockholm und Amsterdam verkehren. Dabei scheinen auch Nachtzugverbindungen wahrscheinlich. Des Weiteren soll ein Europa-Takt es wieder ermöglichen, Europa gänzlich und in akzeptabler Zeit mit dem Zug zu durchqueren.

Die nächsten Groundhopping-Touren sind schon in Planung – genauso wie die Themenfolge zum Thema „Nachtzüge“, in der wir sicherlich auch darüber einmal etwas genauer sprechen werden.

Die Venus auf der Phosphan nachgewiesen wurde

116 Phosphan, die Venus und der Große Filter

In unserer neuen Podcastfolge besprechen wir natürlich das große Beben, das durch eine astronomische Entdeckung auf der Venus ausgelöst wurde. Da ich mich ausführlich mit diesem Thema beschäftige, konnte ich die Bedeutung dieser Entdeckung einmal etwas einordnen. Außerdem sprechen wir über drei wichtige Auftritte und darüber wie ich in einen „Saw„-Escape Room gekommen bin.

00:00: Festrede zur Verleihung der SFN Awards

Im letzten Jahr haben wir im Podcast schon über die Verleihung der SFN Awards, und zwar an mich, gesprochen. Dieses Jahr ist es wieder so weit, jedoch bin ich diesmal nicht Nominierter oder Preisträger, sondern Festredner: Man hat mich gefragt, ob ich als Preisträger des letzten Jahres nicht spontan einspringen und innerhalb einer Woche eine Festrede zu diesem Anlass vorbereiten könnte. Ich antwortete enthusiastisch bejahend und dementsprechend durfte ich die Rede am letzten Freitag auf der Preisverleihung in Kassel dann tatsächlich halten. Hier könnt ihr sie euch anhören.

11:30: Rede vor der Klasse zum Traktor-Vorfall

Es gibt auch Neues über die Nachbereitung des Vorfalls, bei dem mich vermutlich jemand mit dem Traktor überfahren wollte. Freunde dieser Person haben an meiner Schule gezielt Lügen und Gerüchte gestreut, um meine Position in den laufenden Ermittlungen zu schwächen und mich zu diskreditieren, indem sie unter anderem behaupteten, ich sei verrückt und paranoid geworden und würde bald jeden anzeigen. Wir haben beschlossen, diesen perfiden Handlungen etwas zu entgegnen. Folglich habe ich ähnlich wie in der sechsten Klasse, als ich meinen Mitschüler*innen Autismus erklärt habe, eine Ansprache zur Klasse gehalten, indem ich den Vorfall zunächst einmal bestätigte, sie aber auch klipp und klar darauf hingewiesen habe, dass sie diesen Menschen bei ihrem Plan helfen, wenn sie ihre Lügen weiter verbreiten und somit eine Mitschuld tragen.

Um die langfristigen Folgen dieser Reaktion bewerten zu können, werden wir wohl die Zukunft abwarten müssen, ich bin mir allerdings recht sicher, dass diese Entscheidung richtig war, denn schulintern hat sich die Situation seitdem zumindest etwas beruhigt. Sobald es in dieser Angelegenheit Neuigkeiten gibt, werden wir eventuell darüber informieren.

33:00: Auftritt im Wellenbrecher-Video

Meine Rede bei der Verleihung des SFN-Awards und mein Vortrag vor der Klasse waren nicht die einzigen Auftritte dieser Woche für mich. Wie ihr vermutlich alle wisst, habe ich in den letzten Monaten sehr viel Zeit damit verbracht, mich über die unsolidarischen Arschlöcher aufzuregen, welche die Corona-Schutzmaßnahmen bewusst missachten oder unter Nutzung falscher Tatsachen bekämpfen. Umso mehr freute ich mich, dass ich letzte Woche mal etwas mehr als nur das machen konnte, ich konnte nämlich ein Zeichen für die Einschränkungen wie Abstandhalten, Maskentragen, und Hygieneregeln beachten und auch für den Download der Corona Warn-App setzen, indem ich am Wellenbrecher-Video mitgewirkt und letztlich auch einige Auftritte im Video habe. Die Woche war für mich also reich an wichtigen Auftritten. Auch wenn ich bei der Aufnahme viel geflucht habe, hat sich die Arbeit letztlich definitiv gelohnt. Hier könnt ihr euch das Video ansehen.

37:00: Escape Room

Neben all den ernsthaften und zweifelsohne wichtigen Dingen die ich in dieser Woche gemacht habe, ist natürlich auch wieder Lustiges (zumindest für Außenstehende und mich im Rückblick) passiert. Am Wochenende waren wir in Hannover in einem Escape Room zum Film Armageddon. Im Anschluss an einige wissenschaftlichen Anmerkungen erzähle ich im Podcast, wie ich dabei in einen Raum mit einem Toten gekommen bin und die Toten anschließend immer mehr – und nicht immer ganzzahlig in ihrer Anzahl – wurden, weil ich aus Versehen in den falschen Raum, nämlich in den zum Film Saw, gekommen bin.

44:00: Phosphan auf der Venus

Ein astronomisches Thema hat es mal wieder in die Öffentlichkeit geschafft, auf Platz 1 in den Twitter-Trends und leider auch mal wieder in die Boulevard-Presse. Die Versprechungen sind groß: Einige sprechen von der Entdeckung Außerirdischer, andere fügen zumindest das Wort „wahrscheinlich“ hinzu, wieder andere erwähnen „starke Hinweise“. Im Grunde genommen ist folgendes passiert: Auf der Venus hat man ein Molekül namens Phosphan gefunden, welches nach unserem Wissen unter den auf der Venus herrschenden Bedingungen nur durch biologische Aktivitäten – also Außerirdische – entstehen kann.

Das ist natürlich absolut nicht gleichbedeutend mit der Aussage, dass das Phosphan von Außerirdischen kommen muss. Am wahrscheinlichsten ist, dass Phosphan einfach auf Arten entstehen kann, die wir jetzt noch nicht kennen – auch das ist interessant, aber die Entstehung von Phosphan interessiert die Öffentlichkeit kaum. Ich persönlich freue mich aber dennoch schon sehr auf die künftigen Ergebnisse rund um das Phosphan, die uns vor allem Raumsonden liefern werden.

Obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, ganz auszuschließen ist außerirdisches Leben aktuell noch nicht. Daher haben wir uns einfach mal unabhängig von der Phosphan-Entdeckung allgemein über die Konsequenzen unterhalten, die eine Entdeckung außerirdischen Lebens hätte. Man muss da nämlich grundsätzlich zwischen zwei Möglichkeiten unterscheiden, die Außerirdischen könnten unabhängig von dem Leben auf der Erde entstanden sein oder aber von der Erde kommen (oder umgekehrt).

Und letztlich gibt es noch einen Grund, weshalb es vielleicht gar nicht erfreulich wäre, wenn das Phosphan von Außerirdischen käme, nämlich den sogenannten Großen Filter. Der Gedanke ist folgender: Da sich noch keine Zivilisation über unsere Milchstraße ausgebreitet hat, obwohl diese schon sehr alt ist, muss es irgendwas geben, was Zivilisationen davon abhält, zu entstehen und die Galaxis zu erobern – sonst hätten wir sie ja schon entdeckt. Diese Hürde, die sozusagen als Filter fungiert, nennen wir den Großen Filter.

Dieser Filter kann in verschiedenen Entwicklungsstufen liegen. Es kann sein, dass der Filter schon bei der Entstehung des Lebens überhaupt liegt. Demnach ist die Entstehung von Leben ein einmaliger Zufall und deshalb konnten keine Zivilisationen entstehen, die dann die Galaxis erobern. Vielleicht gibt es Bakterien auch überall, aber die Entwicklung komplexer Lebewesen ist unglaublich selten und deshalb entstehen keine großen Zivilisationen. Die dritte Variante ist, dass die Bildung von Intelligenz evolutionär unvorteilhaft und deshalb extrem selten ist. In all diesen Fällen hätten wir den Großen Filter bereits hinter uns.

Je mehr außerirdisches Leben wir jedoch finden und desto komplexer es ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Große Filter, also die kritische Entwicklungsstufe, die kaum eine Zivilisation überlebt, noch vor uns liegt. Vielleicht liegt sie in der Klimakrise: Jede Spezies, die Industrie entwickelt, löscht sich durch eine Erwärmung ihres Planeten aus. Oder aber jede hinreichend intelligente Zivilisationen entdeckt eine Technologie wie Atomwaffen, Nanotechnologie oder tödliche Viren, welche die Zivilisation dann auslöschen. Das würde erklären, warum sich noch niemand ausgebreitet hat und in Anbetracht unserer derzeitigen Lage ist es nicht auszuschließen, dass unsere aktuelle Entwicklungsstufe der Große Filter ist. Zumindest heute sehen wir uns jedoch wohl noch nicht mit dieser Frage konfrontiert. Eines gar nicht allzu fernen Tages wird es jedoch vermutlich so sein.

Weiterhin arbeiten wir an unserer neuen Website und weiterhin wollen wir das Wochenendrebellen-Team vergrößern. Wir suchen also Menschen, die uns vielleicht auf irgendeine Weise helfen könnten, zukünftig die Welt durch Spenden an die Neven Subotic Stiftung und weitere Projekte zu verbessern. Interesse? Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de

Ein Oberarm auf dem eine Spritze mit der Influenza Impfung gesetzt wird.

115 Veganismus | Grippeimpfung | Rede im SFN

Wir machen Fortschritte dabei, einen wöchentlichen Turnus aufrechtzuerhalten, denn wir haben mal wieder einen Wochenrückblick aufgenommen und in dieser Episode sprechen wir darüber wie schwierig es ist, sich in einer ehrlichen Rede nicht übertrieben oft selbst zu loben, darüber wie das Unterlassen von Geschlechtsverkehr einem Impfungen ersparen kann und auch darüber, wieso vegane Ernährung absolut keinen Spaß macht und wir uns dennoch daran gewöhnen müssen. Viel Spaß!

01:45 Rede zum SFN-Award

Ich bin aufgeregt, aber auch sehr glücklich: Neulich im Schülerforschungszentrum wurde ich gefragt, ob ich – sollten die eingeladenen Gäste absagen – vielleicht bei der Verleihung des SFN-Awards, den ich im letzten Jahr gewonnen habe, einspringen und die Rede halten könne. Ich war darauf so begeistert, dass am Ende des Gesprächs feststand, dass ich die Rede am nächsten Freitag halten werde und nun begebe ich mich in die Planung. Leider habe ich einen Rückschlag erlitten, als mein Opa mir sagte, meine erste Version könne ich so nicht bringen. Sie bestand im Wesentlichen aus einer 20-minütigen Aufzählung meiner bisherigen Erfolge am Schülerforschungszentrum und einer Aufzählung an Preisen, die ich verdientermaßen gewonnen habe und Preisen, die ich unverdientermaßen nicht gewonnen habe. Aber keine Sorge, ich habe auch noch einige andere Ideen…

08:20 Grippeimpfung

Es ist eine wichtige Entscheidung, aber sie ist gut durchdacht: Ich habe entschieden mich chippen zu lassen. Der wichtigste Beweggrund für meine Entscheidung war in jedem Fall die integrierte Google-Maps-Funktion, die wirklich sehr praktisch ist. Nein, mal ohne Spaß: Ich habe schon als ich klein war alle empfohlenen Impfungen absolviert, habe mich nun in Anbetracht dieser Pandemie aber mal mit einer Grippeimpfung beschäftigt, denn natürlich ist es wichtig, dass unser Gesundheitssystem in diesem Jahr nicht zusätzlich durch eine stark ausgeprägte Influenza-Epidemie belastet ist und alle Ressourcen in die Bekämpfung von Covid-19 investiert werden können. Gleichzeitig bin ich durch diverse Allergien im Frühjahr sowieso schon vorbelastet und da die Grippeimpfung bei älteren Menschen weniger zuverlässig ist, spielt natürlich auch der Schutz dieser Menschen eine große Rolle. Alles in einem wurde ich beim Arzt jedenfalls in meinem Gedanken bestätigt, dass eine solche Impfung in diesem Jahr durchaus sinnvoll ist und habe mich deshalb dafür entschieden, sie auch in Anspruch zu nehmen.

Dies nehmen wir als Anlass, um einmal etwas über meine Risikoeinschätzung zu sprechen: Wenn ich mal Bauchschmerzen habe, denke ich unwillkürlich an Cholera, bei Fieber musste meine Mama mich bereits mit der Tatsache beruhigen, dass eine Malaria-Infektion in Mitteleuropa sehr unwahrscheinlich ist und über meinen vorsichtigen Umgang mit dem Coronavirus haben wir ja schon häufig im Podcast gesprochen. Trotz all dem hielt ich eine HPV-Impfung für nicht nötig, schließlich ist diese Erkrankung primär durch Geschlechtsverkehr übertragbar und das wäre nun wirklich seeeeehr weit hergeholt.

20:50 Veganismus

Der eigentliche Grund meines Arztbesuchs war eigentlich eine Blutabnahme, die ich nun zweimal im Jahr absolvieren muss, da ich mich seit meinem 15.Geburtstag vollständig vegan ernähre. Die medizinischen Ergebnisse waren sehr positiv, insgesamt fällt mein Fazit jedoch eher gemischt aus: Spaß macht´s sicherlich nicht, aber es ist allemal besser als die Folgen des Konsums tierischer Produkte. Darüber sprechen wir in dieser Episode etwas genauer genauso wie über den Fortschritt bezüglich veganer Ernährung in Öffentlichkeit der letzten paar Jahre und die Entwicklung innerhalb unserer Familie.

In Anbetracht dessen, was wir so in den letzten Wochenrückblicken besprechen mussten, war es dann doch eine eher positive Episode. Jedenfalls haben wir unser Vorhaben gehalten, in jeder Folge mindestens über zwei positive Dinge zu sprechen: Die Rede im Schülerforschungszentrum und die Tatsache, dass ein kleiner Asteroid die Erde in dieser Woche relativ knapp nicht getroffen hat. Ist ja auch schon mal was

corona-demo-berlin

114 Corona-Demo-Berlin | Neuralink | Trumps Wiederwahl

Wir sprechen über die Corona Demo in Berlin vom 29.08.2020 und Jason erklärt warum er den Begriff Covidioten nicht mag. Außerdem blicken wir kurz rüber zu Trump, wir reden über Jasons aktuelle Situation in der Schule und im Forschungszentrum. In der Schule gibt es Schwierigkeiten auf Grund Jasons rigorosem Umgang mit Corona-Maßnahmen. Er wird absichtlich angehustet. Es fällt mir schwer die Ruhe zu bewahren und so ein Ausmaß an Abscheu erlebe ich selten im persönlichen Umfeld. Jason geht mir der gesamten Situation sehr gut um. Er hat Angst, weiß aber damit gut umzugehen. Ich habe ihn früh als Erwachsenen wahrgenommen, aber wie reflektiert und besonnen er mit so harten Situationen umgeht ringt mir höchsten Respekt ab. Er braucht immer ein wenig Ruhe um ganz sachlich die Situation zu analysieren und trifft dann kluge Entscheidungen, die er konsequent verfolgt. Das beeindruckt mich sehr. Nun ja, wir sprechen ein wenig rund um den Angriff auf ihn und die persönlichen Konsequenzen, die wir so daraus ziehen. Für mich ein ganz besondere Folge im Kontext der Gespräche, die ich außerhalb des Podcasts mit ihm führe. Um unseren Versprechen nachzukommen reden wir noch über etwas Positives. Jason hat einen großen Durchbruch im Rahmen seines Forschungsprojektes erzielt und berichtet davon. Er hat es so erklärt, dass sogar ich verstanden habe was das für ihn bedeutet. Spannend.

Es gab Reklamation, dass zwischen Aufnahme und Veröffentlichung so viel Zeit vergeht. Das tut mir leid aber es ist simpel zu erklären. Corona und die Auswirkungen beschäftigt mich auf beruflicher und persönlicher Ebene. Das verschafft Jason und mir schon sehr wenig Zeit um überhaupt zu podcasten. Ohne sein Drängen wäre hier seit Monaten vermutlich Ruhe. Wir versuchen mittlerweile eine hörbare Tonqualität anzubieten. Es gab Folgen, die wir aus Gründen von Zeitmangel ohne große Nachbearbeitung hochgeladen haben. Jason möchte aber weiterhin die Wochenendrebellen-Zentrale, unseren Blog weiter ausbauen und breiter werden. Es ist wirklich spannend. Ich bin (un)freier Redakteur, denn ich werde zwar nicht bezahlt, bin aber dafür natürlich auch unfrei in der Entscheidung welche Aufträge ich für den Herrn des Hauses erledigen darf. Das ist auch okay so. Jason möchte bei der Aquise von Spenden für die Neven Subotic Stiftung neue Wege gehen. Auf diesem Weg werde ich ihn unterstützen und alles was wir tun, soll und wird über wochenendrebell.de transparent begleitet werden. In Anbetracht der Anzahl an Ideen, die umgesetzt werden wollen, freuen wir uns sehr, dass unserem Aufruf nach Hilfe gleich welcher Art, bereits erste Mails eingegangen sind und Menschen uns auf unterschiedlichste Art und Weise helfen möchten. Das tut gut. Vielen Dank für euer Vertrauen. Jasons Zielsetzungen sind anspruchsvoll und nur unrealistisch in Kombination mit der Anzahl an fehlenden Händen und Köpfe. Gerhard unterstützt uns schon seit vielen Jahren was den technischen Support angeht. Das hilft uns riesig. Wenn jemand Lust und Zeit hat uns zu unterstützen. Meldet euch. Wir suchen Autoren für Gastartikel im wissenschaftlichen Bereich und im Kontext Autismus aus der Innenperspektive aber auch von Eltern und Geschwistern von Autisten. Im Bereich Fußball können wir uns sogar vorstellen feste Seiten für einen Verein einzurichten, wenn jemand mag über diesen Verein regelmäßig zu berichten. Ganz egal ob du Fan vom Flat Earth FC oder vom 1.FC Köln bist, wenn du Lust drauf und Spaß daran hättest aus deinem ganz persönlichen Blickwinkel über Themen rund um deinen Verein zu Berichten, schreib uns gerne an. Es gibt grundsätzlich aber kaum eine Fähigkeit bei der wir uns nicht in der Lage sehen dies irgendwann und irgendwie zu Geld für Stiftung zu machen.

Wie diese gesamte Arbeit in Spenden mündet, welchen Einfluss du als Supporter auf den Spendenzweck hast und wie wir uns Transparenz vorstellen berichten wir dir gerne. Schreib uns eine Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de

Space X und Elon Musk

113 SpaceX und Elon Musk

SpaceX und Elon Musk: Lange hatte ich das Gefühl, dass ich in einer Zeit ziemlichen Stillstands in der Raumfahrt lebe, zumindest im Vergleich zu der rasenden Entwicklung in anderen Bereichen. Klar, ich habe die erste Landung auf einem Kometen erlebt, ein paar Rover, die man zum Mars geschickt hat und Teile des Aufbaus der Internationalen Raumstation. Aber wenn ich überlege wie groß die technologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte waren und trotzdem seit über 50 Jahren kein Mensch mehr den Mond betreten hat, habe ich schon das Gefühl, dass dort etwas mehr geht. Und offenbar bin ich dort nicht der einzige.

Denn einen ähnlichen Gedanken hatte auch der Unternehmer Elon Musk im Jahr 2002. Der einzige Unterschied zu meinem war ziemlich viel Geld und somit die Möglichkeit, Gedanken in die Tat umzusetzen. So gründete Elon Musk sein Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies Corporation, kurz SpaceX. Sein erstes Ziel: Ein Gewächshaus auf den Mars bringen. Dadurch sollte

„…die längste Strecke erzielt werden, die Leben jemals zurücklegte“.

Das Mars Oasis getaufte Projekt hatte natürlich auch einen wissenschaftlichen Nutzen, denn für künftige menschliche Siedler wird der Nahrungsanbau auf anderen Planeten unabdingbar sein, doch sein eigentlicher Zweck war ein anderer: Das Bild des grünen Oase vor dem roten Boden des Mars sollte die Menschen beeindrucken und zum Nachdenken anregen, ganz ähnlich wie es das berühmte Bild Earthrise tat, das von den Mondfahrern während Apollo 8 aufgenommen wurde und die Oase der Erde vor dem schwarzen Nichts des Alls zeigt.

Die Umsetzung von Mars Oasis gestaltete sich jedoch wirklich schwierig, denn Elon Musk konnte keine bezahlbare Rakete finden, mit der die Raumsonde hätte starten können und das war der Grund, weshalb Mars Oasis dann auch immer ein Traum blieb – genauso wie viele andere überwältigende Projekte, die daran scheitern, dass ein Raketenstart zu teuer war. Aus diesem Grund machte sich SpaceX unbeachtet von der Öffentlichkeit an den Bau einer eigenen Rakete, der Falcon 1. Doch auch das erwies sich als nicht so einfach…

Als Elon Musk den Start für 2004 ansetzte, konnte er dies nicht einhalten und die ersten drei echten Starts 2006, 2007 und 2008 gingen allesamt schief, sodass SpaceX kurz vor dem Bankrott stand – als der vierte Startversuch jedoch glückte und SpaceX damit die erste private Flüssigrakete in den Erdorbit schoss, wurde auch die NASA auf das Unternehmen aufmerksam. Diese plante nach zwei tödlichen Katastrophen die Absetzung ihres Space Shuttles und den Bau eines neuen Raumschiffs namens Orion MPCV, das Menschen wieder zum Mond bringen soll – daher benötigte sie einen neuen Zugang zur Internationalen Raumstation ISS ohne dabei übermäßig von Russland abhängig zu sein.

Das junge US-amerikanischen Unternehmen bot sich dort natürlich an und so schloss die NASA einen Vertrag mit SpaceX, dessen Inhalt der Bau eines Raumfrachters und der dazugehörigen Rakete war. Das Raumschiff Dragon und die Rakete Falcon 9 konnten dank Massenproduktion und Wiederverwendung zu einem unschlagbaren Preis produziert und angeboten werden, zudem war Dragon als einziger Raumfrachter in der Lage, auch wieder sicher auf der Erde zu landen und nicht nur in der Atmosphäre zu verglühen, nachdem die Fracht ins All gebracht wurde – mit Dragon war also plötzlich billiger Frachtverkehr ins All und zurück möglich.

Dies machte SpaceX innerhalb weniger Monate zum wichtigsten Versorger der ISS und zum größten Anbieter für Satellitenstarts, die spektakuläre Landung der Boosterstufe auf einer Plattform im Meer und die interplanetaren Visionen von Elon Musk faszinierten auch die Menschen. So lockte er mit scheinbar utopischen Plänen: Als nächstes wolle SpaceX die Dragon weiterentwickeln, dass auch Menschen damit fliegen können, das glänzend weiße Raumschiff mit der futuristischen Einstiegsluke und dem digitalisierten Cockpit schien einem Science-Fiction-Film zu entstammen. Außerdem wurde ein Satellitennetztwerk namens Starlink in Aussicht gestellt, das aus 42.000 Satelliten mit neuartigem Hall-Antrieb bestehen solle, die jedem Menschen weltweit einen Highspeed-Internetzugang ermöglichen.

Da hörte dann auch ich das erste Mal von SpaceX und dachte mir sofort: NIE IM LEBEN! Ich hatte nun schon wirklich viele Ankündigungen gehört, die dann nicht in die Realität umgesetzt wurden, von den Mondplänen der NASA unter US-Präsident Bush über Barack Obamas Pläne zu einem Asteroiden zu fliegen bis zu MarsOne, tatsächliche Fortschritte in der Raumfahrt erlebte ich jedoch wie schon gesagt wenige. Auch wenn SpaceX sich mit der regelmäßigen Versorgung der ISS und der erfolgreichen Landung von Raketen schon einen gewissen Respekt erarbeitet hatte, Menschen ins All bringen und eine Satelliten-Flotte eines solchen Ausmaßes zu errichten, ist nochmal eine ganz andere Dimension.

Nun, vor einigen Wochen, startete die Crew Dragon von SpaceX mit zwei Astronauten an Bord zur ISS, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 500 Starlink-Satelliten im Erdorbit – zwar nur ein Bruchteil der insgesamt geplanten 42.000, aber schon damit ist SpaceX der größte Satellitenhersteller und Satellitenbetreiber der Welt. Elon Musk ist inzwischen aber schon wieder ganz woanders, und zwar beim Starship, dem Nachfolger aller SpaceX-Raumschiffe und -Raketen.

Das Starship soll eine Höhe von 118 Metern haben und 100 Menschen pro Flug in den Erdorbit, zum Mond, zum Mars oder zu anderen Zielen im Sonnensystem bringen können. Das Schiff verfügt über Einzelkabinen, einen Gemeinschaftsraum und einen speziellen Schutzraum, in dem sich Astronauten während Sonnenstürmen einfinden können, es ist eine Art Weltraumkreuzfahrtschiff – etwas Vergleichbares hat die Menschheit noch nicht hervorgebracht.

Das Starship soll 2021 erstmals einen Kommunikationssatelliten in den Erdorbit bringen und 2023 den japanischen Milliardär Yusaku Maezawa mit ein paar Kumpels zum Mond bringen. 2024 könnte es als Mondlandefähre eingesetzt werden wenn die Astronaut*innen des Artemis-Programms am Südpol des Mondes landen. Auch als Zubringer für Menschen zur neuen internationalen Raumstation im Orbit des Mondes, zum Lunar Gateway, könnte es dienen, dort sollen zunächst vier Astronauten mehrere Monate fernab der Erde leben und arbeiten.

Für die Versorgung mit Fracht dieser Raumstation baut SpaceX sogar ein neues Raumschiff, die Dragon XL. Sie soll bis zu fünf Tonnen Fracht pro Flug zum Lunar Gateway bringen, zum Beispiel Nahrung oder wissenschaftliche Experimente. Das Starship hat langfristig jedoch das Ziel Mars. Bis 2100 sollen hunderte Starships insgesamt eine Millionen Menschen zum Mars gebracht werden. Das klingt wirklich unglaublich.

Doch auch wenn diese Pläne sicherlich ernst zu nehmen und nicht als Spinnerei abzutun sind, muss man auch einen kritischen Blick auf sie werfen – vielleicht sogar gerade deswegen. Das beginnt beim Starlink-Satellitennetz, 42.000 Satelliten sind fünf Mal mehr als in der gesamten Menschheitsgeschichte gestartet wurden. Das könnte uns den ganzen Nachthimmel verschandeln, obwohl es dafür mittlerweile Lösungen gibt. Aber auch das Weltraumschrott-Problem wird durch Starlink eskalieren. Anderseits ist ein weltweiter Highspeed-Zugang zum Internet natürlich auch ein Wert für sich…

Doch das ist nur der Anfang. Wenn Menschen einmal dauerhaft fernab der Erde leben, werden sich ganz andere ethische Fragen stellen. Weder der Mond noch der Mars sind angenehme Orte zum Leben, die geringe Schwerkraft verursacht Rückenschmerzen, die Strahlung kann Krebs verursachen und die Einsamkeit und Abgeschiedenheit kann einen leicht depressiv machen. Nun könnte man meinen, es sei okay, denn die Siedler würden sich ja bewusst für dieses Leben entscheiden, doch was ist mit den Menschen, die auf dem Mars geboren werden und vielleicht auf der Erde lebensunfähig sind?

Wenn eine Millionen Menschen aus allen Nationen an einem Ort unabhängig von der Erde leben, dann müssen sie eine Gesellschaft formen. Doch welche Staatsform soll dort herrschen? Welche Gesetze sollen gelten? Und was ist, wenn die Siedlung beschließt, von nun an unabhängig sein zu wollen? Würden die Erdenbewohner das akzeptieren? Das mag nun alles sehr weit entfernt scheinen und wir sind es gewohnt, uns für sowas Zeit zu lassen, doch SpaceX stellt uns nun sehr schnell vor all diese Fragen. Die technologische Entwicklung droht die gesellschaftliche zu überholen.

Es scheint als wäre der Weltraum eine Art wilder Westen, in der jeder tun kann, was er möchte. Zwar wurde 1967 der Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper inkraft, für Deutschland 1971, doch dieser beinhaltet natürlich vor allem zeitgenössische Themen des Kalten Krieges, etwa die Nutzung von Kernwaffen im Weltraum oder die Aneignung von Himmelskörpern, aber niemand hat sich damals darüber Gedanken gemacht, was passiert, wenn eine Privatperson 42.000 Satelliten ins All bringt oder ein Raumschiff für 100 Personen baut.

Wir müssen uns also Gedanken machen, wofür wir nun aufs Neue ins All aufbrechen und wie wir das tun wollen. Lösungen gäbe es genug: Eine orbitale Nutzungsgebühr, die man für die raren Plätze im Erdorbit bezahlen muss, eine internationale UN-Organisation, welche die Nutzung des Alls verwaltet oder eine Erweiterung des Weltraumvertrags auf kommerzielle Raumfahrtunternehmen und das Leben auf anderen Himmelskörpern. Doch in Zeiten, in denen sich die USA bisher nicht mal an den Konsens des Weltraumvertrags der 60er hält, scheint das wohl genauso realistisch wie die kleinen grünen Männchen auf dem Mars.

studie-erderwaermung

112 Studie Erderwärmung | Corona | Autismus-Challenge

Endlich mal wieder eine Wochenrückblick und dann geht es um eine neue katastrophale Studie zur Erderwärmung, die Corona-Pandemie, Arschlöcher auf Tik-Tok und noch größere Arschlöcher im echten Leben. Aber es geht auch um einen Kometen. Immerhin.

00:00: Passage des Kometen C/2020 F3 (NEOWISE)

Es ist keine Ordnung mehr jetzt in den Sternen. Die Kometen müssten sonst verboten werden. Ein Komet reist ohne Unterlass um am Firmament und hat keinen Pass. Und jetzt richtet so ein Vagabund uns die Welt bei Butz und Stingel zugrund. Aber lass mal das wies da oben steht, auch hier unten sieht man, dass es auf den Ruin zugeht.

Könnte von letzter Woche sein, ist aber tatsächlich der Text des Kometenlieds von 1833. Nun konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Kometen mit bloßem Auge beobachten, nämlich den Schweifstern C/2020 F3 (NEOWISE), der in den vergangenen Wochen die Erde passierte und dies nehmen wir zum Anlass, mal ein bisschen über Kometen zu sprechen: Was sind Kometen überhaupt und wieso brachten sie Menschen schon immer mit Furcht und Schrecken in Verbindung? C/2020 F3 (NEOWISE) macht sich jetzt wieder auf den Weg in die Tiefen des Alls. Ich bin schon gespannt, wann wir den nächsten Kometen bestaunen dürfen.

15:30: TV Termin bei RTL zur Autismus-Challenge

Ich durfte vor einigen Wochen auch mal wieder im Fernsehen zu Wort kommen, allerdings weder zum Thema Groundhopping, noch zu Klima, Autismus oder Wissenschaft. Es ging um das Thema Autismus, bzw. um die Autism-Awareness-Challenge, bei der Bewegungen, die klischeehaft als „autistisch“ gelten, nachgeahmt wurden. Ich denke meine Position dazu zu betonen, erübrigt sich hier, schaut euch den Beitrag am besten einfach an. In der Podcastfolge sprechen wir allerdings auch über ein paar Fehler, die im Beitrag unterlaufen sind und darüber, wie wir unsere Verantwortung zur Autismus-Aufklärung zukünftig wahrnehmen wollen.

32:30: Status im Forschungszentrum

Normalerweise ist um diese Zeit der jährliche Kongress in meinem Forschungszentrum, wo Menschen von überall herkommen, wir unsere Projekte präsentieren und es wissenschaftliche Vortragsreihen gibt. Wegen der Corona-Pandemie war das dieses Jahr nicht möglich, dafür aber zumindest die Verleihung der Zertifikate. Für mich war es dieses Mal in doppelter Hinsicht speziell, denn ich wurde nicht nur für meine wissenschaftlichen Forschungen geehrt, sondern auch für meine Arbeit für den internationalen Wettbewerb in China, der ja abgesagt wurde und nun online stattfindet. Daher berichte ich zu diesem Anlass auch über meine Vorbereitung für den Online-Wettbewerb und meine künftigen Forschungen.

48:00: Update zum neuen Blog

Der Hauptgrund aus dem wir derzeit so wenig podcasten ist unsere Arbeit an unserer neuen Homepage. Durch bessere Suchmaschinenoptimierung eine klarere Strukturierung und eine höhere Veröffentlichungsfrequenz soll sie mehr Reichweite schaffen und eine Basis für alle gegenwärtigen und zukünftigen Projekte sein – doch unsere Ansprüche sind hoch und obwohl ich acht Stunden am Tag fast nur daran arbeite, wird es noch ein wenig dauern. Ich erinnere mich noch gut an den ursprünglichen Termin, an dem die Seite online sein sollte: April 2019. Tja, das wird wohl knapp, dafür erfahrt ihr aber den aktuellen Stand und auch einige neue Details über unser aktuell größtes Projekt in dieser Podcast-Episode.

54:30: Besuch bei Dynamo Windrad

Der für mich wichtigste Punkt auch auf unserer neuen Seite wird der Klimaschutz sein und dementsprechend engagieren wir uns neben unserer Aufklärung, unserem privaten Klimaschutz und meiner Forschung auch dort immer mehr öffentlich. Daher arbeiten wir nun mit dem Kassler Fußballverein Dynamo Windrad zusammen, bei dem wir auch schon eine Lesung hatten und der nun seinen Sportplatz umbauen, dabei aber besonders auf ökologische Kriterien Acht geben möchte. Sie haben mich daher darum gebeten, eine Art ökologisches Gutachten zu schreiben und darin Einsparpotentiale zu erläutern. Da dies nach einem vielversprechenden Projekt klingt und das Zeitaufwand-CO2-Einspar-Verhältnis zu stimmen scheint, habe ich dies natürlich gemacht und arbeite gerade daran. Von meinem ersten Besuch dort erzähle ich im Podcast. Wer weiß, wenn ich keinen Lieblingsverein finde, baue ich ihn mir vielleicht einfach selbst…

57:00: Aktuelle Corona-Situation

Über die Corona-Pandemie und ihre wissenschaftlichen und politischen Hintergründe haben wir schon häufiger gesprochen, nun geht es jedoch um unseren aktuellen Umgang damit in einer Zeit, in der die grassierende Seuche scheinbar kaum noch jemanden interessiert. Natürlich sind wir uns beide einig, dass der derzeitige leichtsinnige Umgang völlig unangebracht ist, jedoch haben wir auch Differenzen in unserem Umgang mit dem Virus und der Strenge der selbstauferlegten Maßnahmen. Unter anderem darüber sprechen wir in dieser Episode. Natürlich kann ich an dieser Stelle auch nur noch einmal ausdrücklich für den Download der Corona Warn-App werben.

01:12:00: Studie zur Erderwärmung

Ich hatte neulich einen ziemlich üblen Albtraum: Der totale Kollaps des sibirischen Permafrosts hatte zu einer nicht mehr aufhaltbaren Erderwärmung geführt, große Teile der Erde waren unbewohnbar geworden und nun suchten grassierende Seuchen, furchtbare Hitzewellen und gigantische Stürme den Planeten heim. Interessanterweise war dies nicht nur der Inhalt meines Traums zur Erderwärmung, sondern auch der einer Studie zur Erderwärmung, die ich am Tag zuvor gelesen habe. Sie sagt aus, dass die 1,5°C-Marke bei der Klimakatastrophe, also die Schwelle, ab der irreversible Prozesse in Gang gesetzt werden könnten, deutlich früher überschritten wird als bisher gedacht, nämlich bis 2024. Präziser ausgedrückt: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% wird mindestens ein komplettes Jahr zwischen 2020 und 2024 im Durchschnitt 1,5°C wärmer sein als zu vorindustrieller Zeit, mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% mindestens ein Monat. Genaueres über die Studie und weshalb sie so wenige Wellen schlägt, besprechen wir im Podcast.

01:22:00 Anzeige ist raus.

Zum Schluss mussten wir leider noch über ein nicht nur nicht erfreuliches, sondern absolut beängstigendes Thema sprechen, ein Jugendlicher aus meiner Schule hat nämlich vergangene Woche versucht, mich mit einem Traktor zu überfahren und hätte es beinahe auch geschafft. Ich wurde glücklicherweise nicht verletzt und konnte in letzter Sekunde hinter einen Blechcontainer springen. Nachdem ich antisemitische Witze an meiner Schule auffliegen lassen habe, demonstrativ mit Maske auftrete, die Schulleitung lautstark dafür gefeiert habe, dass ein Schüler für das Zeigen des Hitlergrußes suspendiert wurde und mein Buch nun in der Schulbücherei aussteht, hat sich unser Projekt auch in meiner Schule, an der die Nazi-Partei AfD bei der letzten U18-Wahl stärkste Kraft wurde und der Junge, der den Hitlergruß zeigte, breite Solidarität genoss, herumgesprochen und ich wurde in jüngerer Vergangenheit häufiger angegangen. Jugendliche sind mir aufgelauert, haben mich umzingelt, bepöbelt oder bedroht und unsere Drohungen, die wir per Mail erhalten haben, sind nun auch kein Geheimnis. Aber genug ist genug. Dieser konkrete gewaltsame Angriff, der tödlich hätte enden können ist jedoch eindeutig ein weiterer Schritt, den wir so nicht auf uns sitzen lassen werden. Näheres dazu besprechen wir am Ende dieser Episode.

Katastrophale Erderwärmung, eine Pandemie und ewige Verzögerungen bei unserer Website – so kann man einen Wochenendrebellen-Wochenrückblick natürlich nicht enden lassen. Daher haben wir nun eine Abmachung geschlossen: Pro Wochenrückblick müssen mindestens zwei Themen in einem positiven Kontext stehen. Die ganze Scheiße, die über die Zeit passiert wird von nun an also zumindest hübsch eingerahmt.

Schule, Zukunft und Digitalisierung hier exempülarisch dargestellt durch ein IPhone, einen Rechner und lehrmaterial.

111 Die Zukunft der Schule

Die Zukunft der Schule: Unsere Welt verändert sich momentan dramatisch, auch wenn ich mit meinen 15 Jahren noch keine „Früher was das so“- Geschichten erzählen kann, erkenne natürlich auch ich, dass unsere Gesellschaft eine ganz andere ist als noch zu meiner Grundschul- oder Kindergartenzeit. Das Klima hat sich verändert, Wissenschaft und Technologie haben sich verändert, die Gesellschaft hat sich verändert und auch die Menschen haben sich natürlich verändert. Doch während die Welt teils nach wenigen Monaten nicht wieder zu erkennen ist, blieb ein ganz wesentliches Element des Lebens von Menschen in meinem Alter fast immer eine Konstante: Die Schule. Doch das scheint nun vorbei.

Ich habe in einer Episode des Autismus-Podcasts bereits mit Papsi über das Thema „Schule und Autismus“ gesprochen, nun nehme mir im Familien-Podcast in Anbetracht des vergangenen Wochen im pandemiebedingten Homeschooling einmal das Thema „Die Zukunft der Schule“ vor und zwar im Gespräch mit meinem elfjährigen Cousin Sean. Er betreibt mit meiner Schwester den YouTube-Kanal Dauerfeuer und besucht dieselbe Schule wie ich.

Wir sprechen am Anfang etwas über unsere allgemeine schulische Situation, als Bald-Zehntklässler sollte ich natürlich eigentlich kurz vor der Berufswahl stehen – blöd nur, dass ich seit vielen Jahren weiß, was ich machen möchte, mich aber dennoch in einem dicken Ordner mit Ausbildungsberufen beschäftigen musste. In diesem Kontext kritisieren wir natürlich auch die unserer Meinung nach viel zu dominante Stellung der Schule im Leben von Jugendlichen und überhaupt das gesamte leistungsbasierte System mit Zahlnoten – ihr erfahrt aber auch, wieso ich trotz meiner kritischen Haltung den Ordner regelgemäß und pünktlich abgegeben habe.

Schnell kommen wir aber auf die letzten Wochen zu sprechen, in denen wir beide gar keinen, bzw. später sehr eingeschränkten Schulunterricht hatten. Dabei sprechen wir auch über die Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen und fünfzehnseitige Pandemiepläne, die als PDF an Schüler mit der Nachricht „Bitte lesen.“ verschickt wurden. Dies nutzen wir dann um darüber zu diskutieren, wie die Zukunft der Schule, bzw. die Schule der Zukunft aussehen könnte. Wir besprechen zum Beispiel folgende Punkte:

  • Haben Schüler*innen in Zukunft viel weniger Stunden Schule?
  • Ist Homeschooling vielleicht irgendwann eine dauerhafte Alternative?
  • Verschwindet die Hierarchie zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen?
  • Welche politisch-gesellschaftliche Einstellung muss die Schule vermitteln?
  • Was ist mit Berufen, die es bald gar nicht mehr gibt und Berufen, die es noch nicht gibt – oder die sich stark verändern werden?

Besonders über letzteres lohnt es sich nachzudenken, das zeigt eine persönliche Anekdote. Schon vor drei Jahren wurde ich mehrfach darauf hingewiesen, ich solle mich – wenn ich tatsächlich Physiker werden möchte – doch am besten möglichst schnell mal mit Programmieren beschäftigen, denn in fünf bis zehn Jahren laufe in der sich rasant digitalisierenden Wissenschaft nichts mehr ohne Programmierkenntnisse. Ich will nicht sagen, dass ich das nicht ernst genommen habe, es war natürlich nachvollziehbar, aber eine akute Dringlichkeit sah ich lange Zeit nicht.

Vor einigen Monaten geriet ich mit meinen Forschungen zur Chaostheorie am Schülerforschungszentrum dann in eine Sackgasse, ich war auf eine Messpräzision angewiesen, die mit uns verfügbarem Equipment (und vielleicht auch überhaupt…) nicht zu erreichen ist. Ich optimierte meinen Versuchsaufbau, aber die Resultate waren für meine Fragestellung völlig nutzlos. Also machte ich mich ans Rechnen und überschlug einmal, wie groß die Abweichungen sein dürfen.

Das Ergebnis des Ganzen: Ich muss jetzt in Windeseile die Programmiersprache Python lernen, um noch vor dem nächsten wichtigen Wettbewerb mein System simulieren zu können. Wenn selbst ich hier verpennt habe, will ich nicht wissen, wie es bei Menschen aussieht, die sich nicht durch die Wissenschaft unmittelbar damit konfrontiert sehen. Denn ich bin mir sicher: Programmieren wird sich nicht auf die Wissenschaft beschränken, es wird die Microsoft-Grundkenntnisse von morgen sein. Die Schule muss in Zukunft viel stärker berücksichtigen, in welcher Zukunft die Schüler*innen von heute leben werden. Digitalisierung ist dabei das Schlüsselwort.

„Fünf Stunden Programmierunterricht die Woche sollten das Minimum sein.“

Wir ziehen hier also den harten Vergleich zwischen wie es eigentlich laufen sollte und wie es gelaufen ist und kommen dabei auch zum Schluss: Nicht alles ist schlecht und wir beide wissen es selbstverständlich zu schätzen, dass wir einen garantierten Zugang zu Bildung haben. Doch das hindert uns nicht, uns auch kritisch mit dem Schulsystem auseinanderzusetzen: Wieso sollte dieselbe Schule, die uns stets zu eigenständigem Denken ermahnt, uns genau das vorenthalten wollen?

Wir führen aber auch das Beispiel des Schülerforschungszentrums, das Sean seit einigen Monaten ebenfalls besucht, als mögliche Form einer „Schule der Zukunft“ ein und diskutieren über die Sinnhaftigkeit von Politikunterricht aus dem Schulbuch. Dabei sind wir uns einig: Schule muss nicht nur nicht neutral sein, sie darf in heutigen Zeiten nicht neutral sein.

Wenn es um Politik geht, muss die Schule regelrechten Linksextremismus vermitteln, nämlich die Einstellung, dass alle Menschen absolut und bedingungslos gleich sind. Dass der NSU-Terror, die deutsche Kolonialherrschaft und die Klimakatastrophe im Unterricht kaum vorkommen, dafür aber Demokratietheorien gelehrt werden, die der Hufeisentheorie oder ähnlichem entsprechen, ist ein Skandal und dann verwundern jüngere Vorfälle wie die antisemitischen „Witze“ oder das schockierende Juniorwahl-Ergebnis der AfD an meiner Schule auch nicht weiter. Wenn das die Zukunft der Schule ist, dann ist es schon bald die Zukunft der ganzen Menschheit.

Natürlich sind wir keine Hellseher und wir wissen nicht, ob unsere Ideen und Vorschläge zur Zukunft der Schule wirklich umgesetzt werden oder ob sich die Schule in Zukunft vielleicht ganz anders entwickelt, das kann man in heutigen Zeiten auch kaum noch prognostizieren. Schlussendlich bleibt aber klar, dass es nicht mehr so sein wird, wie es lange war. Auch die Schule muss und wird sich in Zukunft drastisch verändern und das ist auch gut so. Nachzuholen gäbe es sicherlich genug.

Ein Hammer für Richter

110 Ein echter Hammer

Wir sind alle etwas im Stress, daher nur eine Kurzbeschreibung

Die ersten acht Minuten sprechen wir über den Start von Space X. Im Anschluss sprechen Papsi, meine Schwester und ich ein wenig über Corona und die Auswirkungen auf die die Schule und unser Leben in den letzen zwei Monaten. Im Anschluss besprechen wir die Reichweitenaussichten für den neuen Youtube-Kanal meiner Schwester auf dem sie die ganze Zeit nur Livestreams anbietet, wo sie zu beobachten ist, wie sie Kartoffelchips wegfuttert. Außerdem probierren wir uns erneut mit unserem Frageformat aus und besprechen wie eine Netflix-Serie aussehen würde und wovon die Serie handeln würde, wenn wir diese komplett frei gestalten könnten. Wir reden über den Status Trump aus dem Blickwinkel meiner Schwester.

Außerdem reden wir über Träume und mit welcher Person man gerne mal einen Tag verbringen würde. Eine bunte Folge ohne festes Thema. Ganz am Schluss kommt dann noch ein echter Hammer.

Podcast mit Oma

109 Podcast mit Oma- War früher alles besser?

In der letzten Folge habe ich mit meinem Opa über ein brisantes Thema gesprochen, einige Menschen behaupten immer wieder: „Früher war alles besser.“. Doch ich kann mir darüber natürlich nur schwer ein Urteil bilden, schließlich habe ich das „früher“ nie erlebt und selbst Papsi hat dort nur eine relativ beschränkte Sicht.

Nachdem ich diese Frage zuletzt mit meinem Opa erörtert habe, kam nun meine Oma, geboren im Jahr 1953, zu Wort – natürlich ebenfalls coronabedingt mit gegebenem Sicherheitsabstand. Als sie geboren ist, war Josef Stalin noch an der Macht und Elisabeth II. war noch nicht gekrönt worden, wenn es um das Thema „Früher war alles besser“ geht, ist sie also die ideale Ansprechpartnerin. Im Gegensatz zu den meisten Menschen die sagen „Früher war alles besser.“ weiß sie also auch, wovon sie spricht, wenn sie „früher“ sagt.

Sie konnte natürlich die ein oder andere Geschichte meines Opas nochmal aus ihrer Perspektive erläutern und teils etwas zurechtrücken. Tatsächlich unterscheideten sich die Geschichten und Erlebnisse beider vor allem in der Kindheit überraschend stark, obwohl sie in ähnlichen Epochen unter ähnlichen Bedingungen stattfanden.

So habe ich natürlich auch mit meiner Oma über die politischen Ereignisse der jeweiligen Zeit gesprochen, von den Anfängen des Kalten Krieges über die Mondlandung, den Mauerfall, die Anschläge des 11.Septembers bis zu den technologischen Entwicklungen der letzten Jahre – und noch vieles mehr. Sie erzählt, wie sie diese Veränderungen erlebt hat und auch wie sie sich auf ihr persönliches Lebens ausgewirkt haben.

Der größte Teil des Podcasts besteht aber aus persönlichen Erzählungen über ihre Erlebnisse unter den damaligen Umständen. Das beginnt mit ihrem Alltag als sie so alt war wie ich – obwohl er sich natürlich grundlegend von meinem unterscheidet, gibt es auch Gemeinsamkeiten: Sie hat ebenfalls gearbeitet und sich auch nicht dem Willen ihrer Eltern unterworfen. Spätestens bei ihren Besuchen in der Disko und dem Rückweg nachts zu Fuß durch den Wald enden die Gemeinsamkeiten aber auch.

Sicherlich wichtig ist aber ihre Geschichte davon, wie sie meinen Opa kennengelernt hat, denn interessanterweise unterscheidet sich sich etwas von seiner Version aus der letzten Folge. Überhaupt liegen einige Angaben manchmal ein wenig auseinander – aber davon könnt ihr euch ja dann selbst ein Bild machen.

Doch so nostalgisch und lustig diese Geschichten aus früheren Zeiten auch sind, letztlich kamen auch wir zu dem Schluss, dass das Leben heute leichter und unbeschwerter ist, doch uns ein wenig der damaligen Einstellung momentan auch nicht schaden würde. Doch ob es so bleibt, dass unser Leben auch in Zukunft automatisch einfacher, leichter und schöner wird, darin waren wir uns nicht einig.

Denn natürlich hat der Blick in die Vergangenheit vor allem einen Zweck: Lernen für die Zukunft. Hier hat meine Oma einen etwas optimistischeren Blick als ich, sie meint, wir könnten die Kurve noch kriegen. Ich hoffe sie hat Recht und ich kann in einem Podcast mit den Enkeln meiner Schwester mit Recht sagen: „Früher war alles besser? Nein.“

00:02:00 1953

00:06:00 1959

00:09:00 Angst: Früher vs heute.

00:12:00 1972

Volljährigkeit und der Umgang damit.

00:15:00 Kennenlernen Opa.

00:20:00 Abschied von daheim und wie meine Oma Weihnachten kennenlernte.

00:22:00 Germknödelgate

00:24:00 1974 Hochzeit

1977 Geburt des ersten Kindes

1980 Geburt des 2.Kindes

00:45:00 Interesse für Politik

00:55:00 1980

00:58:00 1989 Mauerfall

01:05:00 1992 Gründung EU

01:06:00 2001 Anschläge in den USA.

01:14:00 2002 Euroeinführung

01:18:00 2004 Smartphones

01:28:00 2005 Das Jahrhundertereignis

01:29:00 2010

01:31:00 2020

01:35:00 Wie wird die Zukunft?

War frueher alles besser?-Ein Bild voin meinem Opa als er grob in meinem Alter war.

108 Früher war alles besser?

Früher war alles besser: Weniger Kriminalität, mehr Wertschätzung und ein gemütlicheres Leben, so sehen es laut einer Umfrage aus dem Jahr 2018 gut zwei Drittel der Europäer. Doch wie war es früher eigentlich? Darauf haben die wenigsten, die das behaupten, eine Antwort und auch ich kann mir darüber schwer ein Urteil bilden – das einzig Nostalgische, das ich über die Vergangenheit sagen kann ist meistens: „Als ich in deinem Alter war, war der Pluto noch ein Planet.“, und selbst das nur zu Babys.

Daher habe ich diese Frage mit jemandem erörtert, der das früher und das heute kennt, der 1950 geboren ist – zu einer Zeit noch vor dem ersten Satelliten und vor der Entschlüsselung der DNA: Mein Opa. Coronabedingt mit dem gegebenen Sicherheitsabstand sprachen wir über die letzten 70 Jahre Menschheitsgeschichte. Kaum jemand kann wohl besser beurteilen, ob es früher wirklich besser war – und wenn ja, dann wann denn genau?

Wir haben von den 50ern bis zu den 2020ern die Ereignisse jedes Jahrzehnts besprochen und natürlich auch mal diskutiert: Dabei sprachen wir über Reaktionen auf die Mondlandung, den Mauerfall, den Euro und Gründung der Europäischen Union. Über politisches Engagement, die Notstandsgesetze, die Umweltbewegungen und die Grünen zu Opas Zeit, über Survival-Pakete zur Jahrtausendwende und Zugfahren in den 50ern. Über die Zeit bei der Bundeswehr (oder besser gesagt die Zeit, wo er eigentlich bei der Bundeswehr hätte sein müssen), den damaligen Umgang mit dem zweiten Weltkrieg und warum es schon damals Verschwörungstheorien gab.

Aber wir sprechen auch über persönlichere Ereignisse, etwa wie er meine Oma kennengelernt hat – naja, zumindest wie er es in Erinnerung hat oder wie er das erste Mal Vater wurde. Natürlich sprechen wir auch darüber, wie er das erste Mal Opa wurde und was er so gemacht hat, als er in meinem Alter war – die Antwort hat mich ehrlich überrascht. Aber wir sind auch auf Ähnlichkeiten und Parallelen gestoßen. Und eines gab es wohl schon immer: Diejenigen, die gesagt haben: „Früher war alles besser.“

Aber auch damals dachte man schon über die Zukunft nach und wir sprechen auch darüber, wie man sich damals die Zukunft vorgestellt hat und wie es letztlich geworden ist. Das beginnt bei den Science Fiction-Romanen der 50er, die mein Opa und sein Vater gelesen haben. Dort wurde über tragbare Computer und große bemannte Raumstationen geschrieben, so wie man heute über Unsterblichkeit und Marsflüge schreibt – doch häufig wurde einiges als Unsinn bezeichnet, gar nicht vorhergesagt oder falsch vorhergesagt: Staubsauger mit Atomkraft betrieben oder riesige bewohnte Zylinder im All gibt es auch heute noch nicht.

Doch letztlich zeigen Sätze wie diese hier, wie schnell sich unsere Welt dramatisch verändern kann und es sicher auch wieder tun wird.

„640 Kilobytes ist alles, was eine Applikation jemals benötigen sollte.“

„Es wird noch Generationen dauern, bis der Mensch auf dem Mond landet.“

„Die Kernenergie ist sicher.“

Schließlich sind wir dabei zu einem Schluss gekommen: Die letzten Jahrzehnte sind von einer beispiellosen Zunahme unserer Lebensqualität geprägt. Unser Leben ist so einfach wie noch nie, so schnell wie noch nie und so sicher wie noch nie. Die wenigsten, die behaupten, früher sei alles besser gewesen, haben das „früher“ wohl wirklich selbst erlebt.

Die Tatsache, dass wir diesen Podcast digital aufnehmen, über unsere Website mit der ganzen Welt teilen und dabei unsere Ansichten und Meinungen ohne jegliche Restriktion äußern können und jeder ihn mit einem Computer aufrufen kann, der in seine Tasche passt und dabei zehntausende Male leistungsstärker ist als der Bordcomputer des Apollo-Raumschiffs, spricht im wesentlichen für sich.

„Früher war alles besser“ verkörpert natürlich vor allem einen besorgten Blick in die Zukunft. Unsere Welt ist so schnelllebig und verändert sich in so einem rasenden Tempo, dass viele Menschen sich nicht mehr zurecht finden. Dabei sind wir auch zu dem Schluss gekommen, dass es in Zukunft immer schneller dramatische Veränderungen unserer Welt geben wird. Doch der weitere Anstieg der weltweiten Lebensqualität wird aufgrund der Klimakatastrophe und wachsender Ungleichheit in Zukunft kein Selbstläufer mehr sein – dafür werden wir wieder kämpfen müssen. Sonst müssen wir vielleicht unseren Enkeln eines Tages tatsächlich erklären: Früher war alles besser.