Ich habe nichts gegen den FC Bayern, aber…..

Nichts aber. Mir ist der Verein eigentlich egal.

Es ist 20:45 Uhr. Der FC Bayern spielt. Sie werden gewinnen. Das Spiel reizt mich nicht. Was kann man also sinnloseres tun, als ein Spiel zu sehen, dessen Ausgang man kennt?

Man verliert wieder ein paar Zeilen über einen Verein, mit dem man doch angeblich nichts am Hut hat. Inkonsequent, ich weiß. Ja, unnötig ebenfalls.

Ich tue es trotzdem. Ich bin schließlich Rebell. Wenn auch nur am Wochenende.

Ich bin eigentlich zufrieden mit der aktuellen Situation. Ich finde dieses „Die Bundesliga ist tot“ Gelaber ziemlich albern. Trotzdem kann ich den entsprechenden Protagonisten in Teilen folgen, was ihre Einschätzung zur aktuellen Lage betrifft. Die Schere innerhalb der Bundesliga wird größer, wurde vor einigen Jahren prognostiziert. Grundsätzlich richtig und dennoch falsch, da eine Schere irgendwo ein symmetrisches auseinander driften suggeriert. Wenn man berücksichtigt, dass sich auf beiden Seiten der Schere weiterhin eine Klinge befindet dann wäre auf der scharfen Seite der Schere der FC Bayern zu finden. Der Hauptgrund dafür ist definitiv, dass sie verdammt viel richtig gemacht haben in den vergangenen Jahren. Ich meine das aufrichtig und frei von Sarkasmus und möchte dies erwähnt wissen, ohne auf Randerscheinungen wie den Premiere Deal oder die Vorteile des Olympiastadions zu einem gänzlich glücklichen Zeitpunkt hinzuweisen.

Selbst wenn es diese beiden Finanzbooster nicht gegeben hätte, wäre der FC Bayern ganz sicher aktueller Rekordmeister, weil in den Entscheidungsgremien stets kluge Köpfe gesessen haben. Vielleicht stand sogar die meiste Zeit nur ein einziger richtig kluger Kopf am Steuerrad. Jetzt sitzt er.

Trotzdem marschieren die Bayern. Sie ernten die Früchte der verdammt guten Arbeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Als Europas Top Ten, ihr Hab und Gut in Spieler investierten, handelten sie besonnen im Hinblick auf den bevorstehenden Gehälter-Gau und hielten einen Spieler wie z.B. Ribéry.

Das war clever, genauso wie viele andere Moves auch. Der FC Bayern hat einfach nicht nur mehr richtig als falsch gemacht, sondern einfach ziemlich perfekt gehandelt. Wenn sie Fehler begangen haben, dann hatten sie rechtzeitig die Eier, den Fehler zu beheben (Klinsmann) oder den Fehler zu korrigierkaufen.

 

Aber wie gesagt, ich bin eigentlich zufrieden mit der Situation. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mehr und mehr Menschen begreifen, dass sieben der nächsten zehn Meisterschaften entschieden sind, wenn nicht RB Leipzig oder der VfL Wolfsburg die Schatulle noch weiter öffnen oder aus dem bestehenden Kapital heraus effektiv agieren. Das ist nicht schlimm, wenn man es weiß.

Dann kann die Bundesliga auf Platz zwei bis achtzehn durchaus Spaß machen. Sogar als nicht beteiligter Fan der Fortuna aus Düsseldorf. Und ich habe mittlerweile das Gefühl, man arrangiert sich. Der klassische Bayern Fan kann trotz Siegesgewissheit das Spiel genießen und sich an einem neu aufgestellten Rekord, dem dreihundertsechsundziebzigsten Ballkontakt eines Spielers oder am ganz frisch aufgestellten Super-Rekord erfreuen. Reicht das nicht zur persönlichen Wochenendbefriedigung, verliert wenigstens noch der langjährige Rivale aus Dortmund, was am vergangenem Wochenende tatsächlich einige Anhänger des Rekordmeisters mehr erfreute als der eigene Kantersieg. Ich verstehe das nicht, aber ich bin auch ein wenig dumm.

Der letzte BvB Titel liegt aber nun auch schon eine Weile zurück, sieht man von diesem Witz-Cup zu Saisonbeginn des letzten Jahres ab. Das klingt jetzt schon wieder alles viel sarkastischer als ich es eigentlich meine. Es geht auch nicht ums Leiden, Alex. 😉 Ehrlich.

Aber vielleicht können wir uns grundsätzlich darauf einigen, dass es bei 90% der Spiele des FC Bayern eigentlich nicht darum gehen kann, ob sie gewinnen oder nicht. Denn letztendlich steht dies ja nicht nur meistens früh, manchmal sogar vorher schon fest oder es handelt sich vielleicht sogar um ein Spiel bei dem man weiß, dass eine Niederlage in diesem Spiel nichts daran ändern würde, dass der FC Bayern auch in diesem Jahr wieder deutscher Meister wird.

Auch die Champions-League Gruppen sind mittlerweile so gut durchgeplant, dass ein Scheitern des FC Bayern in keiner Gruppenkonstellation mehr als ernst zu nehmend realistisch anzusehen ist.

Ich glaube ein Problem könnte sein, dass hier schon die ersten widersprechen werden. Eigentlich lässt sich immer doch irgendwie ein Gegner finden, der hochgejazzt wird. Sei es der ruhmreiche SC Paderborn, der als Tabellenführer nach München reist oder die finanzstarke Borussia aus Dortmund oder neuerdings, weil es historisch betrachtet nicht nur Jungpferdeliebhaber romantisch werden lässt: Die Mönchengladbacher Borussia.

In ganz abstrusen Spielen trifft man dann sogar auf einen Gegner, der rein ob seines Finanzbackgrounds zum Favoriten hochgejubelt werden kann.

Mir stellt sich oft die ernste Frage wie Fansein funktioniert, wenn der Faktor Spannung wegfällt? Fällt er überhaupt weg? Fällt er nicht weg, weil man es schafft, sich Ausgangspositionen einzureden oder gehört zum echten Fansein die natürliche Portion Skepsis, die einen FC Bayern Fan mit einem unguten Gefühl zum DFB Pokal Spiel nach Hamburg fahren lässt? Ganz im ernst. Helft mir. Ich kann die Wichtigkeit, Spannung betreffend und den Status bei FC Bayern Fans oftmals nicht einschätzen.

Fiebert man da noch voll mit und ist nur schneller beruhigt, weil es zur Halbzeit schnell 2-0 steht?

Noch spezieller wird dies, betrachtet man es nicht nur im Fokus eines einzelnen Spiels, sondern innerhalb der Bundesliga auf die ganze Saison. Selbst wenn es einen Ausrutscher der Bayern in diesem Jahr geben würde – und damit meine ich nicht ein Unentschieden in Hoffenheim oder so – sondern eine Niederlage zu Hause gegen wen auch immer. Eine Niederlage, die nicht vom Pech geprägt war, weil die Bayern, trotz 98,8% Ballbesitz, am Ende den 0-1 Treffer hinnehmen mussten. Ich meine so eine richtige Niederlage. Eine, die weh tut. Die Niederlagen gegen Real Madrid letztes Jahr. Okay, die lasse ich gelten. Die haben vermutlich geschmerzt. Den Champions League Titel als erster zu verteidigen. Das hätte was. Sie waren schließlich nicht einmal das erste deutsche Team, welche ihn geholt haben. Und das lässt sich nicht einmal ungeschehen machen. Ähnlich ergeht es mir im Rückblick auf das Pokalfinale 2012. Der BVB ist in diesem Jahr wiederholt Meister geworden bzw. hat seinen Meistertitel verteidigt. Dies alleine ist schon ein Unverfrorenheit gegenüber dem FC Bayern, der, wenn er schon Meistertitel sausen lässt, dies durchaus als einmalige Ausnahme zu organisieren pflegt. Ein Ausrutscher quasi. Wenn sich dann ein Team mit einem halb so hohen Spieleretat anschickt und auch noch den DFB-Pokal holt und dies nicht einfach so, schmutzig, glücklich, dreckig, sondern dominant triumphierend, den Gegner demütigend, wie es beim Pokal Finale damals geschehen ist. Dann, nur dann, kann man sich in etwa ausmalen, wie ein Rummenigge zu Aussagen kommt, wie er sie in jüngerer Vergangenheit immer wieder getroffen hat. Wenn drei Jahre! , einen Championsleague Titel, Pokalsieg, Weltsuperduperpokalsieger und zweieinhalb Meisterschaften später, dieser mittlerweile sogar im hinteren Mittelfeld rumdümpelnde Verein immer noch der Feind ist, dann weißt du wie tief der Stachel dieser Niederlage saß. Mittlerweile spielen mit Lewandowski und Götze zwei der Stützen des damaligen Erfolgs beim FC Bayern. Der Eine, der im schwarzgelben Lager als Judas verschrien ist und Robert Lewandowski.

Götze mag ich gar keinen Vorwurf machen. Ein perfekt durchgestyltes Produkt von Fußballer, dem in den ersten Jahren seiner Karriere eine Verdreifachung seines Gehaltes angeboten wurde. Es gäbe einige Firmen für die ich arbeiten würde, wenn ich das Angebot bekäme. Und bei Robert Lewandowski bewegt es sich vermutlich noch in höheren Sphären. Legt man die Vermutungen seriöser Journalisten zu Grunde, könnte Lewandowskis jährliches Grundgehalt bewusst relativ niedrig gehalten worden sein, um alteingesessene Großverdiener wie Schweinsteiger und Lahm nicht zu verärgern. Gelöst worden ist dies angeblich über das Handgeld, welches, splittet man es und verteilt es auf die Vertragslaufzeit als zusätzliches Gehalt, wohl dafür sorgen soll, dass Götze und Lewandowski die beiden bestverdienendsten Bayern Spieler sind. Berücksichtigt man zusätzlich die Vertragslaufzeit und lässt vielleicht auch nicht außer Acht, dass beide nun in sehr jungen Jahren über sehr hochdotierte Verträge verfügen.

Reus wird sich vermutlich im nächsten Jahr dazu gesellen.

Ich mag Götze nicht unbedingt. Ein fantastischer Fußballer. Vermutlich sehr clever und abgezockt, was mich ja zu der Aussage bewog, dass er in den nächsten fünf Jahren einmal Weltfußballer des Jahres wird. Trotzdem mag ich ihn nicht. Er ist Produkt pur. Vorwerfen will ich ihm das aber auch nicht. Es ist eher fast schon logisch.

Bei Lewandowski ist es unter dem Strich ähnlich zu verorten.

Ich glaube, er ist charakterlich ein ehrenhafter Typ. Ich habe in der gesamten Zeit, in der eigentlich fest stand, dass er zum FC Bayern wechselt, keine einzige heuchlerische Aussage zu der Thematik gehört. Er ist mit der Situation so professionell umgegangen, wie man sich das nur wünschen kann. Gut, er hat gegen die Bayern auffällig bescheiden gespielt, aber das sehe ich ihm nach. Ein perfekt professioneller Profi. Kunde bestellt. Lewandowski liefert. Ich schätze das. Ich bevorzuge andere Spieler. Ganz frei von meinem Lieblingsverein betrachtet, würde ich sagen, der ideale Profifußballer spielt wie Götze und verhält sich wie Benjamin Adrion. Ich trenne komischerweise immer meinen Eindruck von Spielern auf dem Platz und neben dem Platz. Irgendwie blöd. Denn selten finde ich Fußballer, wo mir beim Anblick beider Blickwinkel das Herz aufgeht. Ich mag einen David Alaba. Den muss man mögen. Toller Fußballer und seine Interviews sind großartig. Vermutlich könnte er mir aber auch das Telefonbuch vorlesen und ich würde es mögen. Er transportiert Sympathie frei von Inhalt. Und das meine ich ausnahmslos positiv. Danach wird’s eng. Müller war mal ein Kandidat. Aber seine Interviews wirken zunehmend gestellter. Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung vermutlich ziemlich alleine stehe, aber selbst wenn ich die Bayern-Hass Brille besäße, die ihr mir vorwerft, dann hätte ich die Eier sie abzunehmen und genau dasselbe bei seinen Interviews zu fühlen wie immer. Lahm ist auch schwierig-nichtssagend, ein Fußballkörper ohne greifbare Hülle. Neuer? Nun ja. Robben? Ich bewundere seinen Ehrgeiz und die völlige Fokussierung aufs Spiel. Wenn jemand über Jahre mit dem gleichen Trick in dem Business erfolgt hat, muss man ihn schätzen. Privat ist er sicherlich auch ein total netter Kerl. Er würde innerhalb eines Bayern-Rankings vermutlich hinter Alaba landen. Und dann? Ribéry? Puh, fußballerisch ganz toll, aber ansonsten für mich schwer verdaulich. Menschlich kacke, vermute ich stark. Ich durfte ihn mal zehn Minuten in einem Indoor-Kinderspiele-Park in der Nähe von München beobachten. Ätzender Typ. Negative Ausstrahlung. Anmaßend, ich weiß.

Wen gibt es noch? Niemanden, den ich positiv in Erinnerung habe? Boateng hat es sich mit der Situation gegenüber Subotic versaut. Ja, ich kenne die Szene von Subotic nicht allzu lange zuvor. Für mich gibt es aber schon einen Unterschied zwischen dem Verhalten während des Spiels oder eben danach. Im Moment des größten Triumphs sich nicht zu freuen, sondern sich über den Geschlagenen zu erheben, hat für mich etwas armes. Wer fehlt?

Rafinha? Alonso? Nein, sorry, mir fällt kein Spieler ein, den ich auch nur annähernd auf beiden Ebenen schätzen könnte. Vielleicht war Scholl der letzte. Das gibt es aber wohl bei wenigen Vereinen. Zumindest sticht niemand aktuell eindeutig hervor und präsentiert sich auf und neben dem Platz als Vorbild-tauglich unter Berücksichtigung meiner vermutlich unverschämten und dreisten Kriterien.

 

Kommen wir zurück zum eigentlichen Thema. Ich bewundere den Reflex, wenn ein Gegner dann nicht nur geschlagen, sondern in einem einzelnen Spiel wirklich deutlich in die Schranken gewiesen wurde. An meiner Formulierung kann man vielleicht erkennen, dass sich mittlerweile auch das Ergebnis des Champions League Spiels in Rom bis zu mir rumgesprochen hat. Prompt gibt es die Reaktionen, die ich in den letzten Wochen häufiger genießen durfte. Gegner X hat auch destruktiv gespielt. Die haben sich auch nur hinten rein gestellt. Die wollten es ja nicht anders.

Wisst ihr, was meine verrückte, kranke Hoffnung für die Zukunft ist? Der FC Bayern wird im Pokal, in der Bundesliga und in der Gruppenphase der Champions League noch so oft so wenig gefordert werden, dass es vielleicht in dem Moment, wenn es im CL Halbfinale gegen eines der Top 4 Teams in Europa geht, wieder nicht reicht. Und das obwohl man vielleicht den qualitativ besser besetzten Kader hat, das üppiger besetzte und damit ausgeruhtere Team zur Verfügung steht. Es fehlen vielleicht diese 2,5 % an Spannung, die man sich nicht in der Kürze der Zeit herbeireden kann. Aber noch einmal: Was der FC Bayern da auf rein sportlicher Basis abliefert, ist aller Ehren wert. Das meine ich ganz aufrichtig und ich glaube auch nicht, dass irgendwelche Premiere-Millionen oder Vorteile aus dem Olympiastadium zu einem ziemlich guten Zeitpunkt eine Rolle spielen. Ich befürchte, wenn ich jetzt noch auf die verschwundenen Hoeneß Millionen eingehe, die ich natürlich als schwarzes Handgeld für die ein oder andere Vertragsverlängerung in Verwendung sehe, habe ich alle Verschwörungstheoretiker auf meiner Seite.

Eigentlich auch egal, was davon stimmt oder wer vielleicht sogar nur in einem Punkt mit mir einer Meinung ist. Ich verstehe es nicht. Das mag an meinem eingeschränkten Sichtfeld liegen, aber trotzdem wäre ich dankbar, wenn es mir jemand erklären könnte. Ist es vielleicht wie der Besuch bei einem Konzert der Lieblingsband? Man mag sie sehen und hören und weiß in etwa, was einen erwartet und trotzdem liebt man es, ihrem Treiben beiwohnen zu dürfen?

Ich muss oft schmunzeln, wenn ich in sozialen Netzwerken lese, jemand bade im Hass der FCB-Gegner.. Darüber kann ich mich tatsächlich amüsieren. Diese Reaktionen werden dicht gefolgt von diesen „Wow, es ist so unglaublich“-Bekundungen, die ich lesen darf, wenn der spanisch-bajuwarische Rekordmeister mal wieder ein Spiel gewonnen hat. Wie jede Woche. Vielleicht sogar deutlich. Wie fast jede Woche. Vielleicht sogar mit einem Hauch an fast schon peinlicher Überlegenheit. Ebenfalls wie fast jede Woche.

Ich fühle mich oft wie in einer dieser amerikanischen Verkaufssendungen, wenn mir ein Gemüsehobel oder ein Bauch-weg-ohne-Training-Gürtel angeboten wird. Alles ist unglaublich und fantastisch. Spieler X ist so wow und Spieler Y so toll und das Ergebnis so überraschend und die Wachstumshormone so gut. Ich verstehe es einfach nicht. Gebt mir einen Ansatzpunkt. Gebt mir einen Grund. Sagt mir etwas, außer, dass ihr nicht anders könnt, historisch bedingt oder weil Papa die Bayern immer toll fand. Gebt mir einen logischen Grund, außer dass sie ihre exklusive finanzielle Lage verdammt gut nutzen. Natürlich ist Pep jemand, der auf diesem Level zu arbeiten weiß. Ob er mit dem SC Freiburg in den letzten Jahren den Klassenerhalt geschafft hätte, weiß ich nicht. Hätte er Fortuna Düsseldorf vor dem Abstieg bewahrt damals? Vermutlich nicht.

Mir ist es eigentlich gleichgültig, aber die Penetration der „Unglaublich“, „Unfassbar“, „Gigantisch“ Mitteilungen entbehren für mich einer ziemlich logischen Grundlage. Mittlerweile ist doch ein Sieg mit fünf oder sechs Toren Unterschied keine Seltenheit mehr. Ich kann da vielleicht sogar noch nachvollziehen wenn jemand sagt, ihm wäre Spannung egal, wenn er schöne Ballkontakte sieht und reichlich Tore genießen darf.

Seltsam. Über zweitausend Worte, kaum konkrete Fragen und trotzdem erwarte ich Antworten. Ernste Antworten. Was sind die realistischen Einschätzungen für die Bundesliga für die nächsten fünf Jahre? Wie sieht das in zehn Jahren aus? Welche Auswirkungen hat das mittelfristig auf die Bundesliga? Wann fahren Mannschaften nicht nach München, um bewusst abzuschenken? Wann ist dies vielleicht innerhalb der Fanszene akzeptiert?  Kann der Anblick von vielen Ballkontakten scharf machen? Wen kauft man aus Gladbach, falls die tatsächlich oben dabei bleiben oder gilt das nur, falls Gladbach Meister wird? Manchmal wünsche ich mir, die Bundesligagegner würden nur noch mit der B-Elf auflaufen und der FC Bayern würde ausnahmslos jedes Spiel mit sechs zu null gewinnen und das, obwohl sie selbst nur mit der C-Elf antreten, da die erste Elf als die „The Bavarian Globetrotters“ unterwegs ist, um den internationalen Markt zu erobern. Warum? Ich weiß nicht, es wäre irgendwie ein charmanter Gedanke. Bis dahin genieße ich das Treiben um Platz zwei bis 18. Kein anderer Tabellenplatz kann so genau prognostiziert werden, wie Platz eins. Schlimm, aber man wird lernen, sich zu arrangieren. Und tot ist die Bundesliga deswegen nicht. Aber wie man den FC  Bayern mögen kann erschließt sich mir nicht. Komisch.

 

 

12 Gedanken zu „Ich habe nichts gegen den FC Bayern, aber…..

  1. kimosch

    Vielleicht ist es bei dem ein oder anderen ja einfach die Freude an schönem Fußball? Ich für meinen Teil sehe Fußball nicht in der Hoffnung zu leiden, sondern dass mein Team tollen Fußball spielt.

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  2. Smicek

    Schöner Beitrag, danke dafür!

    Ich bin Trainer einer Jugendmannschaft und damit geschlagen, dass – im Rheinland, schlanke 600 km von München entfernt – ca. 50% meiner Spieler im Robbengötzeribéryneuer-Trikot zum Training kommen (die anderen in Reus-gelb oder KPB-blau, dazu je ein Exot in Geißbock und Fortuna). Vom ersten, vom wirklich allerersten Tag an steht mein Angebot an die Jungs, dass ich ihr Bayern-Fansein akzeptiere und mir blöde Sprüche verkneife, wenn mir ein Grund genannt wird, der nicht (in Variationen) lautet: „Die gewinnen eben.“ Ich warte bis heute.

    In diesem Sinne: Support your local hero!

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  3. doktor_d

    Ich hab auch nix gegen den FC Bayern. Also nicht wirklich. Ich versuche es seit geraumer Zeit mit Ignorieren, was aber auf Grund der ständigen Medienpräsenz ziemlich schwer fällt.

    Auch stelle ich mir in letzter Zeit hin und wieder die Frage, ist es nicht für Bayern Fans irgendwann langweilig, weil man doch eh ( fast ) jedes Spiel gewinnt, zumindest was die Bundesliga angeht.
    Wahrscheinlich macht Erfolg aber irgendwie süchtig.
    Da ich selbst Anhänger eines Stadtteil Vereins aus dem Ruhrgebiet bin und ich nicht mal weiß warum, da ich weder aus der Stadt, noch aus der Region stamme und auch keinen familiären Bezug dorthin habe, fällt es mir schwer das Fan für Bayern sein zu erklären, oder eben auch nicht. Der Kölner sagt, jeder Jeck ist anders und das ist auch gut so. ( Ende mit Zitaten )

    Ist die Bundesliga tot? Weil eine Mannschaft vorne wegmaschiert? Nein, denn dazu müsste diese Mannschaft noch viele Jahre vorne weg maschieren. Aber das macht eben durch diese Mannschaft die Bundesliga im Ausland interessanter, vorausgesetzt man gewinnt auch internationale Titel.

    Ach warum beschäftige ich mich jetzt hier eigentlich mit dem FC Bayern München, die sind mir doch egal. Eigentlich.

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  4. Johannes

    Solange Menschen seitenlange tolle Texte darüber schreiben, wie egal ihnen der FC Bayern ist, läuft der Zirkus Bundesliga wie geschmiert.

    Es gab Zeiten, in denen andere Klubs ihre nationalen Ligen oder Europa dominiert haben, teilweise erschreckender als heutzutage der FCB. Siehe Real Madrid in den 50er Jahren. Auch damals konnte sich sicherlich kaum jemand vorstellen, wie es ist, wenn die mal wieder ein Fußballspiel verlieren werden.

    Das ist ja das großartige am Fußball. Nie, wirklich nie, weiß man wie es ausgeht. Alleine durch die Anzahl von Akteuren auf dem Platz: 11 pro Team – welche andere Sportart kann ähnliches aufbieten? – sind spielentscheidene Fehler nie völlig auszuschließen. Und deshalb bleibt die Spannung bestehen. Eine vollkommen unspannende Bundesliga wäre auch meine nicht mehr.

    Die grandiose Phase, die die Bayern seit drei Jahren zelebrieren, wird endlich sein. Und das wissen/befürchten auch alle Fans. Genau deshalb nehmen wir heute alles mit, genießen es, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. YOLO.

    Lieben Gruß aus Berlin (nächstes Mal sage früher Bescheid, wenn Du hier bist!)!

    Achja: Natürlich saß und sitzt der Stachel tief. Nichts anderes hat niemand je zugegeben. Und, wenn es unbedingt sein muss, nehme ich Gladbach gerne Patrick Herrmann ab. q-:

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  5. Vanessa mia san mia (@wolke1900)

    Ok, angesichts der Tatsache, dass wir sehr gut gewirtschaftet haben und weltklasse Spieler haben ist ein 7:1-Sieg in Rom vermutlich nicht „unglaublich“, uns auch gegen eher schwache Gegner schwer anstellen können. Dementsprechend hat doch wirklich niemand mit so einem Ergebnis in Rom gerechnet. Ich hatte dafür keine Worte. Ich persönlich würde das Wort „unglaublich“ vor allem auf die Art und Weise der Tore beziehen. Es ist immer wieder faszinierend, wie dieser Ball manchmal in das Tor gelangt. Das kann auch keiner vorhersehen und das macht es mMn u.a. auch immer wieder spannend.

    Natürlich geht man als Fan das FC Bayern immer mit der Erwartung in ein Spiel, es auch zu gewinnen. Da ist ganz grundlegend schon mal ein Unterschied. Deshalb kann sich auch ein Unentschieden wie eine Niederlage anfühlen. (Ohne dabei jetzt arrogant wirken zu wollen)
    Aber ich kann mich auch trotz der vielen Siege noch über jeden einzelnen freuen. Nur weil man weltklasse Spieler hat, ist das nicht selbstverständlich. Es kann trotzdem immer etwas schief laufen. Fußball ist immernoch ein Mannschaftssport, in dem diese einzelnen Talente auch zusammen agieren müssen. Und genau dieses teilweise überragende Zusammenspiel macht auch einen großen Reiz im Spiel des FC Bayern aus.

    Aber auch deinem Vergleich mit der Lieblingsband würde ich in gewisser Weise Recht geben. Es ist einfach meine Verein und den sehe ich gern spielen.

    Was die Sache mit dem Jubel über eine Niederlage des BVB angeht, muss ich dir absolut Recht geben. Ich muss zugeben, dass es schon eine kleine Genugtuung ist, aber das liegt bei mir vermutlich eher an den privaten Nickligkeiten innerhalb der Familie. Aber trotzdem zählt der Sieg der eigenen Mannschaft viel, viel mehr und für mich ist das Ergebnis aus den anderen Stadien vor allem während ich in der Kurve stehe absolut nebensächlich.

    Und auch, wenn mein Vater ebenfalls Bayern-Fan ist, war das ganz sicher nicht der Grund für mich auch Fan zu werden. Warum ich den FC Bayern liebe, kann ich dir gar nicht so genau sagen, aber kann man Liebe immer erklären? 😉

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  6. Frankie (@Hollywood20359)

    Moin, mein Lieber!
    Die Bundesliga ist nicht tot, atmet aber schon ein bisschen schwer. Ich glaube auch nicht das es besser wert, in Anbetracht drohender Freitagabendspiele wie Ingolstadt vs Hannover 96
    Die angestrebte Vermarktung Richtung Ausland wird sich schwierig gestalten, solange Clubs wie Wolfsburg oder demnächst RBL nicht die ganz schweren Jungs der Kategorie Messi/Ronaldo in die Liga holen. Insofern wird man immer in diesem Einnahmebereich hinter den anderen herlaufen.
    Zu den Bayern sei gesagt, das ab dem Moment wo sie alles richtig machten gleichzeitig in anderen Vereinen schwere Fehler gemacht wurden. Gladbach, der hsv sowie Dortmund waren ja beizeiten auf Augenhöhe, haben aber in den wichtigen Entscheidungen daneben gelegen. Sei es die exorbitanten Investitionen in den Kader beim BVB Anfang 2000 oder der gescheiterte ‚Versuch beim hsv 2005 die Abteilung auszugliedern. Insbesondere dem Duo Hoffmann/Kraus hätte ich da einiges zugetraut beim Vorstadtclub.
    Wie es auch sei, ich sehe die allgemeine Entwicklung skeptisch, Fussballromantiker wie ich werden eventuell sich komplett abwenden, dafür werden allerdings andere nachrücken, insofern wird es in der Bundesliga weiterhin volle Stadien geben.
    Herzliche Grüße an dich und deine Familie, schön das es euch gibt
    Frank

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  7. texterstexte

    Zunächst mal danke für Deinen langen Beitrag, dessen Fragen und Zweifel seine Berechtigung haben. In solchen Fällen stelle ich immer die Gegenfrage, wie es denn wäre, wenn der eigene Club (Fortuna Düsseldorf? – sind mir als Düsseldorfer sehr sympathisch) auf einmal und über Jahre 90% der Spiele gewinnen, Titel ohne Ende holen und finanziell perfekt dastehen würde. Wärst Du dann immer noch Fortuna-Fan? Würdest Du dann immer noch vor einem Spiel dieses Kribbeln spüren? Würdest Du Dich noch über jeden Sieg freuen? Ich vermute mal: ja, ja und ja.

    Als Fan sucht man sich (normalerweise) ja nicht den Club danach aus, ob er möglichst viel gewinnt. Der FC Bayern hat mich gesucht und gefunden. Mit 8 Jahren in der Grundschulklasse, als wir alle für Kalle Rummenigge und Paul Breitner schwärmten. Wo spielen die eigentlich? Ach, bei Bayern München. Na, dann sind wir wohl mal Bayern-Fans, wir Kinder. Was ein Glück – heute, 35 Jahre später – dass Kalle und Paule nicht bei Kaiserslautern, Arminia Bielefeld oder – schlimmer, 1860 München gespielt haben. Ich bin bis heute einfach nur dankbar und glücklich, Fan des FC Bayern zu sein. Ich habe auch die relativ (ich weiß…) dürftigen mittleren 80er und 90er erlebt, sah Augenthaler auf der Bank schlafen, erleidete den arroganten Sforza im Bayerntrikot, entsetzte mich über Otto Rehagel im Bayern-Trainingsanzug und hasste leidenschaftlich die neiderfüllten Grasshoff und Lemke. Ich weinte nach dem CL-Finale 99 – etwas was emotional wohl vergleichbar ist mit einem Abstieg in die zweite Liga für einen Fortuna-Fan.

    Was in den letzten 5 Jahren beim FC Bayern passiert, erfüllt mich mit großem Stolz.
    a) die Auseinandersetzung mit der Club-Geschichte im Dritten Reich (Landauer etc)
    b) das Zugehen auf die Ultras bzw. die Südkurve insgesamt
    c) der Auf- und Ausbau des Kaders – endlich strategisch durchdacht
    d) die Früchte der eigenen Jugendarbeit
    e) das eigene Stadion f) die Trainer-Entwicklung über van Gaal / Heynckes / Guardiola.
    f) Die unfassbare (ja für mich immer noch unfassbar – ich kann mich an sowas nicht gewöhnen) Bilanz an Siegen und Titeln und CL-Finals.

    Ich genieße einfach nur, weil ich weiß, dass weder bei Bayern noch bei einem anderen Verein, solche Serien auf ewig anhalten werden (Wie lange dauerte es bei Real Madrid vom 9. bis zum 10. CL-Titel?). Von daher komme ich gut damit klar, dass zurzeit in der Tat der Sieger vorm Bayernspiel meist vorher feststeht. Es nur noch um das „Wie“ und das „Wie hoch“ geht. Trotzdem: Vor jedem Spiel kribbelt es bei mir. Tierische Vorfreude. Auf „meine Jungs“. Auf diese tollen Typen. Fast durchweg charakterlich einwandfreie junge Männer, samt und sonders weder arrogant, zumeist so bodenständig, wie man das als Jungmillionär und Objekt der öffentlichen Begierde noch sein kann, die gemeinsam einen super Job machen. Wie schön sie zusammen harmonieren. Wie sie die komplexen Anforderungen des Trainers umsetzen. Welche Leidenschaft sie in jedem Spiel zeigen (das für die Spieler sicher nicht schon vor Anpfiff gewonnen ist). Das zu beobachten macht Spiel für Spiel unglaublichen Spaß. Kann man das als Fortuna-Fan nachvollziehen? Weiß ich nicht. Für mich haben Fußballspiele aber einfach mehr zu bieten, als lediglich die Spannung über den offenen Ausgang, bzw. die höhere Wahrscheinlichkeit, auch mal ein Spiel zu verlieren. Geniale Spielzüge, taktische Varianten, technische Einzelleistungen, Leidenschaft, Geilheit auf Siege, Fairness.

    Es werden auch wieder andere Zeiten kommen: Pep wird nicht ewig bleiben, die jetzige Generation wird nicht gleichwertig ersetzt werden können, aus dem Nachwuchs kommt derzeit nicht viel nach, Rummenigge/Hopfner/Hoeneß werden auch nicht jünger. Mit mehr Niederlagen, mit mehr Spannung. Aber weißt Du was: scheiß drauf. Jetzt wird genossen. Unersättlich und demütig genossen.

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    1. wochenendrebell Beitragsautor

      Danke erst einmal für den aufschlussreichen Kommentar.
      Die Frage bezüglich meiner Liebe zu Fortuna Düsseldorf, würden sie Titel, an Titel reihen, `tschuldigung, ich muss schon beim Schreiben lachen, erübrigt sich. Ich habe viel Fantasie, aber nun doch nicht ausreichend. Bezüglich vieler anderer Punkte kann ich dir auch absolut zustimmen. Insbesondere, die unter b. aufgeführte Entwicklung ist richtig und begrüßenswert. Zur Landauer Situation möchte ich noch nichts sagen, aber dazu melde ich mich sicherlich die Tage.Ich glaube nicht, dass sich ein verlorenes Finale mit einem Abstieg gleichsetzen lässt. Ein verlorenes Finale bedeutet, man wr der Zweitbeste, beim Abstieg ist der Blickwinkel ein anderer. Eine Finalniederlage dürfte auch eher selten die Existenz bedrohen, was bei einem Abstieg durchaus möglich ist.
      Letztendlich habe ich mich, wenn auch recht unstrukturiert versucht damit zu fassen wo dies hinführen wird. Wir beide wissen, dass das Financial Fair Play ausgehebelt werden wird und somit zumindest Real Madrid sowie auch der ein oder andere potente Verein weiterhin am CL Thron rütteln wird. Aber wir reden hier über das Viertelfinale oder das Halbfinale.
      Der FCB wird durch das abbezahlte Stadion die Lücke zu den anderen Bundesligisten deutlich größer werden lassen. Wie viel Dominanz verträgt ein Wettbewerb? Wie unersättlich ist man in fünf Jahren noch?
      Ich schätze deinen Kommentar sehr oder werde daher auf die charakterlich einwandfreien Männern nicht minderjährigen französischen Prostituierten kommen.
      Ich nehme mit, dass du dich erfreuen kannst, weil du dies für eine Phase hältst. Ich glaube die Länge dieser Phase beurteilen wir unterschiedlich.

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      1. texterstexte

        Ja, Ja, der Franck. Deshalb schrieb ich auch „fast durchweg“. Generell meine ich jedoch (und im Speziellen auf Dein Götze-Bild bezogen), dass man mit Spieler-Bewertungen vorsichtig sein sollte. Da hat klugerweise so mancher sensible Typ eine Medienmaske auf, sobald er das Haus verlässt. Nicht jeder ruht so in sich wie Müller oder Alaba, die sich auch in der Öffentlichkeit so präsentieren können, wie sie vermutlich auch in den eigenen vier Wänden sind. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, mal in München die Spieler beim Training (und beim Autogramme schreiben) zu beobachten. Schon dort war zu spüren, wie schüchtern ein Götze ist. Der will einfach nur spielen und ansonsten in Ruhe gelassen werden. Lässt man ihn aber nicht. Gehört auch zu seinem Job dazu. Aber dass er dann künstlich oder gelackt rüberkommt, ist mE diese Medienmaske – evtl noch ein zweifelhafter Beratereinfluss. Einen echten Stinkstiefel oder Unsympathen kann ich jedoch auch ohne Fanbrille beim FCB zurzeit nicht ausmachen.

        Bezüglich der „Scheich-Clubs“ sieht man ja im aktuellen Turnier wieder, dass es eben nicht automatisch Siege bringt. PSG gewinnt gestern auf den letzten Drücker in Nikosia (Nikosia!). ManCity gurkt mit 2 Pünktchen in der Gruppe herum.

        Bezüglich Dominanz in der Bundesliga: Das könnte in der Tag noch auf Jahre der Kollateralschaden sein, den der FCB anrichtet, weil er nun mal mit seinem Kader auch für die CL bzw. die ewige Vierfachbelastung (inkl NM) planen muss. Aber: Als Fan von 15 Bundesligaclubs (außer von Dortmund) wäre es mir ziemlich wurscht, wer Meister wird. Da „mein“ Verein sowieso keine echte Chance hat, über eine gesamte Saison an Dortmund, oder Leverkusen oder München vorbeizukommen. Als Fan von Hoffenheim fiebere ich mit, dass ich ins internationale Geschäft komme, als Fan von Hertha auf mittlere Sicht ebenfalls, als Köln-Fan dass ich nicht absteige. Etc etc. Dieses „Liga ist nicht spannend“ gilt evtl. für Platz 1 – nicht aber für die Plätze 2 bis 18. Dort sehe ich also keine Gefahr für den Wettbewerb als Ganzes.

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    2. twofourtwo

      > Als Fan sucht man sich (normalerweise) ja nicht den Club danach aus, ob er möglichst viel gewinnt.
      Diesem Satz möchte ich widersprechen. Anders lassen sich aktuell die vielen Dortmund Trikots nicht erklären, die zu der Vielzahl an Bayern-Trikots aktuell dazukommen – und das im Großraum Stuttgart. Diese suchen sich die Vereine aus, weil sie Erfolg haben, weil sie viel gewinnen. Da ich die Kids gerne mal frage, warum sie Fan von dem Verein sind hört man genau die Antwort „weil die gewinnen“.

      Deine Geschichte – und bestimmt die Geschichte von vielen anderen Fans – mag ein andere sein, für viele viele andere geht nur der Blick auf „wer gewinnt, wer steht oben“.

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      1. w-flens

        Nur mal so als Anmerkung, die Kids suchen sich ihre Clubs erstmals nach dem Erfolg, verlassen diese aber entsprechend schnell wieder. Und wenn ein Götze den Verein wechselt, wechselt man schon mal mit. Nebenbei ist man dann Real Madrid Fan, weil Ronaldo so erfolgreich ist. Nach dieser Phase kommt dann aber der Punkt, an dem du dich für den Verein deines Lebens entscheidest.
        Den Effekt siehst du übrigens lokal auch, als Hannover 96 in der zweiten und dritten Liga rumdümpelte, hat man in der Region keine Fahne gesehen, in den letzten Jahr gibt es umso mehr 96-Fans.
        Auch halte ich nur einen geringen Anteil der Fans als 100%ig überzeugt, die in guten wie in schlechten Zeiten zu ihrem Verein stehen und diesen Supporten. Als Bayernfan weiß man sehr wohl, wie schlimm Niederlagen seien können, erinnert sei nur an die schlimme tripel-Vize-Saison. Aber daraus lernt, man, die Phase des Erfolgs, wie lange sie auch dauern mag, zu genießen.
        Mich freut es nicht mehr, wenn Dortmund verliert, ich sehe auch, dass man einen starken Gegner braucht.
        Und was auch mal erwähnt werden sollte, Bayern ist stets hilfsbereit, ob es ehemalige Spieler oder Vereine in Not sind. Und dies oft, ohne viel Aufhebens zu machen.

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