Archiv der Kategorie: Wochenendrebellen

Unsere Tourerlebnisse

Iuventa

„Iuventa-Solidarity at the Sea“ benötigt deine Unterstützung. Hier kannst du nachlesen warum du helfen solltest und wie du helfen kannst.

"Wo Solidarität zum Verbrechen wird, ist die Demokratie in Gefahr." #iuventa10 Klick um zu Tweeten

Junge engagierte Menschen gründeten 2015 die Initiative „Jugend rettet“. Mit einer Crew bestehend aus Freiwilligen und einem umgebauten Fischkutter brechen Sie 2016 zu ihrer ersten Mission auf. Ihr Ziel ist es den Menschen das Leben zu retten und politischen Druck auf die EU zu erzeugen um eine Alternative zur lebensgefährlichen Fluchtroute Mittelmeer zu erzwingen. Mir bereitet das Wort Fluchtroute schon Bauchschmerzen. Es ist nicht so niederträchtig, wie Markus Söders „Asyltourismus“, was sich begrifflich im Bereich des nicht sagbarem befindet. Solch eine Wortwahl geschieht nicht versehentlich, die Begrifflichkeit gehörte nicht einmal zum gängigen Sprachgebrauch eines jeden anständigen Menschen. Wenn du solche Wortkreationen im Bewusstsein deiner medialen Aussagekraft bewusst platzierst, dann verfolgst du den Wunsch konkrete Bilder für die Zuseher und Zuhörer oder auch Leser zu erzeugen. Wer solche Worte wählt möchte brutale Tatschen beschönigen, Leidverniedlichung betreiben, eine Flucht über das Mittelmeer mit einem völlig überfüllten Schlauchboot soll uns eher an unsere letzte Schiffsreise erinnern und nicht an das Gefühl des Ertrinkens. Dieses Rahmenschaffen über Begrifflichkeiten, sei es verharmlosend eingesetzt, wie beim „Asyltourismus“ oder auch bewusst beängstigend aufgeladen, gelang schon mit der mittlerweile mainstreamigen „Flüchtlingswelle“ und der „Flüchtlingskrise“. Es ist keine Flüchtlingsroute. Es ist ein Weg in die Ungewissheit.

Iuventa Bastian Bochinski 800x450 - Iuventa
Foto: Bastian Bochinski, bastianbochinski.de

Über 14.000 Menschen verdanken der Organisation „Jugend rettet“ ihr Leben und es könnten mehr sein.

Am 02.08.2017 wurde die Iuventa von den italienischen Behörden beschlagnahmt.

Der Tag markiert einen der Höhepunkte einer erfolgreichen Diskurverschiebung durch rechte Medien, die bereits Ende 2016 ihren Ursprung nahm. Nach einigen Veröffentlichungen in IB-nahen Magazinen folgte im Dezember 2016 in der Financial Times ein Bericht, der basierend auf einem Frontex-Bericht die Behauptung aufstellte, NGOs würden mit Schlepperbanden aus Libyen zusammenarbeiten. Es folgten Dementi von Frontex selbst und zahlreiche sich widersprechende Aussagen mit späterem Zurückrudern, sowie dem Ankündigen von Beweisen, die dann aber nicht vorgelegt werden konnten. Das Gift war längst gespritzt und hatte seine Wirkung intensiv verbreitet, als die Iuventa ohne Vorlage substanzieller Beweise beschlagnahmt wurde und in Teilen der Gesellschaft die Frage „Seenotrettung? Oder sollen wir es lassen?“ für legitim gehalten. Eine Frage zu deren Beantwortung es keinerlei Gesetzgebung bedarf und die jeder Mensch mit einem letzten Restfunken Anstand ohne Wimpernzucken beantwortet.

Die Notwendigkeit der Iuventa ergibt sich aus der begrenzten Kapazitäten bei Handelsschiffen und deren mangelnde Ausbildung und Ausrüstung für die Aufnahme einer höhere Anzahl von Geflüchteten. Auf einem 20-Mann Boot sind teilweise bis zu 60 Menschen zusammengepfercht. Ein durch die EU- hochprofessionell dichtes Netz an Seenotschiffen, welches zentral koordiniert die Schiffe mit Geflüchteten an die dafür vorgesehenen EU-Häfen führt. Ich verstehe wirklich nicht warum man dies nicht längst auf einem menschenwürdigen Niveau aufgebaut hat. Die Dreistigkeit den Mut und das Engagement der privaten Seenotretter zu kriminalisieren oder auch nur einen Hauch weniger als 100% Solidarität mit der Crew der Iuventa zu zeigen, sowie aber auch mit allen weiteren, privaten Seenotrettungs-Teams, macht mich fassungslos. Ich verstehe, dass wir momentan eine Menge Probleme haben, auf viele davon haben wir nicht einmal mehr einen spürbaren Einfluss. Ich kann sogar manchmal ein wenig verstehen, wenn jemand sagt, was soll ich alleine schon verändern. Ich bin sehr dankbar, dass Pia Klemp, Carola Rackete, Claus-Peter Reisch und viele, viele weitere Menschen sich die Frage nie gestellt haben und daran können wir uns alle ein Beispiel nehmen. Jeder von euch kommt im Bekanntenkreis, im Bus, im Wartezimmer, mit Nachbarn, mit Freunden, mit Kumpels in Diskussionen. Mischt euch ein, haltet dagegen, widersprecht, steht ein und zeigt euch solidarisch. Und das gilt auf jeglichen Ebenen und da kann es durchaus sein, dass es hilfreich ist sich in die Position des tatsächlichen Opfers hineinzuversetzen.

"Würde ich erwarten in Seenot gerettet zu werden?" Klick um zu Tweeten

oder hätte ich Verständnis dafür, dass man mich ertrinken lässt, weil es mich als Problem löst, denn man weiß sowieso nicht so richtig wohin mit mir.

Die italienischen Behörden versuchen im Auftrag von Salvini ein Exempel zu statuieren und schrecken in diesem Zusammenhang auch nicht vor einem konstruiertem Fehlverhalten nicht zurück. Forensiker der Goldsmith University in London haben die Vorwürfe und Vorfälle in Verbindung mit der Beschlagnahmung der Iuventa10 analysiert und alle vorliegenden Vorwürfe widerlegt. In diesem Video erklären Sie warum die italienischen Behörden faktisch falsch liegen.

Die politisch motivierten Vorwürfe mit dem einzigen Ziel zivilgesellschaftliche Unterstützung für Geflüchtete zu unterbinden lauten: Beihilfe zur illegalen Einreise.

Zehn ehemalige Crewmitglieder erwartet Ende 2019 eine Anklage und ein mehrjähriger Prozess mit Kosten in Höhe von ca. 500.000 €.

Thread in dem die Iuventa10-Crew kompakt die Geschehnisse zusammenfasst.

Das Sterben auf dem Mittelmeer geht weiter. Das Bekämpfen der Helfer schmälert die Überlebenschancen der Flüchtenden, da quasi keine ausreichende Seenrotrettung geschieht. Handelsschiffe sind wie bereits beschrieben zumeist nicht ausgelegt um größere Mengen an Geflüchteten aufzunehmen und müssen in der aktuellen gesamtpolitischen Lage befürchten tagelang nach einem Anlaufhafen suchen zu müssen, was ihre persönliche Existenz bedroht. Die EU müsste Handelsschiffe subventionieren, die Geflüchtete Menschen retten. Großzügige Verdienstausfälle, Treibstofferstattung, Kostenübernahme für notwendige Rettung-Equipment, sowie Zulagen für den Aufwand für jedes Handelsschiff, dass auf dem Mittelmeer unterwegs ist.

Im Jahr 2018 ertranken mindestens 2299 Menschen im Mittelmeer. In den letzten fünf Jahren sind ca. 18000 Menschen auf der tödlichen Fluchtroute Mittelmeer ertrunken. Es ist keine Route, eine Route signalisiert auch immer ein wenig Verlässlichkeit und das ist ein Hohn in Anbetracht der Gefahren in die sich diese Menschen ohne Ahnung wie die nächsten Stunden, Tage, Wochen werden oder ob es Ihnen geht, wie es bereits achtzehntausend Menschen ergangen ist, während wir eine Diskussion zulassen ob es richtig ist Seenotrettung zu betreiben. Wir sitzen in unseren Liegestühlen, trinken kühle Cocktails und lassen zu, dass die Liegennachbarn gerade darüber diskutieren, ob man das ertrinkende Kind im Pool nun retten solle oder nicht. Wem sich ernsthaft die Frage stellt ob wir Menschen helfen sollten, die sich in Lebensgefahr befinden, der muss Schwierigkeiten bekommen in dieser Gesellschaft. Hierbleibt bleibt es jenem unbenommen, dies im Rahmen der Meinungsfreiheit kundzutun, es ist dann viel mehr auch unsere Aufgabe im Rahmen unserer Meinungsfreiheit darauf adäquat zu antworten und sich zu fragen ob man mit diesem Menschen noch in irgendeiner Art und Weise zu tun haben möchte.

„Mit Sicherheit ist einer der größten Antriebe bei mir auch die politische Motivation dahinter, dass ich das einfach nicht hinnehmen kann und will, dass die tödlichste Außengrenze der Welt tatsächlich die Außengrenze Europas ist. Das wir dort Menschen wissentlich ertrinken lassen, obwohl wir Ihnen helfen könnten, dass kann ich als Mensch, als Kapitänin, als Europäer schlicht und ergreifend nicht akzeptieren“

Pia Klemp, Kapitänin im Interview mit FrauTV.

Interview mit Pia Klemp, Frau TV/ARD

Dieser Blogpost wird kontinuierlich aktualisiert und ergänzt werden. Geplant ist auch noch eine chronologische Zusammenfassung der Ereignisse. Es ist völlig ausgeschlossen, dass ausreichend viele Menschen sich intensiv mit den Vorgängen rund um die Iuventa befasst haben. Wir wären sonst längst gemeinsam auf der Straße.

Diese nicht ganz einfach zu verkraftende Video der New York Times verdeutlicht unter welch chancenarmen Bedingungen sich Menschen auf die letzte Chance Mittelmeer einlassen.

Seenotrettung unterstützen – Was kann ich tun?

Jeder Einzelne kann etwas tun und auch viele Kleinigkeiten können Großes bewirken. Und in all dem Wust dramatischer Nachrichten kann man sich zwar kein dauerhaft gutes Gefühl erkaufen, aber man kann fast nebenbei einen Beitrag leisten. Das ist oftmals leichter, als man denkt und ganz egoistisch betrachtet: Man speichert es als schönes Erlebnis.

  1. Dein nächstes Shirt könntest du hier kaufen. Deshalb: „Der Erlös der Produkte fließt in unsere Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer. Jeder Mensch verdient die Rettung aus Seenot! #rettemit“ Quelle, DirAction.
  2. Eine sehr bequeme Art die Seenotrettung finanziell zu unterstützen bietet die Crowdfunding Aktion von „Jugend rettet“ auf Betterplace.org. Es gibt dort sowohl die Möglichkeit einer regelmäßigen Dauerspende und du kannst selbst über die Höhe der Zuwendung für Betterplace.org entscheiden. Die Daten für das Einrichten eines eigenen Dauerauftrags oder für die Überweisung einer Einmalspende findest du hier.
  3. Du kannst die Geschichte der Iuventa und Ihrer Crew verbreiten. Etwas weiter unten in diesem Blogpost findest du eine Linksammlung rund um den Fall und hier findest du für alle Fans der CDU/CSU eine ausführliche Pressemappe als pdf. mit allen Informationen rund um die Organisation selbst, die Beschlagnahmung der Iuventa10, den konkreten Forderungen von „Jugend rettet“ und Wege zu weiterführendem Detailmaterial. Aufmerksamkeit ist insbesondere wichtig, damit möglichst viele Menschen sehen und verstehen, welches Spiel die EU, aber auch die deutsche Regierung Salvini hier treiben lässt.
  4. „Jugend rettet“ sucht in vielen Orten noch nach Botschaftern und Unterstützern. Menschen, die als Freiwillige. Als offizieller Repräsentant erhältst du unterstützendes Material für Informations- oder Spendenveranstaltungen.
  5. Du kannst Teil der ehrenamtlichen Crew werden. Keine Sorge, du musst nicht zwingend schiffstauglich sein um „Jugendrettet“ unterstützen zu können. Welche Positionen ehrenamtlich zu besetzen sind, kannst du hier erfahren.

Linksammlung zum Fall Iuventa:

Die Zeit fasst die Geschehnisse seit dem 10.09.2016 zusammen, dem ersten Aufeinandertreffen der Iuventa-Crew und Pietro Gallo, dem Zeugen und Spitzel Salvinis, der das heutige Strafverfahren auslöste. Zeit Online, 08.Mai 2019

Interview mit Hendrik Simon, ehemaliges Crew-Mitglied in Funktionen als Einsatzleiter oder auch Informatiker, u.a. auf der Iuventa und der SeaWatch III. Neues Deutschland vom 01.06.2019.

Interview mit Pia Klemp, Kapitänin der Iuventa zum Zeitpunkt der Festsetzung in Italien. Hinz und Kunzt, 29.05.2019

Retter oder Schlepper? Zeit Online erläutert die Brisanz des Falls und geht auf die vorliegenden Beweise ein. Zeit Online, 09.08.2017

Das unsichtbare Sterben der Kinder, ZeitOnline, 28.06.2019

Seenotrettung ohne Schiffe, TAZ, 24.06.2019

Private Seenotretter sind doch Schlepper! Man muss die Menschen einfach alle zurückbringen! Der Pull-Faktor lockt noch mehr Migranten nach Europa. Da kommen ausschließlich junge Männer. Der Volksverpetzer hat mit den häufigsten Falschaussagen rund um die Seenotrettung aufgeräumt.

Maximilian Pichl studierte Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und fasst in diesem Thread die wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um den Pull-Faktor zusammen.

Relegation ist super. Warum abschaffen?

Relegation! ich bin Fan. Ich gestehe. Ich bin großer Anhänger der Relegation. Ob Vereine in zwei einzelnen Spielen für ihre Saison belohnt oder bestraft werden ist mir egal. Zumal diese ja vorab mehr hätten leisten können um diesen Entscheidungsspielen zu entgehen. Grundsätzlich mag ich die Kombination aus Hin- und Rückspiel mit einer konkreten Entscheidung und das gilt für die Relegationsspiele, sowie auch für die internationalen Spiele im Europapokaaaaaaaaaaal. Spiele bei denen es wahrhaftig um viel geht. Alles oder nichts, Sekt oder Selters. Das ist doch großartig.

Relegation abschaffen? Auf keinen Fall!

Ich bin groß geworden mit Spartak Moskau oder Berliner FC Dynamo (Burgsmüller, hach) gegen Werder Bremen, den Wundern von der Weser. Die Geschichte, dass Manni Burgsmüller nach einem 0-3 im Hinspiel, vor dem Rückspiel vehement gegen die Kabinentür der Berliner trommelt und „Kommt raus ihr feigen Schweine“ brüllte, um im Anschluss tatsächlich mit einem fulminanten 5-0 das Spiel zu drehen, ist für mich noch heute einer der schönsten Fußball-Anekdoten aller Zeiten. Ich kann auch die Argumentationen der Superliga-Befürworter nicht verstehen, dass man die Super-League oder wie auch immer die Liga der Champions zukünftig heißen mag, gutheißt, weil es dann so viele Spiele, analog Liverpool-Barcelona gäbe. Spiele, die Erinnerung bleiben sind in der Regel Spiele bei denen es zu mehr als einer Entscheidung bezüglich Punkten oder Sieg bzw. Niederlage kam. Ein Weiterkommen, ein Finalsieg, ein Einzug in die Runde der letzten Vier oder eben ein Aufstieg und selbst wenn dieser über die Relegation zu Stande kommt. Ähnlich bleibende Erinnerungen schafft ohne ergänzendes Rückspiel wohl nur der DFB-Pokal oder eben entscheidende Meisterschaftsspiele, aber wer erinnert sich schon an besondere Siege am 13. Spieltag einer Bundesligasaison, wenn es nicht Siege waren, die ihre Brisanz aus regionaler Nähe ziehen? Es gibt mittlerweile so viele Spiele von eher niedriger Relevanz, wenn man nicht gerade Fan einer der beiden Kontrahenten ist oder so dermaßen schnell auf Entzug ist, dass auch Wanne Eickel gegen Lotte, live auf Sport1 das Herz erfreut und den täglichen Schuss Fußball sicherstellt. Die Super-Liga wird Barcelona-Bayern und Liverpool-Real Madrid so oft als belangloses Gruppenspiel durchkauen, dass es als neutraler Beobachter, fern von Taktik-Interessierten, genau so nervig wird, wie dieser mittlerweile recht künstlich hochgehaltene Germanico, Classico, dem Kampf der deutschen Giganten, BVB-Bayern. Für mich wahrlich kein Leckerbissen mehr, aber wir sind da auch nicht zwingend repräsentativ. Im TV schauten wir in den letzten zwei Jahren drei bis vier Fußballspiele live.

Die Wochenendrebellen in der Relegation.

Relegation 358x300 - Relegation ist super. Warum abschaffen?
Holstein Kiel gegen den KSV Hessen Kassel, Endstand 2-0

Heute vor sechs Jahren waren Jason und ich bei einem Hinspiel der Relegation. Unser Heimatverein, der KSV Hessen trat an in Kiel und nach spätestens zehn Minuten erkannte man deutlich, dass es hier schon jetzt einen Klassenunterschied gibt. Zu keiner Sekunde schien der Sieg der Kieler gefährdet und einzelne Spieler ließen schon damals erkennen, dass die damalige vierte Liga nicht den Zenit ihrer Karriere darstellen wird. Insbesondere Patrick Herrmann fiel auf, wie er dort auf der rechten Seite quasi jeden Kasseler wegpflügte, der es wagte mit Ball über die Mittellinie zu gelangen um dann auch gleich mit einem einzigen Pass eine gefährliche Gegenaktion einzuleiten. Er begleitete Kiel noch einige Jahre und spielt heute für Darmstadt 98.

So, kurz vor Mitternacht dürft ihr heute mal an mich denken. Da gab es Pizza und ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich deren Verzehr mal so vehement versuchte zu verhindern, wie an diesem Tag. Am 29.05.2013 entschied sich ein ein Duell in der Relegation schon im Hinspiel und am Abend verlor ich so ziemlich das letzte Mal eine Auseinandersetzung mit Jason, wo ich die Taktik Aussitzen anwandte. An diesem Abend habe ich viel gelernt und deshalb nahm ich diesen Ausflug auch mit ins Buch als Kapitel 2, welches wie folgt beginnt:

»Die Scheiße kannst du alleine fressen.« Das war die Reaktion im ICE 882 nach München. Der wirklich nette Kellner hatte meinem Sohn die Tomatensoße nicht in einem Extra-Schälchen serviert, sondern sie direkt über die Spaghetti gegeben. So, wie er das vermutlich zehntausend Mal im Jahr bei anderen Gästen auch macht. Und die fünf Mal, wo einer seiner Gäste den Wunsch äußert, die Soße zu den Nudeln extra zu erhalten, vergisst der Kellner vielleicht leicht. Eigentlich ist das nichts Dramatisches. Für meinen Sohn stellt dies aber die denkbar schlimmste Situation dar, denn die Nudeln können so jetzt nicht gegessen werden. Sie dürfen aber auch nicht zurückgegeben und neu zubereitet werden. Dann wird nämlich dieses Mahl, welches eigentlich sein Essen war, weggeschmissen. Das geht nicht. Es darf nichts weggeschmissen werden, was ihm gehört oder für ihn bestimmt war. Das ist eine Regel. Die Portion darf auch niemand anders essen, denn es ist ja seine, und erst wenn er gesättigt ist, entscheidet er über den weiteren Umgang mit eventuellen Resten. Denn er gibt nie etwas ab und er teilt auch nie.

Relegation aktuell

Union Berlin in der Bundesliga ist natürlich großartig. Es schafft gegen Hertha Spiele mit Relevanz auch außerhalb der Fanlager und für Jason verfügen Sie noch immer über die spektakulärste Anzeigetafel im deutschen Profifußball und über den einzigen wissenschaftlich geprägten Fangesang. Ich mag Union sehr auch wenn das Kommando Köpenick mir im ICE mal die Fresse polieren wollte und das Stadion für regelmäßige Anreisen eher ungeeignet ist, sollte sich Jason tatsächlich mal für die Unioner entscheiden und eine Dauerkarte fällig werden. Mit dem VfB verliert die erste Liga aber einen Verein, der von den Gäste WCs einen Blick aufs Spielfeld erlaubt und das ist bei weitem nicht alles, warum ich den VfB gerne mag. Aber nun denn, aus objektiver Rebellensicht ist die 2.Liga sowieso um ein Vielfaches attraktiver als die erste Liga, so dass man auch wiederum traurig sein könnte, dass Union diese Liga verlässt und man den VfB freudig willkommen heißen mag. Ihr seid dann nächstes Jahr, wenn meine Fortuna der besten zweiten Liga aller Zeiten wieder ihre Ehre erweist, sicherlich wieder oben. Und nach Wiesbaden ein herzliches willkommen. Nicht vergessen! Niemals erste Liga.

Fünfundzwanzigtausend Dank

Es ist vollbracht. Nach 12800 Zugkilometer hörten ca. 2200 Zuschauer unsere insgesamt 108 Stunden Lesungen, davon. ca. 46 Stunden Fragerunde. Die kürzeste Lesung fand vor 4 Zuschauern auf einem Marktplatz im Regen mit einer Dauer von 35 Minuten statt und sollte abgesagt werden, was Jason nicht akzeptierte. Die längste Lesung mit über 4 Stunden in ca. 100 Meter Höhe im Panoramaraum der Sportschule Wedau, die gemütlichste Lesung mit Wohnzimmer-Feeling und Pizzaduft im Fanprojekt Erfurt, Premierenlesung im Stadion am Bieberer Berg, Rasenduft beim Lesen nach Spielschluss in der Kurve beim SV Babelsberg, sehr berührendes Veranstalter-Feedback in Deutschlands schönster Fußballkneipe, dem Stadion an der Schleissheimer Straße und auch im Strobels am Westfalenstadion, unnötiger aber herausragender VIP-Service mit Malzbier und allem Drum und Dran in Berlin, im Haus der Fußballkulturen, Lesung mit Nachtwanderung durchs Stadion in Braunschweig, tränenlachende TV-Teams in Köln und in Fürth. Technik-Support, wie bei AC/DC in Hannover, Duisburg, Kassel und beim FSV Frankfurt. Wir lasen in historischen Gebäuden in Leipzig und Oldenburg und traten in einer picke-packe vollen Bahnhofshalle in Iserlohn-Letmathe auf. Ein auf vielen Ebenen irrsiniger Ritt, der mir aber auch Mut machte. Unglaublich wie viel Unterstützung man erhält, wenn man für eine gute Sache unterwegs ist.

Geplant waren ursprünglich drei oder vier Lesungen und auf den Veranstaltungen selbst erklärten wir zuletzt auch immer ein wenig, wie das alles mal wieder eskalierte. 2014 mussten Jason und ich erstmals über den Tod sprechen. Unangenehme und komplizierte Themen können mit Jason ganz hervorragend diskutiert und besprochen werden, sofern man damit umgehen kann, wie sachlich und nüchtern er sich mit Thematiken auseinandersetzen kann.

Er sorgte sich, wie das einmal sein wird, wenn Papa und Mama einmal nicht mehr da sein werden, doch es ging im Schwerpunkt um die auszufüllenden Funktionen, die er aktuell klar zugeteilt bei uns sieht. Da war keine Angst vor der Trauer spürbar seine Eltern nicht mehr da zu haben, sondern zunächst einmal der Wunsch nach Klärung, wer denn dann die Garderobe morgens auswählt und zurechtlegt und all die Dinge erledigt, die Jason nicht selbständig kann. Es ist immer wieder schwierig Menschen zu erklären, dass der junge Mann, der sich auf dem Weg in die physikalische Grundlagenforschung befindet, der mehrere Stunden frei vor Publikum über unsere Abenteuer referiert, der ganze Tage alleine in einer Stadt verbringen kann, nicht in der Lage ist sich morgens eine Hose alleine auszusuchen und an vielen Dingen des täglichen Alltags scheitert, die für einen Großteil der Menschen Banalitäten darstellen. „Der muss halt einfach mal……“, „Der stellt sich aber an…..“, „Er muss doch nur…..“ Alle Sätze, die so beginnen, enden mit Unsinn. Wenn Jason mir verspricht, dass er etwas nicht kann erübrigt sich jede Diskussion. Bei einer unsichtbaren Behinderung kann und muss ich da auf ihn vertrauen. Das ist für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar, gleichzeitig würde aber nie jemand auf die Idee kommen einem blinden Menschen raten sich mehr anzustrengen um sehen zu können. Es ist schwierig, zumal unser Schwerpunkt im Buch und auch auf Lesungen nicht die Defizite sind, die Jasons Behinderung mit sich bringt.

Jason wurde rund um das Thema Tod erst recht sichtlich nervös als ich ihm der Illusion berauben musste, dass seine Schwester sich in Zukunft um all die funktionalen Lücken kümmern würde, die Mamas und Papas Ableben verursachen könnten.

„Wie soll ich in so einer chaotischen Welt denn alleine klarkommen?“

Ich bin mit Versprechen aus nachvollziehbaren Gründen vorsichtig geworden und doch bin ich sehr dankbar, dass Versprechen diesen fast schon heiligen Status in unserer Familie haben. Wenn Jason heimkommt und mir auf die rechte Hand verspricht, dass er heute in der Schule geschubst und mit Steinen beworfen wurde, dann muss ich an dieser Aussage nicht zweifeln. Ich weiß, dass er das zu 100% so wahrgenommen hat und wir können uns direkt um die Klärung kümmern. Manchmal kommt dabei raus, dass das Schubsen nur dem Läuten der Schulglocke und dem gleichzeitigen Gang zur Garderobe von 30 Schülern geschuldet war, aber es spielt keine Rolle, ob es absichtliches Schubsen war oder nicht. Das Problem, bei dem es keine Rolle spielt ob es ein Problem für andere ist, muss gelöst werden und ich weiß, dass es eines für Jason war, denn er hat mir die rechte Hand darauf gegeben.

Versprechen dienen aber nicht nur der Wahrheits- bzw. Wahrnehmungsfindung, sondern Sie können auch für sofortige Beruhigung einer drohenden Eskalation sorgen. Schrie Jason mich bis vor ein paar Jahren noch mit „Lös das Problem!“ an, wenn er vor einer Hürde oder einem Hindernis stand. Er weiß heute, dass ich ihm nur verspreche Probleme zu lösen, wenn ich garantieren kann, dass dies auch funktioniert. Jason war immens unruhig, wie eigentlich immer wenn Zukunftsszenarien aufploppten, aber nicht geklärt sind und so versprach ich ihm, dass es zwar noch einige Jahrzehnte Zeit dauert bis Mama und Papa einmal nicht mehr da sind, aber das bis dahin die Welt ganz sicher eine bessere ist.

Der globale Trend seit 2014 spricht gegen mich. Brexit, Trump, Italien, Ungarn, Österreich, Polen, Nordkorea, Brasilien, und dann haben wir noch nicht einmal vor der eigenen Haustür gekehrt. Das hat auch Jason bemerkt seit er sich auch mit politischen und gesellschaftlichen Themen intensiver auseinandersetzt.

„Wir können doch nicht die Welt besser machen.“- „Natürlich, wer denn sonst?“

Ich schlug ihm vor, dass wir die Welt besser machen könnten in dem wir auf den geplanten Lesungen um Spenden bitten auf die nächsten Tausend Euro aufrunden und mit dem Geld die Arbeit einer Organisation unterstützen, die die Welt nachweislich besser macht.

Jason war einverstanden. Wir suchten nach einer Organisation deren Arbeit, die Welt nachhaltig verbessert. Analog zum Buch wollten wir uns eher im Kontext Fußball, als im Bereich Autismus bewegen und so landeten wir natürlich sehr schnell bei der herausragenden Arbeit der Neven-Subotic Stiftung. Jason war zutiefst entsetzt, dass Menschen, besonders häufig Mädchen in seinem Alter und jünger, nicht in die Schule gehen können, weil sie mehrere Stunden am Tag mit der Wasserbesorgung beschäftigt sind und das täglich tausende Kinder an den Folgen des mangelnden Zugangs zu sauberem Wasser starben. Das war für ihn schlichtweg nicht zu begreifen. Er verstand nicht, wie das passieren konnte und warum nicht mit Hochdruck daran gearbeitet wird dieses Problem zu beseitigen.

Die ersten Lesungen vergingen und Jason zeigte sich unzufrieden über die Spendenhöhe. Wie es denn sein könnte, dass Tausende Menschen für Mario Barth Geld ausgeben, aber zu seinen Lesungen nur so wenige Menschen kommen und so verhältnismäßig wenig Spendengeld dalassen. Ich muss zugeben, dass mir bei diesem Beispiel ein wenig die Argumente fehlten, ich im Umkehrschluss aber auch überrascht war, dass zu einigen unserer Lesungen über 100 Menschen kamen und nur selten sich weniger als 60 Zuhörer die Zeit nahmen. Auch die Spendenhöhen nahm ich im Schnitt eher als beachtlich hoch wahr.

Ich habe mich von seinem Herzblut und Engagement ein wenig blenden lassen und deshalb überwog zunächst der Stolz die Verärgerung, als er ohne Rücksprache mit mir auf einer Lesung dem anwesenden Journalisten mitteilte, man wäre nun auf Lesereise bis man 10.000 € für die Finanzierung eines Brunnens beisammen hätte. In Anbetracht der Unkosten, die uns für eine Lesung entstanden, wir zahlten Anreise, Übernachtung selbst und verzichteten auf Honorare oder Aufwandsentschädigungen, vor allem aber auf Grund der Tatsache, dass diese Kosten auf den ersten Lesungen zumeist höher waren als die Spendensumme, eine durchaus heikle Zielsetzung. In Dortmund erhöhte Jason noch einmal auf 25.000 €, da er erfuhr, dass mit einem Brunnen alleine, ohne sanitäre Anlagen Mädchen noch immer nicht zur Schule gehen können. Wir verständigten uns im Anschluss, dass nach den Lesungen in den geplanten Städten für mich Feierabend ist und er sich selbständig um eine evtl. Schließung der Lücke bis zu den 25.000 € kümmern muss. Er stimmte zu und macht sich seitdem eine Menge Gedanken und ist fleissig.

Nun sitze ich hier und der Kontostand unseres Spendenkontos bei der Neven Subotic Stiftung zeigt 25.591,57 € an. Wir haben es tatsächlich geschafft. Jason hat wieder einmal mehr Recht behalten. Als wir für den Grimme Online Award nominiert wurden, nervte er mich regelmäßig Wochen vor der Veranstaltung, wer denn von uns beiden die Siegerrede auf der Bühne halten würde. All mein Einreden auf ihn, all meine Versuche die Erwartungshaltung runter zu schrauben half nichts. Er hatte keinerlei Zweifel, dass wir dort gewinnen und er behielt Recht. Als er eine zwanzigtägige Zugreise durch Osteuropa plante und zehn verschiedene Länder bereisen wollte, dämpfte ich seine Erwartungen um körperlich etwas ausgelaugt aber mit zehn Länderpunkten im Gepäck am 20.Reisetag wieder zurückzukehren.

Im Sommer 2018 übermittelte er mir die Termine für die verschiedenen Etappenwettbewerbe von „Jugend forscht-Schüler experimentieren.“ Mit der Information, dass wir zu diesen Terminen keine Lesungen durchführen können, denn wenn die Jury sein Projekt versteht, dann würde er ohne jeden Zweifel alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Ich lachte. Zumindest bis zu dem Tag, wo ich die Lesung in Rostock und Düsseldorf verschieben musste und mir der Leiter der Forschungseinrichtung auf dem Landeswettbewerb mitteilte, dass Jason sowieso gewinnen würde, wenn die Jury sein Projekt versteht und das er es gut findet, dass wir Jason für das Austauschprojekt mit dem Forschungszentrum in Peking angemeldet haben. Wir hatten ihn nicht angemeldet. Dies hat er selbst getan. Jason überrascht mich, er fordert mich, er bringt mich zur Weissglut und er hat eine erdende und gleichzeitig motivierende Wirkung, aber ich kann auch sehr gut verstehen, wenn man unser Handeln nicht immer nachvollziehen kann.

Als im vergangenem Jahr Jens W. von der Volksbewegung Niedersachsen, ehemals Freundeskreis Thüringen über einen Zeitungsartikel auf uns aufmerksam wurde, sich über eines unserer Shirts auf den Bildern echauffierte und unsere Bilder und Kontaktdaten in braunen Kreisen teilte, war Jason derjenige, der am coolsten blieb und hartnäckig einforderte sich keinesfalls einschüchtern zu lassen. Da kann man als Vater schon auch mal am eigenen Verantwortungsbewusstsein zweifeln. Hab ich auch. Sehr sogar. Niemals zuvor haben wir so viel „Feedback“ erhalten, wie in diesen folgenden doch sehr belastenden Tagen.

„Wie Jason wohl ohne Papa klarkommen wird?“

„Eine Endlösung für Autisten. Das fehlt.“

„Ihr seid fällig. Veranstaltungstermine.Wie praktisch.“

„Dich und deine kleine Familie zu finden wird ein Kinderspiel. Alles weitere auch.“

Wir besprachen sehr sachlich, wie wir damit umgehen, klar war aber auch, dass ein Rückzug, Schweigen und weniger oder kein Engagement mehr, genau den Zweck erfüllt, den Nazis erreichen wollten. Sie wollen Angst verbreiten, was Ihnen auch gelang, aber diese Angst soll auch destruktiv wirken, sie soll lähmen, einschüchtern und Engagement und positive Bewegungen verhindern. Dies gelang Ihnen nicht. Auch weil Jason hartnäckig ein positives Ende unserer Lesereise einforderte und er verdammt überzeugend sein kann.

„Hast du keine Angst?“, fragte ich ihn.

„Natürlich habe ich Angst, aber noch mehr Angst habe ich, dass ich nie wieder schlafen kann, wenn wir jetzt einfach aufhören, weil uns irgendwelche rechten Arschlöcher drohen.“

Wir hatten uns als multikulturelle Familie sowieso schon der aktiven Beteiligung an einem Umvolkungsprozess schuldig gemacht, so dass fortan ein Appell an alle den Arsch aus der Wohlfühlzone zu wuchten und sich noch stärker mit anständigen Menschen zu solidarisieren, betroffene Menschen aktiver zu schützen, die Augen offen halten und das Maul aufzumachen, den Abschluss unserer Lesungen darstellte.

Und nun geht es erst einmal weiter. Düsseldorf, Tirol, Bünde, Karlsruhe, Hannover und Plüderhausen stehen noch für Lesungen an. Wie man sieht gehts jetzt auch in die Metropolen. Eine Abschlusslesung soll es auch noch geben und evtl. noch einen Livestream-Lesung, die wir an eine Firma gegen Spende verkaufen. Jason hat für die Abschlusslesung sehr konkrete Vorstellungen und erwartet u.a. mindestens ZSK als Pausengast, damit sie „Herz für die Sache“ spielen, ökologische Pyrotechnik, der vier Stunden Rekord soll gebrochen werden und es sollen mehr Zuhörer kommen als Mario Barth je Gäste hatte. Ich werde mich hüten komplett alles als Unsinn abzutun und freue mich, wenn er auch bei unseren nächsten Projekten grinsend vor mir steht und sagt: „Siehst du, wir können alles schaffen.“

In aufrichtig tiefer Dankbarkeit allen Spendern und Lesereise-Unterstützern gegenüber.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

P.S. Auf der Lesereise haben wir auch ein sechs-minütiges Video aus den letzten Jahren unserer Stadionabenteuer-Tour gezeigt. Hier nun auch via Youtube.

[embedyt] https://www.youtube.com/watch?v=7OqL5VeXATM[/embedyt]

#RR59 Dunkle Materie und Dunkle Energie

In diesem Blogpost fasse ich mal alles zusammen was ich aus dieser Folge gelernt habe.

Viel Spaß beim Hören.

#RR58 Matrix-Schwimmen mit den Börsen Onkelz

Bis 0:00:55 Intro

02 Schwimmen Böhse Onkelz Matrix 716x600 - #RR58 Matrix-Schwimmen mit den Börsen Onkelz

0:00:55

In der Einleitung des 2.Wochenendrebellen-Wochenrückblicks sprechen wir über das Schwimmen lernen, über Kotze, über die bevorstehende Lesung in Hamburg und klären warum wir Sonntag Früh um 05:00 Uhr aufgestanden sind. Außerdem gibts ein paar Details rund um die Blogübergabe.

0:37:15

In unserer Filmbesprechung geht es um „Matrix.“ Welche Pille würde Jason nehmen? Was ist die Matrix nun genau? Was sollen die biblischen Anspielungen? Warum Jason Teil II und III nicht schauen möchte? Welchen Rollen-Charakter mag Jason am liebsten und wir diskutieren die Löffelszene. Fragen, die uns beschäftigen und wo uns euer Blickwinkel interessieren würde:

  1. Sollte man Matrix Teil II und III gesehen haben?
  2. Wie interpretiert ihr die Löffelszene?
  3. Rot oder blau? Welche Pille hättet ihr gewählt.

1:22:30

In der Klage der Nation beschäftigen wir uns mit einer Band. Wer sind die Börsen Onkelz? Nun ja, es geht um die Böhsen Onkelz. Wir haben mit der nicht ganz ernst gemeinten Planung für unser Wochenendrebellen-Festival begonnen. Wir planen mit ca. 120.000 Zuschauern und kümmern uns um das Line up. Alle Bands bei denen Jason sicher ist, dass es Ihnen auch eine Ehre ist für die Finanzierung von zehn weiteren Brunnen für die Neven Subotic Stiftung gratis auf unserem Festival aufzutreten, haben wir in diese Spotify-Playlist gepackt. Bedingung ist, dass von jeder Band zunächst nur ein Song in der Playlist landet. Nachdem Jason und ich unsere Lieblingsbands abgegrast hatten, haben wir eine offene Playlist angelegt in der uns unter anderem die Böhsen Onkelz vorgeschlagen wurde, was nicht jeder gut fand und uns unter anderem vorgeworfen wurde, wir würden unserer Verantwortung nicht gerecht werden, wenn wir Vorschläge dieser Art nicht sofort löschen. Wir sprechen über die Band, Jason schildert warum er den Song „Deutschland im Herbst“ mag und ich beichte ihm, wo ich eine Woche vor seiner Geburt war. Auf einem Konzert mit über 100.000 Menschen. Und es war das Konzert einer Band, die mir mal viel bedeutet hat.

Wochenendrebellen Festival 600x600 - #RR58 Matrix-Schwimmen mit den Börsen Onkelz
Du nutzt Spotify? Dort kannst du entweder den Radiorebell hören oder noch viel besser: Weitere Vorschläge für unser Wochenendrebellen-Festival in unsere offene Playlist packen.

2:09:20

Die spektrografische Minute beschäftigt sich mit der geplanten Mond-Mission, 2022 den Mond zu umkreisen und 2024 auch wieder auf dem Mond zu landen.

2:02:05

Jason berichtet von seinem Treffen mit dem chinesischen Bildungsminister.

Unser Malzbier trinken wir auf Michael, der uns auf Steady unterstützt. Vielen Dank!

#RR57 Fahrradhelm-Inception beim 1.FFC Frankfurt

Wir stellen den Radiorebell-Podcast ein wenig um.

Zukünftig veröffentlichen wir zwei Formate innerhalb unseres Podcasts Radiorebell. Um beide Formate zu hören braucht man nichts weiter als sich einen Podcatcher für sein Mobiltelefon zu laden und den Podcast Radiorebell zu suchen und zu abonnieren. Eine Auswahlhilfe erhält man über den Abo bzw. Subscribe-Button hier im Blog. Es wird vorerst keine Trennung der Formate geben. Solltre das irgendwann mal gewünscht sein trennen wir die Feeds ggf.

Im Wochenendrebellen Wochenrückblick, kurz #wrwr, quatschen wir über unsere ganz persönlichen Erlebnisse der vergangenen Woche, besprechen einen Film, den wir gemeinsam gesehen haben und in der Rubrik Klage der Nation, besprechen wir ein Thema, dass eigentlich kein Thema sein sollte, absurd viel Aufmerksamkeit erhalten hat oder es aus anderen Gründen auf die Titel der Boulevard-Blätter und in die Trends der sozialen Medien geschafft hat.In allen anderen Radiorebellfolgen widmen wir uns den Themen aus der Losbox und besprechen dann aber auch ausschließlich das für diese Folge vorgesehene Thema.

Die Wochenrückblickfolgen werden separat durchnummeriert. Hier eine übersicht der Themen von Folge 1.

Wochenrückblick #wrwr01- Über Fahrradhelme, Inception und ein wenig Frauenfußball.

01 Wochenendrebellen Wochenrückblick 01 Facebook 716x600 - #RR57 Fahrradhelm-Inception beim 1.FFC Frankfurt

Um das Intro zu überspringen den Podcast bei Sekunde 55 starten.

0:00:55

Update Jasons Projekt zum Thema Chaos-Forschung und Erklärung zum neuen Podcast-Aufbau und zu den einzelnen Rubriken innerhalb des Wochenrückblicks.

0:09:22

Wir sprechen über unsere Lesung und unseren Besuch beim vfbfueralle.de.

0:26:12

Unser erster Besuch beim Frauenfußball. Wir waren beim 1. FFC Frankfurt gegen FC Bayern München.

0:43:53

Filmbesprechung- Wir sprechen über Inception

1:10:00

Klage der Nation.

Retten Helme leben?

Wie darf man so eine Kampagne bewerben?

Gibt es sinnvollere Kampagnen im Radfahr-Kontext?

1:35:00

Spektrografische Minute

Space Ex: Neuer Testflug zur ISS

1:39:00

Charlotte ist unsere neue Unterstützerin auf Steady und hat sich eine Folge gewünscht in der Jason und ich unsere Bucket List vorstellen. Inspirierende Ideen, eure Bucket List Highlights oder auch eure Gründe warum Bucket Lists sinnlos sinn gerne als Kommentar unter diesen Post.

#RR56 Klimawandel

0:00:00 – 0:00:55 Intro

0:00:55 – 0:09:25 Aufbau des Radiorebell-Podcasts

Ursprünglich zogen wir ein Thema und sprachen darüber im Podcast. Es folgte die spektrografische Minute als fester Bestandteil und ausufernde Besprechungen dessen was in der jüngeren Vergangenheit so geschah ließen unsere Folgen schnell unübersichtlich werden. Feste Bestandteile unserer zukünftigen Folgen sollen zukünftig auch eine kurze 10-15 minütige Filmrezension sein und in der Klage der Nation beschäftigen wir uns mit Themen, die keine Relevanz haben dürften.

0:09:25 – 0:23:15 Twittersperre

Ich wurde mal wieder von Twitter gesperrt. Dumm aber nicht zu ändern. Nach den 24 h Pause beim letzten Mal, gibt man mir nun 7 Tage darüber nachzudenken ob es richtig ist es zu bedauern, dass man jemandem seine rechtsradikale Einstellung nicht aus dem Hirn prügeln kann. Spoiler: Ja, es war richtig. Wer auf Twitter Aussagen treffen darf, dass der Umgang mit behinderten Menschen in der NS-Zeit auch sein Gutes hatte und keinerlei Restriktionen durch Twitter erhält, wenn man trotz menschenverachtender Äußerungen keinerlei Konsequenzen zu fürchten hat, wenn systematische Hass und Hetze funktioniert wenn man den gebrauch einzelner Worte vermeidet, wenn persönliche niederträchtigste Angriffe keine Frage der Aussage, sondern nur der Formulierung sind, dann soll dem so sein. Beim dritten Mal wird mein Account dauerhaft gesperrt. Wir sprechen über die Sperre und Jason gibt mir Tipps, wie man mit Rechtsradikalen im Netz umzugehen hat.

0:23:15 – 0:41:44 #fridaysforfuture

Jason hat am vergangenem Donnerstag von der Schulleitung mitgteilt bekommen, dass die Teilnahme an den #fridaysforfuture Demos strikt untersagt ist. Er empfand dies als einen guten Zeitpunkt sich an den Freitags-Demos zu beteiligen. Wir sprechen über Jasons Engagement und warum er von der Schule enttäuscht ist.

0:41:44 – 1:49:00 Klimawandel

Unser Hauptthema. Jason versucht mir die Kipppunkte zu erklären und wir konzentrieren uns auf die tatsächlichen Fakten. Er ordnet zudem die Rollen der Parteien im Kontext Klimawandel ein und wir versuchen konkrete Lösungen zu erarbeiten. Ausserdem sind wir unterschiedlicher Meinung zu Greta Thunberg und wir klären ob Windräder für die Stürme an der Nordsee verantwortlich sind.

1:49:00 – 1:56:00 Klage der Nation- Sanés Klamotten

Darf man Klamotten für 25.000 € tragen? Wann ist ein Skandal ein Skandal? Trotz der Kürze für mich unerwartet erkenntnisreich.

1:56:00 – 2:14:00 Filmbesprechung Breakfast Club

Wir haben uns Breakfast Club angeschaut und versuchen die Botschaft des Films zu ermitteln, stellen fest, dass wir auch dort recht unterschiedlicher Meinung sind und rätseln warum uns dieser Film empfohlen wurde.

2:14:00 Spektrografische Minute

Jason gibt einen Ausblick auf seinen neusten Blogpost und liest die frischsten Rezensionen über unseren Podcast und unser Buch.

Getrunken haben wir Almas Malzbier. Danke Alma.

Wochenendrebellen Facebook- Wie lange noch?

Facebook Wochenendrebellen! Achtung! Dies ist eine Warnung.

ich mag Facebook nicht, aber so richtig drumherum kommt man wohl auch nicht. Nur knapp 20% der einer Unternehmensseite folgenden Nutzer erhalten ein Posting wenn man es nicht monetär mit Facebook-Ads unterstützt. Die Informationsmacht über die Facebook mittlerweile verfügt, insbesondere wenn man Instagram und Whatsapp-Reichweiten und technische Screening-Möglichkeiten hinzuzählt sind gruselig.

Dieser Text hier geht automatisiert in regelmäßigen Abständen an unsere fast 5000 Wochenendrebellen Facebook Unterstützer, von denen es 20% lesen werden.

Grundsätzlich sitzen wir hier nicht und kontrollieren die ganze Zeit Reichweiten, Downloadzahlen, Blogaufrufe und den ganzen Statistikkram. Dazu fehlt uns die Zeit und die reine Anzahl ist uns auch in den meisten Fällen völlig Wurst.

Wochenendrebellen Facebook 716x600 - Wochenendrebellen Facebook- Wie lange noch?
Facebookabonnenten: 4676, Erreichte Personen:867

Es gibt gelegentlich Beiträge, wo wir uns eine größere Reichweite wünschen würden, oftmals geht es aber hauptsächlich darum Facebook als Kanal zu nutzen um euch über Lesungstermine und Neuigkeiten zu informieren.

Facebook entscheidet dann, je nach eurem Interaktionsumfang mit uns, ob euch die neue Information interessieren könnte und zeigt diese dann in eurem Stream an oder eben auch nicht.

Die Facebook Wochenendrebellen werden wie eine Unternehmensseite behandelt und immer wieder werden wir gebeten unseren Postings mit ein wenig Werbegeld zu mehr Reichweite zu verhelfen.

Ein Posting ganz sicher an alle Wochenendrebellenverfolger zu schicken würde uns ca. 15 € kosten, was natürlich absoluter Unsinn ist, wir im letzten Jahr aber trotzdem immer mal wieder gemacht haben um zum Beispiel gezielt in Städten auf unseren Lesungstermin hinzuweisen.

Es ist eben extrem ärgerlich, wenn du zwei Wochen nach einer Lesung in Stuttgart gefragt wirst, wann man endlich mal nach Stuttgart kommt, weil derjenige das Posting gar nicht sehen konnte. Ich will auch nicht jedes Posting mehrmals senden um sicherzugehen, dass alle Informationen wirklich ankommen. Das würde euch nerven und uns mehr Arbeit bereiten.

Es gibt zwar die Möglichkeit in den Facebookeinstellungen einzelne Seiten als gesonderte Favoriten zu markieren und damit die Wahrscheinlichkeit des Erhalts unserer Beiträge von Wochenendrebellen Facebook zu erhöhen, aber wir haben irgendwie auch nicht richtig Bock hier Youtuber-Töne anzuschlagen (DRÜCK DIE GLOCKE! DRÜCK DIE GLOCKE!).

Alternativen zu Wochenendrebellen Facebook

Wir haben uns daher vor einiger Zeit entschlossen einen E-Mail-Newsletter einzurichten mit dem wir ein bis zwei Mal im Monat zusammenfassend berichten werden, was so geschah und was demnächst noch so an spannenden Dingen passieren könnte. Wenn du hier deine E-Mailadresse angibst und „Subscribe“ anklickst erhältst du immer mal wieder per Mail die neusten Informationen, bis du dich ggf. wieder ebenfalls mit nur einem Klick wieder abmeldest.

Es ist für euch eine Möglichkeit unabhängig von irgendwelchen Algorithmen sicher und gratis für euch uns ohne Kosten für uns, Informationen zu erhalten, was wir so treiben. Da liegt noch ein wenig was an. So viel können wir schon versprechen.

Für Interaktion lässt sich natürlich weiterhin auch unsere Facebookseite nutzen, wer aber vielleicht auch mal eine Frage hat, die nicht zwingend die besagten 20% unserer Wochenendrebellen Facebook Verfolger lesen sollen, kann gerne unser Kontaktformular nutzen. Die Mails landen zielsicher bei mir und werden ggf. an Jason weitergeleitet.

#RR55 Chaosforschung

Jason hat am vergangenem Wochenende den Regionalwettbewerb “Jugend forscht“ in der Kategorie Physik gewonnen.

Vor etwas weniger als drei Jahren ist meine Frau mit Jason ins Schülerforschungszentrum gefahren um Jason dort bei in einem Physik-Kids-Club anzumelden. Jason saß quasi nur daheim und musste von Mami dauerhaft bespaßt und beschäftigt werden. Jasons wissenschaftliches Interesse war mit sechs Jahren schon so ausgeprägt, dass wir uns nur noch mit Fachmagazinen, wie Spektrum zu helfen wussten und ohne Unterstützung so gut wie nie Antworten auf seine Fragen parat hatten.

Meine Frau schilderte dem Leiter des Forschungszentrums Jasons Interesse und dieser bat um ein erneutes Erscheinen am Dienstag der Folgewoche, weil dann der Leiter des Kids-Clubs vor Ort wäre.

Jason schritt dann ein und fragte was denn da so gemacht wird, denn er bezweifle stark, dass man sich dort mit den Sachen beschäftigt, die ihn so interessieren.  

KP, so nennt ihn Jason heute war neugierig geworden und sein Interesse steigerte sich als der Zehnjährige vor ihm „Quantenphysik“ als besonderes Interesse angab und bat Jason ein wenig darüber zu erzählen.

Jason holte zu einem mehrminütigen Monolog über die Quantenphysik aus, der KP sichtlich beeindruckte, um aber sicherzugehen stellte er noch ein paar ergänzende Fragen zum Thema Quantenverschränkung, die Jason ebenfalls fehlerfrei beantwortete.

Im Anschluss war man sich einig, dass der Kids-Club nichts für Jason ist, er aber auch bedingt durch seinen Autismus nicht in einem Team mit mehreren Leuten arbeiten möchte.

Jason suchte sich ein eigenes Forschungsprojekt aus und entschied sich für das „Ordnung & Chaos.“

30 Monate und unzählig viele Arbeitsstunden später präsentierte Jason nun im Rahmen von Jugend forscht seine Zwischenergebnisse und die Sorge von KP und ihm, vielleicht verstände die Jury sein Projekt gar nicht, blieben unbegründet. Im Gegenteil. Die Jury lobte die fehlende Scheu sich in so jungem Alter einem so komplexen Thema zu widmen und ergänzte, dass die frei gesprochene fehlerfreie Präsentation der gesamten Thematik zeigte, dass sich da jemand Gedanken zu gemacht hat und das sie sich freuen zu sehen ob bis zum Landesentscheid ein weiterer Projektschritt gelingt. Was er da jetzt genau gemacht hat, was das Ziel des Projekts, welche Tipps ich ihm zum Thema Chaosforschung mit auf den eg gegeben habe und ob es für den Nobel-Preis reichen wird, haben wir in unserer neusten Folge Radiorebell besprochen.