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Werteunion Klima Manifest

Werteunion Klima-Manifest 2020

Das Werteunion Klima-Manifest. Oder fangen wir mit der Werteunion selbst vielleicht an. Ein Haufen sich selbst für besonders wichtig haltender Konservativer mit angeblich fast 4000 Mitgliedern (Eigenaussage ohne Beleg) schafft es immer wieder in die Öffentlichkeit und nun auch in dieses Blog. Es sich zur Aufgabe machend den Weg für eine schwarz-braune Koalition mit der AfD freizuschießen, verliert man auf den Seiten der Werteunion und ihrer Mitglieder schon einmal schnell den Überblick und muss immer wieder prüfen, ob man sich nicht doch auf der Seite eines rechtsradikalen Netzwerks befindet. Die Wortwahl, die Bilder, es ist mir schleierhaft, wie man sich auch nur in der Nähe einer Partei bewegen kann, die das intern duldet.

Das Klima-Manifest 2020 der Werteunion beinhaltet einerseits so viel Unfug, dass ich nicht ein seriöses Medium fand, dass sich überwinden konnte, diesen Humbug überhaupt zum Thema zu machen, andererseits wurde das Netz vollgespült mit zahlreichen Verweisen von vermeintlich unabhängigen Schundseiten, die das Manifest teilen und positiv begleiten und somit der Eindruck entstehen könnte, dass da ein paar Herren endlich mal dieser linksgrünversifften Klimahysterie ein Ende setzen.

Wer verweist auf, verbreitet und unterstützt das Werteunion Klima-Manifest?

Zu finden ist das Manifest auf kaltesonne.de, von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt ehemaliger Vorstandsvorsitzender von RWE und bis Ende letzten Jahres Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Forschung, die sich auf Grund seiner klimapolitischen Aussagen von ihm trennte.

Natürlich ist auch EIKE wieder vorn dabei, wenn es um Klimawandelleugnung geht.

Auch Vernunftkraft Hessen bejubelt das Werteunion Klima-Manifest. Hier ist Rolf Zimmermann laut Impressum verantwortlich. Herr Zimmermann verbringt seine Freizeit gerne in geplanten Windanlagen-Regionen um eventuell einen Schwarzmilan zu erspähen, der eine Klage gegen den Bau der Windkraftanlage aussichtsreicher gestalten würde. Er ist eigentlich FDP´ler scheut aber die AfD-Nähe nicht.

Auf Mediagnose verbreitet Rüdiger Stobbe das WerteUnion Klima-Manifest. Er ist Autor bei Achgut und publizierte auch auf der EIKE-Seite und er hat zumindest einen unsympathischen Namensvetter, der ebenfalls aus Aachen stammt und diesen Leserbrief in der Welt zum Besten gab in dem er u.a. sagte, dass mit der Homo-Ehe die größten Verbrechen an der Menschheit eingeleitet werden, gegen die jene des 20.Jahrhunderts vergleichsweise gering erscheinen werden.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass die zu großen Teilen selbst nicht an den Inhalt des Werteunion Klima-Manifests glauben und es schlicht und einfach taktisches Kalkül einiger privilegierter in der Geschichte hängengebliebener ist, die wissen, was sie für ihr Publikum schreiben und erzählen müssen und dass dann Fakten nicht von großer Relevanz sind. Trotzdem erreicht die illustre Runde eine beunruhigende Reichweite, die sich zudem auf ihren Plattformen gegenseitig recht intransparent und scheinbar natürlich viral multipliziert und daher der Beitrag in Tichys Einblick geteilt von HP Friedrich nur noch eine Frage der Zeit ist.

Deswegen folgt hier eine Widerlegung der wichtigsten im Werteunion Klima-Manifest aufgezählten Unwahrheiten zum Klima. Da ich glaube, in der gleichen Zeit durch meine Projekte mehr sinnvolles für Bildung in Äthiopien tun zu können als gegen den taktisch platzierten Bullshit der Werteunion und aus Platzgründen, habe ich mich hier auf die wichtigsten beschränkt.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Die Sonnenaktivität und die Umlaufbahn der Erde um die Sonne sind die Hauptsteuerungsfaktoren des Klimawandels.

Tatsächlich strahlt die Sonne nicht immer mit der gleichen Leistung. Sie erzeugt Wärme in ihrem Inneren, indem sie einen Kernbrennstoff, nämlich das Element Wasserstoff, fusioniert. Das bedeutet, durch den enormen Druck und die hohe Temperatur kann sie Atomkerne zu neuen Atomkernen verschmelzen. Da das Resultat jedoch eine geringere Masse hat als die Ursprungsstoffe, wird diese Massedifferenz zu Energie, die sie nach Außen strahlt. Diese Energie ist eine nach außen gerichtete Kraft und wirkt der nach Innen gerichteten Gravitation entgegen, wodurch der Stern insgesamt stabil bleibt. Je weniger Kernbrennstoff übrig bleibt, desto weniger Fusionsreaktionen können im Innern der Sonne stattfinden, daher lässt der Strahlungsdruck im Laufe der Zeit nach. Das bedeutet, dass die Gravitation die Überhand übernimmt und die Sonne langsam zusammendrückt. Man würde nun denken, die Sonne würde dadurch immer kleiner und schwächer, wodurch sie kälter würde. Doch da der Druck im Kern der Sonne dadurch natürlich steigt, kann nun das Fusionsprodukt, Helium, selbst fusioniert werden. Dadurch erzeugt die Sonne dann mehr Energie. Im Laufe der Zeit strahlt die Sonne also tatsächlich immer stärker.

Wie auch die Erde, erzeugt die Sonne ein Magnetfeld, nur eben ein viel Stärkeres. Und ebenfalls wie die Erde rotiert auch die Sonne. Doch da die Sonne kein fester Körper aus Gestein ist, sondern eine Gaskugel, besitzt sie eine differentielle Rotation, sie rotiert also an unterschiedlichen Breiten unterschiedlich schnell. Dies führt zu Turbulenzen im Gas der Sonne. Zusätzlich besitzt die Sonne ein gewaltiges Magnetfeld, das sich alle 11 Jahre umpolt. Dadurch entsteht tatsächlich eine veränderliche Leistung der Sonne in einem 11-Jahres-Zyklus, dem sogenannten Schwabe-Zyklus.

Sonnenflecken sind ein Zeichen hoher Sonnenaktivität.

Und auch die Erdumlaufbahn um die Sonne ändert sich zyklisch. Zunächst ändert sich die Neigung der Erdachse relativ zur Bahnebene der Erde. Derzeit beträgt sie 23,5°, ihr Minimum liegt bei 22°, ihr Maximum bei 24,5°. Zudem ist der Orbit der Erde kein Kreis, sondern eine Ellipse, denn der sonnennächste Punkt liegt bei 147 Millionen Kilometern, der sonnenfernste Punkt bei 152 Millionen Kilometern. Dies ist einer Kreisbahn schon ziemlich nahe, es gibt auch Zeiten, in denen die Abweichungen von einer Kreisbahn (also die Exzentrizität, dieses Wort müsste bei der Werteunion nun wirklich jedem ein Begriff sein) höher ist. Und zudem schwankt auch die sogenannte Präzession der Erdachse. Jetzt wird es kompliziert: Die geneigte Erdachse bewegt sich auf einer Kreisbahn um die eigentliche Senkrechte der Bahnebene herum. Die Erde taumelt also wie ein Kreisel. Wenn sich diese drei Zyklen überlagern, die Exzentrizität der Erdbahn, die Neigung der Erdachse und die Präzession, können sie durchaus zu einer merkbaren Änderung des Klimas führen.

Doch sind es wirklich diese Phänomene, die mit dem derzeitigen Anstieg der globalen Temperaturen zusammenhängen. Dies lässt sich recht einfach beurteilen, man muss sich nur die Zeitmaßstäbe anschauen, in denen sich die globale Erwärmung abspielt und die Zeitmaßstäbe, in denen sich die natürlichen Phänomene abspielen. Die globale Erwärmung lässt sich bis etwa ins 19.Jahrhundert zurückverfolgen, der Großteil spielt sich jedoch in den letzten 50 Jahren ab. Wie haben also eine Temperaturänderung von etwa 1°C innerhalb einigen Jahrzehnten. Der Schwabe-Zyklus liegt bei etwa 11 Jahren, einen solchen Zyklus findet man im irdischen Klima nicht. Zudem strahlt die Sonne in einem Maximum um nur etwa 0,001% stärker. Wie sieht es mit den anderen Zyklen aus? Die Exzentrizität der Erdbahn schwankt in einem 100.000-Jahre-Zyklus, die Neigung der Erdachse in einem 41.000-Jahre-Zyklus und die Präzession der Erdachse in einem 23.000-Jahre-Zyklus. Und auch wenn die Sonne immer heißer strahlt, sind dies etwa 10% Helligkeitszunahme alle Milliarde Jahre. Dies entspricht also einer Helligkeitssteigerung von 0,000001% auf 100 Jahre.

Natürlich beeinflusst die Sonne das Klima, doch die Sonne ist ein astronomischer Faktor und astronomische Ereignisse spielen sich auf enorm großen Zeitspannen ab. Die Sonne kann also als faktisch konstanter Faktor gesehen werden. Natürlich erzeugt Kohlendioxid keine Wärme, die gesamte Wärme, welche die Erde empfängt, kommt von der Sonne und zu kleinem Teil vom Zerfall radioaktiver Elemente im Innern der Erde. Doch Kohlendioxid sorgt dafür, dass die Wärme, welche die Erde von der Sonne empfängt, festgehalten wird.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Das CO2 ist für den Temperaturanstieg nicht ursächlich, z.B. gab es vor rund 450 Mio. Jahren eine Eiszeit (Ordovizium) mit 4400 ppm CO2.“

Zunächst einmal: Die Durchschnittstemperatur des Ordoviziums lag 2°C über der heutigen. Die Eiszeit, auf sie sich hier bezogen wird, umfasst nur einen kleinen Teil des Ordoviziums. Über den Großteil des Ordoviziums war die Erde gänzlich eisfrei. Die Kälteperiode, auf die sich bezogen wird, die sogenannte Anden-Sahara-Eiszeit ist auf Faktoren zurückzuführen, die heute keine Gültigkeit mehr haben. So strahlte die Sonne gemäß des anfangs erläuterten Prinzips zu dieser Zeit um 4,5% schwächer. Im Gegensatz zu den 0,000001% der letzten 100 Jahre kann eine solche Veränderung selbstverständlich Folgen auf das Klima haben. Die sogenannte Solarkonstante, die angibt, wie viel Energie ein Quadratmeter Erde von der Sonne empfängt, lag damals bei 1306 W/m^2, heute bei 1367 W/m^2. Zudem verlangsamt sich die Erdrotation, wodurch wir für das Ordovizium auf eine Tagesdauer von 21,5 Stunden kommen, was in Simulationen unter damaligen Gegebenheiten ebenfalls eine Abkühlung verursachte. Moose, die sich im Ordovizium massiv ausbreiteten, entzogen dem Boden Elemente wie Magnesium und Eisen. Dies ermöglichte die massenhafte Bindung von atmosphärischem Kohlendioxid (!) im Boden. Da das daraus resultierende kältere Klima die Ausbreitung der Moose befeuerte, entstand eine Rückkopplung: Noch mehr Moose entstanden, sie entzogen dem Boden noch mehr Elemente, noch mehr Kohlendioxid wurde gebunden, es wurde noch kälter, noch mehr Moose breiteten sich aus, usw. Die Anden-Sahara-Eiszeit lässt sich also durchaus auf den Rückgang der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre zurückführen.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Der IPCC kann seinen prognostizierten Kipp-Punkt („Tipping Point“) in keiner Weise rechtfertigen. Das ist auch verständlich, denn niemals in der Klimavergangenheit „kippte“ das Klima von warm zu (immer) wärmer, auch dann nicht, als die CO2 Konzentration deutlich höher über der von heute lag.“

Doch, das tat es. Hier sind die Informationen schlicht sachlich falsch. Das Klima kippte schon einmal ins Wärmere und löste dabei das größte Massenaussterben aller Zeiten aus, und zwar vor 252 Millionen Jahre an der Perm-Trias-Grenze. Es begann mit einer Phase extrem starken Vulkanismus am sogenannten Sibirischen Trapp. Dadurch gelangten große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre (vergleichbar mit dem Ausstoß des Menschen) und erhöhten die Konzentration von etwa 100 ppm auf mehrere 1000 ppm, also selbstverständlich „deutlich höher als die von heute“, was innerhalb weniger Jahrhunderte eine Erwärmung von 5°C verursachte. Dies führte zu einer Erwärmung der oberen Meeresschichten von 8°C, was sofort 95% aller wirbellosen Arten tötete. Zudem wurden durch die Erwärmung der Meere die Methanlager am Meeresboden aufgelöst. Massenweise Methan, welches eine viel größere Treibhauswirkung als Kohlendioxid hat, gelangte in die Atmosphäre und sorgte für eine Erwärmung um weitere 5°C, was 75% der Landlebewesen betraf. Durch die höhere Temperatur wurde die Ausgasung noch beschleunigt, was zu noch einer höheren Temperatur führte. So entstand durch das Überschreiten eines Kipppunktes die größte Katastrophe in der Erdgeschichte und der Zusammenbruch beinahe aller Ökosysteme. Die Kipppunkte selbst erkläre ich u.a. in dieser Folge unseres Podcasts.

Im Sibirischen Trapp wurde innerhalb einer Millionen Jahre genug Lava produziert, um die ganze Erde mit einer drei Meter dicken Schicht daraus zu bedecken.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Wetterereignisse wie El Niño und Vulkanausbrüche mit ihren riesigen Staubmengen können das Klima auch signifikant verändern.“

Ja, wie Vulkanausbrüche das Klima verändern können, haben wir im Ordovizium gesehen. Theoretisch wäre es also durchaus möglich, den Klimawandel auch durch Vulkanismus zu erklären. Da bleibt einfach nur der simple Fakt, dass der Vulkanismus derzeit rückläufig ist. Würde man lediglich den vulkanischen Einfluss auf das Klima betrachten, würde die Erde sich abkühlen. Es hat zwar nichts mit meiner Argumentation zutun, aber mit der Unfähigkeit der Werteunion, dass die „riesigen Staubmengen“ in der Tat das Klima verändern – es nämlich abkühlen. Der Staub (in Kombination mit Schwefelsäure) verdeckt lediglich die Sonne und kann zu einem sogenannten Vulkanischen Winter führen, Vulkanismus erhitzt die Erde durch die Kohlendioxidemissionen, nicht durch Staub, den Staub absorbiert Wärme und hält sie damit von der Erdoberfläche fern, während Kohlendioxid sie reflektiert und zum Erdboden zurückwirft. Wetterereignisse sind zudem stets Folgen des Klimas, nie seine Ursache. Wetter spielt sich auf weit kürzeren Skalen ab als Klima, zudem handelt es sich bei El Niño um ein denkbar schlechtes Beispiel, da es wiederkehrend vorkommt. Klima macht Wetter, nicht Wetter Klima.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Das deutsche Klimapaket muss angesichts der zu erwartenden Wirkungslosigkeit vom Tisch.“

Joa.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Die bisherigen Klimavereinbarungen sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen – zumal sie westliche Staaten einseitig belasten, während der CO2-Hauptverursacher China in seinem weiteren Wachstumskurs nicht eingeschränkt wird. Gleiches gilt für Indien.“

Auch hier werden Zahlen schlicht verfälscht. Westliche Staaten sind die Hauptverursacher der Klimakrise. Deutschland hatte 2018 einen Pro-Kopf-Ausstoß von 9,5 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten, die USA von 16,14 Tonnen. In der Volksrepublik China sind es 7,95 Tonnen, in Indien sogar nur 1,94 Tonnen. Und dennoch sind die Investitionen Chinas in Klimaschutz höher als die der gesamten Europäischen Union. Als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt die Schuld auf ein armes Schwellenland mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt zu schieben, ist einfach nur unverschämt und armselig. Würden alle Menschen auf der Erde so wie der Durchschnittsbürger in Indien leben, gäbe es keine Klimakrise, denn durch Pflanzen, Böden und Ozeane werden etwa 2,3 Tonnen pro Person und Jahr gebunden, Auch wohlhabende industrielle Länder können ihre Emissionen senken, so liegt UK etwa bei 5,59 Tonnen, Frankreich bei 4,96 Tonnen und die Schweiz bei 4,79 Tonnen.

„Wer wieder gewählt wen will muß zurück zur Atomenergie, gerne als Fusionsreaktor.“

Diese Aussage (Rechtschreibfehler übernommen) ist kein Teil des Werteunion Klima-Manifest, lediglich von der Seite der Werteunion Bayern, auf der sie die positiven Rückmeldung aus der rechten Blase feiern. Doch auch im Werteunion Klima-Manifest selbst kann man lesen: „Moderne Technologien, die einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ermöglichen, sind zu begrüßen.“. Tatsächlich ist der relative CO2-Ausstoß eines Atomkraftwerks (Kernspaltung wohlgemerkt, zur Fusion komme ich gleich) recht gering, viel geringer wie etwa bei Kohle, die Nachteile des Atommülls sind offensichtlich, haben mit der Klimakrise an sich jedoch nicht viel zu tun. Dennoch ist ein Ausbau der mit Risiken behafteten Atomenergie viel teurer als ein Ausbau erneuerbarer Energien, so kam eine Studie auf Kosten von 2,18 Cent pro Kilowattstunde. Zudem ist auch die Menge spaltbaren Materials begrenzt und der Uranabbau mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Ein Ausbau der Kernenergie ist also teuer und selbstverständlich risikoreicher als ein Ausbau erneuerbarer Energien. Diese sind für den Klimaschutz daher vorzuziehen.

Fusionsenergie ist ein alter Traum, den man auch unter Wissenschaftlern nicht vollständig abgeschrieben hat. Zum Klimaschutz wird Fusionsenergie jedoch keinen Beitrag leisten. Zwar ist das Fusionieren von Atomkernen auf der Erde trotz der hohen Abstoßungskräfte zwischen den Kernen möglich, doch es ist fraglich, ob dabei ein Energieüberschuss entsteht, ob also mehr Energie freigegeben wird, als für die Ingangsetzung der Reaktion nötig ist. Das erste geplante Kraftwerk, welches tatsächlich Strom durch Kernfusion erzeugen soll, ist DEMO, das ab 2040 etwa 1 Gigawatt Fusionsenergie ins Netz einspeisen soll. Damit ist es noch viel zu klein für den kommerziellen Betrieb, mit echten Fusionskraftwerken ist erst nach 2075 zu rechnen – viel zu spät für das Aufhalten der Klimakatastrophe. Zudem sind einige Fragen wie etwa die Lösbarkeit der Plasmainstabilitäten oder einer dauerhaften Aufrechterhaltung des Stroms statt eines gepulsten Reaktors noch gar nicht geklärt. Es ist also nicht zu 100% sicher, ob jemals ein Fusionsreaktor ans Netz gehen wird. Ich persönlich möchte mein Überleben nicht an diese Technologie hängen.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Bekannt sind das römische Temperaturoptimum und die mittelalterliche Warmzeit von 1000 bis 1400 – mit dazwischenliegenden „kleinen Eiszeiten“. Hinzu kommen kleinere Temperaturänderungen: Alleine zwischen 1860 und heute gab es kurzfristige Schwankungen von vier Kalt- und drei Warmphasen.“

Alle genannten Phänomene waren räumlich begrenzt, bzw. traten an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten auf. Bei der derzeitigen Veränderung des Klimas jedoch zeigt sich eine beispiellose Kohärenz. Auf 98% der Erdoberfläche ist ein wärmeres Klima nachweisbar, bei der mittelalterlichen Warmzeit und auch der kleinen Eiszeit handelte es sich um regionale Phänomene. Außerdem waren sie alle viel schwächer ausgeprägt als die Klimakrise, bei der Kleinen Eiszeit handelte es sich etwa um eine regionale Abkühlung von etwa 0,1°C, also 10-mal schwächer als die Klimakrise. Auch die Kleine Eiszeit war übrigens teilweise durch den Menschen verursacht, denn die Kleine Eiszeit folgte auf einen krankheitsbedingten Bevölkerungsrückgang im Mittelalter, durch den viele Flächen wiederbewaldet wurden – ein Beweis für die Wirkung von Aufforstung. Zudem war der Golfstrom zu dieser Zeit etwa 10% schwächer, was zu einer einseitigen Abkühlung in Europa führte, nicht jedoch in anderen Teilen der Welt.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Bei ausschließlicher Betrachtung der letzten 2000 Jahre könnte man also auch den Trend sehen, dass sich die Erde „pro Jahrtausend um 0,3 °C abkühlt“

Ja, bei ausschließlicher Betrachtung der letzten 4,5 Millionen Jahren könnte man auch sagen, dass sich die Erde um viele tausend Grad Celsius abgekühlt hat. Da die Erde zu diesem Zeitpunkt jedoch ein glühender Magmaball war, macht dies aber genauso wenig Sinn. Denn der Zeitraum 2000 Jahre ist so ausgewählt, dass er zufällig genau in die Römische Warmzeit fällt. Auch diese konzentrierte sich jedoch vor allem auf Europa und ist zum Beispiel durch die Ausbreitung von Vegetation bedingt. In Nordeuropa war es zu dieser Epoche allerdings kälter als im Durchschnitt. Wenn man willkürlich eine regionale Warmzeit nimmt und dann sagt, dass es heute auf der gesamten Welt kühler ist, dann ist dies nicht nur konstruiert, sondern auch vollkommen realitätsfern.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Da die Infrarot-Absorptionsbande des Kohlendioxids bereits nahezu vollständig gesättigt ist, beeinflusst der Mensch das Weltklima durch den Ausstoß von zusätzlichem CO2 nur unwesentlich“

Okay, von Infrarot-Absorbtionsbanden zu sprechen, kann mindestens als mutig betrachtet werden. Zunächst sollte man erklären, worum es sich dabei überhaupt handelt, denn das Argument der Werteunion profitiert vor allem davon, dass die wenigsten ihrer Anhänger es verstehen. Gasmoleküle, die aus mehr als zwei Atomen bestehen – wozu Kohlendioxid zählt, nicht aber Sauerstoff oder Stickstoff, die das Klima daher nicht beeinflussen, absorbieren (für Werteunion-Mitglieder: schlucken) gewisse Formen von Strahlung, entscheidend dafür ist die Wellenlänge der Strahlen. Wenn die Strahlung absorbiert wird, nimmt das Kohlendioxid die Energie auf und die Moleküle werden in Schwingungen versetzt. Bei diesen Schwingungen wird Wärmeenergie frei, die dann zum Teil zurück zur Erdoberfläche gelangt. Deshalb heizt Kohlendioxid als dreiatomiges Molekül die Erde auf, die wesentlich häufigeren Elemente Sauerstoff, Stickstoff und Argon jedoch nicht. Bei der Energie, die von Erdboden auf das Kohlendioxid trifft handelt es sich um Infrarotstrahlung, also um Wärme. Wäre die Infrarot-Absorbtionsbande nun gesättigt, wie die Werteunion behauptet, könnte die Infrarotstrahlung ungehindert passieren und würde zurück ins All geworfen. Doch das Problem ist, dass Kohlendioxid zwei Absorbtionsbanden hat, von denen nur eine in ihren Kernbereichen gesättigt ist, nicht jedoch an den Rändern. Es gibt also noch genug Spielraum für die Erderwärmung, eine Sättigung beider Emissionsbanden ist auf der Erde praktisch nicht möglich, lediglich auf Planeten mit viel wärmerem Klima, etwa der Venus.

Auszug aus dem Werteunion Klima-Manifest: „Die natürlichen Klimaschwankungen resultieren aus dem zyklischen Wechsel der Sonnenaktivität und den davon abhängigen Meeresoszillationen einschließlich El Nino.“

Die Schwankungen der Sonnenaktivität sind zu schwach um den alleinigen Einfluss auf Meeresoszillationen zu haben. Außerdem können Wetterereignisse wie schon geschrieben kein Klima beeinflussen. Keiner der geschilderten Kausalverbindungen trifft zu.

Dies sollte das letzte Mal sein, dass auf diesem Blog die Existenz des menschengemachten Klimawandels belegt wird, denn eine Diskussion entspricht bereits einer Legitimation der Existenzberechtigung einer Gegenmeinung, die hier schlicht und einfach nicht vorliegt. Ich möchte meine Zeit demnächst nutzen, um etwa gegen die Klimakrise zutun und nicht um Antidemokraten von der Werteunion darüber aufzuklären. Und das hier habe ich nur geschrieben, damit ihr es mir gleich tut.

Es würde mir selbstverständlich helfen, wenn ihr diesen Beitrag teilt, oder verlinkt, gerne auch in Diskussionen mit der Werteunion. Vielleicht hat ja jemand von denen Lust auf eine Diskussion auf Faktenbasis oder eine gemeinsame Podcast-Aufnahme.

Warum ich in diesem Blogpost und auch zukünftig donotlink.it nutze und warum auch du dir das überlegen könntest.

Wenn ich in diesem Blogpost zu Schmuddelseiten verlinke, nutze ich donotlink.it.

Auszug aus deren Webseite:

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Quellen

Max-Planck-Gesellschaft über Schwankungen der Sonnenhelligkeit

Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung über das Magnetfeld der Sonne während des Sonnenfleckenminimums

Erläuterung zu einer Vorlesung an der TU-Berlin zum zyklischen Auftreten von Sonnenflecken

Erklärung der Freien Universität Berlin zur Veränderung der Erdbahnparameter

Bericht über eine Studie der University of California zu den Ursachen der Anden-Sahara-Eiszeit

Auszug aus der Wikipedia über das Klima des Ordoviziums

Studie zu den Ursachen der Anden-Sahara-Eiszeit

Studie über den Ablauf des Massensterbens an der Perm-Trias-Grenze

Erklärung des Naturkundemuseums Berlin zu den Auswirkungen des Massensterbens an der Perm-Trias-Grenze auf die Ökosysteme

Statistik zum Pro-Kopf-CO2-Ausstoß einzelner Länder

Erklärung des Umweltbundesamtes zu den Kosten der Atomkraft

Eintrag zur Machbarkeit eines Fusionskraftwerkes des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Artikel von scinexx.de zu der globalen Kohärenz der Klimakrise

Artikel von deutschlandfunk.de zu den Ursachen der Kleinen Eiszeit

Artikel von klimafakten.de zu der Regionalität der Mittelalterlichen Warmzeit

Erklärung des Umweltbundesamtes zur Sättigung der Infrarot-Absorbtionsbanden von CO2

Anmerkungen zum Strahlentransport von scienceblogs.de

Artikel über die Wirkung von CO2 von quarks.de

Erklärung von heise.de zu einer Greenpeace-Studie zu den Kosten der Atomkraft