Die Erfolge der Neven Subotic Stiftung

Im letzten Beitrag über die Neven Subotic Stiftung beschrieb ich die Arbeit der Neven Subotic Stiftung, was nachhaltig bedeutet und erklärte die Lage in der Tigray-Region im Norden Äthiopiens. Es gibt noch viel zutun, das ist im Grunde genommen die Moral des Artikels. In diesem Beitrag möchte ich jedoch auf die bisherigen Erfolge der Neven Subotic Stiftung eingehen. Tatsächlich hat sich der Zugang zu Trinkwasser in letzter Zeit nämlich verbessert.

Insgesamt hat die Neven Subotic Stiftung Projekte in 59 Gemeinden und 57 Schulen.

Die Neven Subotic Stiftung setzt sogenannte WASH-Projekte durch. WASH steht für Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene. Neben den 116 fertiggestellten WASH-Projekten sind derzeit 121 weitere Projekte in Bearbeitung. Die Trinkwasserquellen sollen mindestens 25 Liter pro Tag und Person bereithalten und nicht weiter als 1 Kilometer entfernt sein.

Die Neven Subotic Stiftung hat insgesamt 237 abgeschlossene und laufende Projekte.

Wobei ein Projekt nie wirklich abgeschlossen ist. Denn auch nachdem der Brunnen mit Pumpe gebaut ist, der die Menschen mit Wasser versorgt, ist die Arbeit noch nicht getan. Die Brunnen werden regelmäßig gewartet und die Schulungen der Menschen im Umgang mit Wasser fortgesetzt. So ist Neven jedes Jahr in Äthiopien und vergewissert sich nach dem Stand laufender Projekte, trifft aber auch die Bevölkerung der Gemeinden mit abgeschlossenen Projekten, wodurch ein langfristiger Kontakt entsteht.

Von den 116 fertiggestellten WASH-Projekten profitieren 49.440 Menschen in der Tigray-Region. Diese Menschen haben jetzt Zugang zu hygienischem Wasser ohne viele Kilometer täglich durch die Wüste laufen zu müssen und dabei mehrere Kilo schwere Kanister tragen zu müssen.  Zudem wissen diese Menschen wie sie mit Wasser umgehen müssen und wie sie den Brunnen in Stand halten. So wird vor Ort die Basis für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben gesetzt. Die Kinder müssen nicht mehr Wasser holen und können somit in die Schule gehen, irgendwann einen Beruf erlernen und den wirtschaftlichen Aufschwung stärken. Es gibt kein wirksameres Mittel gegen Krisen als Bildung. Durch die Verbesserung des Lebensstandards sinkt auch die Geburtenrate, die derzeit ein Hauptgrund für die Armut vieler Familien und des Landes überhaupt ist.

Außerdem gibt es in Schulen dann hygienische Sanitäranlagen. Dies sorgt dafür, dass sowohl Jungen als auch Mädchen die Schule besuchen können und auch die Frauen später eine berufliche Laufbahn anstreben können, was die Geburtenrate abermals dämpft und damit die Entwicklung des Landes fördert. Von der Gesamtanzahl der abgeschlossenen und laufenden Projekte werden 83.098 Menschen profitieren, die dann Zugang zu WASH haben werden. In der gesamten Tigray-Region haben 38% der Menschen Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen.

Durch den Zugang zu WASH steigt selbstverständlich auch die Lebenserwartung, die derzeit in Äthiopien ca. 65 Jahre beträgt. Das ist im Gegensatz zu den 80 Jahren in Deutschland gering, aber es geht rapide bergauf. 1960 lag die Lebenserwartung in Äthiopien noch bei 38 Jahren. Jemand der in Deutschland als junger Mann gilt wäre in Äthiopien also wahrscheinlich schon tot gewesen. Die niedrige Lebenserwartung in Äthiopien ist jedoch vor allem auf die hohe Kindersterblichkeit zurückzuführen. Doch auch hier ist ein positiver Trend zu verfolgen. 2007 gab es in Äthiopien von 1000 Geburten 99 Todgeburten. 2017 sind es nur noch 58,5 (Deutschland 3,8), was natürlich in seiner Höhe immer noch ein völler unhaltbarer Zustand ist. Schließlich vollenden in Äthiopien sehr viele Kinder das fünfte Lebensjahr nicht. Dem kann man entgegenwirken, etwa mit besserer Hygiene oder Impfungen. Zu all dem leisten WASH-Projekte ein Beitrag, denn Kinder die zur Schule gehen können irgendwann auch Ärzte werden, die die nächste Generation von Kindern versorgen. Die Arbeit der Neven Subotic Stiftung verbessert die Situation in Äthiopien also auf allen Ebenen. Dadurch, dass jeder Spendeneuro 1 zu 1 in ein Projekt fließt und sich neben Brunnenbau auch um Schulung mit Wasser und Wartung der Brunnen gekümmert wird. Insgesamt hat die Neven Subotic Sitftung für 50.000 Menschen nachhaltig Zugang zu sauberem Trinkwasser geschaffen. Dies gelang durch sehr effizientes Management. Jedes Projekt wird in vier Phasen eingeteilt. In Phase 1 finden die Partner der Stiftung vor Ort die beste Lösung, um den Brunnen zu bauen und Wissenschaftler identifizieren den Ort, an dem der Brunnen gebaut werden soll. In Phase 2 werden die Kosten ermittelt und die Spendengelder den jeweiligen Projekten zugeteilt. Dann werden die Partner vor Ort organisiert, die in Phase 3 dann aktiv werden, bis zum Grundwasser bohren und die Pumpe installieren. Die Gemeindemitglieder werden in den Bau mit einbezogen und so bereits am Anfang geschult. Phase 4 beschreibt alles was nach dem Bau des Brunnens geschieht und wird von der Neven Subotic Stiftung selbst als wichtigste Phase bezeichnet. In Phase 4 wird geprüft und dokumentiert. Es wird genau aufgezeichnet, welche Funktionen nicht erfüllt werden. Diese werden dann behoben. Außerdem wird die Anzahl der profitierenden Menschen verfolgt und das gewonnene Wissen als Basis für zukünftige Projekte genutzt. Die Stiftung ist sich bewusst, dass sie viel erreicht hat, doch es wird eingeräumt, dass es noch viel zu tun gibt. Die Stiftung ist als langfristiges Projekt konzipiert, welches auch Pläne für die Zeit nach Nevens aktiver Fußballkarriere hat – zu wünschen wäre es, dass bis dahin keine Stiftungen mehr notwendig sind, sie sich darum kümmern müssen, dass Menschen Zugang zu Wasser haben.

  

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