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117 Wahlrecht ab 16 | Europa-Takt | Neues von der Venus

In dieser Episode blicken wir auf die Geschehnisse der letzten fast zwei Wochen zurück und diskutieren ausführlich das Wahlrecht ab 16, geben noch mal ein Update zur in der letzten Folge besprochenen Entdeckung von Phosphan auf der Venus und sprechen natürlich auch wieder über zwei positive Dinge, die passiert sind.

Wahlrecht ab 16

Unser Hauptthema für diese Woche ist das derzeit wieder viel diskutierte Wahlrecht ab 16, das wir aus vielen Perspektiven erleuchten, da mir persönlich die Sichtweise tatsächlich betroffener Personen in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen ist. Wir diskutieren darüber, ob sich Jugendliche hinreichend informieren, gehen aber auch weiter und sprechen darüber, ob dies überhaupt als Bedingung für ein Wahlrecht dienen kann. Wir nehmen dabei auch die Programme der verschiedenen Parteien und die Ergebnisse der U18-Wahl zu Hilfe und setzen dabei natürlich einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Klima. Unsere Position dazu ist klar: Wahlrecht ab 16 muss kommen, besser noch wäre aber ein Wahlrecht ab 0, welches stellvertretend durch die Eltern ausgeführt wird bis die oder der Unterachtzehnjährige Anspruch darauf erhebt.

Update zur Entdeckung auf der Venus

In der letzten Folge haben wir sehr ausführlich über eine Entdeckung auf der Venus gesprochen, die viele mit außerirdischem Leben in Kontakt brachten. Nach Einordnung der Ergebnisse bleibt festzuhalten: Dies ist nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich. Dennoch hat die NASA nun bekannt gegeben, der Venus mehr Priorität einzuräumen und erwägt eine Mission dorthin: DAVINICI+ soll die Atmosphäre durchqueren und dabei final klären, ob es sich um Außerirdische handelt.

Verbot von Reichskriegsflaggen

Papsis positives Thema der Woche: Bremens Innenbehörde hat in der vergangenen Woche beschlossen, das Zeigen von Reichskriegsflaggen zu verbieten. Dies begrüßen wir selbstverständlich.

Neues Europäisches Eisenbahnnetz

Auch ich habe ein positives Thema und ich kann nur schwer glauben, dass Andi Scheuer etwas damit zutun hat: Laut dem Ministerium ist die Errichtung eines neuen europäischen Eisenbahnnetzes geplant. Der sogenannte Trans-Europ-Express soll wiederbelebt werden und auf verschiedenen Strecken zwischen Metropolen wie Berlin, Paris, Barcelona, Rom, Warschau, Stockholm und Amsterdam verkehren. Dabei scheinen auch Nachtzugverbindungen wahrscheinlich. Des Weiteren soll ein Europa-Takt es wieder ermöglichen, Europa gänzlich und in akzeptabler Zeit mit dem Zug zu durchqueren.

Die nächsten Groundhopping-Touren sind schon in Planung – genauso wie die Themenfolge zum Thema „Nachtzüge“, in der wir sicherlich auch darüber einmal etwas genauer sprechen werden.

Ein Gedanke zu „117 Wahlrecht ab 16 | Europa-Takt | Neues von der Venus

  1. Marco Schimpfhauser

    Hallo, meine beiden Lieblingsfilmkritiker
    (Ja, über das „Breakfast Club“-Debakel komme ich nicht hinweg)

    Ich bin zu einem großen Teil – was das Wahlrecht – betrifft an eurer Seite. Allerdings finde ich 16 tatsächlich eine gute Lösung für die aktuelle Gesellschaft. Ich werde auch gleich begründen warum. Zuerst aber sollte – wenn man am Wahlrecht etwas schraubt – vor allem eines gemacht werden. Es muss definitiv insofern angepasst werden, dass nicht der Tag des Erreichens eines Wahlalters zum Gang zur Wahlurne berechtigt, sondern das Kalenderjahr, in dem man dieses Wahlalter erreicht.

    Meine drei Kinder haben Ende September, im Oktober und im Dezember Geburtstag. Ziemlich blöd gelaufen für sie also, wenn im Herbst entschieden wird.

    Ein Geburtswahlrecht sehe ich zwar spannend und verstehe vollkommen Jasons Gedanken der Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. Allerdings sehe ich da auch Gefahren. Mal abgesehen davon, dass rechte und Protest-Wähler sowie alle geistigen Geschwister des „Auffanglagers für Dumme (AfD)“ dann mit jeder Vermehrung mehr Einfluss gewinnen. Aber mal ganz klein angefangen: Wenn ich jetzt eine Partei gründe und mich nur für die Stadtratswahl aufstellen lassen möchte, dann muss ich die Menschen dazu bringen, ins Rathaus zu gehen und dafür zu unterschreiben, dass ich einen Listenplatz erhalte. Kinder können von sich aus schon mal nicht für mich etwas bewirken, wenn sie von den Eltern nicht zum Rathaus gebracht werden.

    Und genau da kommt der nächste Gedanke. Wenn 8-9-12-Jährige, die ich dazu bewegen könnte, in ihrer Freistunde oder nachmittags für mich zu unterschreiben, dann wird das eine extrem interessante Zielgruppe für die Politiker. Unternehmen haben es durch die Hintertür jetzt schon geschafft, indirekt Werbung in Schulen zu machen. Die veranstalten einen Sportwettwettkampf – die Schulen sind aufgrund des Lehrermangels natürlich begeistert, dass hier Kinder motiviert werden zu turnen – und Überraschung, alle haben am Ende etwas gewonnen. Ihre Urkunden/Preise dürfen sie dann am Wochenende in einem Autohaus abholen, wo auch noch rein zufällig an diesem Tag ein Fest (Grund: egal) stattfindet. Ist das nicht toll.

    Genau das werden Politiker auch machen. Und versteckte Propaganda, indirekter politischer Druck („Du willst doch, dass Mama nicht ihren Job verliert, oder willst du das? Ich kann ihre Arbeit retten.“) und ein übertrieben inszeniertes Maß an Verantwortung („Wenn du uns nicht wählst, gewinnen die Leute, die deiner Familie das Geld kürzen“) sollte nicht auf Kinder abzielen. Und soweit wird es kommen, das steht für mich völlig außer Frage. Sie werden immer einen Weg finden, Werbung zu machen, sei es an Schulen, Spielplätzen, bei Vereinsmitgliedern, vorm Kino, beim Ansprechen in der Schreibwarenabteilung, vorm Jugendzentrum usw. So viele Verbote kann man gar nicht aufstellen, als dass sie nicht eine Hintertür finden.

    Ein Teenager, sagen wir also gerne jemand mit 15/16 wird da noch eher sagen „Verpiss dich, Anzug-Heini“ als eben ein Kind mit 5 Jahren, 8 Jahren oder 12 Jahren. In diesem Alter sehe ich sogar vereinzelt die Gefahr, dass Kinder psychische Reaktionen zeigen, wenn Eltern eine – aus Kindersicht – „böse“ Partei wählen oder eine solche am Ende gewinnt.

    Ein Mindestalter sehe ich daher durchaus als wichtig und sogar notwendig.
    Aber 18 ist natürlich bei weitem nicht mehr zeitgemäß.
    Wenn man mit 16 an einer Waffe ausgebildet werden darf, dann sollte man auch die Regierung mitbestimmen dürfen, die den Marschbefehl (hoffentlich nicht) gibt.

    In diesem Sinne

    Liebe Grüße
    Marco

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