Archiv des Autors: Jason von Juterczenka

Die Erfolge der Neven Subotic Stiftung

Im letzten Beitrag über die Neven Subotic Stiftung beschrieb ich die Arbeit der Neven Subotic Stiftung, was nachhaltig bedeutet und erklärte die Lage in der Tigray-Region im Norden Äthiopiens. Es gibt noch viel zutun, das ist im Grunde genommen die Moral des Artikels. In diesem Beitrag möchte ich jedoch auf die bisherigen Erfolge der Neven Subotic Stiftung eingehen. Tatsächlich hat sich der Zugang zu Trinkwasser in letzter Zeit nämlich verbessert.

Insgesamt hat die Neven Subotic Stiftung Projekte in 59 Gemeinden und 57 Schulen.

Die Neven Subotic Stiftung setzt sogenannte WASH-Projekte durch. WASH steht für Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene. Neben den 116 fertiggestellten WASH-Projekten sind derzeit 121 weitere Projekte in Bearbeitung. Die Trinkwasserquellen sollen mindestens 25 Liter pro Tag und Person bereithalten und nicht weiter als 1 Kilometer entfernt sein.

Die Neven Subotic Stiftung hat insgesamt 237 abgeschlossene und laufende Projekte.

Wobei ein Projekt nie wirklich abgeschlossen ist. Denn auch nachdem der Brunnen mit Pumpe gebaut ist, der die Menschen mit Wasser versorgt, ist die Arbeit noch nicht getan. Die Brunnen werden regelmäßig gewartet und die Schulungen der Menschen im Umgang mit Wasser fortgesetzt. So ist Neven jedes Jahr in Äthiopien und vergewissert sich nach dem Stand laufender Projekte, trifft aber auch die Bevölkerung der Gemeinden mit abgeschlossenen Projekten, wodurch ein langfristiger Kontakt entsteht.

Von den 116 fertiggestellten WASH-Projekten profitieren 49.440 Menschen in der Tigray-Region. Diese Menschen haben jetzt Zugang zu hygienischem Wasser ohne viele Kilometer täglich durch die Wüste laufen zu müssen und dabei mehrere Kilo schwere Kanister tragen zu müssen.  Zudem wissen diese Menschen wie sie mit Wasser umgehen müssen und wie sie den Brunnen in Stand halten. So wird vor Ort die Basis für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben gesetzt. Die Kinder müssen nicht mehr Wasser holen und können somit in die Schule gehen, irgendwann einen Beruf erlernen und den wirtschaftlichen Aufschwung stärken. Es gibt kein wirksameres Mittel gegen Krisen als Bildung. Durch die Verbesserung des Lebensstandards sinkt auch die Geburtenrate, die derzeit ein Hauptgrund für die Armut vieler Familien und des Landes überhaupt ist.

Außerdem gibt es in Schulen dann hygienische Sanitäranlagen. Dies sorgt dafür, dass sowohl Jungen als auch Mädchen die Schule besuchen können und auch die Frauen später eine berufliche Laufbahn anstreben können, was die Geburtenrate abermals dämpft und damit die Entwicklung des Landes fördert. Von der Gesamtanzahl der abgeschlossenen und laufenden Projekte werden 83.098 Menschen profitieren, die dann Zugang zu WASH haben werden. In der gesamten Tigray-Region haben 38% der Menschen Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen.

„Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“ Albert Einstein Klick um zu Tweeten

Durch den Zugang zu WASH steigt selbstverständlich auch die Lebenserwartung, die derzeit in Äthiopien ca. 65 Jahre beträgt. Das ist im Gegensatz zu den 80 Jahren in Deutschland gering, aber es geht rapide bergauf. 1960 lag die Lebenserwartung in Äthiopien noch bei 38 Jahren. Jemand der in Deutschland als junger Mann gilt wäre in Äthiopien also wahrscheinlich schon tot gewesen. Die niedrige Lebenserwartung in Äthiopien ist jedoch vor allem auf die hohe Kindersterblichkeit zurückzuführen. Doch auch hier ist ein positiver Trend zu verfolgen. 2007 gab es in Äthiopien von 1000 Geburten 99 Todgeburten. 2017 sind es nur noch 58,5 (Deutschland 3,8), was natürlich in seiner Höhe immer noch ein völler unhaltbarer Zustand ist. Schließlich vollenden in Äthiopien sehr viele Kinder das fünfte Lebensjahr nicht. Dem kann man entgegenwirken, etwa mit besserer Hygiene oder Impfungen. Zu all dem leisten WASH-Projekte ein Beitrag, denn Kinder die zur Schule gehen können irgendwann auch Ärzte werden, die die nächste Generation von Kindern versorgen. Die Arbeit der Neven Subotic Stiftung verbessert die Situation in Äthiopien also auf allen Ebenen. Dadurch, dass jeder Spendeneuro 1 zu 1 in ein Projekt fließt und sich neben Brunnenbau auch um Schulung mit Wasser und Wartung der Brunnen gekümmert wird. Insgesamt hat die Neven Subotic Sitftung für 50.000 Menschen nachhaltig Zugang zu sauberem Trinkwasser geschaffen. Dies gelang durch sehr effizientes Management. Jedes Projekt wird in vier Phasen eingeteilt. In Phase 1 finden die Partner der Stiftung vor Ort die beste Lösung, um den Brunnen zu bauen und Wissenschaftler identifizieren den Ort, an dem der Brunnen gebaut werden soll. In Phase 2 werden die Kosten ermittelt und die Spendengelder den jeweiligen Projekten zugeteilt. Dann werden die Partner vor Ort organisiert, die in Phase 3 dann aktiv werden, bis zum Grundwasser bohren und die Pumpe installieren. Die Gemeindemitglieder werden in den Bau mit einbezogen und so bereits am Anfang geschult. Phase 4 beschreibt alles was nach dem Bau des Brunnens geschieht und wird von der Neven Subotic Stiftung selbst als wichtigste Phase bezeichnet. In Phase 4 wird geprüft und dokumentiert. Es wird genau aufgezeichnet, welche Funktionen nicht erfüllt werden. Diese werden dann behoben. Außerdem wird die Anzahl der profitierenden Menschen verfolgt und das gewonnene Wissen als Basis für zukünftige Projekte genutzt. Die Stiftung ist sich bewusst, dass sie viel erreicht hat, doch es wird eingeräumt, dass es noch viel zu tun gibt. Die Stiftung ist als langfristiges Projekt konzipiert, welches auch Pläne für die Zeit nach Nevens aktiver Fußballkarriere hat – zu wünschen wäre es, dass bis dahin keine Stiftungen mehr notwendig sind, sie sich darum kümmern müssen, dass Menschen Zugang zu Wasser haben.

  

Crowdfundingfazit „(T)raumschiff Erde“

Das Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde ist nun fast beendet. In diesem Beitrag möchte ich auf einige Zahlen eingehen, Bilanz ziehen und auch einen kleinen Einblick in die Zukunft geben. Eine Übersicht aller Beiträge, die im Rahmen meines Crowdfundings erschienen sind findet man hier.

12.146 € Euro wurden bisher durch das Crowdfunding gesammelt.

Diese Zahl ist natürlich ein voller Erfolg, trotz aller Analyse sollte man das festhalten. Unsere (eher Papsis) Sorgen um das Erreichen der Fundingschwelle erwiesen sich schon schnell als grundlos.

1966,50 € haben mir Menschen ohne eine Gegenleistung gegeben.

Mmh, natürlich freue mich darüber. Aber warum sich Spender von 20 Euro und mehr mein Buch nicht sichern möchten macht mich ein wenig ratlos. Schließlich ist die Verbreitung der Botschaft, neben der Brunnenfinanzierung ein entscheidendes Ziel. Ich gehe mal davon aus, dass diese Spenden nicht Mitleid geschuldet waren, sondern dem Vertrauen damit was Gutes zu unterstützen.

430 Menschen haben das Crowdfunding unterstützt.

Das ist immer eine Frage des Blickwinkels. Natürlich ist mir das zu wenig. Andererseits ist das Buch halt auch inhaltlich was völlig anderes, wo man sich vielleicht eher einen Harald Lesch kauft als einen Jason. Ich arbeite daran, dass die Käufer dies nicht bereuen werden. Von diesem Hardcover wird es in dieser Form wohl maximal 500 Stück geben. Nicht auszudenken, was dies in wenigen Jahren wert ist, wenn ich relevante wissenschaftliche Preise erhalte und es das Buch ist, welches den Beginn einer Verhaltenswende in dieser Gesellschaft bildete.

413 Exemplare von „(T)raumschiff Erde“ wurden bisher gesichert.

Diese Zahl liegt unter dem, was ich erwartet habe, was aber einen im Kern guten Grund hat, um den es am Ende dieses Beitrags gehen wird. Daher werden wir in den nächsten Tagen entscheiden, ob wir eine Auflage von 500 oder von 1000 Stück drucken lassen werden, die sich kostentechnisch nur minimal unterscheiden. So schön es auch ist, dass ich dennoch das viele Geld gesammelt habe, bleibt festzuhalten, dass dies nicht mein Ziel ist und war. Ich hoffe, dass durch die großzügige Unterstützung genug Geld zusammenkommt, damit das E-Book eine weit größere Anzahl an Menschen erreicht. Dennoch hoffe ich, dass auch dieses limitierte Hardcover noch von möglichst vielen Menschen gekauft wird. Es lohnt sich, versprochen. Die ursprünglich geplante Auflage des limitierten Hardcovers: 1968 Stück. 1968 war die legendäre Apollo 8-Mission, bei der das Foto Earthrise entstand, welches den Menschen die Verletzlichkeit unseres Planeten demonstrierte.

656 Mal wurde der Veröffentlichungsbeitrag auf Twitter geteilt.

Nach dem etwas holprigen Start war die Twitter-Bilanz dann doch noch okay, obwohl ich mit mindestens 1000 Teilungen gerechnet habe. Über Twitter generiere ich einen Großteil meiner Reichweite auch für Blogartikel und Podcastfolgen und auch beim Crowdfunding hat die Twitter-Gemeinde mich tatkräftig unterstützt. Das hat mich gefreut und irgendwo auch beruhigt. Ich bin mir sicher, dass der weiße Haken nicht mehr lange auf sich warten lässt.

20 Beiträge sind zur Bewerbung meines Buches erschienen.

Die Beiträge sind das Rückgrat meiner Kampagne und garantieren zum einen, dass eine konstante Aufmerksamkeit entsteht, ermöglichen aber auch dem Leser ein Blick hinter die Kulissen und präzisieren noch einmal einzelne Aspekte des Buches, wie den Druck, das Cover, die Entstehung und mein Buch als Weihnachtsgeschenk. Fast jeden Tag ist ein Beitrag in Form von Blogpost, Podcast oder Video erschienen, der dem Leser einen anderen Aspekt meines Buches gezeigt hat. Was sich aber auch feststellen lässt, dass nicht mehr viel gelesen wird bei uns im Blog. Papsis Schuld. Das hat er vernachlässigt. Alles in allem haben die 19 Beiträge nun 0,5 % der Reichweite, die ich mit der Bild am Sonntag Kooperation hätte haben können. (Nein, bereue ich nicht, macht nur nachdenklich.)

7200 Menschen* haben die Beiträge zur Bewerbung des Buches gelesen.

Das ist in Anbetracht des Aufwands schon heftig. Ich verstehe Papsi jetzt ein bisschen mehr, wenn er sagt wie sollten diesen ganzen Statistik-Quatsch ausschalten. Motivierend ist das selten. Dass dies eigentlich nur die Anzahl an Aufrufen ist und nicht die Anzahl an Menschen macht es nicht einfacher. Dennoch bin ich weiterhin bekennender Fan der Statistik und auch, wenn dies vielleicht etwas unromantisch erscheint, brauche ich nunmal Zahlen zur Bilanzierung und messe daran den Erfolg meiner Online-Tätigkeiten. Und wenn sie nur dazu da sind, um über sie öffentlich zu meckern.

74 Menschen haben mir ohne ein Dankeschön Geld zukommen lassen.

Diese Zahl war für mich persönlich die größte Überraschung. Es zeichnete sich schon relativ früh ab, dass wir die Fundingschwelle wohl erreichen werden, doch die Anzahl der verkauften Bücher war wie schon gesagt unverhältnismäßig gering. Lange habe ich gerätselt und mir Sorgen gemacht, ob die Kalkulation nicht fehlerhaft war, denn sie ergab, dass ich in etwa 1000 Bücher verkaufen müsste, um überhaupt nur die Kosten zu decken. Positiv zerstört wurde die Kalkulation dadurch, dass viele Menschen mein Projekt einfach so unterstützt haben, ohne sich dabei eines der auf Startnext zu sehenden Dankeschöns zu sichern, wie in etwa das Buch.

Was bedeutet das? Bis jetzt war das Crowdfunding ein sehr guter Anfang. „(T)raumschiff Erde“ ist nun veröffentlicht und ich habe sogar minimal daran verdient. Somit konnte ich meine Botschaft in einem ersten kleinen Schritt in die Welt hinaustragen. Doch das kann nur der Anfang sein. Das Geld, welches durch die Crowdfunding-Kampagne verdient wurde, darf nun nicht als Selbstzweck betrachtet werden, sondern muss nun sinnvoll eingesetzt werden, um mit „(T)raumschiff Erde“ viel mehr Menschen zu erreichen und zu einer Verhaltenswende zu bewegen und auch mein Versprechen einzulösen, 50.000 Euro für die Neven Subotic Stiftung zu sammeln.

1 Nazi trieb sein Unwesen.

Torsten Morisse, Todesstrafenbefürworter und nicht ganz fit bezüglich der Verwendung von GEZ-Gebühren habe ich es zu verdanken, dass wir wieder liebevolle Post bekommen haben. Sein Versuch mich bei Facebook zu entmenschlichen erhielt mehr Teilungen als mein Originalaufruf, obwohl ich doch eine gute Sache vorhabe. Menschen meldeten sich, die nur spenden würden um mich in ein Pflegeheim zu stecken, mir eine Lagerzukunft prognostizierten oder mit Papsi im Wald spazieren gehen wollen. Was auf Facebook seit einigen Monaten abläuft sorgt mich nicht wegen mir oder wegen Papsi, sondern in Anbetracht unserer Gesellschaft. Insgesamt bleibt dennoch festzuhalten, dass die vernünftigen und anständigen Menschen nicht nur in der Überzahl waren, sondern sich in überragender Dominanz zeigten – machmal, wie im Allatg auch immer, müssten sie sich vielleicht nur etwas lauter machen. Ich hatte erst in Erwägung gezogen Herrn Morisse eines meiner gratis Bücher zuzusenden. Nach meiner kurzen Recherche befürchte ich allerdings, dass er es nicht verstehen würde.

4212 Menschen haben die Crowdfundingseite aufgerufen.

In Anbetracht dessen, dass Startnext mit einem Schnitt von ca. 1 € pro Besucher plant, habe ich wohl sehr großzügige Unterstützer.

3 Crowdfundingvideoversuche hat es gebraucht.

Unser Plan ein filmisches Meisterwerk in beeindruckendem Ambiente zu produzieren, endete mit einer Aufnahme in meinem Zimmer. Die anderen Versuche waren sehr lustig. Vielleicht machen wir mal ein Video mit Outtakes.

Was bedeutet das? Bis jetzt war das Crowdfunding ein guter Anfang. „(T)raumschiff Erde“ ist nun veröffentlicht und ich habe sogar minimal daran verdient. Somit konnte ich meine Botschaft in einem ersten kleinen Schritt in die Welt hinaustragen. Doch das kann nur der Anfang sein. Mit 500 Büchern und 7200 Aufrufen schafft man keine Revolution. Daher muss es jetzt zügig weitergehen. Das Geld, welches durch die Crowdfunding-Kampagne verdient wurde, darf nun nicht als Selbstzweck betrachtet werden, sondern muss sinnvoll eingesetzt werden, um mit einem Taschenbuch und einem E-Book „(T)raumschiff Erde“ viel mehr Menschen zu erreichen und zu einer ökologischen Verhaltenswende zu bewegen und auch mein Versprechen einzulösen, 50.000 Euro für die Neven Subotic Stiftung zu sammeln. Oder wie es die HNA ausgedrückt hat: Um die Welt zu retten.

Die Arbeit der Neven Subotic Stiftung.

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Hören und würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Äthiopien & die Neven Subotic Stiftung

Wie ich im Beitrag über die Entstehungsgeschichte des Buches schrieb, hat das Buch seinen Ursprung in unserer Benefiz-Lesereise zu Gunsten der Neven Subotic Stiftung. Diese wiederum hatte ihren Ursprung in Papsis Versprechen, dass die Welt bis er nicht mehr da ist ganz sicher eine bessere sei. Dieses Versprechen gab er mir 2014 und es schien plausibel, schließlich entwickelte sich immer alles zum besseren, die Erde wurde in den letzten Jahrhunderten zu einem immer besseren Ort. Nach der Wahl in den USA, dem Aufstieg der AfD und der Tatsache, dass der Klimawandel wieder öffentlich in Zweifel gestellt wird fragte ich 2016 dann mal nach, wie es denn so aussehe mit der besseren Welt. Papsi gab zu, dass es nicht ideal lief, wir als zwei Menschen aber ja auch nichts tun könnten. Wenn nicht Menschen etwas tun, wer denn dann, fragte ich mich. Und wenn nicht wir, wer denn dann? Das war der Beginn unserer Lesereise. Wir wählten schnell die Neven Subotic Stiftung als Partner aus, die sich um den nachhaltigen Brunnenbau in Äthiopien kümmert. Genaueres zur Arbeit der Stiftung wird in diesem Beitrag erklärt.

Äthiopien ist ein Binnenstaat im Osten Afrikas und der einwohnermäßig größte Staat, der keinen Zugang zum Meer hat weltweit. 105,3 Millionen Menschen leben in dem Land. Im Index der menschlichen Entwicklung ist Äthiopien Schlusslicht und belegt Platz 174 von 188. Doch seit einiger Zeit tut sich etwas. Immer mehr Menschen streben auch in Äthiopien eine Schulausbildung an und wollen den westlichen Lebensstandard oder zumindest den Mindeststandard für ein menschenwürdiges Leben erreichen. Daher ist Äthiopien weltweit das Land mit der am schnellsten wachsenden Wirtschaft. 2017 hatte es eine Wachstumsrate von 8,3%. Was jedoch eben so schnell wächst wie die Wirtschaft ist die Bevölkerung. Bis zu 3% wächst die äthiopische Bevölkerung jedes Jahr, weltweit sind es 1,2%, in Deutschland 0,4%. Die Menschen in Äthiopien sind mit wenig zufrieden, doch sie wissen, dass die zu den ärmsten der Welt gehören. Äthiopien ist das Land, in dem einst die ersten Menschen leben und das Land wurde in 3000 Jahren nur einmal besetzt. Daher entwickelte sich die äthiopische Gesellschaft lange isoliert und ungestört, ein Grund dafür, dass Äthiopien ein christliches Land ist und große kulturelle Unterschiede zu Nachbarländern wie Eritrea oder Somalia aufweist. Doch die autoritäre Regierung, der lange Krieg und die Lage in der Wüste machen das Land dennoch zu einem sehr armen Land. So haben über die Hälfte der Menschen in Äthiopien keinen Trinkwasserzugang und über ein Drittel lebt in extremer Armut. Die Projekte der Neven Subotic Stiftung sind in der Tigray-Region.

Die Tigray-Region gehört zu den ärmsten Regionen Äthiopiens und liegt im Norden des Landes. Bis zur Jahrtausendwende wütete dort der Äthiopien-Eritrea-Krieg, dem hunderttausende Menschen zum Opfer fielen. Nachdem Äthiopien die umstrittenen Regionen besetzte kehrte jedoch keine Ruhe ein. Die marxistische Regierung wurde gestürzt und seitdem wird Tigray von der sozialdemokratischen „Revolutionären Demokratischen Front Äthiopischer Völker“ regiert. Die Region liegt im Hochland und ist sehr gebirgig. Über 4,3 Millionen leben in der Tigray-Region, 80,5% davon aus dem Land (weltweit 45%, Deutschland 25%). 95,6% der Bevölkerung ist christlich. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft.

Äthiopien ist ein Land voller Chancen und voller Willen, ein besseres Leben zu erreichen und ein Teil der globalisierten Welt zu werden. In Äthiopien gibt es schier endlose Energieressourcen, touristisch interessante Ziele und ehrgeizige Menschen. Doch gewisse Grundvoraussetzungen sind nötig, um sich zu entfalten und ein menschenwürdiges Leben zu haben.

663.000.000 Menschen auf der Erde haben keinen direkten Trinkwasseranschluss.

Das entspricht:

  • Über achtmal der Bevölkerung Deutschlands.
  • Drei von zehn Menschen auf der Erde.

Und das in einem Zeitalter, in dem Menschen im All leben, wir klonen und unser Erbgut verändern können. Dennoch schaffen wir es nicht, jedem Menschen auf der Erde den Zugang zu Wasser ermöglichen. Es scheint, als wäre durch die Globalisierung jeder Ort auf der Erde nur wenige Meter entfernt. Doch uns Europäern scheint es häufig so, als seien diese Länder auf der anderen Seite der Galaxis.

1000 Kinder sterben täglich an den Folgen verunreinigten Wassers.

Das entspricht:

  • 42 Menschen pro Stunde.
  • Etwa drei Menschen in zwei Minuten.

6 von 10 Menschen haben keinen Zugang zu einer Toilette.

Dass eine solche Katastrophe auf der Erde passieren kann, ohne dass sich jemand daran zu stören scheint ist beängstigend. Doch nicht alle sind so. Einige Menschen scheint dies zu stören. Einer davon ist Neven Subotic, ein Profilfußballer der lange bei Borussia Dortmund spielte und heute in einem der schönsten Stadien Deutschlands spielen darf. 2012 gründete er die Neven Subotic Stiftung. Warum wir uns für die Neven Subotic Stiftung entschieden haben?

  • Weil Wasser das elementarste Grundrecht eines Menschen ist und 2010 zum Menschenrecht erklärt wurde.
  • Weil jeder Spenden-Euro gezielt in ein Projekt fließt und es keine Abzüge für Verwaltungs- und Reisekosten gibt. All diese Kosten übernimmt Neven Subotic.
  • Weil der Brunnenbau der Neven Subotic Stiftung nachhaltig ist und eine Perspektive auf Bildung und Sicherheit bietet.

Wie das konkret vor Ort funktioniert erklärt euch am besten der Gründer selbst.

Der 28.07.2010 ist ein großer Tag. Denn an diesem Tag erklärte die UN den Zugang zu Wasser offiziell zum Menschenrecht. Eigentlich. Dennoch ist dieses Recht für die meisten Menschen auf der Erde nicht erfüllt. Ziel der UN ist es bis 2030 einen einfachen Zugang zu Wasser und Hygiene auf der ganzen Welt zu schaffen. Sollte es so lange dauern, werden bis dahin noch über 4 Milliarden Kinder an den Folgen verunreinigten Wassers sterben, das ist mehr als die Hälfte der derzeitigen Weltbevölkerung. Die Neven Subotic Stiftung orientiert sich an den Standards der äthiopischen Regierung. Derzeit können viele Kindern nicht zur Schule gehen, da sie die meiste Zeit des Tages Wasserkanister viele Kilometer durch die Wüste tragen müssen. Außerdem gibt es in vielen Schulen keine geschlechtergetrennten Toiletten, daher könnten – wenn überhaupt – nur die Jungen in die Schule gehen. Daher ist Wasser der Schlüssel zu allen anderen Grundrechten und haben wir uns entschlossen die Neven Subotic Stiftung zu unterstützen.

Du hast Fragen zur Arbeit der Stiftung? Setze sie als Kommentar unter diesen Beitrag oder sende Sie uns per Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de. Im Rahmen einer Podcastfolge führen wir demnächst ein Interview mit dem Team der Stiftung, wo sie ihre großartige Arbeit erklären und auch deine Fragen beantworten können.

Das Crowdfunding-Video:

Das Crowdfunding-Video zum Teilen und Verbreiten. Am besten mit Crowdfunding-Link. 😉

Wieso mein Buch nachhaltig produziert werden muss.

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Hören und würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Ökologie, Nachhaltigkeit und Verantwortung.

Fast alles was man tut verursacht CO2. Und fast immer wenn man sich deutlich zum Klimaschutz positioniert, erntet man Häme, was man in seinem eigenen Leben alles falsch macht, wenn es um Umweltschutz geht. Ich gehe im Umweltschutz in jedem Bereich in drei Schritten vor. Zuerst optimiere ich mein eigenes Verhalten bestmöglich. Und mit bestmöglich meine ich bestmöglich. Ich gehe dann nicht soweit, wie es ökonomisch, wirtschaftlich oder zeitlich sinnvoll ist, ich gehe auch nicht soweit, bis ich das beste Umwelt-Kosten-Verhältnis habe und auch nicht soweit wie Umweltschutz und Aufwand in einem gesunden Verhältnis stehen. Ich gehe soweit, bis sich nichts mehr verbessern lässt – in allen Lebensbereichen. Denn wenn man das geschafft hat, dann hat man erstens natürlich viel für das Klima getan, kann aber zweitens auch auf solider Basis andere Menschen auffordern, auch etwas zutun und ist resistent vor Angriffen aus dem rechten Rand, die in den letzten Wochen und Monaten massiv zunahmen, sicherlich auch nicht weniger werden, wenn man sich ökologisch verantwortungsvoll verhält, aber da geht es mir ums Prinzip.

Schritt zwei ist, die Menschen zu denen ich direkten Zugang habe zu „missionieren“. Das Wort missionieren wurde hier bewusst gewählt, denn es ist kein freundliches darauf hinweisen, dass man das und das bei Gelegenheit mal verbessern könnte. Freiwillige Verbesserungen sind quasi wirkungslos, das ist die Lehre die man drei Jahrzehnten deutscher Umweltpolitik entnehmen kann. Man muss Druck ausüben – der Zweck rechtfertigt die Mittel. Manchmal reicht es, einfach Fakten vorzulegen, manchmal muss man die Menschen dann schon unter Druck setzen, um etwas zu erreichen. Das funktioniert bei mir beides recht gut. Ich esse kein Fleisch mehr, werde bald Veganer werden, fahre so gut wie nie Auto (auch bei Fahrten, bei denen ich für 20 Kilometer sechs Stunden brauche oder erst deutlich nach Mitternacht zu Hause bin) und kompensiere nicht vermeidbare Emissionen bestmöglich. Auch zu Lesungen und Veranstaltungen, die bis in den letzten Winkel Deutschlands und darüber hinaus verteilt sind, fahre ich immer mit dem Zug, genauso wie ich zum Forschungszentrum, an dem ich zur Chaostheorie forsche mit dem Bus fahre, der dreimal so lange braucht wie das Auto. In der Missionierung meines direkten familiären Umfeldes bin ich ebenfalls weit gekommen. Durch bloße Darlegung von Fakten konnte ich meine Familie etwa dazu bringen maximal zweimal die Woche Fleisch zu essen, das entspricht bei uns alleine durch Papsis früheren exzessiven Fleischkonsum sicherlich 75-80% Reduzierung innerhalb eines Jahres. Das ist gut – aber nicht genug, das weiß ich. In Sachen Mobilität arbeite ich noch. Wir wohnen auf dem Dorf und dennoch schaffte ich es, dass bei uns so etwas wie eine „Autoscham“ einsetzte – teilweise wurde es unangenehm Auto zu fahren. Förmlich wurde dies mit der familieninternen CO2-Abgabe, die Fleisch und Autofahren wieder zu dem degradieren, was sie sind – Privilegien, keine Menschenrechte. In Schritt 1 und 2 läuft es aber. Mein Buch soll Schritt 3 darstellen. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich mit derselben Kraft viel mehr erreichen kann, wenn ich mich an die Öffentlichkeit wende, als wenn ich versuche drei von 7,6 Milliarden Menschen noch die letzten Pfündchen CO2 auszutreiben. Doch wie bei allem, mit dem man belehren möchte (ich sehe mich eigentlich nicht als Lehrer in diesem Buch, aber dennoch ist es eine Form von Belehrung), muss man darauf achten, dass man sich nicht unglaubwürdig macht, indem man dem Vorwurf der Menschen gerecht wird, man würde Wasser predigen und Wein saufen. Außerdem sollte man natürlich darauf achten, dass durch so ein Projekt nicht mehr CO2 emittiert wird als eingespart.

Daher habe ich natürlich besonders ökologische Ansprüche an den Druck meines Buches, die aber wiederum mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden sind. Dennoch sehe ich es auch hier als wichtig an, meinen Prinzipien treu zu bleiben. Ein gewisses Abwägen ist jedoch immer notwendig. Schließlich soll dieses Buch die Menschen dazu bewegen, umweltfreundlicher zu leben. Je mehr Menschen es erreicht, desto mehr CO2 wird eingespart. Es gilt also ein bestmögliches Gleichgewicht herzustellen, sodass das Buch insgesamt die beste ökologische Wirkung erzielt. Zunächst suchte ich also eine Druckerei für das Buch, die es unter folgenden ökologischen Anforderungen drucken kann:

  • Der Druck soll auf Recyclingpapier erfolgen.
  • Das Papier soll bereits klimaneutral produziert werden und nicht über Kompensation „künstlich“ klimaneutralisiert werden.
  • Der Transport muss klimaneutral erfolgen.
  • Es dürfen keine Einschweißfolie, Folienbeschichtung oder Kunststoffe verwendet werden.
  • Die Versandverpackung muss klimaneutral produziert worden sein.
  • Die Druckerei selber soll einen ökologischen Betrieb mit Ökostrom sein.
  • Die Farben und die Verleimung sollen möglichst ökologisch sein.

Es gibt circa 6000 Druckereien in Deutschland, die meisten erfüllen diese Bedingungen natürlich nicht. 30 der Druckereien sind EMAS III – zertifiziert. Das ist ein Umweltzertifikat auf Europäischer Ebene, der an Betriebe verliehen wird, die große Leistung auf dem Gebiet des Umweltmanagements leisten. Auch für das Papier gibt es Auszeichnungen, etwa der Blaue Engel, der das zuverlässigste Siegel in Deutschland auf diesem Gebiet ist. Sind alle diese Bedingungen erfüllt, so sind die Emissionen auf ein Minimum reduziert. Dann beginnt die Phase der Klimakompensation, alle Emissionen die sich also nicht vermeiden lassen, werden durch Klimaprojekte in anderen Ländern, die dadurch finanziert werden ausgeglichen. Diese Praxis wird natürlich scharf kritisiert, ja, sogar mit modernem Ablasshandel verglichen. Tatsächlich muss man das etwas differenzierter betrachten. Wenn Emissionen kompensiert werden, dann sind die Emissionen neutralisiert. Doch langfristig kann Kompensation nicht die einzige Lösung sein, denn alle Kompensationsprojekte laufen auf der Südhalbkugel. Die Emissionen der Südhalbkugel betragen ungefähr die Hälfte der globalen Emissionen. Würden also alle Menschen der Nordhalbkugel ihre Emissionen nun kompensieren, aber selbst so weiter machen, würden sich unsere globalen Emissionen halbieren. Doch die Halbierung reicht nicht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, daher reicht auch Kompensation alleine für ein klimafreundliches Produkt nicht.

Nicht um sonst war der Begriff „klimaneutral“ 2007 als Unwort des Jahres nominiert. Denn es ist kein geschützter Begriff und es gibt auch keine Kontrollinstanzen. Ein umweltschädliches Produkt kann auch komplett kompensiert werden und sich dann klimaneutral nennen. Genau so soll es eben bei meinem Buch nicht sein. Die Produktion des Papiers soll von sich aus – ohne Kompensation – klimaneutral sein. Erfahrt in diesem einem Podcast-Interview für welche Druckerei ich mich entschieden habe und ob alle Bedingungen erfüllt werden. Außerdem seht ihr in diesem Video, wie ökologisch meine Anreise war und wie in einer Ökodruckerei gearbeitet wird.

https://youtu.be/kgr5JxS8x80

Das Crowdfunding-Video:

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Ein Text über meine Motivation.

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Hören und würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Meine Motivation ein Buch zu schreiben.

Guten Morgen!
Eine Text über meine Motivation. Meine Motivation ein Buch zu schreiben.Den wirtschaftlichen Part erwähnte ich ja schon im Beitrag zur Entstehungsgeschichte. Doch ich erwähnte auch, dass ich schon lange ein Buch schreiben wollte. Der Wille, dieses Buch zu schreiben entstand zu einer ganz anderen Zeit und auch aus einer anderen Situation heraus. Es ging um mein ganz eigenes Bemühen, die Klimaneutralität zu erreichen, also keine Emissionen mehr in die Atmosphäre zu stoßen. Ich wollte einfach so viel wie möglich für den Klimaschutz tun. Nachdem ich diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen bin, erweiterte ich meinen Horizont. Ich kann ja auch auf andere Leute Einfluss nehmen. So schlug ich ein familieninternes Klimaschutzgesetz vor. Zugegeben, unsere Familie war bis dahin nicht gerade vorbildlich. Bei einem Klimatest, den man im Deutschen Museum in München machen kann lag unsere Familie in den Emissionen immer noch fast 1/3 über dem deutschen Durchschnitt – ein absolut unhaltbarer Zustand, den es schnell zu beseitigen galt. Der Fleischkonsum unserer Familie wurde innerhalb weniger Monate um circa 80% reduziert, Autofahren auf Kurzstrecken verboten, Plastikmüll unter Strafe gestellt und derzeit diskutieren wir sogar über eine familieninterne CO2-Abgabe.
Irgendwann war jedoch die Belastungsgrenze erreicht. Nicht dass sich die Emissionen gar nicht mehr senken ließen – aber die aufzuwendende Kraft stünde für alle Familienmitglieder nicht mehr in Relation zum Nutzen von wenigen Prozent weniger CO2. Nun wäre für die gleiche Menge weniger CO2 ein um ein Vielfaches höherer Aufwand nötig gewesen. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, mir wäre der Aufwand zu groß. Dem ist nicht so. Aber der Nutzen schien mir sehr klein. Irgendwie musste man doch mit derselben Kraft mehr erreichen. Viel mehr. Da wurde mir eines klar: Wieso bei vier von 7,6 Milliarden Menschen bleiben? Wieso nicht versuchen, auf viel mehr Menschen Einfluss zu nehmen, auf Tausende oder Zehntausende? Mit derselben Energie würde ich um Größenordnungen mehr erreichen. Ich brauchte ein Medium, das sich für fundierte wissenschaftliche Publikationen eignet und dennoch die breite Masse anspricht – dafür ist ein Buch perfekt.
Zudem bin ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 14 Jahre alt. Ein gutes Alter, um aus einer objektiven Perspektive auf die Situation zu blicken. Schließlich werde ich mit einer Tatsache konfrontiert sein, die ein Grundprinzip unserer Welt ist, aber in den letzten Jahren regelrecht vergessen wurde: Jede Tat hat eine Konsequenz. Da Tat und Konsequenz aber oft (streng genommen immer) zeitversetzt auftreten und die menschliche Lebensspanne begrenzt ist leidet unsere ganze Spezies unter chronischer zeitlicher Kurzsichtigkeit. Auch aus anderen Perspektiven heraus ist der Zeitpunkt perfekt.
Es wäre falsch, von einer positiven Entwicklung zu sprechen, die in letzter Zeit geschah – auf der Erde werden immer noch Kohlekraftwerke gebaut, es leugnen immer noch Menschen den Klimawandel und die Anzahl der KFZ-Zulassungen geht ebenfalls nicht zurück. Doch es geschieht ein Umdenken und das ist der Anfang. Ich präsentiere im letzten Teil meines Buches eine sehr radikale Auslegung dieses Umdenkens und wie es in der Zukunft weiter gehen wird, aber ich glaube 2019 wird als das Jahr des Anfangs dieses Umdenkens in die Geschichte eingehen.

Meine Generation versteht endlich, dass sie hier betrogen wird, dass sie Opfer eines Verbrechens sind, welches nicht erkannt aber nicht anerkannt wird. Vielleicht ist das, was wir in den letzten Jahrzehnten im Klimaschutz nicht erreicht haben auch nur eine milde Form des Klimawandelleugnens. Denn wenn wir das Ausmaß des Klimawandels wirklich verstanden und anerkannt hätten, dann gäbe es schon heute keine Kohlekraftwerke mehr auf diesem Planeten. Ich glaube, diese Phase neigt sich bei den Menschen dem Ende zu.
Wenn ich an die Zukunft denke, dann tue ich das einerseits optimistisch, da die gesamte Menschheitsgeschichte von einer Abnahme an Gewalt geprägt ist und von einer Zunahme der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts und es keinen Anlass gibt, dass sich dies jetzt ändert. Anderseits blicke ich aber auch panisch in die Zukunft. Selbst ich, trotz der Tatsache, dass ich erst 13 Jahre die Erde bewohne, spüre die Veränderungen. Ich spüre, dass ich als ich Kleinkind war jedes Jahr von Wespen und Mücken gestochen wurde und jetzt seit fünf Jahren kein einziges mal. Ich spüre auch, dass wir uns von der Vorstellung gemäßigter Jahreszeiten verabschieden müssen und weiß, dass dies noch tragbare Verluste sind, die nur einen Vorgeschmack bieten, auf das, was in den nächsten Jahrzehnten kommt. Ich glaube aber auch, dass der Widerstand, der nun von der jungen Generation zu spüren ist nur ein Vorgeschmack auf das ist, was noch kommen wird.
Das Buch soll ein Beitrag zu dem jetzigen Umdenkprozess in unserer Gesellschaft sein. Ich würde es auch jedem Menschen schenken, aber irgendwie haperte es an der Finanzierung. Es soll einfach nur die Fakten darlegen und zeigen welche Maßnahmen jetzt notwendig sind, um die drohende Katastrophe zu verhindern. Ich glaube, dass man die Leute dann gar nicht mehr auffordern muss, sich umweltfreundlich zu verhalten. Das kommt bei Kenntnis der Fakten von selbst.
Helft mir helfen.

Das Crowdfunding-Video:

Das Crowdfunding-Video zum Teilen und Verbreiten. Am besten mit Crowdfunding-Link. 😉

Wie die Idee entstand ein Buch zu schreiben.

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Hören und würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Wie die Idee entstand ein Buch zu schreiben.

Wie ist dieses Buch entstanden?

Es begann auf einer unserer Lesungen mit unserem Buch „Wir Wochenendrebellen“. Wir waren wir auf Benefiz-Lesereise, um Spenden für den Bau eines Brunnens in Äthiopien zu sammeln, wofür 10.000 Euro notwendig sind.

Wir standen bereits kurz vor Erreichen des Spendenziels und nach Abschluss einer weiteren Lesung fielen die Spenden erneut üppig aus, so dass sicher war, dass wir die 10.000 Euro demnächst erreichen werden.

Während Papsi sich noch mit einigen Zuhörern der Lesung unterhielt, kam jemand von der Stiftung zu mir und gratulierte zum Erreichen des Spendenziels. Die Dame erwähnte, dass damit jetzt Jungs wie ich in einem nordäthiopischen Dorf in die Schule gehen könnten, die Mädchen jedoch nicht, da es keine geschlechtergetrennten sanitären Anlagen gebe, wofür 25.000 Euro notwendig seien. Zwei Minuten später verkündete ich, dass wir die 10.000 Euro fast erreicht haben und nun solange lesen werden, bis wir 25.000 Euro Spenden beisammen haben. Papsi, der sich immer noch unterhielt, wurde hellhörig und fragte mich anschließend, was ich dort gerade gesagt hätte. „Das hast du schon verstanden.“, antwortete ich. Er war nicht sehr erfreut.

Später im Hotel stritten wir zunächst und  diskutierten dann darüber, schließlich hatte ich ohne Absprache das Spendenziel erneut erhöht. Zu Beginn tat ich das ja schon einmal, denn eigentlich sollte uns unsere Lesereise nur nach Berlin, Kassel und Hamburg führen und die ca. 300 € die wir dort mitnehmen wollten spenden wir, damit Papsi sein Versprechen einlöst, dass wir die Welt ein wenig besser machen. So war der Plan.   

Wir einigten uns auf einen Kompromiss: Wir werden vorerst weiterlesen, bis alle vereinbarten oder derzeit in Absprache stehenden Lesungen durch sind. Um den Rest zur Spendensumme müsste ich mich kümmern, wie genau, das ist mir überlassen.

Ich überlegte einige Zeit, wie ich möglichst effizient die Spendensumme erfüllen und dabei idealerweise noch etwas positives bewirken könnte. Ich wollte alleine ein Buch schreiben, das war schon immer eines meiner Ziele. Ich überlegte wie ich meine wissenschaftliche Kompetenz mit meinem Veränderungswillen und meiner Radikalität in Beschlüssen kombinieren kann – die Lösung lag auf der Hand: Anhand wissenschaftlicher Theorien aufzeigen, wie wertvoll und unwahrscheinlich unsere Welt ist, dann anhand meines nüchternen Überblicks über wissenschafrtlicheThemen erklären, wie widersprüchlich unsere Gesellschaft ist und anschließend in einem Appell zu radikalen Maßnahmen aufrufen. Das sollte das Konzept des Buches sein.

Die Erlöse dieses Buches sollten dann die Restsumme des Spendenziels decken. An Ideen mangelte es nicht, an Zeit auch nicht. Schließlich sitze ich jedes Wochenende mindestens zehn Stunden im Zug und weitere zehn bis zwölf Stunden in Cafés und warte auf Papsi, während er arbeitet. Also erstellte ich ein Inhaltsverzeichnis, welches damals aus 16 Kapiteln bestand und teilte sie in drei Teile. Teil I erklärt die Entstehung der Welt, wie sie heute ist und zeigt damit ihre Besonderheit auf. Teil II ist ein Querschnitt durch die heutige Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven und Teil III ist ein wissenschaftlich begründeter Appell, der erklärt wieso radikale Maßnahmen jetzt nötig sind. Ich fing an zu schreiben, verwarf Texte, schrieb Sie wieder neu. Über die Hälfte des Geschriebenen entstand im ICE, meistens auf den Strecken Kassel-München oder Kassel-Dresden, ab und zu auch Dresden-München. Ein Großteil des dritten Teils schrieb ich in Gastronomien, die oft in Bahnhofsnähe vorzufinden sind und durch ein goldenes M gekennzeichnet werden, meistens in Würzburg oder Dresden, bei einem Grünen Tee, während Papsi Termine hatte. Die Sommerferien 2018 habe ich von 09:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr abends oft durchgeschrieben, weil Papsi an der Arbeit viel zu tun hatte und ich schnell im Schreibfluss war.  Die schönste Location war das Café Jasmin in München. Hier wurde ein beträchtlicher Anteil des ersten Blocks geschrieben und jetzt auch vor wenigen Wochen der Start des Crowdfundings in die Wege geleitet. Als ich schließlich so weit war, hatten wir die 25.000 Euro schon längst erreicht, mittlerweile stehen wir bei ca. 36.000 €, die auf Lesereisen unsere Zuhörer spendeten. Ich wollte nun einen zusätzlichen Brunnen bauen, wofür ich erneut 10.000 Euro brauchen werde.

Nach etwas mehr als einem Jahr nach Beginn des Schreibens standen alle der 16 Kapitel und ich ließ vereinzelt Leute das erste Mal lesen. Doch fertig war das Buch noch lange nicht. Laut der Rückmeldungen war Kapitel 1 von Teil I sehr schwierig zu verstehen. Nun könnte man sagen, es geht um den Urknall, wie soll man das einfach verstehen. So revidierte ich dieses Kapitel im Regionalexpress von Hof nach Nürnberg. Es war schon deutlich nach 23:00 Uhr. Ich dachte, das sei ein angemessener Ort. Ich hatte kein Internet, so habe ich sehr komplizierte Dinge einfach gestrichen, weil ich sonst vielleicht nochmal online hätte nachschauen müssen – und es funktionierte. Ich ließ die schwierigsten Dinge weg und der Sinn blieb erhalten. Selbst ich fand es im Anschluss einfacher zu verstehen. Doch als die Anzahl der Wörter sich langsam der 4.000 näherte, entschloss ich mich das Kapitel in zwei Hälften zu teilen. Ich denke die Überarbeitung der ersten beiden Kapitel tat dem Verständnis des gesamten Buches recht gut.

Es war bereits 2018 und ich hatte das Bedürfnis im Tempo einen Zahn zuzulegen. Nachdem Papsi das Buch vollständig gelesen hat, fügte ich noch zwei Kapitel hinzu. Eines sollte an das Kapitel zur Digitalisierung anschließen. Papsi sagte mir, dass das Kapitel sehr interessant ist, es mir aber womöglich nicht gelinge, den derzeitigen Digitalisierungsskeptikern die Angst zu nehmen. Daher schrieb ich ein Kapitel über die Zukunft der Arbeit und nahm dabei das bedingungslose Grundeinkommen in den Fokus. Außerdem fügte ich ein Abschlusskapitel hinzu, in dem ich meinen Appell unterbrachte. Das sollte es sein – ich war bei 19 Kapiteln. Mein Ziel war (und ist) es noch 2019 zu veröffentlichen. Daher suchte ich nun nach jemandem, der das wissenschaftliche Lektorat übernahm und einfach nach groben wissenschaftlichen Fehlern suchte oder Dinge vielleicht weniger umständlich erklären kann. Klaus Peter Haupt, der Leiter des örtlichen Forschungszentrums, an dem ich seit 2016 zur Chaostheorie forschte, erklärte sich einverstanden es zu übernehmen. Dabei kamen sehr hilfreiche Vorschläge zusammen, etwa habt ihr es ihm zu verdanken, dass Kapitel 1 nochmal ein gutes Stück einfacher zu verstehen ist. So ließ ich Begriffe wie Phasenraum oder Attraktor weg und verwendete andere Erklärungsmodelle. Außerdem unterhielten wir uns über die Aussagen, die ich zur Entropie traf. In Kapitel 1 schrieb ich über die Entropie als „Undordnung“ und erklärte, dass die Entropie in geschlossenen stets größer werde, auch während der Phase der Inflation, der ich Kapitel 2 widme. Er sagte mir, er wünsche sich, dass ich Recht habe, denn das sei eine sehr elegante, aber auch sehr umstrittene Vorstellung. So wurde in der Frühzeit des Begriffes regelrecht damit um sich geworfen und allerlei Unsinn publiziert. Namenhafte Physiker wie Roger Penrose übernahmen ihn und machten ihn populär. Doch für die These, die Penrose und Co. verbreiteten und die auch ich verbreitet hätte gibt es schlüssige Gegenbeispiele. Ich ließ mich überzeugen (obwohl ich bis heute etwas wehmütig bin, denn die bittere Wahrheit ist, dass Entropie nichts mit der schönen Entwicklung zutun hat, die so gerne gezeichnet wird, sondern eine abstrakte Zahl ist, die sich nicht mit spürbaren Eigenschaften wie „Unordnung“ gleichschalten lässt und auch keiner gegebenen Entwicklung folgt). Damit wurde mir die Lust genommen, Entropie überhaupt zu erwähnen und ich ließ sie unter den Tisch fallen – der Sinn änderte sich nicht. Das Buch hätte so in seiner Form vielleicht nicht existiert, hätte es nicht die vielen Tipps und Vorschläge gegeben. Ich hätte die Irrtümer von Penrose übernommen und es wäre vielleicht nie ein populärwissenschaftliches Werk geworden, welches die Chance hat das Verhalten der breiten Bevölkerung zu ändern, sondern lediglich ein Nachschlagewerk für ein Promilleanteil unserer Gesellschaft.

So entstand es. Beginnend mit einem Versprechen die Welt zu verbessern, meinem Druck auf Papsi dieses Versprechen einzuhalten, meiner großen Klappe und dem Mut Entscheidungen alleine zu treffen und der Disziplin die Konsequenzen meines Handelns zu tragen. Das Crowdfunding verläuft anders als erwartet, aber ich habe die Crowdfundingsumme erreicht. Das ist wichtig. Ich kann die Menschen, die sich ums Lektorat, um den Satz und um den Druck kümmern nun selbst fair bezahlen und mich nun auf die Veröffentlichung des E-Books vorbereiten für das alle Unkosten gedeckt sind. Die vollständigen Einnahmen aus dem E-Book, in der Regel sind dies je nach Handling ca. 70% kann ich so nun der Neven Subotic Stiftung zukommen lassen und wer weiß, vielleicht findet sich ja doch noch ein Verlag, der meine Druckbedingungen für ein Taschenbuch akzeptiert. Dann fließen auch diese Erlöse an die Stiftung. Warum es ausgerechnet die Neven Subotic Stiftung sein soll, verrate ich euch in den nächsten Tagen.

Das Crowdfunding-Video:

Das Crowdfunding-Video zum Teilen und Verbreiten. Am besten mit Crowdfunding-Link. 😉

Was macht eine Umweltdruckerei zur Umweltdruckerei?

Eine Umweltdruckerei? Was ist das eigentlich? Das wollen wir heute und morgen klären. Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

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Zu Besuch in einer ökologischen Druckerei

Die Suche nach einer wirklich ökologischen Druckerei gestaltet sich schwieriger als ich dachte. Das simple Bedienen einer Suchmaschine ( Ecosia > Google) reichte nicht aus. Viele Druckereien springen auf den Nachhaltigkeitstrend auf und kompensieren Teile ihres Co2 Ausstoßes um sich mit Titeln „Ökodruckerei“, „Umweltdruckerei“ schmücken zu können. Doch auch hier gilt es wie in allen Lebensbereichen: Erst vermeiden, dann kompensieren.

Laut Internetseite fand ich ein recht ganzheitlich durchdachtes Konzept bei der Druckerei Lokay in Reinheim. Also bin ich dorthin gefahren und habe mir das einmal genauer angeschaut. Herausgekommen ist dieses Interview (Hier Radiorebell Podcast gratis abonnieren) mit dem Geschäftsführer, Herrn Ralf Lokay, sowie ein Youtube-Video, wo wir uns die Druckerei selbst mal anschauen, welches ich morgen veröffentlichen werde.

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Schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen?

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Weihnachten

Weihnachten feiern wir alle auf unterschiedliche Weise. In Indien überreicht man sich Zitronen, in Japan geht man zur Partnersuche in die Karaokebar, in Großbritannien werden in Feigenpudding Geldmünzen versteckt, in China weiß man noch nicht mal, dass man die Geburt Christi feiert und in Taiwan feiert man die Unterschreibung der taiwanesischen Verfassung. In Mitteleuropa verbinden wir es mit gewissen Werten und Bräuchen. Durch Weihnachten hat es die Kirche geschafft, über viele Jahrhunderte einen Kontrast zu der oft grausamen und tristen Zeit zu setzen, in der Folter und Tod an der Tagesordnung standen. Aus genau diesen Zeiten stammen die meisten religiösen Vorstellungen des Weltuntergangs, der Apokalypse und der vorhergehenden Endzeit. Es werden Kriege und Hungernöte auf der ganzen Welt beschrieben, die Erde schmelze unter sengender Hitze dahin.

Uns geht es heute so gut wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Und gleichzeitig sind wir dem beschriebenen Endzeitszenario so nah wie noch nie zuvor, doch ohne es zu wissen oder besser gesagt: Ohne auf Basis des Wissen entsprechend anderweitig zu handeln.  In jeder noch so brenzligen Situation hat Weihnachten Hoffnung verbreitet. Im ersten Weltkrieg haben sich deutsche und britische Soldaten mitten im Stellungskrieg verbrüdert. Auf der Apollo 8 Mission verbreiteten die drei Astronauten Hoffnung, als sie der Welt nach jenem politisch so turbulenten Jahr, das von der Ermordung Martin Luther Kings und dem Vietnamkrieg geprägt war, die Schöpfungsgeschichte mit dem Blick auf die Erde vorlasen. Nicht, dass sich meiner Meinung danach nur ein Fünkchen Wahrheit verbirgt, aber als Mittel zum Zweck erfüllen solche Momente durchaus ihr Soll – die Menschheit zusammenrücken zu lassen.

Doch alleine durch Hoffnung lässt sich die jetzige Problematik nicht lösen. Die Klimakrise übertrifft alle je dagewesenen Katastrophen um Längen. Letztlich ist nämlich auch Hoffnung ein Mittel zum Zweck genau so wie Angst, Macht, Geld und eben auch Religion. Es gibt sicherlich Menschen, die mehr Macht als ich haben.

Hätte ich mehr Macht, müsste ich kein Buch schreiben. Doch daran, diese Macht dafür einzusetzen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen scheitern alle großen Machthaber kläglich. Scheinbar besinnt man sich zu dieser Zeit auch oft auf das wirklich wichtige und wesentliche. Das wichtige ist nicht, was Maaßen oder Seehofer oder wer auch immer jetzt schon wieder von sich gegeben hat, nicht ob wir eine neue Hymne brauchen und ob es Kindergärten erlaubt sein sollte, auf Schweinefleisch zu verzichten, sondern wie sich die drohende Ausrottung der Menschheit verhindern lässt. Das ist das Thema, welches uns alle binden sollte, woran alle Menschen arbeiten sollten, was überall gelehrt werden sollte, was bei allen und überall höchste Priorität haben sollte. Jede unserer Handlungen muss intuitiv ökologisch geprägt sein, denn ein mögliches Ende ist nah. Nur weil etwas nicht greifbar ist, bedeutet dies nicht, dass es nicht existiert. Die Pest war nicht greifbar. Die Anreicherung der Atmosphäre mit Sauerstoff und das darauf folgende Massenaussterben auch nicht. Dennoch waren beides Katastrophen, die Millionen von Lebewesen das Leben kosteten. Wäre es nicht der Klimawandel, sondern ein 100 Kilometer großer Asteroid, der auf die Erde zurast, dann würde man sicher sehr wenige Menschen sagen hören, es sei Propaganda der Raumfahrtlobby oder der Markt regele das schon und wir sollten mit der Panikmache und Hysterie aufhören und in Ruhe abwarten ob so ein Einschlag nicht mehr Chancen als Risiken brächte und ob es nicht schon seit hunderttausenden von Jahren Einschläge dieser Art gab, sondern die ganze Menschheit würde ihre gesamte Kraft in die Bekämpfung der Katastrophe legen, denn ein Asteroid ist im Gegensatz zur Klimakrise greifbar. Wir leben in einer Zeit mit schwierigen und komplexen Fragen rund um die Uhr, so dass Gruppen mit einfachen Antworten oder Leugnungen des Problems massiven Zulauf erhalten. Asteroiden, welche die Erde im Abstand von vielen tausend Kilometern passieren sind häufig präsenter in den Nachrichten als das Abschmelzen des Permafrosts, welches unser aller Existenz unmittelbar bedroht und – wenn wir nichts tun – unweigerlich unsere Zivilisation zerstören wird.

Hoffnung und Besinnung auf das wesentliche sind nicht alles, was mein Buch zum idealen Weihnachtsgeschenk macht. Es geht auch darum, wenn ich es mal passend zum Kontext Weihnachten ausdrücken darf, die Schöpfung zu bewahren. All das ist nur durch eine lange Kette an Zufällen entstanden von dem jeder Einzelne sich eigentlich nur mit einer gegen null gehenden Wahrscheinlichkeit ereignet. Das entspricht der Redensweise, die Philosophen würden die Welt nur unterschiedlich interpretieren, es gehe aber darum, sie zu verbessern. Es ist egal, was man von der Welt denkt, woran man glaubt, welche Erfahrungen man hat. Es ist egal, wie die Welt entstanden ist, wir müssen sie nun gemeinsam schützen. Die Angewiesenheit auf die Erde ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Menschen. Wir alle sind in großer Gefahr. Der Klimawandel ist ein Kommunist. Er unterscheidet nicht zwischen reich und arm, zwischen jung und alt, zwischen groß und klein, zwischen gläubig und nicht gläubig, zwischen Europäern, Afrikanern, Amerikanern, Australiern und Asiaten. Er verhandelt nicht. Er spricht nicht. Er diskutiert nicht. Er handelt, bzw. wandelt. Und genau das sollten, nein, müssen wir auch machen, wenn wir überleben wollen. Einen Lebensstil entwickeln, der verantwortungsvollen Umgang mit sehr begrenzten Ressourcen mit dem sicherlich notwendigen Verzicht in Einklang bringt und dies mit einem hohen Maß an Lebensqualität verbindet. Das dies die lebenslange Schnitzel-Flatrate ausschließt ist gar nicht so bitter. Den Verzicht auf Spekulatius haben wir ja auch in zehn von zwölf Monaten gelernt. Das gilt es, gerade jetzt zur Weihnachtszeit, einer Zeit, in der man das Leben feiert, in aller Deutlichkeit auszudrücken. Mein Buch überzeugt Menschen. Schenke es jemandem. Für frohe Weihnachten.

Das Crowdfunding-Video:

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(T)raumschiff Erde- Ein Auszug aus Teil III

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

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Vorabauszüge aus meinem Buch. Es gibt Medien, die wollten sie und ich wollte nicht und es gibt Medien, die ich will, die von meinem Buch nichts wissen. So bleibt als beste Vorveröffentlichungsplattform zum Glück noch immer mein Blog, auch wenn es da nicht so viele lesen.

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Auszug aus dem dritten Teil meines Buches:

„Jeder, der behauptet, man könne den Klimawandel auch aufhalten, ohne sich komplett vegan zu ernähren und auf fossile Brennstoffe zu verzichten, der erzählt eine Lüge. Natürlich können Emissionen durch Innovationen und Ideen verringert werden, aber das Klima kann nur mit strikten Verboten unter dem Kipppunkt gehalten werden. Menschen, die behaupten, es ginge anders, haben die Theorie einfach nicht begriffen. Die Emissionen müssen auf beinahe null gesenkt werden. Das ist ohne Veganismus und Autofreiheit nicht möglich. Es scheint, als sei unsere Zeit nicht reif für schmerzhafte Wahrheiten. Wir könnten auch Fleisch im Labor züchten, von den Alternativen in der Mobilität ganz zu schweigen. Doch es bringt einfach nichts, sich darüber aufzuregen, dass juristische Spitzfindigkeiten, politische Trägheit und Bequemlichkeit sowie Profitgier das verhindern. Es ist einfach, sich als Dorfbewohner aus der Affäre zu ziehen, indem man sagt, die Politik hätte verpennt (was auch stimmt, aber das tut nichts zur Sache). Glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung, es ist viel befriedigender dem zu trotzen, mit dem Bus zu fahren, obwohl er nur alle zwei Stunden fährt, sich vegan zu ernähren, obwohl es in der Öffentlichkeit nur wenige Angebote dafür gibt. Zwischen uns Menschen und der Natur gibt es einen riesigen Unterschied. Wir Menschen diskutieren viel und handeln nicht. Die Natur diskutiert gar nicht und handelt konsequent. Die Natur diskutiert nicht mit euch darüber, ob Fleischessen ein Menschenrecht oder ein Auto auf dem Dorf notwendig ist. Das verdeutlicht wieder diese beklemmende Alternativlosigkeit, vor der wir stehen. Wenn man sagt, dass man sich nicht vegetarisch oder vegan ernährt, weil es in der heutigen Zeit eben nicht so einfach ist, hat man zwar recht, aber man gibt die Menschheit an sich auf. Egal wie riesig und unverhältnismäßig der Aufwand ist, die Alternative ist immer schlimmer. Es ist kein Wagnis, die Aussage zu treffen, dass ein philosophisches Umdenken in unserer Gesellschaft stattfinden wird. Die Frage ist nur, ob wir dies aus freien Stücken tun werden, oder ob uns Mutter Natur in die oftmals in rechtskonservativen Kreisen beschworene und dann tatsächlich herrschende Ökodiktatur versetzen wird.

In ein bis zwei Generationen werden die Menschen den Verzehr von Tieren abstoßend und befremdlich finden. Sollte sich meine Prognose erfüllen, so hätten wir eine Chance, die CO2-Emissionen in der Tat auf null zu reduzieren. Es wäre jedoch zu spät. Denn in spätestens zwei Generationen ist der Kipppunkt definitiv überschritten, wenn wir den Beschwichtigungen und Lügen großer Teile der Politik Glauben schenken. Die Tatsache, dass es in unserer Hand liegt, über die nächsten Jahrtausende auf der Erde zu entscheiden, hat einen simplen Grund, nämlich den, dass wir eine Erderwärmung von 1°C haben, und knapp darüber die irreversiblen Prozesse beginnen, die unsere Welt unbewohnbar machen werden. Es geht um das Stichwort Klimagerechtigkeit. Es ist nicht gerecht, dass die geringsten CO2-Emittenten, unsere Kinder und Kindeskinder, unter unserem Versagen zu leiden haben werden. Es ist nicht gerecht, dass wir über das Schicksal, über die Lebensqualität und über den Lebensraum künftiger Generationen entscheiden.“

Aus Kapitel 19 von Teil III meines Buches „(T)raumschiff Erde“

Ein wenig erinnert mich diese Passage immer an meine Diskussionen zur Pendlerpauschale, in denen es in den letzten Monaten nach meiner öffentlichen Kritik und Forderung nach der ersatzlosen Abschaffung der Pendlerpauschale für alle Autofahrer durchaus auch einmal etwas ruppiger zuging. Im Grunde genommen wurde ich darin in meinen Ansichten, die ich schon vorher in diesem Absatz festhielt nur bestätigt. Ich möchte jetzt hier nicht die gesamte Argumentationskette wieder hervorholen, wer sich dafür interessiert, kann sich hier mein Statement komplett durchlesen. Im wesentlichen wollte ich in dieser Erörterung aber genau auf den Punkt hinaus, den ich auch im Buch vertrete. Ich habe nie behauptet, eine Streichung der Pendlerpauschale, ich nehme sie jetzt einfach mal als stellvertretendes Beispiel für viele Verbote und andere Klimaschutzmaßnahmen, seien gerecht, sozial, fair oder auch nur moralisch vertretbar.

Und jetzt? Aussterben? Ist auch nicht das gelbe vom Ei. So wahnsinnig viel gibt es da gar nicht hinzuzufügen, daher ist dies eher einer der kürzeren Beiträge. Aus diesem simplen Grund habe ich auch nicht darüber diskutiert, wie man als auf dem Land lebender Mensch ohne Auto zur Arbeit kommen soll. Umziehen, kündigen, hartzen, keine Ahnung. Doch ich präsentiere hier keine Ansichten, sondern lediglich die Faktenlage, aus denen selbst der Ungebildetste unter euch die Handlungsvorschrift recht eindeutig ablesen kann. In der gesamten derzeitigen Situation sehe ich mich als den Vertreter der Natur. Und die Natur diskutiert nicht, sie verhandelt nicht und sie schert sich auch nicht um soziale Gerechtigkeit. Für eine sozial nachhaltige Lösung des Klimaproblems ist es in meinen Augen zu spät. Daher: ohne Rücksicht auf Verluste handeln. Die Alternative ist das sichere Ende der Zivilisation, so wie wir sie kennen. Moral, Nachhaltigkeit, Sinn und Vernunft. Nichts davon ist mehr von Bedeutung. Wie ich es als Groundhopper für einen Großteil meiner Zielgruppe einmal zusammengefasst habe: Wir liegen 0:5 hinten in der Nachspielzeit des alles entscheidenden Spiels. Es gibt kein morgen. Sollen wir uns jetzt hinten reinstellen oder ohne Sinn und Verstand nach vorne preschen, die Gegner hemmungslos umnieten und uns am letzten Strohhalm festhalten, dass wir dieses Ding noch gedreht bekommen? Klingt schon logisch, oder?

Natürlich kann man sich auch herausreden, wie ich beschrieben habe, in dem man sich selbst von der Verantwortung befreit, mich als hochnäsig bezeichnet, dass ich mich in meinen Alter darüber ja noch gar nicht richtig äußern könnte oder, für ganz stumpfe Intellekte, die ganze Sache einfach leugnet. Wenn irgendein Mensch auf diese Welt das Recht dazu hat, darüber zu schreiben, dann ist es ein direkt Betroffener der auch noch Ahnung vom Thema hat. Auf 95% der Urheber der Kommentare zu meinem Statement trifft keines davon zu. Ich bin bekennender Utilitarist. Für mich kann man alles gegeneinander abwägen. Dabei sind zukünftige Menschenleben gleichwertig mit gegenwärtigen. Ja, der Klimaschutz wird Menschen mit großen Probleme konfrontieren, Menschen arbeitslos machen, Menschen an den Rand der Existenz bringen, vielleicht sogar Menschen opfern. Und all das lass ich mir gerne auf mein Konto anrechnen. Denn all das wird sich lohnen.

Das Crowdfunding-Video:

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(T)raumschiff Erde- Ein Auszug aus Teil II

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Hören und würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Warum die Bild am Sonntag keine Vorabauszüge bekommt, habe ich hier beschrieben. Für mich nachvollziehbar ist es aber, dass viele sich vielleicht nicht trauen innerhalb meines Crowdfundings mein Buch zu erstehen, weil sie nicht wissen, was sie erwartet. Das möchte ich ändern und zumindest einen Kapitelauszug aus jedem der drei Teile meines Buches hier im Blog veröffentlichen. Es ist nicht die Reichweite der Bild am Sonntag, aber vielleicht kennt ihr ja jemanden, der sich für die Thematik interessiert und dem ihr das Crowdfunding ans Herz legen könnt oder für den ihr gleich selbst zuschlagt um euch ein schönes Weihnachtsgeschenk zu sichern.

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Auszug aus dem zweiten Teil meines Buches:

„Die Energie, die wir beispielsweise an der Nordsee durch Offshore-Anlagen produzieren, wird zu einem großen Teil nicht genutzt. Tatsächlich sind die Stromtrassen so schlecht ausgebaut, dass in Bayern die Braunkohlekraftwerke angeschaltet werden müssen, während die Offshore-Anlagen ins Ausland exportieren. Jeder elektrische Leiter leistet einen sogenannten elektrischen Widerstand. Den Widerstand kann man sich als Barrieren innerhalb des Leiters vorstellen, die dem Stromfluss im Weg stehen. Um diese Barrieren zu überwinden, ist Energie nötig, die dann nicht am Ende ankommt. Eine 1:1-Übertragung von Strom in der ganzen Welt ist mit der derzeitigen Technologie also nicht möglich. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer.

In der Schule lernt man, dass der elektrische Widerstand größer wird, wenn die Temperatur größer wird. Man kann sich das so vorstellen, dass sich die Barrieren bei hohen Temperaturen schneller bewegen und den Stromfluss somit noch stärker stören. Kühlt man einen Stoff, so sinkt der Widerstand, und die Leitung des Stroms funktioniert besser. Doch jeder Stoff hat eine sogenannte Sprungtemperatur. Kühlt man einige Körper unter die Sprungtemperatur hinaus, dann fällt der elektrische Widerstand plötzlich abrupt auf null. Ist dieser Zustand erreicht, dann gibt es im Objekt keine elektrischen und magnetischen Felder (für eine ausführliche Erklärung siehe Kapitel 1 und 2) mehr, man spricht von einem Supraleiter. Einige Supraleiter können sogar äußere magnetische Felder verdrängen. Dadurch können sie durch Magnetfelder schweben. Das klingt nach einer Schlüsseltechnologie: Ein Material, welches Strom ohne Verluste transportieren und zum Schweben gebracht werden kann, hätte viele Anwendungsmöglichkeiten für Energie, Verkehr und Kybernetik. Doch es gibt einen Nachteil. Dieser Zustand wird eben nur bei extrem niedrigen Temperaturen erreicht. Es ist fraglich, ob es energetisch sinnvoll ist, einen verlustfreien Energietransport zu garantieren, indem man Stromtrassen auf -200°C kühlt. Deshalb suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, diesen Zustand auch bei höheren Temperaturen herbeizuführen. 2019 sind wir diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen. Man hat ein Material namens Lanthanhydrid gefunden, welches schon bei -23°C supraleitend wird. Verwandte Materialien könnten schon bald Supraleitung über dem Gefrierpunkt ermöglichen. Die Entdeckung von Supraleitern bei Raumtemperatur würde vermutlich endgültig die vierte Industrielle Revolution auslösen. Dann wären wir kurz davor, zur Zivilisation Typ 1 zu werden. Ein zollfreier Markt aus erneuerbaren Energien, der für jeden zugänglich ist, und ein Transport durch Supraleiter, das ist meiner Meinung nach die Zukunft der Energie, beziehungsweise die Energie der Zukunft.

Einige fragen nach noch unbekannten Arten der Energiegewinnung. Zu nennen sei in diesem Zusammenhang die Kernfusion, deren Wirkungsprinzip ihr schon in Kapitel 3 erfahren habt. Es ist das Prinzip, welches auch Sterne leuchten lässt. Auch Kernfusion ist eine potentielle Backstop-Technologie. So hat die Europäische Union das Projekt ITER gestartet, dessen Ziel es ist, den ersten Kernfusionsreaktor ans Netz zu bringen. Das ist ein nobles Ziel, immerhin garantiert die Kernfusion eine unerschöpfliche Energiequelle, die keinen Abfall, kein CO2 und keine großen Kosten verursacht. Daher hat die Europäische Union das Projekt aus ihrem Klimaschutzetat finanziert. Das sehe ich persönlich sehr kritisch. Erstens ist es nicht sicher, ob jemals ein Fusionsreaktor Energie liefern wird, weil es gar nicht klar ist, dass das Prinzip funktioniert. Zweitens ist die Kernfusion eine Technologie, die man gefühlt schon immer 20 Jahre in der Zukunft liegend sieht. Mittlerweile ist man realistisch und sagt, dass der ITER frühestens 2050 ans Netz gehen wird. Für die Lösung unserer Klimaprobleme ist das jedoch zu spät.

Des Weiteren befinden sich in der Reihe der potentiellen zukünftigen Energien andere Formen der Solarenergie, etwa der Dyson-Schwarm aus dem letzten Kapitel, der die Energie der Sonne direkt abzapfen soll. Meiner Meinung nach sind das Technologien, die uns vielleicht in einigen Jahrhunderten zur Zivilisation Typ 2 verhelfen können. Doch zunächst sollten wir die Energie der Erde nutzen, um zur Zivilisation Typ 1 zu werden und unser Klimaproblem schnell zu lösen. Auch dafür sind jedoch Investitionen notwendig, die sich erst nach Jahrzehnten lohnen. Das ist immer eine gefährliche Sache, erst recht wenn es um Forschung geht, denn auch wenn es im Bereich der Supraleiter besser aussieht als bei der Kernfusion, ist es nicht garantiert, dass Supraleiter bei Raumtemperatur möglich sind. Wenn wir es nicht erforschen, dann werden wir es nie erfahren. Wer immer nur im Hier und Jetzt lebt, der wird auch in Zukunft im Hier und Jetzt leben müssen, welches er durch genau diese Denkweise verursacht hat. Wer aber vorrausschauend lebt, der kann dies auch in Zukunft tun, da er im Hier und Jetzt keine Probleme hat.“

Aus Kapitel 9 von Teil II meines Buches „(T)raumschiff Erde“

Mich überkommt immer wieder eine Mischung aus Eifersucht, Verwunderung und Skepsis, wenn ich mit anderen Menschen über die Klimakrise spreche. Oft transportiert mein Gegenüber dabei einen in meinen Augen völlig unangebrachten Optimismus. Während ich meist recht panisch spreche, frage ich mich, ob er den Ernst der Lage verstanden hat und wer hier gerade die eingeschränkte Perspektive hat. Häufig sind es Technologie, Innovation und Fortschritt Schlüsselworte in der Debatte. Über meinen Blickwinkel auf die Rolle von neuen Technologien in der Lösung der Klimakrise schreibe ich auch in Teil II, wo ich die jetzige Situation unserer Gesellschaft oft auch anhand historischer Beispiele beschreibe.

Wenn ich mal wieder zu einem historischen Beispiel greifen darf, dann hat Technologie bisher noch nie derartiges bewirkt. Ganz im Gegenteil: Mit jeder Technologie hat sich die Sache bisher verschlimmert. FCKW, als CO2-neutraler Heilbringer gepriesen, erwies sich als hochgradig ozonschädigend. Das Auto wurde als Nachfolger der schmutzigen und nahrungsmittelintensiven Pferde gefeiert und quasi zu einer Ersatzreligion für Europäer, heute ist es ein Hauptproblem in unserer Gesellschaft – Wasserstoffautos und Co. haben sich nicht einmal ansatzweise durchgesetzt. Künstliche Kernfusion, mit der teilweise die Zerstörung von Wind- und Solarlobby gerechtfertigt wurde, funktioniert derzeit noch nicht einmal theoretisch sicher. Und der freie Markt regelt schlicht und einfach gar nichts, sonst gäbe es ja auch keine FDP.

Kommen wir mal wieder auf FCKW zurück. Nach dem Verbot erholte sich das Ozonloch drastisch, nach strengeren Vorlagen für die Industrie verbesserte sich die Gewässerqualität in Deutschland schlagartig, nach der Verteuerung von Plastiktüten ging der Verbrauch rapide zurück, durch eine verbindliche nachhaltige Holzwirtschaft wächst die Waldfläche Deutschlands jährlich. Bisher hat sich nur durch Regulierungen und Verbote seitens der Politik etwas verändert. Natürlich kann es sein, dass es Technologien geben wird, die uns beim Klimaschutz helfen. Natürlich werden wir eines Tages neue Formen der Energiegewinnung finden. Doch unsere gesamte Existenz in diese Hoffnung zu legen, ist nicht zu verantworten. Die Solarzelle gibt es seit 1883, Windkraft wird seit dem 12.Jahrhundert genutzt und Glas gibt es seit 3500 v. Chr. Es gibt Alternativen. Es gibt Technologien, und zwar zu Hauf. Und wenn es noch mehr geben sollte in Zukunft, schön. Aber darauf als alleinige Lösung zu vertrauen ist vermutlich nichts mehr als Verdrängung.

Das Crowdfunding-Video:

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