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Buschfeuer: In Australien verbrennt die Hoffnung auf Besserung

„Ich, Scott John Morrison, schwöre, dass ich dem australischen Volk im Amt des Premierministers gut und wahrhaftig dienen werde und dass ich Ihrer Majestät, Königin Elisabeth der Zweiten, Königin von Australien, treu und gewissenhaft ergeben sein werde. So wahr mir Gott helfe!“, diese Worte sprach der Australische Premierminister Scott Morrison bei seiner Vereidigung. Das war am 24. August 2018, etwa eineinhalb Jahre bevor er den Eid brach, seine Bevölkerung verriet und sein Land an die Kohleindustrie verkaufte. Aber fangen wir erstmal ganz von vorne an.

Regierung von Australien im Griff der Kohleindustrie

Die Australische Kohleindustrie ist die mächtigste der Welt, etwa 77% des Strommixes besteht dort aus Kohle, zudem ist Australien der weltgrößte Kohleexporteur. Die politische Macht dieser Lobby steht außer Frage, Premierminister Malcom Turnbull musste in Folge seines Vorhabens, die CO2-Emissionen seines Landes bis zum Jahr 2030 um 26% zu senken (Referenzjahr 2005, also eigentlich vollkommen lächerlich) zurücktreten. Sein Nachfolger Morrison hat sich eindeutig für die Seite der fossilen Kapitalisten entschieden. In Anbetracht der aktuellen Geschehnisse sprach er fast schon heuchlerisch: „Wir werden uns nicht auf unbesonnene Klimaziele einlassen und heimische Industrien aufgeben, wodurch australische Arbeitsplätze gefährdet würden.“ Nun ja, zumindest Inkonsequenz kann man Herrn Morrison nicht vorwerfen. Derzeit plant Australien die größte Kohlemine aller Zeiten – unter Beteiligung des deutschen Unternehmens Siemens.

Die Energiepolitik Australiens hat Folgen: Das Land hat die größten Pro-Kopf-CO2-Emissionen der Welt, etwa 57 Tonnen pro Person und Jahr. In Deutschland sind es etwa 11 Tonnen, in Indien 1,6 Tonnen. Durch Wälder, Böden und Ozeane können pro Jahr etwa 2,3 Tonnen pro Person gebunden werden, in etwa so viel dürfte also jeder Mensch ausstoßen, um die Klimakrise zu stoppen. Doch wenn es nach Morrison geht, würde man die gesamte Kohle abbauen und verbrennen, bis nichts mehr übrig ist. Zur Einordnung: Diese Menge beträgt etwa 5 Billionen Tonnen Kohlenstoff, deren Verbrennung zu einer Erderwärmung von etwa 9°C führen würde – ganz Australien wäre vollkommen unbewohnbar. Und nun lasst euch folgenden Teil seines Amtseides nochmal auf der Zunge zergehen:

„Ich, Scott John Morrison, schwöre, dass ich dem australischen Volk im Amt des Premierministers Australiens gut und wahrhaftig dienen werde.“

Wenn das kein Amtsmissbrauch ist, dann hat das Wort „Amtsmissbrauch“ keinen Sinn.

Verbrechen an sich selbst

Doch Australien ist nicht nur einer der Haupttäter der Klimakrise – es leidet gleichzeitig auch wie kaum ein anderes Land unter ihr. Schon bei wenigen Grad Celsius Erderwärmung würde ein Großteil des australischen Inlands unbewohnbar. Die 40°C, die wir in Deutschland letzten Sommer als neue Rekordtemperatur registrierten, sind im aktuellen Sommer in Australien bereits mancherorts die Durchschnittstemperatur, Spitzenwerte von 50°C wurden erreicht. Das Great Barrier Reef, das Wahrzeichen Australiens und die einzige lebendige Struktur, die mit bloßen Auge aus dem Weltall gesehen werden kann, liegt akut im Sterben. Zwischen 1985 und 2012 verlor das Riff 50% seiner Korallen. Die Erderwärmung führt auch zu wärmeren Ozeanen, wodurch viele Lebewesen nicht überleben können und somit die Artenvielfalt im Riff sinkt. Gleichzeitig nehmen die Meere Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre auf und versauern dadurch, was die Wachstumsrate von Korallen senkt. Zudem machen die höheren Temperaturen zerstörerische Zyklone häufiger und die Korallen verbleichen.

Das Great Barrier Reef gilt als womöglich bereits nicht mehr zu retten.

2013 genehmigte die Regierung von Australien den Bau des größten Kohlehafens der Welt direkt am Great Barrier Reef, wofür drei Millionen Kubikmeter Schlamm direkt im Riff entsorgt werden sollen. Selbst die Deutsche Bank (!) ließ die Finanzierung für das Projekt fallen. Der australische Umweltminister bezweifelte jedoch, dass das Verbrennen von Kohle einen merkbaren Einfluss auf das Ökosystem hat. Kleine Randnotiz: Wenn Banken aus Deutschland eine strengere Klimapolitik verfolgen als das nationale Umweltministerium, läuft in diesem Land irgendetwas verdammt schief.

Und obwohl völlig klar ist, dass die australische Umweltpolitik konträr zu den Interessen der Bevölkerung ausgerichtet ist, verkauft Morrison seine Politik erfolgreich als Sicherung von Arbeitsplätzen und somit als bürgerfreundliche Maßnahme. Bei einer Rede im Australischen Parlament brachte Morrison als damaliger Finanzminister sogar ein Stück Kohle mit und erklärte sarkastisch, man müsse keine Angst davor haben. Die Abgeordneten lachten. Diesen Lachen sollte ihnen noch im Halse steckenbleiben.

Brände in Australien sind eine Folge Klimakrise

Nun, im Jahr 2020, wüten in Australien Brände von bisher unbekanntem Ausmaß. Schon mindestens 24 Menschen sind ihnen zum Opfer gefallen, etwa eine halbe Milliarde Tiere. Doch selbst die Mehrheit der überlebenden Tiere wird in den nächsten Wochen und Monaten sterben, da sie keine Nahrung finden werden. Dieses Foto eines verkohlten Babykängurus, das sich auf der Flucht offenbar in einem Zaun verhedderte dann verbrannte ging um die Welt und erhöhte den Druck auf die Politik vorübergehend.

Doch in einer Partei, in der selbst die komplette Leugnung des menschengemachten Klimawandels üblich ist (der amtierende Vizepremierminister nannte die Klimakrise etwa eine Erfindung „fabulierender innenstädtischer Verrückter“) , will man über den Zusammenhang dieser zu den Buschbränden natürlich überhaupt nicht sprechen. Man versucht derzeit, Debatten über die tiefere Ursache der Brände als Instrumentalisierung der Todesopfer darzustellen. Gleichzeitig scherzten Mitglieder seiner Regierung bei der Bekanntgabe der ersten beiden Todesopfer, die beiden hätten „wahrscheinlich eh die Grünen gewählt“.

Der IPCC sagte schon vor langem voraus, dass mit häufigeren Bränden bereits bei 1°C Erderwärmung zu rechnen ist und genau das ist jetzt in Australien eingetreten. Da wir derzeit etwa bei diesem 1°C sind, spricht das eindeutig für die Gültigkeit von IPCC-Prognosen (was, wenn man sich diese mal anschaut aber auch weniger positiv ist, als es sich anhört). Wenn man länger darüber nachdenkt, ist dieser Schluss aber eigentlich auch trivial. Die Klimakrise führt zum einen zu höheren Temperaturen und zum anderen zu weniger Niederschlag. Beides führt dazu, dass Pflanzen und Böden austrocknen und fördert somit Brände. Ähnlich wie bei den Bränden in der Arktis oder im Amazonas unterliegen diese einem sehr labilen Gleichgewicht. So schafft der Amazonas etwa die Grundlage für seine eigene Existenz. Eigentlich dürfte an dieser Stelle kein Wald existieren, weil es zu trocken ist. Aber weil dort bereits Bäume sind, ist genug Feuchtigkeit vorhanden, um den Wald weiter existieren zu lassen. Bricht der Bestand an Bäumen ein, ist der Wald somit für immer verloren.

Jeder Brand verschlechtert die Aufnahmekapazität des Bodens für CO2 und treibt die Klimakrise – und somit seine eigene Ursache – noch weiter voran. Es handelt sich um eine Rückkopplung. Einmal in Gang gesetzt, setzt sie sich auch ohne menschlichen Einfluss fort. Der kritische Punkt (Kipppunkt) zum Ingangsetzen dieser Rückkopplung muss noch nicht überschritten sein – könnte er aber und wird er definitiv bald sein.

Die Brände trafen bereits eine Fläche, die größer ist als die der Niederlande.

Technik wäre bereits vorhanden

Für alle, die meinen, Technik und Innovation würden uns daraus retten, gibt es leider eine Enttäuschung. Es gibt bereits eine Satellitentechnologie, die durch die Analyse des Grundwasserpegels Brände mit recht großer Sicherheit vorhersagen kann und in Brasilien im Rahmen der Amazonas-Brände bereits eingesetzt wurde und zudem chemische Löschmittel, die viel effizienter als einfaches Wasser sind. Doch wenn schlicht und einfach der politische Wille fehlt, hilft die fortschrittlichste Technologie nicht. Das zeigen die Brände von Australien nur ein weiteres mal.

Dennoch weitere Kohlekraftwerke geplant

Und so müssen die Menschen nun am eigenen Leibe erfahren, warum sie eben doch Angst vor Kohle haben müssen. Und diese Angst müssen sie verbreiten, denn wir alle müssen sie haben. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass kein Australier seelenruhig vor der aufziehenden Feuerwand stehenbleibt und murmelt „Keine Panik, das regelt der Markt.“. Doch das wirklich verheerende an den Bränden ist nicht, dass sie zu einem irreversiblen Kollaps des Ökosystems führen und somit Australien langfristig unbewohnbar machen könnten, sondern dass sie zeigen, dass selbst diese Katastrophe nicht ausreicht, um politischen Druck zu erzeugen, wie es etwa bei Fukushima der Fall war. Denn immer noch sind im Jahr 2020 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 579 Gigawatt geplant oder in Bau, was zu einer Steigung des durch Kohle erzeugten Stroms um 29% führen würde, obwohl der Weltklimarat ohne Zweifel sagt, dass bis 2030 fast alle Kohlekraftwerke stillgelegt sein müssen, um unterhalb der ersten Kipppunkte zu bleiben. Und wenn das, was derzeit passiert nicht ausreicht, halte ich unsere Welt mit ziemlich großer Sicherheit für verloren. Unsere Erde brennt an allen Ecken und Enden – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch wir können Lehren aus dem Debakel von Australien ziehen. Die Strategie, einfach zu warten, bis die Folgen des Klimawandels so offensichtlich werden, dass gehandelt werden muss und auch wird, funktioniert schlicht und einfach nicht. Schon letztes Jahr verbrannte vor den Augen der Welt der größte Sauerstoffproduzent unseres Planeten und niemanden hat es interessiert. Venedig stand für Wochen unter Wasser und niemanden hat es interessiert. Mitten in Europa gab es Hitzetote und niemanden hat es interessiert. Es gibt keinen Fukushima-Effekt mehr. Wir müssen den Druck aktiv erzeugen. Und damit meine ich uns alle. Boykottiert brasilianisches Rindfleisch, wechselt zu Ökostrom, wählt die Regierungen ab, die Geschäfte mit diesen Verbrechern machen und geht auf die Straße! Wir sind die ersten die es spüren und die letzten, die noch etwas tun können.

#wirböllernnicht

Wir sprechen zu wenig über Feuerwerk an Silvester. Schade, denn diese Diskussion ist eine wunderbare Gelegenheit (eigentlich auch für politische Parteien), sich zu profilieren und zu zeigen, ob sie konservative Ideologen sind, die irrationale Entscheidungen treffen und gegen „Verbotsideologien“ oder „Kulturkämpfe“ sind oder ob sie unaufgeregt und sachlich mit aller Konsequenz das tun, wozu sie eigentlich gewählt sind – einen klaren Rahmen vorgeben, der eigentlich keiner Diskussion mehr bedürfen sollte. Genau diesen möchte ich mit diesem Artikel zum Thema Böllern schaffen. Zunächst die Fakten.

Feuerwerk in Köln

1.Feinstaub

Was ist Feinstaub?

Als Feinstaub werden Partikel mit einem Durchmesser von unter 10 Mikrometern bezeichnet. Durchmesser ist dabei nicht als der klassische Durchmesser von Planeten, Sternen oder Galaxien zu verstehen, denn bei diesen Staubpartikeln handelt es sich nicht ansatzweise um kugelförmige Objekte. Daher beschreibt der Durchmesser hier vielmehr den Durchmesser eines hypothetischen kugelförmigen Partikels, das dieselbe Fallgeschwindigkeit hat wie das eigentliche Partikel. Hat ein Partikel also einen Aerodynamischen Durchmesser von 10 Mikrometern, dann bedeutet das lediglich, dass es so schnell fällt wie ein hypothetisches kugelförmiges Partikel mit einem tatsächlichen Durchmesser von 10 Mikrometern. Die Fallgeschwindigkeit ist auch bei der ökologischen Debatte wichtig, da davon und von der Wetterlage abhängig ist, wie lange Feinstaub in der Atmosphäre verbleibt.

Um zu verdeutlichen, um welche Größenordnungen es sich handelt: Ein Mikrometer entspricht einem Millionstel Meter, also einem tausendstel Millimeter. Ein Blatt Papier hat eine Dicke von etwa 80 Mikrometern, ein menschliches Haar eine Dicke von 100 Mikrometern und die kleinsten Käferarten beginnen bei etwa 250 Mikrometern.

Probleme des Feinstaubs

Feinstaub ist also klein genug, um in in den menschlichen Körper einzudringen, in sein Bronchialsystem, sehr kleine Partikel sogar in die Lungenbläschen und ins Blut, wo sie Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen, Lungenschwäche und Kreislaufprobleme verursachen können, da sie im Nasen-Rachen-Raum nicht mehr gefiltert werden. Da die Partikel nicht löslich sind, werden sie so gut wie gar nicht abgebaut und reichern sich in der Lunge an. Selbst Konzentrationen unterhalb des EU-Grenzwerts stehen im Verdacht, Lungenkrebs zu fördern. Somit geht die Europäische Kommission von 310.000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr durch Feinstaub innerhalb der EU aus, wodurch sich die Lebenszeit eines EU-Bürgers durchschnittlich um 8,6 Monate durch Feinstaub verringert.

Überdimensionierte Feinstaubemissionen an Silvester

Etwa 2% der deutschen Feinstaubemissionen sind auf Feuerwerkskörper zurückzuführen, ein absoluter Großteil davon in der Silvesternacht, was etwa 4200 – 5000 Tonnen entspricht. Wem das nicht dramatisch genug klingt: Es sind etwa 17% der Feinstaubemissionen des Verkehrssektors. Der EU-Grenzwert für Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, doch er ist leider nicht ganz wasserdicht, da er an eine bestimmten Anzahl an Tagen im Jahr auch beliebig weit überschritten werden darf. In der Silvesternacht wurden in einigen deutschen Innenstädten teils Konzentrationen von bis zu 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Da der Feinstaub oft über lange Zeit in der Atmosphäre bleibt und selbst im Boden oder in Gewässer noch immer schädlich sein kann, verurteilt die Politik mit der Duldung von privatem Silvesterfeuerwerk tausende wehrlose Menschen zum Tode.

2.Giftige Bestandteile von Feuerwerkskörpern

Es folgt eine Auflistung und Erläuterung nur einiger der giftigsten Bestandteile von Feuerwerk und die Einflüsse, die sie auf den menschlichen Körper haben können.

Blei

Das man Blei vielleicht nicht im Abguss entsorgen sollte, ist den meisten Menschen wohl klar. Schließlich ist es ein hochgiftiges Schwermetall, dessen Ionen, also geladene Bleiatome sich im Körper ablagern und dort Stoffwechselreaktionen verlangsamen oder sogar komplett blockieren. So hemmen sie etwa Enzyme und Eiweiße, die die Bestandteile unserer Nahrung für uns teilen und so erst Überleben und Handlungen möglich machen. Zellen werden somit beschädigt und sterben letztlich ab. Bei einer hohen Dosis kann das zum Tod führen. Bei langfristiger Aufnahme von Blei wird es nicht mehr abtransportiert und lagert sich in den Knochen und Zähnen ab, wo es Calcium ersetzt, was zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, heftigen Bauchschmerzen und Muskelschwäche führt.

Aluminium

Aluminium war früher eines der wertvollsten Elemente überhaupt. So gibt es die Legende, dass Napoleon Bonaparte seinen wertvollsten Gästen Aluminium- statt Goldgeschirr gegeben hat. Mit der Industrialisierung wurde es schließlich zum Massenprodukt und heute ist es aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. Doch auch über die gesundheitliche Diskussion wird heiß diskutiert und auch noch geforscht. Aber man geht zumindest davon aus, dass Aluminium eine Rolle bei Fehlgeburten, Knochenbrüchigkeit, Alzheimer, Krebs, Nierenschäden, Hirnschäden und Blutarmut haben kann. Obwohl viele Folgen wohl noch unbekannt sind, wird Aluminium in Feuerwerk eingesetzt.

Nitrat

Nitrat ist kein chemisches Element, sondern eine Verbindung von Sauerstoff und Stickstoff und an sich ungefährlich, sogar ein beliebtes Düngemittel. Doch wenn eine bestimmte Kapazität für Nitrat im Körper erreicht ist, können gewisse Bakterien das Nitrat in das hochgiftige Nitrit umwandeln, welches dann krebserregend wirkt, Gefäße verstopft, Rote Blutkörperchen schädigt, die für den Sauerstofftransport im Körper nötig sind, und auch zu Fehlgeburten führen kann.

Nitrat gelangt häufig durchs Grundwasser in den menschlichen Körper. So wird etwa viel zu viel Nitrat als Düngemittel auf die Felder geworfen. Da die Pflanzen häufig nur die Hälfte davon aufnehmen können, sickert der Rest ins Grundwasser. Aber auch in Silvesterböllern ist Nitrat erhalten.

Arsen

Arsen gehört zu den giftigsten Stoffen überhaupt und kann dem entsprechend sehr viele teils tödliche Beschwerden verursachen. So reizt es die Eingeweide, etwa den Magen, kann zu einer geringeren Produktion von Roten Blutkörperchen, Fehlgeburten, Immunschwäche, Unfruchtbarkeit, Herzstillstand, Hautkrankheiten, Hirnschäden und Mutationen führen, außerdem wirkt es ebenfalls krebserregend. Und doch kommt er in Feuerwerk vor.

Barium

Barium klingt irgendwie schon gefährlich, wenn ihr mich fragt und genau so ist es auch. Barium und alle seine Verbindungen, die sich in Wasser lösen lassen sind giftig für den Menschen. Der Stoff lagert sich vor allem in Lungen, Knochen und Muskeln ab. Dort kann es zu Muskelkrämpfen, Muskellähmungen (teilweise bis zum Tod durch Ersticken), Herzstillstand, Bluthochdruck, Atemproblemen, Durchfall und einem Kreislaufkollaps führen. Die tödliche Dosis für einen erwachsenen Menschen liegt dabei bereits bei einem Gramm.

Schwefel

Schwefel geht sehr häufig anorganische Verbindungen mit anderen Elementen ein, etwa Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid und Schwefelkohlenstoff ein, von denen sehr viele hochgiftig sind. Die Folgen sind teils noch unerforscht, doch sie reichen von Übelkeit, Hustenanfällen, Erbrechen, Krämpfen und Atemlähmungen über Verätzungen, Reizungen der Schleimhäute und Kopfschmerzen, bis zu Gesichtslähmungen, Schlaf-, Hör- und Sehstörungen und psychischer Instabilität.

Einige Schwefelverbindungen sind hochgiftig für den menschlichen Körper und auch in Feuerwerkskörpern enthalten.

3.Müll, Geräuschbelastung und Verbrennungen

Ich könnte noch ewig so weiter machen. Feuerwerk führt zu ungesunden Lärmbelastungen, vor allem für Tiere mit viel empfindlicherem gehör als Menschen, durch die abgebrannten Raketen liegt überall Müll herum, der nicht immer abbaubar ist, jedes Jahr gibt es Verletzungen, weil einige Menschen nicht damit umgehen können, die Arbeitsbedingungen in einigen Ländern bei der Herstellung der Feuerwerkskörper sind katastrophal und gefährlich, die Kosten und Umweltbelastungen für all die Feuerwehreinsätze in dieser Zeit sind unermesslich.

Müll von Feuerwerksraketen

Was müsste passieren?

Eigentlich müssten wir gar nicht so lange darüber diskutieren. Privates Feuerwerk ist Körperverletzung, Umweltverschmutzung, Nötigung und gehört verboten. Privates Feuerwerk muss in Deutschland verboten sein und die Stadt kann ein kontrolliertes, sauberes und verantwortungsvolles zentrales Feuerwerk organisieren. Es ist die Aufgabe der Politik, den Menschen einen Rahmen zu setzen, der unverrückbar festgegeben ist. Dazu gehört etwa, dass man nicht aus Spaß Arsen in Babybrei mischt. Dazu gehört, dass man nicht mit Schwefelwasserstoff duscht und dazu gehört, dass man kein flüssiges Blei in den Abguss kippt. Über manche Dinge bedarf es einfach keiner Diskussion, weil die Faktenlage eindeutig ist. Und doch gibt es keine Feuerwerksverbote auf Bundes- oder Landesebene. Aber was soll´s, wir sind es doch mittlerweile gewöhnt, dass wir die Aufgaben der Politik übernehmen. Also, an die Arbeit.

#wirböllernnicht – Das Gewinnspiel

Natürlich haben wir uns ebenfalls gefragt, was wir tun können, um gegen Feuerwerk vorzugehen, außer natürlich selbst darauf zu verzichten und das private Umfeld dementsprechend aufzuklären. Zum einen habe ich dafür diesen Beitrag geschrieben, um die Menschen aufzuklären, zum anderen hatten wir aber auch noch eine etwas verbindlichere Idee.

Wer sich in irgendeiner Form (Twitter, Facebook, Blog-Kommentar) einfach mit der Nachricht „Wir böllern nicht.“ oder dem Hashtag #wirböllernnicht meldet und sich damit verbindlich (auf Vertrauensbasis) dazu verpflichtet, an Silvester aus das Böllern zu verzichten, hat die Chance, ein Exemplar meines Buches (T)raumschiff Erde geschenkt zu bekommen, in dem ich die Metapher des Planeten Erde, der als Raumschiff durchs All fliegt vertiefe, einen perspektivreichen kritischen Blick auf die derzeitige Besatzung des Raumschiffs werfe und dann in einem radikalen Appell mit konkreten Forderungen zu einer 180°-Wende im Umgang mit unserem Planeten ausrufe. Die einfachste Form der Teilnahme ist das Teilen dieses Beitrags, da es vielleicht dem ein oder anderen auch ermöglicht mehr über die Gefahren zu erfahren. Unter allen Teilnehmern verlosen wir drei Exemplare.

Ich wünsche euch einen böllerfreien Rutsch ins neue Jahr.

Teilnahmebedingungen

  1. Das Gewinnspiel dauert bis 31.12.2019, 23:59 Uhr. 
  2. Es werden drei signierte Ausgaben des limitierten Hardcovers (T)raumchiff Erde verlost.
  3. Die Teilnahme erfolgt über einen Kommentar, der den Hashtag #wirböllernnicht enthält und der unter diesem Blogpost oder unter dem dazugehörigen Facebookpost platziert wurde. Eine Teilnahme via Twitter ist mit einfacher Nutzung des Hashtags #wirböllernnicht möglich. Der Einsatz des Hashtags kann hier in einem eigenständigen Tweet erfolgen. Ein Retweet oder die Teilung dieses Artikels verhilft auch zur Teilnahme am Gewinnspiel.
  4. Kommentare die gegen die Facebook bzw. Twitter Richtlinien, deutsches Recht und oder das Copyright verstoßen werden nach Kenntnisnahme ohne Ankündigung entfernt. Der Teilnehmer ist damit vom Gewinn ausgeschlossen.
  5. Teilnahmeberechtigt sind Personen aus Deutschland und Österreich.
  6. Über den Gewinner entscheidet das Zufallsprinzip.
  7. Die Gewinner werden über die Reaktion auf den jeweiligen Kommentar oder Tweet informiert. Der Gewinner muss sich innerhalb von 5 Werktagen per E-Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de mit den Adressdaten melden, wo das Buch hingesendet werden soll. Meldet sich ein Gewinner nicht innerhalb dieser Frist, wird das Buch unter allen Teilnehmern erneut verlost. 
  8. Alle Daten werden spätestens 30 Tage nach Ende des Gewinnspiels gelöscht, die Kommentare auf Facebook oder Twitter Teilnehmer bleiben allerdings bestehen und sind weiterhin öffentlich einsehbar. Adressdaten werden nur von den Gewinnern erfasst und nur zum Versand des Gewinnes genutzt. Diese Daten werden weder mit niemandem geteilt.  Den Teilnehmern stehen gesetzliche Auskunfts-, Änderungs- und Widerrufsrechte zu.
  9. Das Gewinnspiel wird nicht von Facebook oder Instagram gesponsert oder unterstützt.
  10. Du verpflichtest du dich auf Vertrauensbasis dazu, an Silvester keine Feuerwerkskörper anzuwenden.